Sukadev Bretzs Beiträge (5989)

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Erweitere dein Blickfeld

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute lese ich etwas aus dem Buch von Swami Sivananda: „Licht, Kraft und Weisheit“, ein kleines Büchlein mit vielen kurzen Texten. Das eignet sich auch sehr gut, um zu Hause einfach mal eine Seite aufzuschlagen. Und heute Morgen hat es aufgeschlagen unter „Erweitere dein Blickfeld“:

„Führe ein Leben von Hingabe an das Dienen. Erfülle dein Herz mit Eifer und Begeisterung für das Dienen. Denke jeden Augenblick an den Allmächtigen. Bilde deinen Charakter. Achte auf dein Verhalten. Entwickle Mitgefühl, Zuneigung, Wohlwollen, Duldsamkeit und Demut. Tritt heraus aus dem Zentrum deines kleinen, engen, egozentrierten Kreises und erweitere dein Blickfeld. Rede voller Respekt und Höflichkeit. Überwinde unerwünschte Gedanken und Wünsche. Halte fest an deinen Idealen und Prinzipien. Halte dich kühn an deine Grundsätze rechten Verhaltens und rechter Lebensweise. Folge den Vorschriften deines Lehrers, so wirst du das Höchste erreichen.“
Da hat Swami Sivananda in einem kurzen Abschnitt sehr, sehr viel beschrieben und man kann praktisch sagen, ein Satz davon wäre schon ausreichend, um daran eine ganze Weile zu arbeiten. Man kann aber natürlich auch immer schauen, was davon einen gerade besonders anspricht. Am Anfang steht: „Ein Leben voller Hingabe an das Dienen. Und das mit Herz, mit Eifer und Begeisterung, im Bewusstsein des Allmächtigen.“

Wenn wir etwas tun, dann sollten wir es nicht nur tun, um selbst etwas dafür zu bekommen, Geld, ein Dach über dem Kopf, sondern wir sollten auch etwas zum Wohl anderer tun. Viele sind Yogalehrer oder werdende Yogalehrer, viele sind im sozialen Bereich tätig oder haben Kinder oder sind auf andere Weise tätig, um anderen zu helfen. Hier gilt durchaus, dass man das mit Hingabe machen soll und auch mit Eifer und Begeisterung. Mache die Dinge nicht halbherzig. Gut, es mag Phasen geben, da muss man einfach weitermachen. Dann mag es auch mal sein, dass man eine Weile etwas halbherzig macht. Halbherzig dienen ist immer noch besser, als gar nicht dienen. Und halbherzig Yoga üben ist besser als gar nicht üben. Aber wenn wir etwas halbherzig machen, können wir mal kurz überlegen: „Wäre es nicht besser, ich mache etwas mit vollem Herzen? Setze ich nicht vielleicht besser meinen ganzen Eifer hinein?“ Und es gibt natürlich immer wieder Enttäuschungen, es gibt Schwierigkeiten, man wird für Dinge kritisiert, man bekommt nicht die Anerkennung, die man braucht und dann sagt man sich vielleicht: „Ich distanziere mich etwas davon.“ Wir wissen, ab und zu mal wird es Enttäuschungen geben, wird es eine Weile vielleicht nicht ganz so schön sein. Trotzdem können wir uns immer wieder entscheiden, die Dinge von Herzen zu tun. Was das Ganze ermöglicht, ist letztlich dieser kleine Nebensatz von Swami Sivananda: „Denke jeden Augenblick an den Allmächtigen.“ Wir sind ein Teil des Ganzen. Nicht an uns hängt alles, sondern wir sind diejenigen, die ein Instrument sind. Das, was uns geschieht, ist nicht nur die Ironie des Schicksals, sondern wir wachsen auch daran. Die Aufgaben, die kommen, sind nicht einfach nur das, was zufällig kommt, sondern sie fallen uns zu, damit wir daran wachsen.

Und so können wir das, was wir tun, immer wieder mit neuem Enthusiasmus, mit Herzen, mit Begeisterung tun. Wir können es so gut machen, wie wir können und es dann Gott darbringen oder der kosmischen Energie, dem Universellen, den Fluss des Lebens. Wir lassen los, wir lassen fließen, und dann kann die Erfahrung von Einheit, Verbundenheit und Liebe zu uns kommen.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3
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Die Geschichte eines alten Holzfällers

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Die heutige Geschichte ist eine Geschichte von einem alten Holzfäller. Der Holzfäller hatte keine Kinder, die sich um ihn kümmerten, seine Frau war gestorben und es gab damals keine Altersversorgung und keine Rente. Normalerweise kümmerten sich die Kinder und die Enkel um eben die Älteren und so hatte er jetzt Schwierigkeiten und überlegte: „Was soll aus mir werden, wenn ich kein Holz mehr fällen kann?“

Da erinnerte er sich, dass er hat ja einen Meister hatte. Den hatte er jetzt schon so viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte, nicht mehr gesehen, aber er wusste, dieser Meister hatte außergewöhnliche Kräfte. Insbesondere hatte er Kräfte über Dschinnis - Geister. Da dachte unser Aspirant: „Ich gehe mal zu meinem Meister, vielleicht kann er mir einen Dschinni überlassen.“ Er ging also zu seinem Meister, verneigte sich vor ihm, und der Meister sagte: „Solange bist du nicht gekommen. Schön, dass du jetzt da bist. Was kann ich für dich tun?“
Da sagte der Schüler: „Meister, ich werde alt und ich kann bald keine Bäume mehr fällen. Was wird aus mir werden? Ich habe niemanden, der sich um mich kümmert. Aber du hast doch so Dschinns, die können mir doch helfen?“ Da sagte der Meister: „Weißt du, dass mit den Dschinnis, das ist gefährlich. Ich könnte dir einen geben und der könnte dir alle Wünsche erfüllen, aber wenn du ihn nicht beschäftigst, dann bringt er dich um.“
Da sagte unser alter Aspirant: „Weißt du, ich habe genügend zu tun. Ich halte den Dschinni schon beschäftigt.“ Der Meister sagte: „Aber pass auf. Wenn du ihn nicht beschäftigt hältst, dann bringt er dich um.“
Also der alte Holzfäller zu Hause ankam, wartete schon unser Dschinni auf ihn - riesengroß, mit langen Zähnen – und sagte: „Meister, gib mir was zu tun!“ Da sagte der: „Hier ist ein Baum, fälle den Baum.“ Eine viertel Stunde später kam der Dschinni zurück: „Baum gefällt, was soll ich tun?“ „Schlag jetzt die Äste dort ab und dann mache das Holz klein.“ „Gib mir was zu tun!“ „Du kannst es bündeln, geh zum Markt und verkauf es und bringe mir das Geld.“ Zwei Stunden später: „Meister, gib mir was zu tun!“ „Dann fälle den ganzen Wald dort. Da sind Setzlinge, gib die Setzlinge dort rein. Bau mir ein Haus usw.“

Nach drei Tagen ohne Schlafen fing der Holzfäller schon an zu halluzinieren. Ständig sah er nur noch Bilder des Dschinnis vor sich: „Meister, gib mir was zu tun!“ Schließlich rannte er zu seinem Guru und sagte: „Oh Meister, siehst du, dort hinten kommt er schon, er wird mich gleich fressen. Ich kann nicht mehr schlafen und nichts mehr tun. Was soll ich nur machen? Ich brauche ihn, ich kann nicht ohne ihn auskommen, aber er wird mich gleich umbringen und fressen.“

Da lachte der Meister und sagte: „Siehst du, ich habe es dir ja gesagt. Aber es gibt einen Trick. Wenn du nach Hause kommst, bitte den Dschinni, er möge einen großen Baum fällen, die Äste abmachen und dann daraus einen Pfahl machen, den soll er neben dein Haus stellen. Dann soll er den Pfahl hoch rennen und wenn er oben wieder angekommen ist, soll er runter rennen. So soll er den Baum hoch- und runterklettern, solange, bis du ihm was anderes zu tun gibst. Und so hat dein Dschinni immer was zu tun und wann immer du ihm was zu tun geben willst, kannst du ihm was anderes zu tun geben.“ Und so lebte unser Holzfäller mit seinem Dschinni glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er auch noch heute und der arme Dschinni muss immer noch den Baum hoch und runter rennen.

