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Purusha Sukta Text auf Sanskrit und Deutsch, Video, Audio mp3 download, Übersetzung und Erläuterungen. Purusha Sukta ist ein Sanskrit Mantras Stotras und Shlokas für Rezitationen. Erfahre mehr über seine Bedeutung, lausche Videos und Audios, lerne Purusha Sukta, im Yoga Vidya Kirtanheft die Nr. 692, selbst zu singen, anzuleiten, auf einem Musikinstrument zu begleiten.

692. Purusha-sukta
Sahasra-shirsha Purushaha
SahasRakshah Sahasra-pat /
Sa Bhumim Vishvato Vritva
Atyatishthad Dashangulam // 1 //

Purusha Evedam Sarvam
Yad Bhutam Yach Cha Bhavyam /
Utanritatvasyeshanah
Yad Annenatirohati // 2 //

Etavan Asya Mahima Ato Jyayansh Cha Purushah /
Pado' Sya Vishva Bhutani
Tripad Asyanritam Divi // 3 //

Tripad Urdhva Udait Purusha
Pado 'syehabhavat Punah /
Tato Vishvan Vyakramat
Sashananashane Abhi // 4 //

Tasmad Virad Ajayata
Virajo Adhi Purushah /
Sa Jato Atyarichyata
Paschad Bhumim Atho Purah // 5 //

Yat Purushena Havisha
Deva Yajnam Atanvata /
Vasanto Asyasid Ajyam
Grishma Idhmash Sharaddhavih // 6 //

Saptasyasan Paridhayah
Trih Sapta Samidhah Kritah /
Deva Yad Yajnam Tanvanah
Abadhnan Purusham Pashum // 7 //

Tam Yajnam Barhishi Praukshan
Purusham Jatam Agratah /
Tena Deva Ayajanta
Sadhya Rishayash Cha Ye // 8 //

Tasmad Yajnat Sarva-hutah
Sambhritam Prishad-ajyam /
Pashuns Tansh Chakre Vayavyan
Aranyan Granyansh Cha Ye // 9 //

Tasmad Yajnad Sarva-hutah
Richah Samani Jajnire /
Chhandansi Jajnire Tasmat
Yajus Tasmad Ajayata // 10 //

Tasmad Ashva Ajayanta
Ye Ke Chobhaya-datah /
Gavo Ha Jajnire Tasmat
Tasmaj Jata Ajavayah // 11 //

Yat Purusham Vyadadhuh
Katidha Vyakalpayan /
Mukham Kim Asya Kau Bahu
Kav Uru Padav Uchyete // 12 //

Brahmano 'sya Mukham Asit
Bahu Rajanyah Kritah /
Uru Tad Asya Yad Vaishyah
Padbhyam Shudro Ajayata // 13 //

Chandrama Manaso Jatah
Chakshoh Suryo Ajayata /
Mukhad Indrash Chagnish Cha
Pranad Vayur Ajayata // 14 //

Nabhya Asid Antariksham
Shirshno Dyauh Samavartata /
Padbhyam Bhumir Dishah Shrotrat
Tatha Lokan Akalpayan // 15 //

Vedaham Etam Purusham Mahantam
Aditya-varnam Tamasas Tu Pare /
Sarvani Rupani Vichitya Dhirah
Namani Kritvabhivadan Yad Aste // 16 //

Dhata Purastad Yam Udajahara
Shakrah Pravidvan Pradishash Chatasrah /
Tam Evam Vidvan Anrita Iha Bhavati
Nanyah Pantha Ayanaya Vidyate // 17 //

Yajnena Yajnam Ayajanta Devah
Tani Dharmani Prathamany Asan /
Te Ha Nakam Mahimanah Sachante
Yatra Purve Sadhyah Santi Devah // 18 //

Adbhyah Sambhutah Prithivyai Rasach Cha
Vishva-karmanah Samavartatadhi /
Tasya Tvashta Vidadhad Rupam Eti
Tat Purushasya Vishvam Ajanam Agre // 19 //

Vedaham Etam Purusham Mahantam
Aditya-varnam Tamasah Parastat /
Tam Evam Vidvan Anrita Iha Bhavati
Nanyah Pantha Vidyate 'yanaya // 20 //

