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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute wie versprochen noch einmal mit der Yoga Sutra, 4. Kapitel, 3. Vers: „Eine sichtbare, vom Menschen hervorgerufene Ursache, bewirkt nicht die Vorgänge in der Natur, sondern sie beseitigt nur wie ein Bauer die Hindernisse. Der Bauer räumt Steine beiseite, um Wasser aus einem Bewässerungskanal auf sein Feld fließen zu lassen.“

Gestern hatte ich dieses Bild etwas genauer erläutert. Wenn ein Bauer im alten Indien ein Feld bewässern wollte, dort brauchte er bloß die Schleuse von dem Bewässerungskanal zu öffnen und das Wasser floss auf sein Feld. Dies gilt in vielerlei Hinsicht, auch bei der psychischen Gesundheit.

Der Mensch kann mit so vielen Herausforderungen umgehen. So viele traumatische Erfahrungen haben wir schon verdaut. Und die Psyche heilt sich von den verschiedenen psychischen Problemen. Es ist schon erstaunlich, wie robust der Mensch doch ist. Nur manchmal können diese Heilkräfte nicht richtig fließen. Manchmal blockiert irgendetwas diese psychischen Heilkräfte.

Wenn du in einer schwierigen Situation bist und irgendwo blockiert, dann ist die Situation, die das verursacht hat, längst vorbei. Aber du hängst weiter darin. Überlege, an welcher Stelle die Energie wieder fließen müsste. Angenommen, du hast eine beginnende Depression. Da solltest du nicht denken: „Oh, ich habe Burnout, all meine Energie ist weg. Wie kriege ich die Energie wieder?“

Der Mensch hat immer unendlich viel Energie. Das ist das Konzept des Kundalini Yoga. Die Shakti, die kosmische Energie, ist im Menschen drin. Nur kann sie manchmal aus irgendwelchen Gründen nicht fließen. Wenn du dir nur überlegst: „Wie kann ich die Energie, die in mir ist, wieder frei fließen lassen? Wie kann ich sie wieder zum Vorschein kommen lassen? Wie kann ich meine innere Energie, mein inneres Feld bewässern?“, dann wird dir die Intuition helfen. Das ist etwas ganz anderes, als wenn du denkst: „Ich bin ausgelaugt, ich bin kaputt, ich bin ausgesaugt wie eine Zitrone, da ist nichts mehr da.“

Wenn du dieses Selbstbild hast, dann blockierst du weiter. In dir ist eine riesige Kraft, aber sie ist verschlossen. In dir bleibt immer unendliche Kraft. Wie kannst du also diese Energie fließen lassen?
Zum Beispiel, indem du deine spirituellen Praktiken intensivierst. Du übst mehr Asanas, mehr Pranayama, mehr Meditation. Wenn du es alleine nicht kannst, dann gehst du vielleicht in ein Yoga Zentrum. Dort führt dich der Yogalehrer an, das geht oft leichter. Noch besser: Du gehst in einen Yoga Ashram oder in ein Yoga Seminarhaus. Dort findest du vieles, das dir hilft, Blockaden zu beseitigen und die Energie wieder fließen zu lassen.

Denke aber auch dann nicht, dass die Energie nur vom Lehrer kommt oder von dem Gebäude oder vom natürlichen Kraftort. All das hilft dir nur, dass Schleusen zu öffnen, so dass in dir die Energie wieder fließen kann. Morgen gebe ich dir noch ein paar Tipps dazu.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: asanas, burnout, energie, gesundheit, kraft, meditation, patanjali, pranayama, samyama, sukadev, Mehr...sutra, täglich

Kommentar von yogablume am 2. Dezember 2010 um 1:30pm
Namaste,Sukadev Bretz dein Beitrag ist hilfreich.
Werde deinen Rat befolgen.Yogablume
Kommentar von Zieglerin am 5. Dezember 2010 um 12:13pm
Finde ich eine ganz tolle Einstellung, auch wenn es sich manchmal durchaus anders anfühlt, gerade im Burnout, so "leer", energielos und wirklich ausgelaugt. Natürlich keine hilfreiche Einstellung. Sowohl die Vorstellung "es ist alles schon da und ich muss es nur wieder finden (und zum Fließen bringen) finde ich sehr unterstützend als auch den Vorschlag, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, z.B. in einem Yogahaus. Da ich selbst als Psychotherapeutin Menschen mit Depressionen und auch Burnout behandle, mache ich gerade diese Erfahrung, dass ich persönlich solche Orte zum Tanken brauche. Leider gelingt mir oft der Transfer in den eigenen Alltag nicht, da steht dann wieder das eigene Geben im Vordergrund und die spirituellen Praktiken fallen Alltagsnotwendigkeiten zum Opfer. Aber auch da ist wohl nur möglich immer wieder zu beginnen und dabeizubleiben. OM Shanti, Sabine

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