Sukadev Bretzs Beiträge (6029)

Sortieren nach

Was ist auf der anderen Seite?

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Ich schlage heute einfach mal das Buch auf: „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda. Wir sind im Kapitel „Tod“. Swami Sivananda schreibt dort:


„Große Wissenschaftler, die Erfinder vieler wunderbaren Dinge, mächtige Kaiser, die erstaunliche Leistungen vollbracht haben, inspirierte Dichter, wunderbare Künstler, viele Rishis, Seher, Yogis, sind gekommen und gegangen. Was ist aus ihnen geworden? Was ist auf der anderen Seite des Todes? Wurden diese Menschen nicht existent, haben sie sich in ein luftiges Nichts aufgelöst? Solche Fragen ergeben sich spontan in den Herzen aller Menschen. Dieselbe Frage stellt sich heute, so wie sie sich vor Tausenden von Jahren gestellt hat. Niemand kann sie zum Schweigen bringen, denn diese Frage ist untrennbar mit unserer Natur verbunden. Der Mensch fürchtet den Tod. Der Mensch will nicht sterben, er will für immer leben. Das ist letztlich der Ausgangspunkt für jede tiefere Philosophie. Die Philosophie stellt Fragen und forscht. Und die spirituelle Philosophie verkündet mutig: Oh Mensch, fürchte dich nicht vor dem Tod. Es gibt eine unsterbliche Heimstätte, das ist Brahman, das ist dein ganzer Atman, der tief in deinem Herzen wohnt. Reinige dein Herz und meditiere über dieses reine, unsterbliche, unveränderliche Selbst, dann wirst du Unsterblichkeit erlangen.“


Es gibt in verschiedensten Religionen die Aussage: Erinnere dich an Gott. Und wenn du dich nicht an Gott erinnern kannst, dann erinnere dich an den Tod. Denn, wenn wir an den Tod denken, dann wird alles sehr relativ. Dann wissen wir, dass wir alles irgendwann hinter uns lassen werden. Alle Häuser, die wir gebaut haben, alle Bäume, die wir gepflanzt haben, alle Firmen, die jemand aufgebaut hat, alle Eisenbahnsammlungen, die man gebastelt hat und womit sich Menschen noch so alles beschäftigen, das alles wird irgendwann zu Ende sein. Wir werden vieles verlassen und viele werden uns verlassen, bevor wir sie verlassen. Das ist der Gang dieser Welt.
Dann kann man sich fragen, vor dem Hintergrund dieser Sterblichkeit, vor dem Hintergrund, dass alles irgendwann aufhört: Was ist wichtig? Und so haben die großen Meister diese Fragen gestellt: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Sie sind zu der großartigen Antwort gekommen, dass wir nicht der Körper sind und nicht die Persönlichkeit, sondern das unsterbliche Selbst. Dieses Selbst bleibt gleich, egal, was passiert. Krishna gibt in der Bhagavad Gita eine Analogie. So wie ein Mensch alte Kleider ablegt und neue Kleider annimmt, so ähnlich legen wir irgendwann diesen Körper ab und legen einen neuen Körper an.
„In der Manu Smriti heißt es, auf der einen Seite kommt der Mensch mit nichts und geht ohne etwas. Auf der zweiten Ebene kommt der Mensch mit etwas, es ändert sich einiges und er geht verändert. Und auf einer dritten Ebene, der höchsten Ebene, kommt der Mensch mit etwas, es ändert sich nichts und er geht mit dem Gleichen.“
Die erste Ebene ist die Ebene des Materiellen. Wir kommen ohne etwas, unbekleidet. Wir gehen ohne etwas, wir nehmen noch nicht mal Glassplitter mit. Auf der zweiten Ebene kommen wir mit etwas. Mit unserem Karma und der Persönlichkeit kommen wir schon auf die Welt. Schon die Babys sind unterschiedlich. Jede Mutter, die mindestens zwei Kinder hat, weiß, dass Kinder unterschiedlich sind. Und selbst wenn sie Zwillinge sind sind sie dennoch unterschiedlich. Sogar eineiige Zwillinge sind anders.
Also, man kommt auf eine gewisse Weise, man hat unterschiedliches Karma, es ändert sich in diesem Leben etwas und man geht wieder, vielleicht mit einem etwas stärkerem Geist und etwas mehr Liebe, mit etwas mehr Fähigkeit, Gott wahrzunehmen. Aber auf der höchsten Ebene sind wir Satchidananda: Sein, Wissen und Glückseligkeit. Wir bleiben es, was auch immer passiert, und wenn wir diese Welt verlassen, sind wir weiterhin Satchidananda. Dies zu verwirklich, das ist der höchste Sinn des Lebens. Alles andere, was wir machen, kann bewusst oder unbewusst dazu beitragen.


Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Shreya und Preya Marga

Om Namah Shivaya, guten Morgen und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
Ist ein guter Morgen heute Morgen? Es ist ein sehr guter Morgen heute Morgen. Wisst ihr warum? Ihr habt schon meditiert, ihr habt Mantras gesungen, ihr werdet nachher noch Asanas üben, Pranayama üben und all das macht aus einem Morgen einen guten Morgen. In den alten Schriften wird unterschieden zwischen Shreya und Preya. Man kann sagen, Shreya ist gut und Preya ist angenehm vergnüglich.
Was wäre bspw. ein angenehm vergnüglicher Sonntagmorgen? Für manche wäre es bis 10:00 Uhr oder 11:00 Uhr schlafen, anschließend Kaffee mit Kuchen im Bett.
Dabei ist der gute Morgen nicht immer angenehm. Die alten Lateiner kannten das Sprichwort „Bonum non semper iucundum est.“ – Das Gute ist nicht immer angenehm. Und umgekehrt „Iucundum non semper bonum est.“ – Das Angenehme ist nicht immer gut. In der Bhagavad Gita wird gesagt, es gibt drei Arten von Freuden, sattvige, rajasige und tamasige.
Rajasige Freuden sind das, was zunächst wie Nektar ist und nachher wie Gift. Also z.B. mehrere Tassen Kaffee zu trinken – für manche Menschen ist das wie Nektar, aber nachher hat es keine nur positiven Einflüsse auf Kreislauf, Gemütszustand am Nachmittag usw. oder ein großes Stück Torte zu essen – nicht gesund für den Körper, auf die Dauer nicht gut für die Psyche, bringt den Blutzuckerkreislauf durcheinander.
Bei den sattvige Freuden verhält es sich genau umgekehrt: sie sind zunächst wie Gift und nachher wie Nektar. Für manche von euch, als heute Morgen 06:15 Uhr der Wecker geklingelt hat, war das sicher wie Gift. Und irgendwie habt ihr es doch geschafft, hierher zu kommen und nachher werdet ihr viel Energie und Kraft haben und die nächste Woche euch voller Prana fühlen. Das ist also zuerst wie Gift, nachher wie Nektar.
Dann gibt es tamasige Freuden, die weder am Anfang, noch am Ende wirklich Freuden sind, man es aber nicht lassen kann. Dazu gehören z.B. die verschiedenen Süchte, wenn man bspw. das Zigarettenrauchen nicht seinlassen kann. Eigentlich will man es nicht und man fühlt sich schlecht, bevor man die Zigarette anzündet, während man die Zigarette raucht und auch nachher. Das ist tamasige Pseudo-Freude.
Und jetzt kommt noch die gute Nachricht. Es gibt auch sattvige Freude zweiten Grades, die ist sowohl gut, als auch angenehm. Wie z.B., ich hoffe, dass den meisten das Essen hier schmeckt und das Essen hier ist sowohl sattvig, also sowohl gut, als auch – hoffentlich – wohlschmeckend. Oder diejenigen, die schon eine Weile regelmäßig morgens meditieren, wenn man morgens aufwacht und dann weiß man, „ah, jetzt kann ich meditieren“, dann ist das vorher wie Nektar, während man meditiert wie Nektar und nachher auch wie Nektar.
Also, das ist sattvig, rajasig und tamasig. Nur, man muss eben auch bereit sein, um zu diesen höheren Formen von sattviger Freude zu kommen, zwischendurch auch mal diese sattvige Freude ersten Grades zu haben, die zuerst wie Gift ist und dann wie Nektar. Manchmal ist es schon eine Überwindung, morgens aufzustehen für die Meditation. Manchmal ist es eine Überwindung, seine Matte auszubreiten, um Asanas zu üben. Manchmal ist es eine Überwindung, gesundes Essen zu essen. Aber, wenn man das ein paar Mal regelmäßig gemacht hat, dann freut man sich darauf und dann ist es Nektar am Anfang, Nektar in der Mitte und Nektar am Ende und wir entwickeln Schritt für Schritt die Fähigkeit, die Einheit hinter allem zu sehen.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Liebe, Freude und Wonne

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute geht es um Prema Mudita und Ananda.


Prema Mudita sind zwei wichtige Eigenschaften, die wir entwickeln können. Prema heißt Liebe und Mudita heißt Freude. Ananda ist die gleichmäßige Freude oder auch Wonne.