Praja-patish Charati Garbhe Antah
Ajayamano Bahudha Vijayate /
Tasya Dhirah Parijananti Yonim
Marichinam Padam Ichchhanti Vedhasah // 21 //

Yo Devebhya Atapati
Yo Devanam Purohitah /
Purvo Yo Devebhyo Jatah
Namo Ruchaya Brahmaye // 22 //

Rucham Brahmam Janayantah
Deva Agre Tad Abruvan /
Yas Tvaivam Brahmano Vidyat
Tasya Deva Asan Vashe // 23 //

Hrish Cha Te Lakshmish Cha Patnyau
Ahoratre Parshve
Nakshatrani Rupam
Ashvinau Vyattam '
Ishtam Manishana
Amum Manishana
Sarvam Manishana // 24 //



Videos zum Hören und Mitsingen
Erläuterungen und Übersetzungen
Audio mp3, auch zum Download



Purusha Sukta, auch geschrieben Purusha Suktam, zählt zu den heiligsten Texten aus den Veden. Purusha Suktam ist ein Sukta, eine Hymne, welche die Einheit der gesamten Schöpfung als Purusha, als Göttliches Wesen, besingt.

Purusha Sukta Videos

Übersetzungen und Erläuterungen zum Purusha Sukta

Es gibt verschiedene Weisen, wie man den Purusha Sukta übersetzen kann. Grundsätzlich ist die Bedeutung eines Kirtans mehr als die Bedeutung der einzelnen Worte. Für einen Bhakta, einen Gottesverehrer, einen Kirtanisten, ist ein Kirtan ein Lobpreis Gottes. Oft sind sich auch in Indien die Sänger nicht bewusst, was die Bedeutung der Worte ist. Sie spüren einfach Bhakti, Hingabe, Liebe, Gottesnähe. 

Spirituelle Übersetzung Purusha Sukta

Der Purusha, das Kosmische Wesen, hat tausend Köpfe, tausend Augen, tausend Füße. Er umschließt die Erde ganz und ragt zehn Fingerlängen über sie hinaus. Alles Existierende ist allein der Purusha. Alles, was jemals war und immer sein wird ist Purusha. Er ist der Herr der Unsterblichkeit, denn in seiner Form als Nahrung (steht für das Universum) trans-zendiert er alles. So herrlich und noch großartiger ist der Purusha. Ein Viertel von Ihm ist die Schöpfung, alle Wesen, (während) drei Viertel von Ihm als das Unsterbliche Wesen darüber steht.

Der dreifüßige (d.h. unsterbliche) Pu-rusha stand über allem. Einer seiner Füße war dies (die Welt des Werdens). Dann durchdrang er (alles) allumfas-send, das Bewusste wie auch das Un-bewusste. Aus diesem (Höchsten We-sen) entsprang der Kosmische Orga-nismus (Virat) und in diesem Kosmi-schen Körper manifestierte sich die allgegenwärtige Intelligenz. Nachdem Er sich so manifestiert hatte, erschien Er als Vielheit, als diese Erde und dieser Körper.

Die Devas (Engelswesen) führten geistig ein allumfassendes Opferritual mit dem Purusha selbst als Opfergabe aus (da es nichts Materielles außer dem Purusha gab). Der Frühling war die gereinigte Butter, der Sommer das Brennmaterial und der Herbst die Opfergabe.

Es gab sieben Einfriedungen am heiligen Altar (die sieben Versmaße, wie beim Gayatri) und einundzwanzig (die zwölf Monate, die fünf Jahreszeiten, die drei Welten und die Sonne) Baumstämme als heiliges Brennmaterial, als die Götter (die Pranas - die Lebensenergien -, die Sinne und der Geist) das universelle Opfer mit dem Höchsten Purusha als das Objekt der Verehrung zelebrierten.

Ihre Opfergabe bestand darin, dass sie den Purusha als Gegenstand ihrer Meditation wählten. Er, der vor aller Schöpfung war und sie, die Devas (Engelswesen), Sadhyas (Götterwesen, die Gebete der Veden repräsentieren) und Rishis (Weise, Seher) führten (dieses erste Opfer) aus.