Und die Moral von der Geschichte? Da gibt es viele Erklärungen. Wir sind die Holzfäller. Und der Guru ist unser Lehrer. Man kann aber auch sagen, dass der Guru Gott ist. Und Gott hat uns einen Dschinni gegeben. Das ist unser menschlicher Geist. Dieser Geist, der kann uns alles mögliche geben. Alles, was auf dieser Welt menschengemacht ist, hat sich irgendjemand mal einfallen lassen. Hinter allem, was wir kennen und wovon wir leben, steckt auch der menschliche Geist und ihr selbst habt schon so viel geschaffen und gemacht. Aber, wenn wir den Geist nichts zu tun geben, was macht er? Er bringt uns um. Vielleicht nicht wörtlich, aber dann fängt man plötzlich an, zu denken: „Habe ich das richtig gemacht? Hätte ich es nicht besser machen können? Was denkt der Mensch über mich? Warum behandelt er mich so? Warum könnte er mich nicht anders behandeln? Und ich brauche das unbedingt. Und das brauche ich auch noch. Nein, brauche ich nicht.“ So sind wir immer mit uns beschäftigt. Bis wir zum Meister gehen und fragen: „Meister, was kann ich tun, um davon befreit zu werden?“ Und der Meister sagt vielleicht: , „Beobachte deinen Atem. Wenn du nichts anderes zu tun hast, einatmen, Bauch hinaus, ausatmen, Bauch hinein. Einatmen, spüre den Atem hineinströmen, ausatmen, spüre den Atem ausströmen. Und über den Atem sei im Hier und Jetzt. Genieße die Gegenwart. Wann immer du etwas brauchst, dann gib das deinem Geist etwas zu tun. Und er wird alles tun, um dir das zu geben, was du brauchst. Und wenn du nichts brauchst und dein Geist anfängt, dich zu nerven, dann führe ihn wieder in die Gegenwart, indem du den Atem beobachtest.“ Das gleiche kannst du natürlich auch mit einem Mantra machen: „Wann immer du nichts zu tun hast, wiederhole ein Mantra. Einatmen, Om Namah Shivaya, ausatmen, Om Namah Shivaya. Einatmen, Om Namah Shivaya, ausatmen, Om Namah Shivaya. Auf diese Weise ist der Geist beschäftigt.“ So ist ein Mantra eine schöne Weise, im Alltag bewusst zu sein, mehr Energie zu haben und schrittweise zu einer Transformation zu kommen.

Hari Om Tat Sat

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Die Geschichte der vier Maha Vakyas

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute erzähle ich die Geschichte von den vier Maha Vakyas. Es war einmal ein Schüler, der Schüler wollte herausfinden, was Gott ist. Er hörte von manchen:„Gott ist oben in den Wolken.“ Und von anderen:„Gott ist im Herzen.“ Er hörte: „Gott ist Vater.“ Andere sagten: „Gott ist Mutter.“ Er hörte von manchen: „Gott ist liebevoll“, von anderen: „Gott ist streng.“ Er hörte von manchen: „Gott ist in der Kirche.“ Er hörte von anderen: „Nein, in der Synagoge.“ Und vom nächsten: „Nur in der Moschee.“ Dann hörte er, irgendwo im Dschungel gäbe es einen, der wüsste, was Gott ist. Der würde immer wieder meditieren und hätte Gotte erfahren und würde nicht einfach nur irgendetwas erzählen. Also dachte unser Aspirant: „Den muss ich sehen.“ So nahm er ein paar Tage frei und ging durch den Dschungel. Das war gar nicht so einfach. Er hatte keinen Navi dabei und auch keine Karte. Aber nach einigen Tagen kam er an die Hütte des Meisters. Der Meister lebte in der Einsamkeit und meditierte. Und so saß unser Schüler vor dem Meister, denn er hatte gehört, dass der Meister nur kurz seine Augen öffnen würde, dann müsste er seine Fragen stellen. Schließlich öffnete der Meister die Augen. Er sah den Schüler vor sich und dieser fragte sofort: „Meister, wer ist Gott? Wo ist Gott? Was ist Gott? Die einen sagen, Gott ist oben, die anderen sagen, Gott ist unten, der nächste sagt, Gott ist Mutter, der nächste sagt, Gott ist Vater, der eine sagt, Gott ist in der Moschee und der nächste sagt, im Tempel, und der nächste sagt, nur in der Synagoge, und der nächste sagt, nur im heiligen Hain. Wer ist Gott?“ Der Meister, immer noch halb in Samadhi, schaute den Schüler schließlich liebevoll an, sagte einfach nur: „Pajnanam Brahman.“ und schloss wieder die Augen. Unser Schüler wusste, jetzt würde der Meister nichts mehr sagen. Außerdem musste er nach Hause. Auf dem Nachhauseweg überlegte er: „Prajnanam Brahman“, das heißt, Bewusstsein ist Brahman. Brahman, das Göttliche, das Absolute. Nicht er, nicht sie, auch nicht wirklich es im Sinne von es, sondern das Absolute ist Bewusstsein. Da dachte unser Schüler: „Ja, das macht Sinn. Die Welt ist nur insofern da, als ich mir ihrer bewusst bin. Wenn ich einen Menschen liebe, dann deshalb, weil er bewusst ist. Das Schöne hier in dieser Natur ist dehalb da, weil ich es bewusst wahrnehmen kann. Wenn ich ohne Bewusstsein wäre, dann wäre nichts da. Daher macht es Sinn. Gott ist Bewusstsein.“ Nach einer Weile dachte er aber: „Wenn Gott Bewusstsein ist und ich bin mir auch bewusst. Wer bin letztlich ich?“ Und so nahm er sich ein paar Tage frei, ging wieder durch den Dschungel. Der war inzwischen wieder zugewachsen und es war eine ganze Menge Aufwand, dort hindurch zu kommen. Aber nach einiger Zeit kam er wieder zum Meister, der meditierte. Erst nach mehreren Stunden öffnete er die Augen. Dem Schüler taten schon die Knie und Zwischenwirbelgelenke weh, aber er blieb standhaft. Und als der Meister endlich die Augen öffnete, fragte er, bevor er sie wieder schließen konnte: „Meister, ich habe verstanden: Gott ist Bewusstsein. Aber ich bin mir auch bewusst. Wer bin ich?“ Der Meister schaute ihn liebevoll an und sagte: „Tat Tvam Asi. Das bis du.“ und schloss wieder die Augen. Der Schüler musste wieder nach Hause, so viel frei konnte er sich nicht nehmen, bis der Meister vielleicht wieder aus der Meditation raus käme. „Tat Tvam Asi“, hörte er, „Das bist du.“ Was meinte der Meister damit? Das bist du? Natürlich, dachte da der Schüler, das hier ist er, wer soll er sonst sein? Wenn der Meister woanders hin gezeigt hätte und gesagt hätte: „Das bist du“, hätte es keinen Sinn gemacht. Er hatte ihn angeschaut und gesagt: „Tat Tvam Asi.“ Würde ich jetzt sagen: „Das bist du - Asmamitra.“, dann wäre das offensichtlich. „Ja, ich habe ja eine Frage bezüglich des Bewusstseins gestellt. Ich habe gefragt, wer bin ich, wenn Gott Bewusstsein ist? Heißt das wirklich, Aham Brahmasmi: Ich bin Brahman? Wenn ich Das bin, was ich vorher den Meister gefragt habe, was wäre dann? Ich wäre die Beziehung, ich wäre Gott, ich wäre Bewusstsein. Tat Tvam Asi. Aham Brahmasmi.“ Diese Frage beschäftigte ihn so, dass er ein paar Wochen später wieder zum Meister ging und fragte: „Meister, habe ich das richtig verstanden: Aham Brahmasmi, ich bin dieses Brahman? Ich als Bewusstsein bin Brahman als Bewusstsein, denn letztlich gibt es nur ein Bewusstsein?“ Da nickte der Meister und sagte: „Ayam Atma Brahman. Dieses Selbst ist Brahman.“ Hari Om Tat Sat
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Vom Nutzen der Yogapraxis

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Ich lese heute etwas aus einem Buch von Swami Sivananda: „Göttliche Erkenntnis“, Kapitel „Yoga“, Unterkapitel „Der Nutzen der Yogapraxis“.
Swami Sivananda hat das vor vermutlich mehr als 70 Jahren geschrieben, als er irgendwo im Dschungel im Himalaja war. Und trotzdem ist eine Menge von dem, was er schreibt, hochaktuell.

„Das Leben heute ist voll Stress und Mühe, Spannungen und nervöser Reizbarkeit, Gier, Getriebenheit und Eile.“

Vermutlich dürfte das heute nicht anders sein als damals. Wir denken natürlich, dass das Leben heute noch stressiger ist als vor 70 Jahren. Und die Leute vor 70 Jahren haben gedacht, ihr Leben sei stressiger als weitere 70 Jahre zuvor.