Unser Geist geht durch Höhen, unser Geist geht durch Tiefen. Das sind die Dualitäten, von denen u.a. die Bhagavad Gita spricht, Sukha und Dukha, Vergnügen und Schmerz und so geht der Geist durch verschiedene Emotionen. Aber hinter allem bleibt als Grundlage stets Ananda, die reine Wonne. Das ist vergleichbar mit den Wellen eines Meeres: Sie sind mal hoch, dann gibt es ein Wellental, einen neuen Wellenberg, dann kommt ein Sturm auf und dann ist es wieder etwas ruhiger, aber unterhalb von all diesen Wellen bleibt immer ruhiges und gleichmäßiges Meer. Dies ist eines der wichtigen Dinge, an die wir uns immer wieder erinnern können, hinter allen Höhen und Tiefen des Geistes, hinter allen schönen und weniger schönen Emotionen, hinter allen schönen und weniger schönen Reaktionen auf äußere Dinge, bleibt immer das unendliche Meer und Ananda. Und wenn wir uns daran erinnern, dass dieses gleichmäßige Unendliche immer da ist, dann können wir eben uns Ananda tatsächlich bewusst sein, inmitten der Wechselfälle des Alltags.


Wenn wir dann noch dazu erkennen, dass wir alle Teil des gleichen Ozeans sind, dann erfahren wir Prema, Liebe. Wir wissen, „Auf der einen Seite bin ich jetzt gerade wie eine Welle in Höhen und Tiefen und kommuniziere mit anderen Wellen mit ihren Höhen und Tiefen und die Kommunikation ist dann vielleicht mal schöner und mal weniger schön, aber tief im Hintergrund, tief unten, sind wir alle miteinander verbunden.“ Diese tiefe Liebe schließt auch ein, dass es mal Auseinandersetzungen gibt. Diejenigen, die Kinder haben, wissen, dass man sich auch mal über das Kind ärgern mag, aber jede Mutter liebt ihr Kind, das ist die Grundstimmung: Liebe. Wenn wir tief im Inneren wissen, wir sind alle eins, wir sind alle miteinander verbunden, dann ist dies die Grundstimmung, die wir gegenüber jedem Menschen haben können!


Mudita können wir bewusst auch selbst kultivieren. Mudita ist nämlich durchaus auch enthusiastische Freude. Das heißt, wir können im Bewusstsein, dass das, was im Alltag ist, Höhen und Tiefen sind, uns zwischendurch immer wieder sagen: Ich möchte wieder enthusiastisch sein! Wie kann ich Zugang finden zu meinem Enthusiasmus? Wie kann ich diesen Enthusiasmus in den Umständen, in denen ich bin, auch hineinbringen? Dabei gilt es auch, öfters mal zu schauen, wenn dieser Enthusiasmus gerade beginnt, ihn dann bewusst fließen zu lassen. Eines der größten Hindernisse für Mudita ist die Alles-oder-Nichts-Philosophie. Das heißt, man denkt: „Ich wäre ja gerne enthusiastisch, wenn die Umstände ganz anders wären.“ Und da sie halt nicht so sind, gibt man es gleich auf. Besser ist, man schaut: „Mit den Umständen und mit den Menschen, mit denen ich zu tun habe, wie kann ich dort meinen Enthusiasmus hineinbringen? Wie kann ich ihn dort fließen lassen und wo kann ich mich anstecken lassen von einem Enthusiasmus vom Inneren oder vom Äußeren?“


Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortragesvon Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditationim Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

 

Mehr lesen...

Der Nutzen der Meditation

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute rezitiere ich etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Meditation“, Unterkapitel „Nutzen der Meditation“.


Swami Sivananda schreibt:
„Meditation wirkt stimulierend. Die göttliche Energie fließt frei vom Göttlichen in die einzelnen Systeme des Sadhakas, also des spirituell Übenden. Die heilenden Schwingungen durchdringen alle Zellen des Körpers und heilen diverse Krankheiten. Wer meditiert, spart an Arztrechnung.“
Damit beschreibt Swami Sivananda sowohl eine sehr hohe Wirkung als auch eine körperlich greifbare Wirkung der Meditation. D.h., wenn wir meditieren, öffnen wir uns und wenn wir uns öffnen, erschließt sich uns eine göttliche Inspiration, göttlicher Segen. Ich glaube die meisten, die regelmäßig meditieren, haben dies sicherlich schon gespürt: In der Meditation hat man das Gefühl, dass von oben Licht, Segen, etwas Positives in einen hineinströmt und dass man ergriffen wird von einer göttlichen Schwingung, von einer Kraft. Dieses Licht, Lichtenergie, Prana, göttlicher Segen, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, kann eben auch heilend wirken. Dazu existieren inzwischen sogar einige wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Meditation tatsächlich Krankheiten heilen kann. Die Studie einer holländischen Krankenkasse bspw. zeigte, dass jemand, der regelmäßig meditiert, die Krankenkasse in der gleichen Altersstufe nur halb so viel kostet wie jemand, der nicht meditiert. Das ist schon eine hoch signifikante Sache!


„Meditation ist sehr hilfreich, um Emotionen und Impulse zu harmonisieren. Wenn man Emotionen und seine Launen steuern kann, wird man auch keine dummen Handlungen ausführen.“
Meditation hilft des Weiteren, das geistige Gleichgewicht besser halten zu können. Auch dies ist inzwischen durch intensive Forschungsarbeiten ausreichend belegt. Das heißt nicht, dass jemand, der meditiert, keine Emotionen mehr hat. Vielmehr unterstützt uns regelmäßige Meditationspraxis, das Leben etwas gelassener zu sehen. Wenn Emotionen hochkommen, während man meditiert, ist man in der Lage, zügiger wieder in ein Gleichgewicht zurückzukehren.


„Regelmäßige Meditation öffnet die Straßen intuitiven Wissens.“
Dies ist ein tiefgehenderer Aspekt der Meditation. In uns ist alles Wissen, unsere wahre Natur, Satchidananda Swarupoham. Chid bedeutet Wissen, folglich befindet sich intuitives Wissen in uns und wer regelmäßig meditiert, hat einen stärkeren Zugang zum intuitiven Wissen.


„Macht den Geist ruhig und klar“, unser Denken wird klarer und ruhiger. „Erweckt ein ekstatisches Gefühl“ Manchmal in der Meditation hat man wirklich das Gefühl einer großen Freude, einer Ekstase oder von einer unbeschreiblichen Liebe und Verbundenheit. „Und bringt den Yogaschüler in Kontakt mit dem höchsten Purusha.“ Purusha, Seele, höheres Selbst. In der Meditation können wir uns unserer höheren Natur bewusst werden, unseres höheren Selbst.


„Zweifel klären sich von selbst, wenn man auf dem Weg von Dhyana Yoga, dem Yoga der Meditation, stetig vorangeht.“
Durch Meditation kommt Erfahrung und durch Erfahrung verschwinden etwaige Zweifel, die man vielleicht auf dem spirituellen Weg hat.


„Meditiere, meditiere, meditiere! Über Meditation wirst du über alles Leiden hinauswachsen. Dies ist die großartige Möglichkeit.“

 
Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortragesvon Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

 


Mehr lesen...

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute lese ich etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Meditation“. Swami Sivananda schreibt hier:

„Ein tugendhaftes Leben zu führen alleine ist nicht ausreichend für Gottesverwirklichung. Konzentration und Meditation sind unbedingt notwendig. Ein gutes, tugendhaftes Leben bereitet den Geist als taugliches Instrument für Konzentration und Meditation vor. Konzentration und Meditation führen schließlich zur Selbstverwirklichung.“


Hier beschreibt er den Zusammenhang zwischen einem ethischen Leben und Meditation. Beides gehört zusammen. Wenn wir zu der höchsten Erfahrung kommen wollen – egal, ob wir es Gottverwirklichung, Gotteserfahrung, Selbstverwirklichung oder Nirwana oder Unio Mystica bezeichnen – dann gilt es zum einen, ein tugendhaftes Leben zu führen, also nach ethischen Gesichtspunkten zu leben und zum anderen, zu praktizieren, insbesondere die Meditation.
 

 

„Mit der Meditation kannst du zur Selbsterkenntnis kommen. Mit ihrer Hilfe kannst du in den göttlichen Zustand hineinwachsen. Mit Meditation kannst du dich aus den Fesseln des Geistes befreien und Unsterblichkeit erlangen.“

 

Hier beschreibt er die höheren Wirkungen der Meditation. Meditation ist gut für die Gesundheit, aber auch für das innere Gleichgewicht. Es ist wichtig, gerade in einer Zeit, wo das Leben voller Herausforderungen steckt und Menschen sehr vieles zu tun haben, dass man den Geist eine gewisse Zeit lang zur Ruhe kommen lässt, dass man in die Stille geht, in die Bewusstheit.


Heutzutage haben Menschen so viele verschiedene Dinge zu tun, Menschen machen so viele Dinge parallel. Das kann auch in Überforderung des Geistes ausarten. Wenn man dann jeden Tag eine gewisse Zeit lang meditiert, kommt man zur Ruhe und hat ein paar Minuten, in denen man loslassen kann.