Aus diesem (Purusha) in Form einer universellen Opfergabe entstand die heilige Mischung aus Yoghurt und Ghee (gereinigte Butter) (für die Opfergabe). (Dann) schuf er die Wesen der Lüfte, die Tiere des Waldes und auch die Haustiere. Aus diesem (Purusha), der allumfassenden Opfergabe, entstanden die Riks (Ver-se des Rigveda) und Samans (Lieder des Samaveda); aus Ihm wurden die Versmaße (der Mantras) und die Yajus (Opfersprüche des Yajurveda) geboren.

Aus Ihm gingen die Pferde und Tiere mit zwei Zahnreihen hervor, sowie die Kühe, Ziegen und Schafe. Und in wie viele Teile teilten sie den Purusha in ihrer Meditation über Ihn? Was wurde aus Seinem Mund, Seinen Augen, Seinen Beine, Seinen Füßen?

Das Brahmana (spirituelle Weisheit und Größe) war sein Mund. Der Stand der Kshatriya (Krieger) waren seine Arme. Seine Beine wurden zu Vaisya (Kaufleute). Aus Seinen Füßen entstand Shudra (Dienerkaste). Der Mond (Symbol des Geistes) ging aus Seinem (Kosmischen) Geist hervor; die Sonne (Symbol des wahren Selbst) aus Seinen Augen. Indra und Agni (Feuer) kamen aus Seinem Mund; aus Seiner Lebensenergie wurde Vayu (Luft) geboren.

(In dieser universellen Meditation als Opfer) entstand das Firmament aus Seinem Nabel, die Himmel aus Seinem Kopf, die Erde aus Seinen Füßen, aus Seinen Ohren der Raum, die vier Himmelsrichtungen; so schufen sie die Welten.

Mittels dieses Opfer (der universellen Meditation) verehrten die Götter das Opfer (das allumfassende Wesen) und vollbrachten (visualisierten) es so. Dies waren die ursprüngliche Schöpfung und die ihr zugrundeliegenden Gesetze (die die Schöpfung erhalten). Diejenigen großen Verehrer (des Kosmischen Seins mittels dieser Art der Meditation) erreichen jenen himmlischen Wohnsitz, wo jene ursprünglichen Meditierenden wohnen (die oben erwähnten Götter und Himmelswesen), die das allumfassende Wesen erstmals so verehrten.

Ich kenne diesen Großen Purusha, der wie die Sonne jenseits der Dunkelheit scheint. Nur wenn man Ihn kennt, überwindet man den Tod; es gibt keinen anderen Weg, dorthin zu gelangen.