Preisfrage: Was werden die Menschen in 70 Jahren denken? Vermutlich so etwas Ähnliches. So wie umgekehrt ja viele sagen, dass früher alles besser war. Das findet man in den ältesten schriftlichen Zeugnisse der Menschheit, egal, ob das bestimmte Verlautbarungen sind, die Hammurabi in Babylonien eingravieren lassen hat oder in der Bhagavatam, wo es auch heißt: früher war alles besser. Auch Konfuzius hat davon gesprochen, dass die Alten alle weise waren und wir heute alle - gut, wie auch immer wir sind.
Die Probleme von damals waren ähnlich wie die Probleme von heute und so ein Jahrtausende altes System namens Yoga bewährt sich heute genau wie vor 70, 100 und 1000 Jahren.
„Würde der Mensch einige der elementaren Prinzipien des Yoga in die Praxis umsetzen, wäre er viel besser dafür gerüstet, mit dieser modernen, komplexen Existenz umzugehen.“
Dann kommt ein etwas massiverer Satz.

„Yoga bringt Vollkommenheit, Frieden und dauerhaftes Glück.“ „Durch die Yogapraxis kannst du jederzeit Ruhe des Geistes finden, du kannst ruhig schlafen.“
Das ist inzwischen vielfach wissenschaftlich erforscht worden. Wenn sie anfangen, Yoga zu üben, kann die Mehrheit der Menschen mit Schlafstörungen besser schlafen als vorher.

„Du kannst mehr Energie, Kraft und Vitalität haben, länger leben und gesünder sein.“
Auch das kann man inzwischen als gesichert gelten lassen. Jeder, der Yoga geübt hat, hat das erfahren: mehr Energie, mehr Vitalität zu haben. Die wissenschaftlichen Forschungen haben gezeigt, dass Menschen, die Yoga üben, gesünder sind als Menschen, die kein Yoga üben.

„Du kannst in kurzer Zeit viel leisten.“
Yoga aktiviert das Prana, die Lebensenergie. Yoga hilft, dass man mehr Zugang zu sich selbst findet, dass man mehr seine Talente und Fähigkeiten und Stärken findet. Im Yoga gibt es manchmal auch ein vorübergehendes Problem, denn vielleicht hat man vorher versucht, allen Anforderungen um einen herum gerecht zu werden und hat ein Leben geführt, das einem nicht gemäß war. Dann macht man Yoga und spürt, dass sich da irgendetwas manifestieren will. Nach einer Weile lernt man, seine eigenen Fähigkeiten und Talente einzubringen. Außerdem hat man mehr Prana dabei, mehr Energie. Oft hat man mehr Kreativität, das umzusetzen.

„Konzentrationsfähigkeit im Alltag wird gesteigert. Die Yogadisziplin schenkt eine Ausgeglichenheit und Ruhe und gestaltet auf wunderbare Weise dein Leben neu. Die yogische Lebensweise vertieft das Verstehen des Menschen und lässt ihn Gott und seine Beziehung zu ihm erfahren.“
Hier kommt Swami Sivananda wieder zu einem höheren Standpunkt. Yoga ist etwas sehr Praktisches für den Alltag und etwas, das im modernen Leben auf verschiedenste Weisen hilft. Aber Yoga hilft auch, Zugang zu einer höheren Wirklichkeit zu finden, die man Gott nennen kann, tiefen Frieden und dauerhaftes Glück. Es hilft also, eine Ebene zu finden, die jenseits der körperlichen Beschränkungen ist, eine Ebene jenseits der Identifikationen. Das ist letztlich die tiefste Verankerung und die Schönste aller Wirkungen des Yoga.

Hari Om Tat Sat

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Die Geschichte vom Brunnenfrosch

Dies war eine der Lieblingsgeschichten von Swami Vishnu-Devananda:

Es war einmal ein alter, tiefer Brunnen, in dem lebten Frösche. Diese Frösche waren in diesem Brunnen geboren worden und aufgewachsten. Sie kannten nichts anderes als diesen Brunnen und dachten, die Welt wäre der Brunnen. Ab und zu mal hörten sie eine Legende von einem Revoluzer-Frosch, der mal aus dem Brunnen herauskam. Aber entweder ist der nie zurückgekehrt oder wenn er zurückkam, dann hat er wirres Zeug erzählt.

Eines Tages war es wieder soweit. Eine Froschfrau kam zurück, und alle kamen zu ihr und wollten wissen, wo sie gewesen war. Die Frösche fragten sie: „Wo warst du? Wie ist es dir denn ergangen? Gibt es eine Welt außerhalb dieses Brunnens? Und wenn ja, wie ist die beschaffen?“ Sie anwortete: „Ja, ich war außerhalb dieses Brunnens und ich kann euch nicht beschreiben, wie großartig diese Welt ist. Hier seht ihr alles nur in Grautönen. Dort gibt es Farben, Schmetterlinge, Blumen, einen Himmel, die Sonne und ich habe sogar den Ozean gesehen.“

„Ozean? Was ist Ozean?“ fragten die Frösche. Sie sagte: „Der Ozean ist ein unendliches Wasser. Ich kann nicht sagen, wie groß der Ozean ist. Eine Welle ist so groß wie dieser ganze Brunnen. Da gibt es Lebewesen, wenn die das Maul aufmachen, dann fressen die so viele Fische, wie hier im Brunnen Frösche sind.“ So erzählte unsere Ozeanfröschin und die Meinungen der anderen dazu teilten sich.

Die einen wollten einfach nicht darüber nachdenken. Es gab jetzt eben eine große Fröschin, zu der sie aufblicken konnten. Das war alles. Die zweite Frosch-Gruppe, man würde sagen, die wohlmeinenden Skeptiker, dachten bei sich: „Dort oben wird die Luft dünner, wird vielleicht ist ihr Hirn einfach nicht mehr richtig durchblutet. So entsteht dann eine Art Halluzination von einem ozeanischen Glücksgefühl. Vielleicht sollten wir ein paar Hirnscans machen und schauen, ob wir dort Veränderungen finden.“

Die dritte Gruppe bestand aus genau einem Frosch. Und dieser fragte unsere Ozeanfröschin: „Du hast den Brunnen verlassen. Das klingt nicht schlecht. Kann ich den auch verlassen? Meist du, das ist möglich?“ Daraufhin sagte die Ozeanfröschin, „Ja natürlich, ich bin niemand Besonderes. Mir hat jemand den Weg gewiesen, wie ich aus diesem Brunnen herauskomme, auch du kannst dort herauskommen. Es ist großartig dort. Ich kann dir nicht beschreiben, was dich alles noch erwartet.“ Unser Brunnenfrosch dachte bei sich: „Was habe ich letztlich zu verlieren? Ich kann wieder zurückkehren, hier geboren werden, aufwachsen, ein bisschen fressen, ein paar Mücken fangen, mich ein bisschen unterhalten, irgendwann sterben. Vielleicht gibt es doch mehr, als dieses eigenartige Grau hier.“

So machten er sich auf den Weg. Unser Brunnenfrosch fragte: „Wo geht es denn hin?“ und sie sagte: „Wir fangen besser morgen an. Schlafe dich erstmal aus.“ Am nächsten Tag gab ihm die Ozeanfröschin ein paar Ratschläge: „Hier kannst du hin. Dort darfst du besser nicht hin, da war mal eine Schlange, die könnte einen fressen. Geh dort entlang und dort. Dort kannst du runter glitschen, hier ist es besser.“ Schließlich erreichten sie das direkte Tageslicht außerhalb des Brunnens. Unser Brunnenfrosch fragte: „Ist das der Ozean?“ „Das ist nicht der Ozean, das ist jetzt nur das Tageslicht. Ein paar Schmetterlinge, ein paar Vögel, ein paar Blumen. Der Ozean ist noch viel großartiger.“

So hüpften sie weiter. Irgendwann hörten sie ein lautes Rauschen und unser Brunnenfrosch bekam ein bisschen Angst und fragte: „Was ist denn dieses Rauschen?“ „Das sind Wellen.“ „Wellen? In unserem Brunnen gibt es auch Wellen, aber die machen keinen Krach.“ „Ja, diese Wellen sind ja auch viel größer, da ist eine Welle vielleicht so groß wie der ganze Brunnen.“ Schließlich, noch zitternd, aber dennoch mit Mut und Vertrauen, hüpfte unser Brunnenfrosch auf eine Düne und sah zum ersten Mal in seinem Leben den unendlichen Ozean.
Wir sind diese Brunnenfrösche. Unser Brunnen besteht aus Identifikationen, in denen wir Dinge sagen, wie: „Manche Menschen mag ich und andere nicht, der größte Teil ist mir nicht so wichtig.“ Was zählt ist das, was ich sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen kann. Alles andere ist nicht von Belang.“

So leben wir in unserem Brunnen. Und dann kommt eines Tages der Ozeanfrosch oder die Ozeanfroschfrau: Der Meister oder die Meisterin und die sagt: „Du bist nicht dieser Körper. Du bist nicht auf diese Welt gekommen, um aufzuwachsen, älter zu werden, ein paar Erfahrungen zu machen, dich fortzupflanzen und irgendwann zu sterben. Du bist das unsterbliche Selbst. Du bist Satchidananda, Sein, Wissen, Glückseligkeit. Du kannst es auch erfahren. Und wenn du diese Erfahrung machst, dann bekommt das normale Leben eine ganz andere Dimension.“

Die einen denken dann: „Was erzählt der dort? Er ist ein Menschheitsverführer und Betrüger. Zu faul, um was zu tun. Hofft jetzt, dass er von anderen durchgefüttert wird, die an das unsterbliche Selbst glauben.“ Die wohlmeinenden Skeptiker sagen: „Das war wohl zu viel Meditation, zu viel Pranayama, der Sauerstoffgehalt im Hirn ist irgendwie verändert, da muss er ab und zu mal die Illusion von kosmischer Geborgenheit haben.“ Dann gibt es die dritte Gruppe, die kleinste, obgleich die meisten von euch vermutlich dazugehören, aber im Verhältnis sind wir wenige. Diese Gruppe fragt sich: „Können wir diesen Brunnen wirklich verlassen?“ Und sie folgen ihrem Meister auf dem Weg.