 

Aber Loslassen und Abschalten ist nicht der Hauptsinn der Meditation, auch wenn das heutzutage besonders wichtig ist. In der Meditation gehen wir darüber hinaus, uns einfach nur gut zu fühlen und zur Ruhe zu kommen. Wir können in der Meditation zur Selbsterkenntnis kommen. Wir können in den göttlichen Zustand hineinwachsen.
Jetzt ist natürlich die Frage, was heißt göttlicher Zustand? Da kann man lange überlegen. Es ist das, was wir in der Meditation als solches erfahren. Eine Erfahrung von Wonne, von Liebe, von Freude, von Verbundenheit, von Ausdehnung. Das kann man als göttliche Erfahrung bezeichnen.
Der Geist meint es eigentlich gut, er gibt uns so viele verschiedene Ideen und Möglichkeiten ein, aber wir verhaften uns daran. Dann sind wir gebunden und denken: „Mein Glück hängt nur an dem und dem“ oder: „Muss das immer so sein, könnte es nicht anders sein?“


Manche von euch mögen solche Gedanken kennen. Wir können lernen, uns davon zu lösen. Wir können feststellen: „Ich bin jenseits der Gedanken und kann deshalb auch aus dieser Verhaftung an die Gedanken herauswachsen.“ Danach kann ich die Gedanken als das nehmen, was sie eigentlich sind: Wohlgemeinte Vorschläge unseres Geistes, etwas Gutes beizutragen. Wir sind dann nicht mehr gefesselt, sondern in Freiheit.


„Meditation ist ein großartiger Weg zur Befreiung, zu Moksha. Meditation ist eine mysteriöse Leiter, die von der Erde zum Himmel reicht, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Dunkelheit zum Licht, vom Schmerz zur Wonne, von der Ruhelosigkeit zum tiefen Frieden, von der Unwissenheit zur Erkenntnis, letztlich von der Verhaftung an das Sterbliche, zur Erfahrung der Ewigkeit.“


Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortragesvon Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

 


Mehr lesen...

Handle als Ishwarapan

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!

Ich lese etwas aus dem Buch „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda. Es hat aufgeschlagen auf dem Kapitel, „Handle als Ishwarapan“. Ishwarapan ist jemand, der Gott dienen will. „Gott“ ist natürlich ein Begriff, den man sehr unterschiedlich definieren kann. Man geht davon aus, dass es eine höhere Wirklichkeit gibt und dass wir als Individuum ein Teil dieser höheren Wirklichkeit sind, so wie eine Zelle im Körper ein Teil des ganzen Körpers ist.

Wenn eine Zelle etwas zum Wohl des Körpers tut, wird der Körper sich dieser Zelle annehmen und die Zelle gut ernähren. Es gilt, dass wir etwas tun für das größere Ganze, für das Göttliche, für eine höhere Wirklichkeit. Dann werden wir das bekommen, was wir brauchen.


Swami Sivananda schreibt:
„Gott ist großartig. Gib dich seinem Willen hin! Sein Wille ist groß und sein Handeln weise. Daher murre oder beklage dich nicht, wenn Kollektivkarma sich auswirkt. Stets gibt es ein Kapitel mit Unfällen in der Natur der Geschichte des Naturwirkens. Lasst uns aufrichtig sein, unser Handeln und dessen Früchte dem Göttlichen zu Füßen legen als Ishwarapan, als Gabe Gottes. Lasst uns ihn nie vergessen. Lasst uns für den Frieden der Welt beten. Möget ihr euch alle ohne Aufhören der Erforschung der höheren Wirklichkeit widmen. Möge Frieden in euch und mit euch sein.“


Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Gita Gesang und seine Bedeutung

Hall

o und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!

Heute lese ich aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Abschnitt „Gita“. Gita heißt wörtlich „Gesang“ und es hat verschiedenste Bedeutungen. Zum einen können wir das Leben nehmen wie einen göttlichen Gesang. Klassische uralte Gesänge haben fröhlichere und weniger fröhliche Teile, da steckt ein Künstler dahinter und alle alten Gesänge waren zum Lobpreis Gottes. Wir können unser ganzes Leben  als einen Gesang ansehen. Dieser Gesang hat mal Höhen, mal Tiefen, er ist mal schneller, mal langsamer, mal heiterer, mal trauriger. Wir können sagen, unser Leben ist ein Gesang und es geht irgendwo weiter. Selbst wenn man aus dem Takt kommt und mal hustet geht es weiter.


Desweiteren können wir auch sagen, unser Leben sei dem Lobpreis von etwas Höherem gewidmet. Aus dem Gesang kann man einen Tanz machen, Kunst oder Poesie, so viel steckt da alles drin. Wir können unser Leben, anstatt es dramatisch zu nehmen, einfach als Gesang, als Tanz, als Lobpreis, wie auch immer wir es sehen wollen, nehmen.

Eine zweite Bedeutung von „Gita“ ist auch eine bestimmte Art von Schriftgattung in Indien. Eine Schriftgattungen, die auch gesungen wurden. Die Bhagavad Gita wird als der Gesang des Erhabenen bezeichnet, das Lied, das Krishna gesungen hat. Es gibt andere Gitas, wie z.B. die Avadhuta Gita oder die Guru Gita. Eine Gita ist eine bestimmte Weise, eine bestimmte Art, um den Lobpreis Gottes zu singen. Gerade in der Bhagavad Gita und Avadhuta Gita ist nicht nur das Singen sehr wichtig, dort steckt auch sehr hohe Philosophie drin und sehr konkrete Handlungsempfehlungen.


Hier im Text lautet einer der Abschnitte: „Ein Lehrer ist notwendig“. Da die Bhagavad Gita sehr subtile und tiefe Lehren enthält, sollte man sie von einem Lehrer lernen und man sollte sie mit großem Vertrauenstudieren, mit einpünktiger Hingabe und Reinheit.“
Die großen Schriften können einem beim ersten Durchlesen eines sagen, beim zweiten etwas anderes, beim dritten wieder etwas anderes. Natürlich ist es da hilfreich beim ersten oder zweiten, vielleicht auch beim dritten oder vierten Mal, jemanden zu haben, der sie einem genauer erläutert und erklärt. Aber egal, ob man von einem Lehrer lernt oder von einem Buch, immer ist es auch entscheidend, dass man mit dem Wunsch liesst, zu lernen und sich dafür zu inspirieren.

In dem Yoga Sutra heißt es, dass man durch studieren von Schriften eine Verbindung zu Gott aufbaut.
Übrigens, das findet man nicht nur im Indischen, das Gleiche finden wir auch im Islam, wo das Koranstudium eine Hilfe ist, Allah zu spüren. Wir finden das im evangelischen Christentum in ganz besonderem Maße. Dort heißt es, die, die heilige Schrift mit Hingabe lesen, erlangen die Gnade. Die Gnade Gottes ist sowieso da, wir können sie spüren und wirken lassen, indem wir die heilige Schrift lesen. Das drückt alles aus, große Schriften sind nicht einfach irgendwelche Werke der Literaturgeschichte, sondern dort steckt eine Kraft in den Worten und wenn wir sie mit Hingabe studieren, entsteht eine Verbindung zum Göttlichen.


„Wenn du die heiligen Schriften studierst, wirst du zu einem Gottmenschen mit göttlicher Sicht.“
Das heißt, man bleibt natürlich weiter auf der physischen Ebene Mensch, aber man erfährt die Einheit mit Gott.
„Du wirst nicht mehr behelligt werden von den Schwankungen des Lebens wie Erfolg und Misserfolg, Vergnügen oder Schmerz, Lob oder Tadel, Verlust oder Gewinn. Du wirst Mut erlangen, Stärke, Frieden, Freude, Wonne, noch in diesem Leben, genau in den Lebensumständen, in denen du bist.“


Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Geschichte der vier Kumaras

Hallound herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!

Ich möchte heute Abend eine kleine Geschichte erzählen, nämlich wie Shiva den ersten Menschen etwas über die höchste Wahrheit beigebracht hatte. Das ist eine mythologische Geschichte. Brahma, der Schöpfer, schuf die Erde, den Himmel , die Tiere und die Pflanzen. Dann schuf er die ersten vier Menschen, das waren die vier Kumaras, Sanat Kumara, Sananda und zwei andere. Diese vier sollten jetzt eigentlich dem Brahma weiter helfen, mit der Schöpfung voranzukommen, dass die Welt sich weiter entwickelt. Aber diese vier Kumaras dachten, „Wozu das Ganze überhaupt? Was soll das? Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Brahma als Schöpfer, Gott als Schöpfer, hat diese Welt geschaffen, was ist hinter dieser Welt? Und wer ist eigentlich Gott, sogar jenseits seiner Schöpferkraft?“.


Sie überlegten: „ Wenn Gott die Welt geschaffen hat, uns geschaffen hat, aus welchem Material hat er uns geschaffen, wenn doch nichts anderes da war? Wenn wir letztlich aus dem gleichen Stoff geschaffen sind wie die Welt und die Welt letztlich aus Gott stammt, wie können wir letztlich dorthin kommen zu dieser Erfahrung dieses Unendlichen?“ Wenn man sich wichtige Fragen stellt, dann braucht man typischerweise einen Guru, einen Lehrer. Jetzt gab es nur ein Problem, sie waren die vier einzigen Menschen auf der Welt, da gab es keinen, der Guru sein könnte. Jetzt gibt es aber ein uraltes spirituelles Prinzip und das besagt: Ist der Schüler bereit, ist der Meister nicht weit. Und Patanjali sagt im Yoga Sutra, Ishwara, Gott selbst, ist der ursprüngliche Lehrer aller Lehrer.Als die Kumaras tief vom Herzen her diese ewigen Fragen wissen wollten, „Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Gibt es eine höhere Freude? Wie kann ich dieses Göttliche erfahren, wenn alles aus diesem Göttlichen besteht?“


Dann erschien ihnen Shiva in der Gestalt als Dakshinamurti. Murti heißt Verkörperung, Dakshina heißt auch Einweihung, Kraft der Einweihung. Diksha heißt Einweihung, Dakshina, die Kraft der Einweihung. Dakshinamurti, die Verkörperung dieser Kraft der Einweihung. Die vier Kumaras sahen Shiva als Dakshinamurti in voller Lotushaltung, sie verneigten sich vor ihm und tief vom Herzen her fragten sie, „Wie können wir dieses Göttliche erfahren, wenn es das gibt? Wie können wir unser höchstes Selbst erfahren? Wie können wir die höchste Freude erfahren?“ Dakshina Murti öffnete die Augen, er hob eine Hand, er beugte Zeige- und Mittelfinger, schaute die vier Kumaras kurz an und senkte die Hand und schloss wieder die Augen.


