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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit einem weiteren Vers aus den Yoga Sutren von Patanjali: 4. Kapitel, 1. Vers: „Siddhis, außergewöhnliche, übernatürliche Kräfte, sind angeboren oder werden durch Kräuter, Mantras, Askeseübungen oder Samadhi erlangt.“

Noch eine Möglichkeit, außergewöhnliche Fähigkeiten zu entwickeln, sind Kräuter, auf Sanskrit Aushadhi. Das sind natürlich nicht irgendwelche Kräuter. Es werden in verschiedenen schamanischen Kulturen bestimmte Kräuter verwendet, um außergewöhnliche Bewusstseinsebenen herzustellen. Das gab es sowohl in Indien, wo der große Somatrank in großer Berühmtheit stand, (sogar die Veden sprechen über den Somatrank), als auch bei verschiedenen indianischen Völkern.

Man fand diese Art von Kräuter-Rezepturen bei den mittelalterlichen Hexen. Man fand sie vermutlich bei den Kelten, bei den sibirischen Schamanen und bei afrikanischen Schamanen. Verschiedene Menschen auf der ganzen Welt haben bestimmte Kräuter genommen oder zu Drogen verarbeitet, um zu außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen zu kommen. Dadurch wollten sie vielleicht heilerische Fähigkeiten zu bekommen, frühere Leben deuten, in Kontakt zur geistigen Welt kommen, mit Geistern und Verstorbenen Kontakt aufnehmen und so weiter. Ob das immer so möglich ist, ist eine zweite Fragen. Aber zweifelsohne gibt es Menschen, die durch Mantren und Kräuter außergewöhnliche Einsichten und Fähigkeiten bekommen können.
Es gibt nur ein Problem mit diesen Kräutern und mit jeder Form von Drogen. Oder eigentlich mehrere. Das erste ist: Sie sind eine äußere Krücke. Wenn man diese Krücke nicht mehr hat, dann hat man auch nicht mehr die Fähigkeit, zu dieser Erkenntnis und dieser außergewöhnlichen Fähigkeit so zu kommen. Sie bringen also auf Dauer nichts. Zumindest nicht die Fähigkeit zur Kontrolle des Geistes. Über das Einnehmen von Drogen, Kräutern kommt man der Verwirklichung nicht näher, weil man nicht den Geist unter Kontrolle bringt. Es ist ein künstliches Mittel.

Zum zweiten haben all diese Kräuter auch Nebenwirkungen auf den Astralkörper. Man weiß, mindestens bei den im Westen gebräuchlichen Drogen, wie Haschisch, Marihuana und auch LSD, dass die Einnahme davon, auch in geringen Mengen, in zwanzig Jahren das Risiko, an einer chronischen Depression zu erkranken, um den Faktor 3 bis 5 Mal erhöht. Dass das Einnehmen von LSD die Wahrscheinlichkeit, dass eine Psychose entsteht – sogar Jahre und Jahrzehnte später – um einen mehrfachen Faktor erhöht. Viele Menschen werden von solchen Drogen abhängig.

Manche sagen, dass in den schamanischen Kulturen solche Elixiere mit Schutzmechanismen eingenommen wurden. Vielleicht ist auch etwas daran, dass Menschen, die solche Kräuter in einem rituellen Kontext verwenden, weniger gefährdet sind. Aber ich habe auch schon Bücher gelesen, in denen es heißt, dass darüber im Westen viel romantisiert wird und dass eine Reihe von solchen Schamanen, die diese Drogen nahmen, früh gestorben sind, oder in geistige Umnachtung kamen. Das wird dann wie ein Berufsrisiko des Schamanen hingenommen. Man sollte das nicht unterschätzen. Selbst in schamanischen Kulturen und Religionen führt das Verwenden von Drogen und Kräutern zu einer geringeren geistigen Stabilität und zur Verkürzung der Lebensdauer.

Vom yogischen Standpunkt aus ist über solche Drogen und Kräuter noch mehr zu sagen. Diese können nämlich den Astralkörper schädigen. Und wenn der Astralkörper geschädigt ist, dann braucht es eine Weile – manchmal mehr als ein Leben - bis er wieder regeneriert wird. Was am physischen Körper kaputt ist, ist im nächsten Leben wieder o.k. Was man im Astralkörper beschädigt hat, das hat Auswirkungen, Nachwirkungen auch im nächsten Leben.

Im Yoga, gerade im Hatha und Kundalini Yoga, gibt es so viele verschiedene Prana Übungen, die das Prana beeinflussen. Und diese sind einfach nicht vereinbar mit irgendwelchen Kräutern. Schon zu viele Menschen kenne ich, die gedacht haben, sie könnten ihre Bewusstseinserweiterung beschleunigen, indem sie Drogen nehmen. Parallel dazu haben sie noch Pranayama geübt, und das hat immer ernsthafte Probleme gegeben. Sanftes Pranayama ist für jeden Menschen gut, auch für den Drogensüchtigen. Das kann ihm helfen, von den Drogen wegzukommen. Aber wer intensiver Pranayama übt, der spielt mit seiner körperlichen und geistigen Gesundheit, wenn er parallel dazu Drogen nimmt. Für einen spirituellen Aspiranten im Yoga heißt es darum: keine Drogen. Es gibt genügend andere Weisen, Bewusstseinserweiterung zu erlangen. Und darüber werde ich das nächste Mal sprechen.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: drogen, fähigkeiten, inspiration, kräuter, patanjali, siddhis, sukadev, sutra, täglich, yoga

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