Ich kann mich gut erinnern, als ich angefangen habe zu meditieren, da es ist mir sehr schwer gefallen. Ich habe einen sehr produktiven Geist, der wahnsinnig toll ist, Ideen zu schaffen und scharf zu denken, aber ruhig zu sein, das ist ihm ausgesprochen schwer gefallen. Ich habe alles Mögliche angestellt und irgendwann ist es mir tatsächlich gelungen, eine Astral-Erfahrung zu haben. Da bin ich zum Swami Vishnu gegangen und habe ihm das stolz erzählt. Er gesagt: „Mache dir keine Sorgen.“

Bleibe dort nicht stecken, das sind nur so ein paar Illusionen im Geist. Gehe jenseits davon. Don‘t get attached. Sei nicht verhaftet. Don‘t get involved in astral thinks. Verhafte dich nicht in die Astralwelten.“ Aber es ist auch mal schön, zu sehen, dass es mehr gibt auf dieser Welt, als wir meistens denken. Ein Teilnehmer hat mal gesagt: „Yoga hat aus meinem zweidimensionalen Schwarz-Weiß-Leben ein vieldimensionales kunterbuntes Leben gemacht. Vorher habe ich das nicht gewusst, dass noch so viel mehr möglich ist.“

Wir sollten aber nicht im kunterbunten Leben hängen bleiben, so schön es ist, sondern noch weiter gehen. Das Rauschen ist wie das Wissen: „Ich werde die Einheit erfahren.“ und schließlich natürlich, da endet die Analogie, der Frosch kann natürlich nicht im Ozean leben und er kann auch nicht eins werden mit dem Ozean, er kann nur die Großartigkeit sehen. Wir können die Großartigkeit wahrnehmen und viele, die meditieren, haben solche Erfahrungen von Weite, Ausdehnung, Bewusstheit gemacht. Wir können mit dem Ozean verschmelzen, wenn wir auf dem Weg bleiben.

Hari Om Tat Sat


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Bewusstseinsübung und kurze Stille

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Gestern habe ich den letzten Vers aus Patanjalis Yoga Sutren gelesen. Er lautet: Halte nicht an, bis das Ziel erreicht ist.


Für heute habe ich darum nur eine kurze Meditation ausgewählt, in der wir uns bewusst machen, dass Prajnanam Brahman, das Göttliche letztlich die einzige Bewusstheit ist, die existiert.
Tat Tvam Asi: Erinnere dich, dass du diese Bewusstheit bis. Aham Brahmasmi, fühle: „Ich bin dieses Brahman, dieses reine Bewusstsein“. Ayam Atma Brahman: Das Selbst aller Wesen ist Brahman.

Hari Om Tat Sat

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Halte nicht an, bis das Ziel erreicht ist

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit dem letzten Vers des Yoga Sutra, 4. Kapitel, 34. Vers: „Hören alle Anstrengung und Zielstreben auf und sind die Gunas, die Eigenschaften der Natur, wieder in ihrem Ursprung absorbiert, dann ist das Kaivalya, Befreiung. Die Seele ruht in ihrer wahren Natur, reinem Bewusstsein. Ende.“

Dann sind wir befreit, nichts mehr ist zu tun. Kein Leid, kein Vergnügen, kein Schmerz, keine Aufgaben, keine Mantras, keine Asanas, nichts. Es gibt nur noch eine Bewusstheit, Satchidananda, reines Sein, Wissen und Glückseligkeit.
Du kannst dir noch mal anschauen, was Patanjali da alles nennt. Anstrengungen und Zielstreben enden hier. Wenn du auf dem Weg bist, gilt es, die verschiedenen Neigungen auf das Höchste auszurichten. Der Wunsch nach Befreiung ist ein wichtiges Instrument, um zum Höchsten zu kommen. Wenn du zum Höchsten gekommen bist, hört all das auf. Im Moment des Samadhis, des Nirvikalpa Samadhis oder Asamprajnata Samadhi sind die Gunas zur Ruhe gekommen und vollkommen still. Wenn der Geist ganz ruhig ist, dann ist Kaivalya da. Die Seele ruht in ihrer wahren Natur. Chid hat als Pratishtha, als ihre Niederlassung, Swarupa, die eigene Natur, das reine Bewusstsein.
Patanjali schließt mit Iti, das ist das Ende, das Ziel, um das es geht. Alles ist erreicht, alles ist erfahren. Der Sinn des Lebens, das Ziel des Lebens ist erreicht. Alle Leiden sind zum Abschluss gekommen. Alle Erfahrungen sind gemacht. Die Mission des Lebens ist erfüllt. Dieser Zustand ist letztlich nicht beschreibbar. Die Worte, die ich jetzt gebrauche, drücken in keinster Weise aus, was Befreiung wirklich heißt. Befreiung ist etwas so Großartiges, etwas so Grandioses, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Schon die niederen Samadhi Zustände sind mit einer solchen Wonne verbunden, mit einer solchen Liebeserfahrung, mit einer solchen Freude, neuen Erkenntnissen und Inspirationen, dass es unbeschreiblich ist. An diesen sollte man dann nicht hängen, aber sie geben eine kleine Ahnung, was alles tief im Menschen angelegt ist. Es gibt nichts Höheres, als danach zu streben. Und nichts anderes erfüllt den Menschen wirklich.
Ich möchte dir daher nochmals besonders ans Herz legen: strebe nach dem Höchsten, lass dieses höchste Streben nicht zur Ruhe kommen, komme nicht zu sehr auf Abwege. Und auch wenn es manchmal so erscheint, als ob das Höchste noch weit weg ist, begnüge dich nicht mit niederen Zielen. Begnüge dich nicht mit dem Relativen, strebe nach dem Absoluten. Das Streben nach dem Absoluten wird dir auch auf der relativen Ebene das Leben schöner und erfüllender machen. Bleibe dann aber nicht daran hängen, wenn das Leben erfüllender geworden ist. Strebe weiter und weiter. Halte nicht an. So wie es eine Upanishade sagt: Erwache, stehe auf und halte nicht an, bis das Höchste erreicht ist. Ich wiederhole das noch einmal. Erhebe dich, erwache, halte nicht an, bis das Ziel erreicht ist.