Das war die gesamte Instruktion. Die vier Kumaras meditierten darüber. Sie erkannten, der Daumen symbolisiert Brahman, das Göttliche. Die drei kleineren Finger symbolisieren die drei Gunas. Sattva, der Ringfinger, Sattva, die Reinheit. Rajas, der kleine Finger, mit dem man auf den Tisch haut und Tamas, der Mittelfinger. Normalerweise verbindet sich das Ego mit den drei Gunas, das hat immer irgendetwas mit denen zu tun. Das ist der Ego-Finger, „Ich bin der Größte, wenn du nicht machst, was ich will, dann pass bloß auf!“ Das würde mit dem Ringfinger nicht ganz klappen. „Ich bin der Größte, wenn du nicht machst, was ich will…“


Normalerweise verbindet sich das Ego mit den Gunas, vielleicht besonders gerne mit dem Tamas-Finger. Wenn jetzt das Ego sich verneigt und weggeht von den drei Gunas und sich verbindet mit Brahman, entsteht Einheit. Jetzt gibt es noch etwas weiteres Interessantes bei dieser Symbolik. Oft wird die unterschlagen. Alle vier Wurzeln in der gleichen Hand. Letztlich sind auch Sattva, Rajas, Tamas und das Ego und Brahman nur Manifestationen der einen und gleichen Sache. Obgleich alles nur eins ist, die Welt, wir unsere Gunas und unser Ego alles Teil der gleichen kosmischen Wirklichkeit sind, um das zu erfahren, muss sich das Ego mal lösen von der Identifikation mit den Gunas, sich verbinden mit Brahman, sich dieser Einheit, symbolisiert durch den Kreis, bewusst werden.Dann kommen wir in Samadhi und genau das taten die Kumaras.


Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Erwirb geistigen Reichtum

Hallo

und herzlich willkommen zu den täglichen Inspirationen!

Heute lese einen kurzen Absatz aus dem Buch „Licht, Kraft und Weisheit“. Es hat aufgeschlagen auf: „Erwirb geistigen Reichtum“.


„Eine noch so große Zahl von Nullen hat keinen eigentlichen Wert, es sei die Zahl Eins werde ihren vorangestellt. Ebenso ist der Reichtum der drei Welten, die physische, psychische und geistige Welt, gleich null, wenn du nicht um geistigen Reichtum bemüht bist und nicht nach Selbstverwirklichung strebst. Lebe darum innwendig, in der Seele, im göttlichen Selbst. Füge diesem Leben die Bewusstheit Atmans hinzu. Wie Jesus sagt, „Trachte zuerst nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere von selbst zufallen.“ Wie das Licht in der Sturmlaterne brennt, so brennt seit undenklichen Zeiten die göttliche Flamme in der Lampe deines Herzens. Tauche tief hinab in die Gemächer deines Herzens, meditiere über diese göttliche Flamme und werde eins mit ihr.“



Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Die neun Formen von Bhakti

Hallo und herzlichwillkommen zu den täglichen Inspirationen!

Bhakti heißt Hingabe an Gott. Bhakti kann man entwickeln. Im Bhakti gibt es, wie beim Raja Yoga, bestimmte Praktiken, die wir üben können, um unser Herz zu öffnen, um Gott zu spüren. Im Bhakti sprechen wir von den neun Formen von Bhakti, von neun Dinge, die wir tun können:

Erstens: Sravana, das heißt, Geschichten hören, lesen, sehen, erzählen. Zweitens Kirtana, also Mantrasingen. Drittens Smarana: Sich immer wieder erinnern, dass hinter allem Gott steckt. Sei es, durch äußere Dinge, die wir hinstellen und über die wir uns erinnern können, indem wir uns die Schönheit der Natur anschauen, oder indem wir in unser Herz spüren. Viertens Vandana, durch Verneigen unsere Demut und Dankbarkeit ausdrücken. Wir können Gott  mit Ritualenverehren, das ist Archana. Wir können Gott verehren, indem wir einen Altar aufbauen, dann ist das Padasevana. Und wir können ein freundschaftliches Gefühl zu Gott aufbauen, Gott dienen und Gott als das Selbst hinter allem erkennen.

 Ich will heute über den ersten dieser Punkte sprechen. Sravana, das heißt, das Geschichten Erzählen, hören, lesen, sehen. Das, was wir hören, lesen, sehen, spielt eine große Rolle. Wenn wir irgendwelche Klatschgeschichten lesen, immer wieder im Internet schauen, was es alles Grässliches in dieser Welt gibt, wenn wir uns austauschen über die Fehler von allen möglichen Leuten, dann hat das eine bestimmte Wirkung auf unser Herz.

Stattdessen können wir schauen, was wir lesen. Heiligenbiographien oder Geschichten über Gott, heilige Schriften oder Poesie, die erhebend ist, habe eine ganz andere Wirkung auf unsere Psyche. Es gibt ja inzwischen genügend Videos, die von Heiligen handeln. Wir können uns diese anschauen. Wir können im Internet Sachen darüber hören, lesen, sehen. Da gibt es jetzt eine ganze Menge. Es ist immer besonders schön, wenn man darüber erzählt oder sich erzählen lässt. Und westliche Aspiranten üben das meistens sehr wenig. Wenn man mit indischen Aspiranten zusammen ist und sie über ihren Meister fragt, dann erzählen die alle möglichen tollen Geschichten. Fragt man westliche Aspiranten, dann kennen sie immer die neuesten Klatschgeschichten und durch welche Prozesse und Schwierigkeiten sie hindurchgehen. Selbstverständlich hat das eine Funktion.


Erzählt man eine Geschichte von Swami Sivananda, von Swami Vishnudevananda, Paramahamsa Yogananda, Rumi oder einem der Zen-Meister, dann hat das etwas Erhebendes. Hört wenn man eine Geschichte über Shiva, Krishna oder Jesus, all das erhebt. Swami Vishnu hat viele Geschichten von Swami Sivananda erzählt. Eine einfache, die viele von euch kennen, handelt davon, wie Swami Vishnu Hingabe zu Swami Sivananda bekommen hat.

 

Swami Vishnu war jung und wollte wissen, wie er zur höchsten Verwirklichung kommt. Er kam in den Ashram und Swami Sivananda hat sich vor Swami Vishnu verneigt. Umgekehrt wäre es normalerweise üblich gewesen, der Schüler verneigt sich vor dem Meister. Aber Swami Sivananda hat Swami Vishnu gesehen und hat sich vor ihm verneigt, mit großer Demut. Das war etwas, was Swami Sivananda gerne gemacht hat. Er hat nämlich in einem Menschen nicht einfach einen Menschen gesehen, sondern hat in jedem Menschen Gott gesehen. Indem er sich so vor jedem Menschen verneigt hat, hat er das innere Gefühl zum Ausdruck gebracht. Wenn es vielleicht gerade in Deutschland schwerfällt, Positives über andere Menschen zu erzählen, können wir wenigstens dieses Vandana üben, nämlich uns innerlich verneigen, innerlich Ehrerbietung zeigen, vor unserem Gegenüber, allen Wesen, der Natur und damit vor Gott.


Hari Om Tat Sat



Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Die Essenz der Verwirklichung

Hallo und herzlich willkommen zu den täglichen Inspirationen! Heute mit einer Geschichte  über die Essenz der Verwirklichung.

Satchidananda Shivoham Shivoham: Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit. Ich bin Shiva, reines Bewusstsein. Das ist die Essenz der Verwirklichung aller großen Meister der mystischen Traditionen. „Meine wahre Natur ist nicht dieser Körper.“ Der Körper hat einen Anfang, er hat ein Ende, er geht durch Höhen, er ist klein, wird groß und irgendwann, ab einem gewissen Alter, schrumpft er wieder, er ist mal gesünder, mal weniger gesund und so weiter.

Wir sind auch nicht die Emotionen, mit denen wir uns gerne identifizieren: Oh, mir geht es so gut. Mir geht es so schlecht.“ Unsere Emotionen haben Höhen und Tiefen. Aber wir sind nicht die Persönlichkeit, in die manche Menschen ganz selbstverliebt sind und sagen: „Ah, ich bin künstlerisch.“ oder „Oh, ich bin intellektuell. Ich bin ein guter Mathematiker. Ich bin ein sehr liebevoller Mensch.“ Das ist die Persönlichkeit. Die Persönlichkeit ändert sich. Es mögen bestimmte Anteile relativ konstant bleiben, wenn man genauer hin sieht, ändert sich eine ganze Menge. Jemand, der systematisch an sich arbeitet, wird feststellen, dass sich vieles tut ändert. Wenn Menschen in unterschiedliche Situationen kommen, ändert sich auch die Persönlichkeit. Daher wissen wir:„Ich bin nicht die Persönlichkeit und erst recht nicht all diese äußeren Dinge oder meine die Aufgaben.