Purusha Sukta Bedeutung und Herkunft

Purusha Sukta gehört zu den wichtigsten Veda Mantras, ist vielleicht nach dem Gayatri Mantra das wichtigste Veda Mantra. Man sagt tatsächlich, Veda Mantra, eigentlich ist es ein Sukta und Sukta ist eine Hymne, eine vedische Hymne wird als Sukta bezeichnet. Und dieses Sukta besteht aus vielen Versen und an verschiedenen Stellen wird dieses Purusha Sukta beschrieben. Man findet es im Rig Veda, man findet es aber auch im Taittiriya-Aranyaka und man findet es auch noch in anderen Versionen.
Also, Purusha Sukta. Purusha heißt Mensch, Purusha heißt aber auch Bewusstsein. Und in diesem Purusha Sukta wird das Göttliche angerufen als kosmische Gestalt. Dort wird gesagt: „Aus was hat das Göttliche das ganze Universum gemacht? Zu Beginn der Schöpfung gab es nur dieses Unendliche und Ewige. Und so hat dieses Unendliche und Ewige das Universum geschaffen aus sich selbst heraus. Und so hat sich das Ewige und Unendliche manifestiert als dieses Universum. Und dieses Universum ist jetzt der physische Körper des höchsten Wesens. Das gesamte Weltall ist ein einziges Wesen. Es gibt nur ein einziges Wesen, nämlich dieses göttliche Wesen. Und letztlich alle Einzelgestalten sind wie Zellen in diesem kosmischen Purusha. Und das Göttliche manifestiert sich als die Welt, es bleibt aber auch jenseits der Welt.
Bewusstsein ist das Bewusstsein des Universums, und Bewusstsein ist auch das Bewusstsein hinter jedem einzelnen Körper. So ist dieses Kosmische tausendköpfig, tausendarmig, tausend Füße. Indem dieses Kosmische die Erde von allen Seiten umgibt, ragt es dennoch auch über diese Schöpfung hinaus. Dieser Purusha, dieses Bewusstsein und dieses höchste Wesen ist alles, was vergangen und zukünftig ist, ist Herrschender über die Unsterblichkeit und wächst über alles Speisengemachte hinaus. Dermaßen ist seine Größe und großartiger als das, das ist der Purusha.
Ein Viertel dieses Purushas sind alle Wesen, Dreiviertel, also der größte Teil, ist jenseits, ist das Unsterbliche.“ Und so wird in vielen Versen dieses Höchste beschrieben und man verbindet sich und weiß: „Ich bin Teil dieses Höchsten, wir sind eins mit dem Höchsten, wir sind Teil von diesem Höchsten, wir sind Zellen vom Höchsten und letztlich das Bewusstsein dieses Höchsten.“ Diese Suktam ist eine recht lange Hymne mit vierundzwanzig Strophen, ist auch nicht ganz so einfach, zu rezitieren. Und es empfiehlt sich, Purusha Suktam, wenn man es lernen will, häufig zu rezitieren, oder zunächst mal, häufig zuzuhören und dafür gibt es ja auch auf den Yoga Vidya Seiten, sowohl als Video wie auch als Audio, verschiedene Rezitationen des Purusha Sukta. Du findest auf den Yoga Vidya Seiten auch eine Übersetzung, insbesondere auch eine Wort für Wort Übersetzung, so dass du einen tieferen Zugang findest zum Purusha Suktam. Also, Purusha Suktam, die bedeutendste Sukta aus den Veden, eine Hymne zur Verehrung des Göttlichen als Seele des Universums und auch Verehrung des Göttlichen als kosmische Gestalt, das ganze Universum als Gestalt Gottes.

Text des Purusha Sukta mit diakritischen Zeichen:

Hier der Text des Purusha Sukta in der IAST Transkription, also mit diakritischen Zeichen, auch wissenschaftliche Umschrift genannt. Wenn du dich mit der IAST Umschrift auskennst, weißt du genau, wie die Wörter genau ausgesprochen werden.

sahasra-śīrṣā puruṣaḥ ' sahasrākṣaḥ sahasra-pāt /
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā ' atyatiṣṭhad daśāṅgulam // 1 //
puruṣa evedaṃ sarvaṃ ' yad bhūtaṃ yac ca bhavyam /
utāmṛtatvasyeśānaḥ ' yad annenātirohati // 2 //
etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca puruṣaḥ /
pādo' sya viśvā bhūtāni ' tripād asyāmṛtaṃ divi // 3 //
tripād ūrdhva udait puruṣa ' pādo 'syehābhavat punaḥ /
tato viṣvaṅ vyakrāmat ' sāśanānaśane abhi // 4 //
tasmād virāḍ ajāyata ' virājo adhi pūruṣaḥ /
sa jāto atyaricyata ' paścād bhūmim atho puraḥ // 5 //
yat puruṣeṇa haviṣā ' devā yajñam atanvata /
vasanto asyāsīd ājyaṃ ' grīṣma idhmaś śaraddhaviḥ // 6 //
saptāsyāsan paridhayaḥ ' triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ /
devā yad yajñaṃ tanvānāḥ ' abadhnan puruṣaṃ paśum // 7 //
taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan ' puruṣaṃ jātam agrataḥ /
tena devā ayajanta ' sādhyā ṛṣayaś ca ye // 8 //
tasmād yajñāt sarva-hutaḥ ' saṃbhṛtaṃ pṛṣad-ājyam /
paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān ' āraṇyān grāmyāṃś ca ye // 9 //
tasmād yajñād sarva-hutaḥ ' ṛcaḥ sāmāni jajñire /
chandāṃsi jajñire tasmāt ' yajus tasmād ajāyata // 10 //
tasmād aśvā ajāyanta ' ye ke cobhayā-dataḥ /
gāvo ha jajñire tasmāt ' tasmāj jātā ajāvayaḥ // 11 //
yat puruṣaṃ vyadadhuḥ ' katidhā vyakalpayan /
mukhaṃ kim asya kau bāhū ' kāv ūrū pādāv ucyete // 12 //
brāhmaṇo 'sya mukham āsīt ' bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ /
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ ' padbhyāṃ śūdro ajāyata // 13 //
candramā manaso jātaḥ ' cakṣoḥ sūryo ajāyata /
mukhād indraś cāgniś ca ' prāṇād vāyur ajāyata // 14 //
nābhyā āsīd antarikṣaṃ ' śīrṣṇo dyauḥ samavartata /
padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt ' tathā lokān akalpayan // 15 //
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ' āditya-varṇaṃ tamasas tu pāre /
sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīraḥ ' nāmāni kṛtvābhivadan yad āste // 16 //
dhātā purastād yam udājahāra ' śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ /
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ' nānyaḥ panthā ayanāya vidyate // 17 //
yajñena yajñam ayajanta devāḥ ' tāni dharmāṇi prathamāny āsan /
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante ' yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ // 18 //

adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca ' viśva-karmaṇaḥ samavartatādhi /
tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti ' tat puruṣasya viśvam ājānam agre // 19 //
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ' āditya-varṇaṃ tamasaḥ parastāt /
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ' nānyaḥ panthā vidyate 'yanāya // 20 //
prajā-patiś carati garbhe antaḥ ' ajāyamāno bahudhā vijāyate /
tasya dhīrāḥ parijānanti yonim ' marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ // 21 //
yo devebhya ātapati ' yo devānāṃ purohitaḥ /
pūrvo yo devebhyo jātaḥ ' namo rucāya brāhmaye // 22 //
rucaṃ brāhmaṃ janayantaḥ ' devā agre tad abruvan /
yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt ' tasya devā asan vaśe // 23 //
hrīś ca te lakṣmīś ca patnyau ' ahorātre pārśve ' nakṣatrāṇi rūpam ' aśvinau vyāttam '
iṣṭaṃ maniṣāṇa ' amuṃ maniṣāṇa ' sarvaṃ maniṣāṇa // 24 //

Wort-für-Wort-Übersetzung und zwischen den Zeilen die wörtliche Übersetzung

Hier die Wort-für-Wort-Übersetzung und die wörtliche Übersetzung zwischen den Zeilen des Purusha Sukta:

692. puruṣa-sūkta

puruṣa m. Mann, im Veda auch: allumfassendes Urwesen, das im Zuge eines Opfers zerlegt und so zum Ursprung alles Geschaffenen wurde, inklusive der vier Stände (varṇa) des Sozialsystems. Später wurde er mit Viṣṇu/Nārāyaṇa identifiziert und die vorliegende Hymne als zu diesem gehörig angesehen (s. auch Hymne 693 an Nārāyaṇa, die in der ersten Strophe auf das Puruṣasūkta anspielt); sūkta (su-ukta) gut gesagt, n. vedische Hymne.

Hymne über den Puruṣa

Texte: die älteste Version des Puruṣasūkta findet sich in Ṛgveda (RV) 10.90. In der hier wiedergegebenen Version des Taittirīya-Āraṇyaka (TĀ) 3.13, 14 wurden die Strophen 16, 17 ein- und 19-24 angefügt und Strophe 15 zu Strophe 7 gemacht. Strophen 19-24, die auch in der Puruṣasūkta-Version der Vājaseneyī-Samhitā (VS) vorhanden sind, werden in den Kommentaren von TA und VS 'Uttaranārāyaṇam' (ungefähr: späterer Teil des Nārāyaṇa) genannt, was zeigt, daß die Hymne im Lauf der Zeit für Viṣṇu/Nārāyaṇa verwendet wurde. Der Text findet sich auch in Mantrapuṣpa p. 398ff und Satsaṃga-bhajana-mālā no. 113 (hier nur der auch im RV vorhandene Teil) und wird in einer gesonderten Veröffentlichung mit vedischen Akzenten gedruckt werden.

Zählung: In der Originalzählung des TĀ sind größere Abschnitte zusammengefaßt, ohne Rücksicht auf Strophengrenzen. Im Folgenden wurde die Zählung des TĀ Kommentars übernommen und ab TĀ 3.14 wie in VS weitergezählt (19 - 24).