Hari Om Tat Sat

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Leben als lebendig Befreite/r

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit demYoga Sutra, 4. Kapitel, 32. Vers: „Für solche, die das Ziel erreicht haben, hört der Vorgang des ständigen Wandels der Gunas auf.“

Solange du noch in Maya bist, gibt es ständig Gunas, die sich verändern. Mal bist du im tamasigem Zustand, träge, müde, deprimiert, ängstlich, antriebslos. Mal bist du im rajasigen Zustand, ärgerlich, gierig, voller Tatendrang. Mal im sattwigen Zustand, dankbar, voller Liebe, Mitgefühl, Freude, Licht, Klarheit.
Diese Zustände kommen und gehen. Erst wenn du das höchste Ziel erreicht hast, dann hören für dich die ständigen Wandel auf. Du weißt, dass hinter allem das eine unsterbliche ewige Selbst bleibt. Die Gunas mögen weiter gehen, aber für dich sind sie nicht von Belang. Im tiefsten Samadhi bist du dir dieser Bewegungen noch nicht einmal bewusst. Du bist einfach im Unendlichen. Aber wenn du aus Samadhi zurückkehrst, als Jivanmukta, als lebendig Befreiter, dann nimmst du vielleicht das Spiel der Gunas wahr, auch dann wird dein Körper mal müde sein, auch dann wird mal Tatendrang da sein, auch dann ist einfach ruhige reine Liebe da, aber du identifizierst dich nicht mehr damit. Du genießt nur dein eigenes Selbst, du genießt das Spiel der Gunas. Und wenn du nach der Selbstverwirklichung dein Dharma und dein Karma erfüllt hast, dann löst sich der Körper auf, dann löst sich der Geist auf und du bist eins mit dem Unendlichen, was du immer schon warst. Du bleibst dir auf Dauer und ewig bewusst.
Hari Om Tat Sat

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hanuman-150x150.jpg?width=250Hanuman, der Sohn des Windes, Verehrer von Rama, der großartige Bhakta. Es gibt so viele Namen und Attribute zu Hanuman. Nicht umsonst ist
Hanuman in Indien einer der populärsten Aspekte Gottes.
Schau dir die Internetseite zu Hanuman an. da findest du viele Erklärungen der Symbolik von Hanuman,  viele Geschichten, einige Bilder, Mantras, Links und mehr.
Hier klicken für die Yoga Vidya Hanuman Internet Seite

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Der Film unseres Lebens

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit dem Yoga Sutra, tägliche Inspirationen, 4. Kapitel, 33. Vers: „Kommt der ständige Wechsel der entsprechenden Augenblicke zum Ende, wird ihre Aufeinanderfolge wahrnehmbar.“

Das Leben besteht aus aufeinander folgenden Augenblicken. Es erscheint so, als hätten diese alle etwas miteinander zu tun, aber eigentlich läuft nur ein Film ab. Einige Verse weiter oben hat Patanjali uns ja schon die Illusion von einem freien Willen geraubt, indem er gesagt hat, dass schon alles existiert und wir einfach irgendwie hindurch gehen. Wenn wir ins Kino gehen, können wir uns entscheiden, welchen Film wir anschauen. Im Film entwickelt sich die Handlung schrittweise, so als entstünde sie gerade eben. Man bangt mit dem Helden und der Heldin, freut sich über das Happy End oder ist traurig, wenn es ausbleibt. Aber es ist alles schon vorher auf dem Zelluloidstreifen ausgezeichnet. So ist es auch mit dieser Welt. Es erscheint so, als ob wir wählen und selbst handeln, aber in Wahrheit geschieht das, was geschehen soll.
Es wirkt durch uns hindurch. Wir erfahren, was zu erfahren ist. Das soll uns nicht zu Fatalisten machen. Wenn wir in der Welt sind, müssen wir manchmal so tun, als ob wir handeln. Wir müssen Unterscheidungskraft üben und uns zwischen mehreren Alternativen entscheiden. Aber wir können das ganz entspannt angehen. Letztlich geschieht, was geschehen soll. Letztlich ist diese Prakriti, diese Welt, ein Traum Gottes. Gott träumt das. Sogar das, wozu wir uns entscheiden, ist nichts anderes als ein Gedanke Gottes.
Hari Om Tat Sat


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Nur die Befreiung führt zu Leidlosigkeit

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute sind wir im 4. Kapitel, 30. Vers: „Tatah Kleshakarmanivrttih. Dann, in der Befreiung, hören Leiden und Karma auf.“

Wenn du Befreiung erreicht hast, dann gibt es kein Leiden mehr, dann gibt es kein Karma mehr. Solange du die Befreiung nicht erreicht hast, gehört auch Leiden irgendwo zum Leben. Du kannst zwar lernen, weniger zu leiden, aber solange du noch nicht dein Selbst verwirklicht hast, bist du immer noch irgendwo verhaftet. Und jede Verhaftung birgt ein Leiden in sich.

Denkst du auch nur ein klein wenig: „Ich bin der Körper.“ und es kommt eine Krankheit oder du baust einen Unfall, dann leidest du. Denkst du: „Dies ist mein Partner“, und dieser Partner hat vielleicht eine Krankheit, dann leidest du auch. Oder angenommen, du denkst: „Das ist mein Haus“ und dann gibt es einen Sturm, du bist irgendwo in Urlaub und hörst, dass es einen Sturm in deiner Heimatstadt gegeben hat. Du denkst sofort: „Ist meinem Haus etwas passiert?“ Oder angenommen, du identifizierst dich mit deiner künstlerischen Fähigkeit. Dann gibt es jemanden, der ist besser als du. Wiederum leidest du.

Solange du dich identifizierst, ist notwendigerweise Leiden dabei. Der Weg, nicht mehr zu leiden ist, sich nicht mehr zu identifizieren. Und wenn du dich nicht mehr identifizierst, bist du in Kaivalya. Dann ist alles in Ordnung. Zwar werden auch dann noch Körper und Geist durch verschiedene Parinamas gehen, also durch verschiedene Veränderungen, aber du selbst kannst dich davon lösen. Du leidest nicht mehr.

Karma, das Gesetz der Ursache und Wirkung, ist auch solange da, wie du dich identifizierst. In dem Moment, wo du dich nicht mehr identifizierst, kommt auch kein neues Karma mehr. Was auch heißt, dass es gibt keine neuen Lektionen gibt, die du zu lernen hast. Solange du die Verwirklichung nicht erreicht hast, kommen verschiedene Karmas auf dich zu, als Lektionen, an denen du wachsen kannst und als Aufgaben, die du zu erledigen hast. Angenommen, du hast die Selbstverwirklichung erreicht, dann hast du alles erreicht. Also gibt es auch keine Lektionen mehr, an denen du wachsen kannst. Du hast immer noch eine Mission zu erfüllen. Du kannst als reines Instrument Gutes in dieser Welt bewirken, aber du brauchst nichts mehr zu lernen. Du bist nicht mehr der, der nimmt, du bist nicht mehr der, der lernt, du bist derjenige, der gibt. Und du weißt, dass nicht du als Individuum gibst, sondern dass die kosmische Kraft durch deinen Körper und durch deinen Geist wirkt.

Hari Om Tat Sat

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Den Wunsch nach Befreiung aufgeben

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind im 4. Kapitel, 29. Vers: „Gibt man selbst den Wunsch nach dem höchsten Bewusstseinszustand auf und übt Unterscheidungskraft, erlangt man Dharma-Megha-Samadhi.“

Wenn man schließlich sogar den Wunsch nach Befreiung aufgegeben hat, dann erreicht man nicht nur normalen Samadhi, nicht nur Megha-Samadhi sondern auch Dharma-Megha-Samadhi. Dharma-Megha bedeutet soviel wie „Wolke der Tugend“. In diesem Zustand weiß man, was das Richtige ist. Man kennt das eigene Dharma, die eigene Aufgabe, die eigene Pflicht.

Das Hauptmittel zur Befreiung ist der Wunsch nach Befreiung. Aber der Wunsch nach Befreiung ist gleichzeitig auch das letzte Hindernis. Ganz zum Schluss, wenn wir sehr weit entwickelt sind, müssen wir sogar den Wunsch nach Befreiung aufgeben. Erst dann sind wir befreit.

Das mag paradox klingen, aber folgendes Beispiel wird das erläutern. Wenn du auf das Dach steigen willst, was benutzt du? Eine Leiter. Das Mittel, auf das Dach zu steigen, ist eine Leiter. Und was musst du als letztes tun, um wirklich auf das Dach zu kommen? Die Leiter verlassen. Um zur Befreiung zu kommen, ist erstmal der Wunsch nach Befreiung gut. So wie das letzte Hindernis vor der Berührung des Daches die letzte Stufe der Leiter ist und vielleicht sogar die Sicherheit der Leiter, so gilt es, dem Wunsch nach Befreiung zu folgen. So kommst du auf dem spirituellen Weg voran. Ganz zum Schluss lässt du den Wunsch nach Befreiung los, wie die Leiter, die du nicht mehr brauchst. Dann erfährst du Moksha, die Befreiung.

Hari Om Tat Sat

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Der Geist meint es gut

Om Namah Shivaya. Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind in Patanjalis Yoga Sutras, im 4. Kapitel, 27. Vers: „Andere Gedanken, die als Unterbrechung der Unterscheidungskraft aufsteigen, kommen von früheren Neigungen.“

Zur Erinnerung: Dieser 27. Vers heißt: „Andere Gedanken, die als Unterbrechung der Unterscheidungskraft aufsteigen, kommen von den früheren Neigungen.“ Im vorigen Vers hat Patanjali gesagt, dass der Geist dazu neigt, nach Unterscheidungskraft und Befreiung zu streben, wenn du aufhörst, dich zu sehr mit ihm zu identifizieren.