Manche identifizieren sich mit solchen Denkmustern: „Ich bin Mutter. Ich bin Vater. Ich bin Kind. Ich bin Chef. Ich bin Angestellter. Ich bin Außendienstmitarbeiter.“ Oder: „Ich bin deutsch, ich bin englisch, ich bin französisch. Ich bin Agnostiker. Ich bin evangelischer Christ. Ich bin Mitglied der Landeskirche. Ich bin katholisch.“ Im Alltag ist das ja ein nettes Spiel. Nur wenn wir uns damit identifizieren, wird es schwierig.


Wir kommen auf diese Welt, wir spielen unsere Rolle, unseren Part und gehen dann wieder. Wie in einem Kleinkunsttheater spielen wir nicht nur eine Rolle, sondern mehrere Rollen. In einer Kleinkunstbühne hat man nicht das Geld, hundert Schauspieler zu bezahlen. Da spielt ein Schauspieler mehrere Rollen hintereinander. Selbst bei den Shakespeare-Theatern im 16. Jahrhundert soll es so gewesen sein, dass die sich schnell hinter der Bühne umgezogen haben und wieder auf die Bühne gegangen sind. So haben wir die verschiedensten Rollen, die wir spielen. Wenn wir uns mit diesen Rollen identifizieren, gibt es Probleme. Angenommen, ein Schauspieler, der Wilhelm Tell spielt – ich bin jetzt mit klassischem Theater etwas besser vertraut als mit dem modernen Theater - bemerkt anschließend nicht, dass das Spiel vorbei ist. Er fängt weiter an auf Äpfel zu schießen oder irgendwo seine Bogenkünste im öffentlichen Raum auszuprobieren. Dann hat er ein Problem. 

Letztlich verhalten wir uns alle wie in einem Irrenhaus. Wir haben unsere Rollen und identifizieren uns damit. Die großen Meister sind wie Therapeuten, die versuchen, uns klarzumachen, dass wir nicht die Rolle sind, die wir spielen.  Es ist vielleicht sinnvoll, dass du auf diese Welt kommst, um diese Rolle zu spielen, aber du bist nicht diese Rolle. Spiel deinen Part so gut, wie du kannst und sei dir bewusst: Satchidananda Rupa Shivoham Shivomham. Deine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit, Shiva, reines Bewusstsein.


Hari Om tat sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Der innere Kern des Menschen

Om Namah Shivaya. Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!

Was heißt „Om Namah Shivaya“? „Om“ heißt „Om“, „Namah“ heißt „Ehrerbietung oder Gruß an“, und „Shivaya“ heißt „an Shiva“. Und „Shiva“ heißt wörtlich „liebevoll und gütig“. Om Namah Shivaya heißt also: Gruß an das Liebevolle, das Gütige, letztlich auch das Göttliche in allen. Das ist die große Behauptung der großen Yogameister, dass in jedem Menschen ein göttlicher Kern steckt, ein göttlicher Funke. Also dass in jedem Menschen letztlich Güte und Liebe sind.

Natürlich, jeder weiß, wir haben auch noch andere Aspekte in uns, die vielleicht sogar evolutionsmäßig irgendwann sinnvoll waren, wie Ärger, Angst und Minderwertigkeitsgefühle und andere. Aber das ist äußerlich. Der innerste Kern in jedem Menschen ist Bewusstsein an sich, Satchidananda oder Shiva. Wenn wir uns im Yoga gegenseitig grüßen mit „Om Namah Shivaya, dann heißt das: „Ich grüße das Gute, das Göttliche in dir.“ Ich grüße dich und ich weiß, du bist eine Manifestation von Satchidananda, von Sein, Wissen und Glückseligkeit. Wir sind damit eins, denn das Gleiche ist in mir. Ich grüße das, was in mir ist und auch das, was in dir ist.

So ist gleich eine Verbindung da. Das gibt es natürlich nicht nur in Indien. Im Süddeutschen kennen wir den Ausdruck „Grüß Gott“. Wir grüßen Gott im anderen. Oder „Hallo“. Das kommt vom Englischen: „Hey Lord“ und heißt „Grüß Gott“.

Die Übersetzung von „Om Namah Shivaya“ ist also „Hallo“. Nur, wenn man „Om Namah Shivaya“ sagt, ist man sich dieser Bedeutung etwas bewusster, als wenn man „Hallo“ sagt. „Tschüss“ oder „Tschö“ kommt vom Spanischen „Adiós“, und „Adiós“ heißt „zu Gott“. Und das heißt auch wieder „Om Namah Shivaya“.

So kann das Grüßen und Verabschieden eine schöne Gewohnheit sein.

Allerdings wäre es vermutlich nicht angemessen, wenn ihr am Montag zu eurem Chef kommen würdet und „Om Namah Shivaya“ sagen würdet. Je nach Kontext muss man da eben auch die passende Grußformel benutzen. Aber innerlich kann man die gleiche Sache spüren: Mögen wir uns eins fühlen vom Herzen her, in gegenseitigem Respekt und Hochachtung.

Om Namah Shivaya
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Wir sind alle eins

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!

Die Menschen sind auf der einen Seite unterschiedlich, auf der anderen Seite sind die Menschen alle ähnlich. Auf einer Seite hat jeder seine Besonderheiten. Ich glaube, es gibt keine zwei Menschen, die den gleichen Fingerabdruck haben, keine, die den gleichen Irisabdruck haben. Außer eineiigen Zwillingen haben keine zwei Menschen die gleichen Gene. Dennoch sind sich die Menschen auch alle ähnlich und zwar unabhängig, ob die Hauptfarbe jetzt schwarz, weiß, rot oder gelb ist. Ich glaube, dass hat sich inzwischen als Erkenntnis durchgesetzt.

Als Swami Sivananda darüber geschrieben hat, war das noch nicht so klar. Manchmal macht man große Unterschiede und sagt oder denkt Dinge, wie: „Der ist so viel besser als ich.“ oder „Der taugt nichts.“ oder „Der ist böse.“ usw. So hat man verschiedene instinktive Gedanken. Dabei wissen wir eigentlich, dass wir auf allen Ebenen verbunden sind. Wir atmen die gleiche Luft. Wir trinken das gleiche Wasser. Selbst wenn der eine das mit Pfefferminzgeschmack anreichert und der nächste es vorher filtert oder mit Grander-Energiestäben auflädt – wir trinken alle H2O. Wir essen Nahrung, die aus ähnlichen Molekülen besteht. Wir stehen und bewegen uns auf der gleichen Erde. So sind wir auf dieser Ebene alle miteinander verbunden. Wir sind verbunden auf der geistigen Ebene. „Geistig“ kann man auch als die höchste spirituelle Ebene interpretieren. Die Psyche der Menschen funktioniert immer ähnlich und man kann sagen, dass jede Neigung, die in jedem Menschen ist, in unterschiedlichem Grad auch in jedem anderen steckt, als Grundneigung und Grundstruktur.

So können wir uns niemals über einen anderen stellen, aber uns auch nicht klein machen. Irgendwo sind wir miteinander verbunden. Und nicht nur sind wir miteinander verbunden, weil wir ähnlich gestrickt sind, sondern auch, weil auf einer feinstofflichen Ebene wir alle miteinander verbunden sind. Wir werden beeinflusst von anderen, wir beeinflussen andere. Wir können uns darum bemühen, uns auf höhere Schwingungen einzulassen, indem wir uns bemühen, positive Schwingungen zu verbreiten. Wir können uns bemühen, anderen Lichtgedanken zu geben, aber wir sind trotzdem alle miteinander verbunden. Und auf der allerhöchsten Ebene sind wir eins. Wir können sagen: „Aham Brahmasmi. Ich bin Brahman.“ oder „Ayam Atman Brahman. Das eigene Selbst ist das gleiche Selbst wie Brahman.“ Im Deutschen gibt es keinen Plural von Bewusstsein, es gibt nicht Bewusstseine, sondern es gibt nur ein allumfassendes Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann sich in so vielen Einzelseelen oder Einzelkörpern und Geistern manifestieren. Auch von „Geist“ gibt es eigentlich keinen echten Plural. Der Plural von Geist ist nicht Geister, das ist wieder etwas anderes.

Es ist gut, sich das immer wieder bewusst zu machen. Aus dieser Bewusstheit heraus entsteht dann Liebe. Liebe ist nichts anderes als diese Erfahrung von Verbundenheit. Wir können lernen, Liebe zu allen Wesen zu haben, als Ausdruck davon, das wir alle verbunden und gleich sind.

Swami Sivananda schreibt dazu:

„Spüre, dass alle ein Teil von dir sind. Fühle überall und in jedem die göttliche Gegenwart. So bist du sicher, höchstes Wissen und höchste Freude zu erfahren.“

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Wie man Schüchternheit überwindet

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute will ich etwas lesen aus einem weniger bekannten Buch von Swami Sivananda: „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“. Das Kapitel heißt: „Überwindung unguter Eigenschaften“

Swami Sivananda schreibt dort:

„Schüchternheit ist ein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg. Es ist eine Form von Scheu, von Ängstlichkeit. Schüchternheit zeigt sich, wenn man nicht auf dem richtigen Weg ist. Ein scheuer Mensch kann seine Gedanken nicht frei vor anderen ausdrücken. Er kann auch nicht direkt in die Augen eines anderen blicken. Er wird beim Sprechen auf den Boden schauen. Einem Fremden wird er nicht frei begegnen können. Ein schüchterner Mensch wird nicht vorankommen. Bescheidenheit und Demut ist nicht Schüchternheit, sondern entspricht Höflichkeit und Freundlichkeit. Ein Schüchterner sollte lernen, mit anderen mutig zu sprechen und direkt dem anderen in die Augen zu blicken. Scheu ist letztlich eine Schwäche. Man kann sie überwinden, indem man Mut entwickelt.“

Danach kommen natürlich noch eine Menge weiterer Tipps, aber eines, was man sagen kann, was bei Schüchternheit hilft, ist, genau das zu tun, wovor man ängstlich ist. Also angenommen, man hat Angst, Menschen anzusprechen, dann wäre es gut, Menschen anzusprechen. Angenommen, man ist schüchtern, sich in irgendeiner Versammlung oder irgendeinem Meeting zu melden, dann sollte man sich melden. Angenommen, man hat Schwierigkeiten, einen Vortrag zu geben, dann sollte man Vorträge geben. Und es ist gut, das in Schritten zu machen.

Angenommen, man ist ein bisschen schüchtern, einen Vortrag zu geben, dann wäre es nicht angemessen, zu sagen, man will sofort im Fernsehen vor tausend oder zehntausend Menschen sprechen. Man kann im Kleinen anfangen. Angenommen, man ist schüchtern, Menschen anzusprechen, dann kann man es sich zur Gewohnheit machen, wenn man in ein Geschäft geht, anstatt selbst dreimal jedes Regal zu durchsuchen, irgendjemanden anzusprechen. Das ist eine einfache Sache, es wird einem kein Unglück passieren, man wird nicht in Probleme geraten, aber man kann es so machen. Oder angenommen, man sucht immer nach dem Weg, dann kann man einfach mal stehenbleiben und jemanden fragen: „Können Sie mir den Weg zeigen? Ich will da und da hin.“ Man kann auch das Navi mal zu Hause lassen und sich dann durchfragen. Die meisten Menschen freuen sich, wenn sie einem helfen können. Und meistens fühlt man sich sogar gut, wenn man helfen konnte. Also tut ihr dem anderen auch einen Gefallen, wenn ihr ihn nach dem Weg fragt. Wenn man so kleine Schritte macht, dann fällt es leicht, zu wachsen.

Mausgebildete Yogalehrer unterrichten nicht, weil sie denken, sie unterrichten vielleicht nicht gut genug. Da kann man auch anfangen, indem man in irgendeiner kleinen Gruppe unterrichtet. Man könnte z.B. seinen Partner sagen: „Du, ich brauche ein bisschen Unterrichtspraxis. Wäre es möglich, dass du dich mal als Versuchskaninchen zur Verfügung stellst?“ Partner machen das manchmal. Wobei man sagen muss, oft sind dann die Partner die Kritischten. Man kann aber auch dem Partner sagen: „Und dann anschließend sage mir, was dir besonders gut gefallen hat.“

Die schwierigste Yogastunde meines Lebens war die Yogastunde, die ich meiner Mutter gegeben hatte. Die ist dann zwischendurch runter und musste die Wäsche noch in den Trockner tun, danach musste sie nochmal runter, um zu gucken, ob der Herd tatsächlich aus war. Aber es war eine erfolgreiche Yogastunde, ab den Tag hat sie – mindestens viele Jahre lang bis zu einem schweren Unfall – dann jeden Tag Yoga geübt. Die eine Stunde war schon ziemlich schwierig, aber es war auch eine lustige Stunde.

Natürlich, es muss nicht jeder zu einem Vortragenden werden, der dann irgendwo als Comedian durch die Republik tingelt und Tausende von Menschen begeistert. Das ist nicht jedermanns Sache. Und so muss man auch schauen: „Was ist das, was ich wirklich in meinem Aufgabengebiet mache und wo meine Energie hinfließt?“ Wenn man dann merkt: „Da wäre meine Aufgabe, aber ich mache sie aus Schüchternheit nicht“, dann kann man kleine Schritte gehen, sich das bewusst vornehmen und einfach überlegen: „Was wäre ein gangbarer, einfacher Schritt, um diese Art von Schüchternheit zu überwinden?“ Man kann auch sagen: „Gott, ich mache das für dich, fließe du durch mich. Ich mache es so gut, wie ich kann und was herauskommt ist letztlich deine Sache. Du hast mich in die Situation gebracht, jetzt musst du auch das Beste daraus machen. Wenn du jemanden gerne gehabt hättest, der es besser macht, dann hättest du jemand anderes hinschicken können.“

Das ist der Bhakti-Yogaweg. Dann gibt es natürlich noch den Jnana-Yogaweg, wo wir sagen: „Aham Brahmasmi. Ich bin das unsterbliche Selbst und letztlich ist die Welt eh nur ein Spiel.“

Angenommen, ihr würdet ein Computerspiel spielen mit drei Figuren, und die eine spricht in eurem Computerspiel zu einer anderen, dann habt ihr auch keine Schüchternheit. Und so ähnlich können wir sagen: „Wir sind alle Teil dieses kosmischen Spieles, ich bin das unsterbliche Selbst, was der Körper und der Geist jetzt gerade so erzählen und ob die sich blamieren oder nicht, ist nicht weiter von Bedeutung Es gehört zu den amüsierenden Teilen des kosmischen Spiels.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Rüste dich mit den vier Mitteln

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute lese ich etwas aus dem Buch „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda. Aus dem Kapitel: „Rüste dich mit den vier Mitteln“.

„Stehe fest auf dem Fels der Wahrheit von Brahman, dem Absoluten. Halte dich fest an die höhere Wahrheit, an den selbstleuchtenden, unsterblichen Atman, die unendliche Seele. Rüste dich aus mit den vier Mitteln: Viveka, die rechte Unterscheidungskraft, Vairagya, Nicht-Anhaften, Shatsampat, Mehr zum Thema Gelassenheit und Mumukshutwa, intensiver Wunsch nach Befreiung. Versuche so viele Werke der Tugend zu vollbringen wie möglich. Wiederhole ein Mantra im Geist, entweder unhörbar oder im Rhythmus deines Atems, wie „Om“ oder „Shri Ram“ oder ein Mantra deiner Wahl. Die Verwirklichung der Tugend im Handeln ist der Beginn eines tiefen geistigen Lebens. Führe ein schlichtes, natürliches Leben, unterstützt von vornehmer Denkungsart. Entfalte ethische Tugenden. Halte Sinne und Geist unter Kontrolle. Übe dich in der Meditation. Verwirkliche das Selbst und erreiche die unendliche Freiheit.“

Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Raja-Yoga, der Yoga der Geisteskontrolle

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute erzähle ich etwas über Raja Yoga.

Raja Yoga ist einer der sechs großen Yogawege. Raja heißt wörtlich König, Herrscher. Raja Yoga ist der Yoga, der uns helfen will, Herrscher über uns selbst und über unser Leben zu werden.

Viele Menschen sind mit einer Art Opfermentalität aufgewachsen. Entweder sind unsere Eltern schuld oder unsere Großeltern oder unsere Lehrer oder unsere Mitschüler. Die Eltern sind schuld, weil sie uns falsch aufgezogen haben, die Großeltern sind schuld, weil sie uns die falschen Gene gegeben haben, die Lehrer sind natürlich immer schuld und die Umgebung sowieso.

Zweifelsohne gibt es große Einflüsse von Genen, durch die Eltern, von Lehrern, von den Erfahrungen, die wir alle haben. Aber Raja Yoga sagt, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen können. Wir haben Einfluss darauf, wie wir denken, wie wir fühlen, wie wir uns verhalten. Raja, das Konzept des Königs, des Herrschers. Es besagt aber auch, dass wir keinen absoluten Einfluss darauf haben. Es sei denn, wir werden irgendwann zum absoluten Raja.

Auch ein König oder eine Führungspersönlichkeit hat nicht die vollkommene Kontrolle über jeden ihrer Untertanen. Aber was ein Raja, eine Führungspersönlichkeit in unserem eigenen Kopf vermag, das ist zunächst mal herauszufinden: „Was gibt es alles an Fähigkeiten in mir? Was gibt es alles an Anteilen in mir? Was habe ich alles für besondere Möglichkeiten?“

Und damit können wir lernen, manches davon stärker zu entwickeln, es in einer guten Weise einzusetzen, anderes etwas schwächer werden zu lassen und die Tendenzen, die sich besonders stark vordrängeln, ein bisschen in den Hintergrund zu setzen. Wir sind den vielen Reiz-Reaktionsketten nicht hilflos ausgeliefert. Wir können unsere Neigungen und Stimmungen ändern. Dazu gibt es im Raja Yoga eine Menge von Möglichkeiten.