Der Geist meint es gut. Er hat dabei verschiedene Neigungen und Tendenzen. Einige dieser Tendenzen helfen dir zur Befreiung, andere helfen dir vielleicht erst mal nicht zur Befreiung.
Der Geist will auch helfen, dass dein Körper überlebt, er will dir helfen, mit anderen Menschen umzugehen, deine Bedürfnisse zu befriedigen, Wünsche zu finden und zu erfüllen und so weiter. Und wenn du deinem Geist freie Bahn gibst, dann hat er auch verschiedene sich widerstrebende Neigungen. Wenn du dann anfängst, deinen Geist zu steuern und in gewünschte Richtungen zu richten, dann gibt es immer noch frühere Neigungen, die sich manifestieren wollen. Der spirituelle Weg geht nicht so schnell. Wir können einen Augenblick lang eine wunderschöne Energie haben und wirklich erkennen: „Ja, ich bin das unerschütterliche, unvergängliche Selbst. Ich bin nicht das Gemüt.“ und kurz danach identifizieren wir uns wieder mit unseren Gedanken und unserem Selbstbild.

Das merkt man besonders an der eigenen Reaktion, wenn einen jemand kritisiert oder wen etwas schief geht oder wenn man meint, man müsste etwas anderes tun, als das, was jetzt gerade von einem verlangt wird. Dann merkt man, dass man sich wieder identifiziert. Diese Identifikation kommt von den vergangenen Samskaras, den Eindrücken aus dem früheren Leben und aus früheren Leben. Frühere Samskaras müssen ersetzt oder anders gelebt werden. Wie im Beispiel von dem Baumwolltuch.

Wenn wir ein Baumwolltuch in ein goldenes Tuch umwandeln wollen, dann müssen wir Faden für Faden auswechseln. Und so dauert es eine ganze Weile, bis man die volle Erfahrung des Selbst erreicht und Kaivalya, Befreiung erreicht.

Hari Om Tat Sat

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Der Geist strebt immer nach Befreiung

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind bei Patanjalis Yoga Sutras, im 4. Kapitel, 26. Vers: „So neigt der Geist, Chitta, zur Unterscheidungskraft und strebt nach Befreiung.“

Streben nach Befreiung heißt Kaivalyaprabhara. Wer strebt nach Befreiung? Chitta, der Geist. Das ist ein bisschen paradox. Eigentlich kann der Geist nach gar nichts streben, denn ohne Bewusstsein ist der Geist nichts. Andererseits kann aber auch das Bewusstsein nicht nach Befreiung streben, denn Bewusstsein ist schon frei.

Bewusstsein reflektiert sich im Chitta, im Geist. Normalerweise hat das Chitta mannigfaltige Gestalten mit vielen Wünschen, Emotionen und Gedanken, die es alle gut meinen. Da sie aber keinen Befehl und keine Zielsetzung vom Chef bekommen, fangen sie an, gegeneinander zu kämpfen. Oder sie bemühen sich in verschiedene Richtungen, weil sie es ja alle gut meinen.

Wenn du dann erkennst: „Ich bin nicht der Geist, ich bin das unsterbliche Selbst“ und du diese Gedanken und Gefühle, dann wird der Geist schließlich zu deinem gehorsamen Diener. Du wirst erkennen können, wann welche Eigenschaften des Geistes einzusetzen sind. Und so wirst du erkennen, dass auch das Chitta selbst dir helfen will, zur vollen Befreiung zu kommen. Du wirst sogar erkennen, dass der Geist dich gar nicht zur Bindung führen will. Der Geist neigt zur Unterscheidungskraft und zur Befreiung.

Du kannst aufhören, gegen dich selbst zu kämpfen. Du kannst aufhören, gegen den Geist zu kämpfen. Du kannst dir einfach bewusst werden, dass der Geist es gut meint und dir helfen will. Es gut meinen heißt natürlich nicht immer, gut zu handeln. Natürlich musst du deinen Geist steuern. Und manchmal ist das nicht so einfach. Gerade weil der Geist es ja so gut meint und er so überzeugt ist, dass er etwas Gutes macht, deshalb widersetzt er sich auch manchmal. Aber es ist so, wie wenn du mit Kindergartenkindern umgehst. Die meinen es auch irgendwo gut und sie folgen ihrer Natur. Du weißt aber, du musst sie manchmal steuern und ihnen eine gewisse Richtung vorgeben. Lerne, dich nicht zu identifizieren. Lerne anzunehmen, dass die verschiedenen Teile deines Geistes dir wohl gesonnen sind. Nutze ihre Hilfeangebote soweit es angebracht ist, schicke sie aber auch ab und zu mal in Urlaub und gehe in tiefe Meditation.

Hari Om Tat Sat

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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind im 4. Kapitel, 25. Vers: „Wer diesen Unterschied zwischen Selbst und Geist erkennt, hört auf, den Atman als Geist zu sehen und den Geist als Atman zu sehen.“

Es gibt also diesen Unterschied zwischen dem Selbst, dem Bewusstsein und Chitta, also dem Geist oder auch Bhavana, den Gedanken und verschiedenen Bewusstseinszuständen des Geistes.
Atman ist eine Sache und Denken ist eine ganz andere. Es gilt also den Unterschied zwischen Geist und Selbst zu sehen. Und es gilt auch, die Einzigartigkeit des Selbst zu Erkennen. Verwechsle also nicht dich selbst mit deiner Persönlichkeit, den Emotionen, deinen Gefühlen und Gedanken. Werde dir immer wieder bewusst: „Das ist der Körper, aber ich bin nicht der Körper. Ich habe ihn. Vielleicht habe ich später mal einen anderen Körper und dieser hier wird in zwanzig Jahren sowieso ganz anders sein als heute. Aber mein Selbst bleibt gleich.“

Werde dir auch bewusst: „Ich habe gerade diese Persönlichkeit, ich denke, ich habe die und die Talente, ich habe dieses Temperament. Aber nicht ich bin das Temperament, sondern das sind alles Eigenschaften von Chitta, dem Gemüt.“

Wenn du diesen Unterschied regelmäßig siehst, dann wirst du verstehen, dass der Geist und der Körper Instrumente sind, Karanas. Nicht umsonst wird im Vedanta der Geist als Antakarana bezeichnet, als inneres Instrument. Der Körper ist Bahirkarana, das äußere Instrument. Du hast diese Instrumente, du kannst die Instrumente schärfen, also entwickeln, du kannst deine geistigen Fähigkeiten größer machen. Du kannst lernen, mit deinem Geist besser umzugehen. Du kannst mit den verschiedenen Samyama Techniken, die Patanjali im dritten Kapitel erwähnt hat, deine geistigen Kräfte stärken. Du kannst die Informationen deiner Samskaras, Vasanas, Vrittis nutzen. Du kannst so viele Erfahrungen in dieser Welt machen und so viel lernen.
Beachte aber immer und werde dir immer bewusst, dass du nicht die Persönlichkeit bist, nicht die Gedanken, nicht die Gefühle, nicht die Emotionen. Gedanken, Gefühle und Emotionen sind deine Instrumente, die dir helfen können. Nutze sie geschickt.