Ein Aspekt im Raja Yoga ist es, seine eigenen Fähigkeiten, seine eigenen Möglichkeiten zu würdigen, sie kompetent einzusetzen und einen gewissen Einfluss darauf auszuüben, wie wir auf Situationen reagieren. Ein wichtiger Begriff im Raja Yoga ist Freiheit. Es geht darum, frei zu sein in den Entscheidungen, in den Reaktionen, in den Handlungen, sogar bis zu einem gewissen Grad frei zu sein, welche Stimmung wir gerade haben. Ein zweiter wichtiger Aspekt des Raja Yoga ist die Erweckung von schlafenden Talenten und Fähigkeiten. Raja Yoga sagt, dass in jedem Menschen sehr viel mehr Fähigkeiten stecken, als wir es für möglich halten. Im Raja Yoga gibt es ja eine wichtige Schrift, das so genannte Yoga Sutra. Da gibt es ein ganzes Kapitel, das beschreibt, was alles noch an Talenten im Menschen drin sein könnte und wie wir die erwecken können. Raja Yoga will uns aus dem kleinen Denken: „Ich kann dieses nicht und jenes nicht und mir ist alles zu viel und ich habe keine Energie usw.“ herausholen und uns sagen: „Du kannst Herrscher über dein Leben sein. Du hast so viele Möglichkeiten und Fähigkeiten, und so viele Schätze ruhen noch in dir. Die wollen sich alle noch entfalten.“ Es gilt, diese zu fördern und in den Alltag zu integrieren.

Natürlich, der höchste Aspekt des Raja Yoga ist, Herrscher über den Geist zu werden in dem Sinne, die Gedanken auch mal zur Ruhe bringen zu können. Also auch die Fähigkeit zu haben, einen Moment lang wirklich gar nichts zu denken. Volle Bewusstheit zu haben und dabei vollkommen ruhige Gedanken. Das ist das erhabendste Ziel im Raja Yoga: Sich seiner selbst bewusst werden.

Der König, das ist das Bewusstsein, das Selbst, die wahre Natur. Wenn es gelingt, die Gedanken zur Ruhe zu bringen und jenseits der Identifikation mit den Gedanken zu kommen, dann erfahren wir, wer wir wirklich sind, unsere wahre Natur.

Die großen Raja Yogis, die in der Lage waren, ihren Geist ganz zur Ruhe zu bringen, haben gesagt: Die wahre Natur ist Satchidananda, Sein, Wissen, Glückseligkeit. In Wahrheit sind wir unendliches Sein, nicht begrenzt vom Körper, nicht begrenzt von Geburt und Tod. Wir sind ewig und unendlich. Wir sind unendliches Wissen und wir sind unendliche Wonne. Aus dieser Erfahrung von großen Meistern stammt auch eine simple Sache für den Alltag: Wann immer wir uns mehr bei uns selbst fühlen wollen, gilt es, den Geist ein klein wenig mehr zur Ruhe zu bringen. Wann immer wir ein klein wenig mehr glücklich sein wollen, gilt es, den Geist zu konzentrieren. In dem Maße, in dem es uns gelingt, den Geist etwas mehr zur Ruhe zu bringen, in dem Maße ruhen wir bei uns selbst, sind wir verankert in uns selbst, fühlen wir uns verbunden mit allen Wesen, voller Freude und Wonne.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Verhaftungslos sein

 

sukadev_satsang_podcast.jpg?width=150Verhaftungslos sein, verhaftungslos handeln: Enthusiasmus muss gekoppelt werden mit Loslassen. So kannst du deinen Enthusiasmus inmitten der Hochs und Tiefs des Lebens behalten und wachsen lassen. Sukadev spricht hier über die Karma Yoga Empfehlungen Krishnas aus der Bhagavad Gita – und wie man sie im Alltag umsetzen kann.

Mehr lesen...

Über die Kraft von Pranayama

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute lese ich etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“, aus dem Kapitel „Pranayama“. Pranayama ist die Herrschaft über das Prana, die Lebensenergie, vor allem durch Atemübungen.

Swami Sivananda schreibt hier: „Durch Prana leben die Engelswesen, die Menschen und die Tiere. Prana ist wahrlich das Leben aller Wesen. Deshalb nennt man Prana das universelle Leben, das Leben aller. Prana ist das universelle Prinzip von Energie und Kraft. Prana ist Lebenskraft. Es ist alldurchdringend. Prana kann statisch oder auch dynamisch sein. Es findet sich in allen Formen, von den höchsten zu den niedrigsten, von der Ameise zum Elefanten, von der einzelligen Amöbe bis zum Menschen. Das Strahlen deiner Augen ist Prana. Durch die Kraft des Pranas hören die Ohren, sehen die Augen, fühlt die Haut, schmeckt die Zunge, riecht die Nase und erfüllen Gehirn und Verstand ihre Funktionen. Das Lächeln einer jungen Frau, die Melodie in der Musik, die Kraft in den begeisterten Worten des Vortragenden, der Zauber in den Worten des Geliebten, all das beruht auf Prana. Prana steckt hinter allem Denken, Wollen, Handeln, Bewegen, Sprechen, Schreiben usw. Der Yogi speichert ein Übermaß an Prana durch regelmäßige Praxis von Pranayama. So wie auch eine Speicherbatterie Elektrizität speichert. Und der Yogi, der viel Prana gespeichert hat, strahlt Stärke und Vitalität aus. Er ist ein starkes Kraftwerk. Wer mit ihm oder ihr in Kontakt kommt, nimmt von ihm oder ihr Prana, Stärke, Kraft, Vitalität und Frohsinn auf. So wie Wasser aus einem Gefäß in ein anderes fließt, fließt Prana tatsächlich wie ein ständiger Fluss von einem fortgeschrittenen Yogi zu einem schwachen Menschen.“

Im Yoga geht es sehr oft darum, das Prana zu erhöhen und es harmonisch fließen zu lassen. Wir brauchen viel Energie, viel Prana, für alles, was wir im Alltag tun. Praktisch alles, was wir tun, wird effektiver, wenn wir mehr Prana haben. Deshalb sollte man sich auch nie egoistisch fühlen, wenn man mehr Pranayama übt. Wenn man es anschließend nämlich in den Umgang mit anderen Menschen hineinsteckt, um anderen zu helfen und zu dienen, dann wird das alles effektiver, nachdem man Pranayama praktiziert hat. Und vieles ist letztlich gar nicht so kompliziert. Viele Probleme des Alltags beruhen einfach auf einen Mangel von Prana und viele Probleme, über die man sich so viele Gedanken macht und sich das Hirn zermartert, würden schon anders sein, wenn man einfach Pranayama üben würde und mehr Prana hätte. Manchmal wird dadurch einfach der Geist klarer. Manchmal bekommt man mehr Kraft, manchmal mehr Positivität.

Ich kenne einen Meister, der eigentlich ein Karma Yogi ist, der also sehr viel tut, und der sehr engagiert ist für soziale Werke. Eine seiner Standardantworten, die er hat, wenn Menschen mit irgendwelchen Fragen kommen, lautet: „Do Pranayama.“ Und wenn die Menschen dann sagen: „Aber Swamiji, ich mache schon Pranayama und die Probleme sind nicht verschwunden.“, dann sagt er: „Do more Pranayama. Mache mehr Pranayama.“ Gut, natürlich gehen nicht alle Probleme des Lebens allein durch Pranayama weg. Aber vieles wird leichter, vieles kann man mit mehr Enegie angehen und sehr viel wird schöner, freudevoller und auch wirkungsvoller, wenn man mehr Prana hat. Die einfachste Weise, zu mehr Energie zu kommen, ist, Pranayama zu üben. Also: Übt Pranayama!

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Über Jnana Yoga, den Yoga des Wissens

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute geht es um das Jnana Yoga. Das ist der Yogaweg des Wissens, der Yoga der Weisheit.

Jnana Yoga stellt die ewigen Fragen, die Menschen sich seit uralten Zeiten gestellt haben: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist wahres Glück? Was ist die Ursache von Leid? Gibt es so etwas wie eine höhere Wirklichkeit? Existiert diese Welt? Das Jnana Yoga stellt diese Fragen zum einen intellektuell, aber wichtiger noch, es geht von einer höheren Wirklichkeit aus, die intuitiv erfahrbar und begreifbar ist. Und die Jnana Yogis behaupten – vielleicht im Unterschied zu vielen Philosophen – dass sie diese Wahrheit tatsächlich erfahren haben, dass es einen Zustand gibt im Überbewusstsein, in dem wir tatsächlich erfahren können, wer wir sind.

 

Bis wir diesen Zustand erreicht haben, gibt es verschiedene Weisen, uns der Frage zu nähern. Wir können intellektuell daran gehen, das ist eine Möglichkeit. Die zweite ist, dass wir über diese Frage meditieren können. Es gibt spezielle Meditationstechniken im Jnana Yoga dafür und die großen Schriften beschreiben die Antworten auf diese Fragen oder geben uns Hilfen, wie wir diesen Fragen nachgehen können. Eine typische Jnana-Yoga-Analyse geht so: Wer bin ich? Ich bin der, der beobachtet. Ich nehme etwas wahr. Das Wahrgenommene bin ich nicht. Ich kann meine Hände wahrnehmen, ich kann meine Füße wahrnehmen, ich kann meine Beine wahrnehmen, ich kann meinen Körper wahrnehmen. Wenn ich meinen Körper wahrnehme, wer bin ich, der ich den Körper wahrnehme?“ Das ist eine Frage, die man sich öfters stellen kann.

 

Oder angenommen, man spürt irgendwo viel Energie, dann kann man fragen: „Ich spüre viel Energie. Wer bin ich, der ich viel Energie wahrnehme? Wer bin ich, der wenig Energie wahrnimmt?“ Wenn man Emotionen hat, kann man fragen: „Wer ist derjenige, der jetzt gerade Begeisterung spürt? Wer bin ich, der sich gerade über etwas geärgert hat? Wer ist derjenige, der den Ärger wahrnimmt?“ Oder auch Gedanken: „Wer denkt? Wer ist derjenige, der die Gedanken beobachtet?“ Diese Jnana-Yoga-Analyse wird umso tiefer, je mehr man dabei meditiert. In der Meditation können wir beobachten, dass da alles Mögliche körperlich abläuft. Aber wir merken, dass der Beobachter gleich bleibt. Oder wenn wir spüren, dass Gedanken kommen und gehen, dann nehmen wir auch wahr, dass es jemanden gibt, der die Gedanken beobachtet.

 

Diese Erfahrung kann in der Meditation sehr, sehr tief werden. Wir können insbesondere feststellen, wer wir alles nicht sind, denn wir sind nicht das, was beobachtbar ist. Aber wir können sowohl durch logische Schlussfolgerung, als auch durch tiefe Meditation – auch wenn wir noch nicht so fortgeschritten sind – feststellen, wer wir sind. Zum einen können wir sicher wissen: „Ich bin.“ Das klingt banal, aber es gibt eine berühmte Schrift von Descartes, in der sagt; „Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich.“ Und das heißt nicht: „Ich bin die Gedanken.“, sondern es heißt, dass wir an allen zweifeln können.

 

Diese Fragen stellen sich ja auch Jnana Yogis: Gibt es die Welt überhaupt? Es gibt keinen objektiven Beweis, dass es diese Welt gibt. Es gibt keinen objektiven Beweis, dass wir nicht gerade träumen. Es gibt sogar im Jnana Yoga die Aussage, dass wir träumen. Nur an einem können wir nicht zweifeln: Es gibt jemanden, der sich die Frage stellt: „Ist es wirklich? Ist es unwirklich? Ist es Traum oder nicht Traum?“ Wir können mit Sicherheit sagen: „Ich bin.“ Ich bin jenseits aller körperlichen, emotionalen, energetischen und geistigen Zustände. Ich bin. Das kann uns großen Trost geben. Egal, was wir sonst so alles anstellen, letztlich bleibt nur das „Ich bin.“ Ich bin Bewusstheit. Und aus dieser Bewusstheit kommen Wissen und Weisheit.

 

Und noch etwas können wir daraus eruieren. Wenn wir ganz in uns selbst ruhen, dann wissen wir auch, dass das ein schöner Zustand ist. Das ist kein trauriger, kein leerer Zustand. Wenn wir wirklich in uns selbst ruhen, wenn wir merken: „Ich bin dieser Beobachter. Ich bin dieser ruhende Pol, der immer gleich bleibt.“ dann ist Freude da. So kommen wir zu der Erfahrung: „Ich bin bewusst und ich bin – wie Yogis sagen – Ananda, Wonne.“ Wenn wir das einmal wirklich tief verstanden haben, dann gibt uns das eine ungeheure Sicherheit. „Ich bin. Egal, was mit dem Körper passiert. Egal, welche Hochs und Tiefs ich habe.“ Wann immer es mir gelingt, zu mir selbst zu kommen, zu diesen ruhenden Pol, dann ist Ananda da. Diese Freude hängt nicht davon ab, ob ich das richtige Weihnachtsgeschenk aussuche oder ob ich ein guter Mensch bin oder ob ich meine Wünsche erfüllt bekomme. Auch nicht davon, was ich leiste oder nicht leiste, was ich tue oder nicht tue. Ich bleibe immer Sein, Bewusstheit und Ananda und ich werde das spüren, wann immer ich mich von dem Äußeren lösen kann und zu mir selbst zurückkehren kann. Daher ist die Hauptwirkung des Jnana Yoga eine gewisse Gelassenheit. Alles ist, wie es ist, und es ist gut.

 

Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...

Wie wir Gott im Bhakti Yoga spüren können

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute will ich etwas zum Thema Bhakti Yoga sagen. Bhakti Yoga ist einer der sechs Hauptyogawege. Bhakti Yoga ist die Hingabe an Gott. Es heißt, Liebe zu Gott in allen Geschöpfen zu leben.

Bhakti Yoga ist die Weise, wie wir unser Herz öffnen können und mit dem Herzen einen Zugang zu einer höheren Wirklichkeit finden. Im Jnana Yoga fragen wir uns: „Wer bin ich?“ und mit logischer Analyse erkennen wir, dass hinter allem irgendwie eine höhere Wirklichkeit stehen muss. Im Raja Yoga sagen wir, wir wollen unseren Geist zur Ruhe bringen. Ist der Geist zur Ruhe gebracht, dann kommen wir in unserem eigenen Herzen zur Erfahrung einer höheren Wirklichkeit, zu Purusha, unserer wahren Seele.

Krishna spricht in der Bhagavad Gita an einigen Stellen auch über diesen Jnana Yoga der Erkenntnis. Er spricht über das höhere Selbst, darüber, wie wichtig es ist, den Geist zur Ruhe zu bringen. Und dann sagt er immer: „Und wenn dir das alles zu kompliziert ist, dich zu fragen: „Wer bin ich wirklich? Was ist unwirklich?“ Wenn es dir schwerfällt, deinen Geist zur Ruhe zu bringen, dann kannst du den Weg des Bhakti Yoga gehen, den Weg der Hingabe, den Weg, Gott vom Herzen her zu spüren.“ Intellekt ist eine Sache, aber was den Menschen im Alltag mehr motiviert, ist das Herz, sind die Emotionen und Gefühle.

Bhakti Yoga ist letztlich ein religionsübergreifendes System, Hingabe zu entwickeln. Bhakti Yoga sagt: „Wenn du jetzt keine Hingabe hast, wenn du jetzt kein Vertrauen zu Gott hast, wenn du das nicht wirklich spürst, dann kannst du dieses Spüren entwickeln.“ Da gibt es einfache Methoden, wie z.B. Staunen. Das ist eine Weise des Bhakti. Z.B. haben wir jetzt momentan Winter. Da könnt ihr dieses Wunder von weißen Landschaften sehen. Man kann sich auch, wenn man eine Blume anschaut, mit dem Herzen spüren und diese Schönheit genießen. Es heißt, Gott ist Satyam Shivam Sundaram, Wahrheit, Liebe, Güte und Schönheit. Es ist immer wieder gut, sich einen Moment zu nehmen, um diese Schönheit wahrzunehmen, die Schönheit in der Natur, die Schönheit im Menschen. Sogar, wenn man einen Flecken auf der Kleidung sieht, wenn man genauer drauf guckt, ist das auch schön. Wenn wir unseren Intellekt mal einen Moment Pause gönnen, dann können wir schauen.

Krishna spricht in der Bhagavad Gita im zehnten Kapitel von Schönheit. Wo können wir Gott überall sehen? Er ist im Lächeln eines Menschen, in der Großartigkeit eines Berges, im Wehen des Windes, in der Schönheit einer Blume. In so vielen Momenten können wir spüren: „Ja, da ist Gott.“ Eine zweite Weise neben Schönheit ist letztlich auch Güte und auch in den Großartigkeiten, was Menschen machen. Viele Menschen machen großartig Schlimmes, viele Menschen machen aber großartig Gutes. Und wir haben vielleicht besonders im Westen und vielleicht noch mehr im deutschen Sprachraum die Kunst kultiviert, immer darüber nachzudenken, was Menschen alles Schlimmes tun. Aber Menschen machen auch viel Gutes. In jedem Menschen steckt der gute Kern, und da können wir sehen. Das ist das Göttliche.

Desweiteren hat der Mensch die Fähigkeit, sich an etwas Höheres zu wenden. Wir können immer wieder das Bedürfnis nach Trost und nach etwas Höherem in uns spüren. Und beides können wir wahrnehmen, selbst dann, wenn noch nicht ein großer Glaube an Gott da ist. Man kann ein Gebet sprechen wie: „Lieber Gott, wenn es dich gibt, würde ich dir Folgendes sagen.“ Oder: „Liebes kosmische Bewusstsein oder liebe Weltenmutter, wenn du mich hörst oder wenn so etwas möglich ist, dann lass mich Folgendes wissen.“ Diejenigen, die das probieren, werden feststellen, da kommt dann auch eine Antwort. Wir können Kontakt aufnehmen zu dieser höheren Wirklichkeit. Da diese höhere Wirklichkeit in uns ist, da sie überall ist, können wir uns auch an sie wenden. Und dazu möchte ich euch in besonderem Maße ermutigen, besonders heute. Sagt immer wieder: „Höhere Wirklichkeit, göttliche Mutter oder Gott, ich möchte dir Folgendes sagen, ich möchte dir für Folgendes dankbar sein, ich möchte dich bitten, dass du mir vielleicht bei Folgendem behilflich bist.“ Oder: „Bitte zeige mir, was du von mir willst. Dein Wille geschehe, nicht mein Wille. Ich stehe vor der und der Entscheidung, bitte, hilf mir.“ Oder: „Es gibt dieses Problem, da komme ich überhaupt nicht mit zurecht. Bitte, hilf du mir.“

Das ist vielleicht der schönste Aspekt im Bhakti Yoga: Wir können uns so, wie wir sind, an Gott wenden. Wir brauchen in keinster Weise vollkommen zu sein, wir müssen noch nicht mal denken, dass wir ein guter Mensch wären. Wir können so, wie wir sind, unser Herz vor Gott, Göttin, vor kosmischem Bewusstsein ausschütten und so Kontakt aufnehmen. Und so kommen wir zu einem Gefühl von Geborgenheit, Verbindung, Liebe, einem Gefühl von angenommen sein und tiefer Freude.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

Mehr lesen...