Hari Om Tat Sat


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Alles in dir ist sinnvoll

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind im 4. Kapitel, 24. Vers:
„Der durch die unzähligen Wünsche so mannigfache Geist wirkt für einen anderen (nämlich das Selbst), denn sie (der Geist und das Selbst) sind in Verbindung.“
Das ist ein interessanter Vers, den du dir immer wieder vergegenwärtigen kannst. Obgleich der Geist oft verrückt spielt oder zu spielen scheint, ist er eigentlich Diener des Selbst. Er vergisst das zwar manchmal, aber genau das ist seine Aufgabe.
Wir haben den Geist, um die Erfahrungen zu machen, die wir machen wollen und müssen, um letztlich wieder zur Befreiung zu kommen. Dieser Vers ist auch ein Vers, der sehr stark der modernen Systemtheorie entspricht oder auch der systemischen Hypnotherapie. Es ist ein sehr moderner Ansatz der modernen Psychologie, der dem Ansatz von Patanjali entspricht.
Alles, was in dir ist, ist genau für dich da. Alles, was in dir ist, ist in irgendeinem Kontext sinnvoll. Du solltest niemals denken: „Mein böser Geist, der will mich jetzt in die Irre führen.“ oder „Ich habe jetzt wieder die Asuras, die Dämonen in meinem Geist, ich muss jetzt gegen meinen Geist kämpfen.“. Das wäre ein großes Missverständnis.
Alles, was in dir ist, ist in irgendeinem Kontext sinnvoll. Der Geist will dir helfen. Er ist nicht sich selbst genügsam, sondern er will dir, dem Purusha, deinem eigenen Selbst, dienen. Er will dir die Erfahrungen geben, die du brauchst. Er will dir helfen, in dieser Welt zurechtzukommen. Er will dir helfen, zur Erkenntnis zu kommen. Er will dir helfen, alles Mögliche zu tun.
Der Geist ist dabei inzwischen relativ selbständig geworden. Gute Mitarbeiter warten auch nicht, bis der Chef alles gut heißt. Sie werden tätig, und manchmal werden sie vielleicht zu sehr tätig. Dann gilt es, dich wieder im rechten Maß lenken zu lassen. Wenn sich das nächste Mal zum Beispiel Angst in deinem Geist einstellt, dann ist das nicht böse. Der Geist will dir nichts Böses. Die Angst soll die helfen, achtsamer zu sein, dich vielleicht sorgfältiger vorzubereiten oder ein bisschen vorsichtiger zu sein, denn in der Welt lauern verschiedene Gefahren. Oder du hast die Gelegenheit zu erfahren, dass es keinen Grund mehr zur Angst gibt.
Lass dich nicht von diesem Gefühl überwältigen und lähmen. Sei dir bewusst, dass die Angst dir dienen will.
Auch wenn du dich das nächste Mal über etwas ärgerst, ist das kein bösartiger Geist. Der Geist schenkt dir Ärger, damit du Kraft bekommst, um dich zu wehren oder damit du erkennst, dass etwas besser anders laufen sollte. Oder damit du siehst, dass da jemand irgendwelche Grenzen überschritten hat. Das heißt nicht, dass du sofort reagieren musst. Der Geist macht dir einen Vorschlag. Er schlägt dir vor, etwas zu ändern. Du kannst zu deinem Geist sagen: „Danke, lieber Geist, du hast mir gerade Ärger manifestiert. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.“ Du kannst dann auch weiter fragen: „Was kann ich nun tun, um die Situation für alle gut zu lösen?“ Du kannst dich immer erinnern, dass der andere Mensch es nicht böse gemeint hat. Schau, ob man daraus etwas zusammen machen kann. Vielleicht ist es auch an der Zeit, sich zu dagegen wehren, aber vielleicht bedachtsamer.
Wenn du so beobachtest, dann wirst du in deinem Geist mannigfaltige Vasanas sehen. Vasanas sind nicht nur Wünsche, sondern auch Handlungstendenzen. So viele wunderbare mannigfaltige Fähigkeiten hast du in deinem Geist. Bekämpfe sie nicht, aber werde auch nicht ihr Sklave. Alle Inhalte in deinem Geist, alle Vasanas und Samskaras sind dazu da, dir zu helfen. Nutze ihre Hilfsangebote, aber nutze nicht jedes Hilfsangebot. Du hast die Freiheit. Dein höheres Selbst ist die Führungspersönlichkeit in deinem Geist.

Om Shanti. Ich wünsche dir alles Gute im neuen Jahr!


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Ich will noch einige zusätzliche Worte zum Jahreswechsel sagen. Heute verabschieden die Menschen überall das alte und begrüßen das neue Jahr. Das ist also heute eine ganz besondere Nacht. Es geht darum, das alte loszulassen und sich noch mal bewusst zu machen, was man im letzten Jahr gelernt hat. Es geht auch darum, dass neue Jahr mit neuem Elan anzugehen.

Die Art des Neubeginns hat einen großen Einfluss auf einen neuen Zeitabschnitt, der dadurch eingeleitet wird. So habt ihr ausgewählt, dass ihr das neue Jahr vielleicht mit einer Meditation beginnen wollt. Das ist schon ein Alternativprogramm zu dem, was Menschen sonst an Silvester oft machen. Was viele – vor allem Jüngere – zu dieser Zeit oft machen, das ist vielleicht auch bewusstseinsverändernd, allerdings nicht unbedingt spirituell erhebend. Eine Meditation oder ein Ritual zum Jahreswechsel sind nicht nur bewusstseinsverändernd, sondern eben auch bewusstseinserhebend und bewusstseinsaufladend. Wir werden uns dabei einer neuen, größeren Sache bewusst.

Irgendwann mal in den 60iger Jahren wollte man die ganzen Rituale abschaffen. Aber dann hat man festgestellt, dass man sie braucht. Also hatte man viele Rituale, denen man keine große Bedeutung zugemessen hat. So werden bis heute weiter Raketen in den Himmel geschossen und man vergisst dabei, dass eigentlich, im alten China, Feuerwerkskörper eine Verehrung Gottes darstellten.

Bei Yoga Vidya feiern wir an Silvester ganz bewusst eine spirituelle Feier mit uralten Ritualen. Das wirkt vielleicht besonders heilsam und positiv in einem Teil der Welt, in dem die traditionellen Rituale oft an Bedeutung verloren haben. Durch Rituale aus einer anderen Kultur spüren wir wieder eine tiefe Bedeutung, eine heilende Kraft, spirituelle Erneuerung, emotionale Heilung, göttlichen Segen und Zugang zur inneren Führung. Vielleicht finden wir dadurch auch die Kraft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.Viele die zum Jahreswechsel an diesen Ritualen teilgenommen haben, haben mir berichtet, wie schön und machtvoll das gewesen sei und welche Auswirkung das gehabt hat. Durch ein bewusstes Ritual in dieser Nacht können wir uns also mit Inspiration und Kraft für das nächste Jahr aufladen.

Es ist bei unsTradition, den Jahreswechsel mit einer Puja und einer Homa zu feiern. Wir meditieren genau um Mitternacht. Diese Meditation ist ganz besonders, vor allem, weil der 31. Dezember in unserer Tradition eine besondere Bedeutung hat. Wir feiern nämlich nicht nur Silvester, sondern auch den Tag, an dem Swami Sivananda den so genannten Vishwanath Mandir eingeweiht hat, an diesem Tag. Das war am 31. Dezember 1943. Vishwanath Mandir ist ein großer Tempel für Meditation und spirituelle Praktiken in Indien – eines der größten spirituellen weltweit. Er wurde am 31. Dezember 1943 eingeweiht, als es drum herum noch sehr wenig Spirituelles gab. An Stelle, an der er gebaut wurde, hatte Swami Sivananda einige Jahre vorher eine Vision. Das war schon nach seiner Selbstverwirklichung und als er sich eigentlich schon zurückgezogen hatte. An diesem Ort hatte er meditiert und die Vision von Krishna erhalten, die zu ihm sagte: „Sivananda, wache auf, ich habe den Becher deines Lebens gefüllt mit dem Nektar des göttlichen Namens. Geh und teile ihn mit allen. Ich werde dafür sorgen, dass er immer gefüllt bleibt.“

Von da an nahm Swami Sivananda, der vorher alle möglichen Schüler abgelehnt hatte, alle Schüler auf, die zu ihm kamen. Der, der zurückgezogen hatte leben wollen, hat andere ermutigt, in den Ashram zu kommen. Er unternahm alle möglichen Aktivitäten, um Yoga zu verbreiten. Diese Vision soll am 31. Dezember gewesen sein, und deshalb hat Swami Sivananda den Tempel am 31. Dezember einweihen lassen.

Dieser Legende nach hat der 31. Dezember also noch eine weitere Bedeutung, ganz besonders für die, die Yoga in der Tradition von Swami Sivananda unterrichten. Vermutlich wäre ohne diesen 31. Dezember Yoga nicht so wichtig, wie es heute ist, denn Swami Sivananda war der erste indische Yogameister, der Hatha Yoga in großem Stil weitergegeben hat. Letztlich hat auch er Swami Vishnu in den Westen geschickt und damit viele, viele Menschen zu Yoga inspiriert, von Boris Sacherow über Andre van Liesbeth, von Swami Satyananda, über Swami Satchidananda, Swami Vishnudevananda bis hin zu allen Lehrer/innen des BDY. Sie alle sind irgendwo Schüler von Swami Sivananda. Die deutsche, europäische, amerikanische Yogabewegung wäre ohne all das kaum denkbar.

Inzwischen machen ja sogar schon die Mainzelmännchen Yoga und in Krimis wird auch schon Yoga geübt. Yoga ist also ein Teil des Lebens geworden und das alles hat irgendwann an einem 31. Dezember begonnen.

Und noch mehr: Swami Vishnudevanandas Geburtstag feiern wir ebenfalls am 31. Dezember. Wenn ich vorhin gesagt habe, dass Yoga ohne Swami Sivananda nicht so weit verbreitet wäre, dann war Swami Vishnu vielleicht sein wichtigstes Instrument dafür. Dass es heute schon DVD gibt, die heißen „Schön mit Yoga“, daran hat auch Swami Vishnu einen sehr wichtigen Anteil. Swami Vishnu ist der zweite große Meister unserer Tradition und er ist bis heute genau wie Swami Sivananda mit seiner Energie bei uns. So haben wir zu dieser Silvester-Feier also auch den besonderen Segen von Swami Vishnudevananda.

Und so wünsche ich uns allen, dass wir diese spirituelle Kraft und diesen spirituellen Segen heute Abend fühlen können, ganz egal, wo wir sind. Wir alle sind in Gemeinschaft mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt. Schüler von Swami Sivananda feiern heute Abend an allen Orten ein besonderes Fest, und Menschen verschiedenster Traditionen feiern Neujahr und Silvester auf ihre eigene, spirituelle Weise. Wir alle sind ein Teil dieser Bewegung. Und so wünsche ich uns allen einen bewussten und guten Übergang in das neue Jahr – mit den Ritualen, die uns helfen, unsere Kraft zu erneuern und sie auf positive Weise in die Welt zu tragen!

Hari Om Tat Sat

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Wie du lernst, die Dinge klarer wahr zu nehmen

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute sind wir im Yoga Sutra, 4. Kapitel, 23. Vers. Patanjali schreibt: „Ist der Geist gefärbt durch den Sehenden (das Selbst) und das Gesehene, wird er allumfassend.“

Diesen Vers kann man auf zwei Arten interpretieren. Einmal ist das eine Darstellung der Wahrnehmungstheorie aus yogischer Sicht. Der Geist kann grundsätzlich alles wissen und verstehen, weil er einerseits das Selbst, Purusha hat, welcher alles wahrnimmt und andererseits das ganze Prakriti, die ganze Schöpfung in ihm steckt.
Das Chitta, also der Geist, das Gemüt, kann grundsätzlich von allem gefärbt werden, je nachdem in welche Richtung es sich wendet. Und da hinter ihm Bewusstsein ist, eben Purusha, kann das Chitta grundsätzlich alles wahrnehmen und erkennen.

Eine zweite Interpretation dieses Verses ist folgende: Wenn wir in der Lage sind, unser Chitta sehr ruhig zu halten und unsere Vorurteile und all das herauszuhalten, dann färbt das Chitta sich tatsächlich genau wie das Objekt. Dann wissen wir über die Objekte sehr viel besser Bescheid, als jemand, der ständig nur mit Vorurteilen und eingefahrenen Denk- und Verhaltensmustern an alles herangeht. Ein reiner Kristall oder ein ganz stiller, sauberer See widerspiegeln die Welt klar und deutlich.

Dieser Kommentar zum Vers stammt übrigens aus meinem Buch: „Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute“, in dem die alle Yoga Sutras von Patanjali interpretiere. Dieses Buch findest du im Yoga Vidya Online-Shop.

Alles Gute und einen guten Übergang ins neue Jahr!

Om Shanti


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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit dem Yoga Sutra, 4. Kapitel, 22. Vers: „Wird das Bewusstsein in den Zustand des Nicht-Wanderns gebracht, kommt die Selbsterkenntnis.“

Wir sind inzwischen im letzten Teil des vierten Kapitels. Patanjali wiederholt hier nochmals alles Wichtige. Wird das Bewusstsein, Chid, in den Zustand des Nicht-Wanderns gebracht, dann kommt die Selbsterkenntnis. Ich Grunde genommen ist das der gleiche Vers wie im 2. Vers, 1. Kapitel: „Yoga Chitta Vritti Nirodhah. Tada Drastuh Svarupe Vasthanam.“ Übersetzt: Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist. Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen.

Du musst nicht warten, bis du große spirituelle Heldentaten vollbracht hast. Du musst noch nicht mal warten, bis du all dein Karma abgearbeitet hast. In jedem Moment kannst du etwas mehr zur Selbsterkenntnis kommen. Und da das Selbst Satchidananda ist, kannst du in jedem Moment Wonne erfahren, Bewusstheit, reines Sein.
Du kannst sofort nach dem Lesen dieses Textes einen Moment lang innehalten, die Wortgedanken zur Ruhe kommen lassen, so als ob du dein inneres Radio abschaltest. Du kannst deine Bewusstheit in alle Richtungen ausdehnen und nicht mehr von hier nach dort wandern lassen und von links nach rechts, von oben nach unten, von Vergangenheit in die Zukunft und wieder zurück. Lasse den Geist für einen Moment im Hier und Jetzt. Dann kann sich die Bewusstheit von selbst als reine Bewusstheit äußern. In dem Moment dämmert die Selbsterkenntnis. Und selbst wenn du vielleicht noch nicht die volle Selbsterkenntnis bekommst, kannst du so eine wunderbare Erfahrung von Gegenwart, von Bewusstheit, von Ausdehnung, vielleicht sogar von Transzendenz machen. Probiere es aus. Jetzt gleich.

Ich wünsche dir dabei viel Freude!

Hari Om Tat Sat

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Können große Meister Gedanken lesen?

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit dem 4. Kapitel von Patanjalis Yoga Sutra, 21. Vers: „Würde ein Geist einen anderen Geist wahrnehmen, dann gäbe es die Absurdität von Wahrnehmung der Wahrnehmung sowie Verwirrung der Erinnerung.“

Wenn der Geist gleichzeitig den Geist eines anderes wahrnehmen würde, dann gäbe es eine Wahrnehmung der Wahrnehmung und daher eine Verwirrung der Erinnerungen. Es ist deshalb nicht empfehlenswert, zu sehr zu versuchen, den Geist der anderen immer wieder zu verstehen und zu lesen. Patanjali hat zwar vorher die Samyama Techniken angegeben, mit der du durch Konzentration auf das Herz eines anderen die Inhalte seines Geistes wahrnehmen kannst. Aber zu oft solltest du das nicht machen.
Wir haben Swami Vishnu ab und zu mal gefragt, ob er unsere Gedanken lesen könne, denn er hat sich manchmal ganz offensichtlich so verhalten, als ob er die Gedanken lesen würde. Bei mir war das relativ oft so. Ich habe mir monatelang alle Fragen, die ich nicht selbst beantworten konnte und für die ich auch vom Zentrumsleiter keine zufriedenstellende Antwort bekam, aufgeschrieben. Und wenn ich dann nach einer Weile wieder einmal zu Swami Vishnu kam, waren es meist ein paar Seiten voll. Dann habe ich immer ein paar Tage abgewartet, und in dieser Zeit hat er meistens den größten Teil meiner Fragen schon beantwortet. Entweder im Rahmen von Vorträgen, direkt oder indirekt, oder indem er mich zu sich hingezogen und mir irgendetwas erzählt hat, was dann genau die Antwort auf etwas war, was ich hatte fragen wollen.
Ich kann mich beispielsweise an ein Ereignis in Wien erinnern, in dem ersten Yogazentrum, das ich leitete. Ich war ein paar Monate dort und irgendwie lief es inzwischen sehr gut. Ein paar der langjährigen Mitarbeiter in anderen Zentren hatten Angst, mein Ego würde zu stark. Sie warnten mich, ich solle aufpassen. Nun wusste ich selbst nicht so genau, ist das jetzt mein Ego oder ist es Hingabe und Pflichterfüllung, Dienst an Guru und Gott? Während ich nun darüber nachdachte und ständig versuchte, an Gott zu denken und ihm alles zu widmen, kam plötzlich ein Brief von Swami Vishnu. Er schrieb mir: „Sukadev, deine Motivation ist genau die richtige. Swami Sivananda wirkt durch dich hindurch. Mache weiter so und bringe alles dem Meister dar.“
Damals habe ich wirklich sehr stark darüber nachgedacht. Swami Vishnu hatte aber mindestens physisch keine Ahnung, dass ich diese Fragen hatte. Der Kontakt von den Zentren in Europa zu Amerika war viel weniger stark als heute. Swami Vishnu hatte gespürt, dass da dieser junge enthusiastische Aspirant ist, der sein erstes Zentrum leitet und nun in Zweifel gerät. Er hat das irgendwo gefühlt und hat dann einen Brief losgeschickt. Als der dann acht Tage oder neun Tage später ankam, war es genau im richtigen Moment. So geschehen die Dinge, und große Meister handeln so, als ob sie Gedanken lesen können.
Aber auf die Frage, ob er Gedanken lesen könne, hat Swami Vishnu gerne geantwortet: „Ich habe schon genügend Probleme mit meinem eigenen Geist. Stellt euch vor, ich könnte die Gedanken von euch allen hier lesen. Ich würde innerhalb von fünf Minuten vollkommen verrückt werden.“
So können wir uns also bis zu einem gewissen Grad einfühlen in einen anderen Menschen, aber wir sollten das nicht übertreiben. Wenn man Yoga übt, kann es passieren, dass man sensibler und bewusster für andere wird. Dennoch, man sollte sich ab und zu mal bewusst werden: „Ich bin nicht für die Gedanken des anderen verantwortlich. Auch wenn ich anderen versuche zu helfen, ihnen Licht und Energie schicke. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.

Hari Om Tat Sat



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