Metrum: 1-15, 22, 23 Anuṣtubh (4x8 Silben), 16-21 Triṣṭubh (4x11 Silben), 24 Prosa.

sahasra-śīrṣā puruṣaḥ ' sahasrākṣaḥ sahasra-pāt /
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā ' atyatiṣṭhad daśāṃgulam // 1 //

sahasra tausend; śīrṣan n. Kopf; sahasra-śīrṣan tausendköpfig; puruṣa s. Einleitung zu diesem sūkta; akṣa n. Auge, in Komposita für akṣi; pad (starke Form pād) m. Fuß; saḥ er; bhūmi f. Erde; viśva-tas indekl. auf allen Seiten, rundum, überall; vṛtvā (vṛ 1) bedeckt habend; aty-atiṣṭhad (sthā) stand darüber hinaus (bildete eine zehn Finger dicke Schicht über der Erde); daśan zehn; aṃgula m. Finger, Breite eines Daumens.

Der Puruṣa [ist] tausendköpfig, tausendäugig, tausendfüßig. Indem er die Erde von allen Seiten umgab, stand er zehn Finger über sie hinaus.

puruṣa evedaṃ sarvaṃ ' yad bhūtaṃ yac ca bhavyam /
utāmṛtatvasyeśānaḥ ' yad annenātirohati // 2 //

puruṣa s. 1; eva betont vorausgehendes Wort; idam dieses; sarva all-; yad welches; bhūta geworden, vergangen; ca und; bhavya zu werden, zukünftig; uta und; amṛtatva n. Unsterblichkeit; īśāna herrschend; anna n. Speise; ati-rohati (ruh) wächst darüber hinaus.

Der Puruṣa eben ist dies alles, was vergangen und zukünftig ist, und, Herrschender über die Unsterblichkeit, was durch Speise darüber hinauswächst.

etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca puruṣaḥ /
pādo' sya viśvā bhūtāni ' tripād asyāmṛtaṃ divi // 3 //

etāvat so groß, so viel, so sehr; asya dessen; mahiman m. Größe, Ausdehnung; atas von daher; jyāyas m. mächtiger, vorzüglicher, älter; ca und; puruṣa s. 1; pāda m. Fuß, Viertel; viśva all-; bhūta n. Wesen; tri drei; tri-pad (starker Stamm -pād) dreifüßig, drei Viertel; amṛta nicht gestorben = unsterblich, n. Unsterblichkeitstrank, Ambrosia; div m./f. Himmel.

Dermaßen ist seine Größe, und großartiger als das ist der Puruṣa. Ein Viertel von ihm sind alle Wesen, drei Viertel von ihm ist das Unsterbliche im Himmel.

tripād ūrdhva udait puruṣa ' pādo 'syehābhavat punaḥ /
tato viṣvaṃ vyakrāmat ' sāśanānaśane abhi // 4 //

tri drei; tri-pad (starker Stamm -pād) dreifüßig, drei Viertel; ūrdhva aufrecht, über, hoch, höher; ud-ait (i/ī) ging hinauf, nach oben; puruṣa 1; pāda m. Fuß, Viertel; asya dessen; iha hier (wahrscheinlich auf der Welt); abhavat (bhū) wurde, war; punar wieder; tatas von da her; viṣvac (viṣvañc, viṣuc) nach verschiedenen Seiten (viṣu) hingewandt; vy-akramat (kram) ging auseinander; sa mit; aśana n. die Handlung des Essens, Nahrung; sa-aśana-an-aśana n. mit Nahrung und ohne Nahrung: was ißt und nicht ißt (Graßmann: irdische und himmlische Wesen, Sāyaṇa nach Geldner: das Essende, die Gesamtheit der vernünftigen lebenden Wesen, das Nicht-essende, das Unvernünftige, Berge, Flüsse etc.); abhi zu jemandem/etwas hin, hin - zu, über - hinaus.

Zu drei Vierteln stieg der Puruṣa nach oben, ein Viertel von ihm entstand wieder hier. Von da aus ging er nach verschiedenen Seiten auseinander, über das, was ißt und das, was nicht ißt, hinaus.

tasmād virāḍ ajāyata ' virājo adhi pūruṣaḥ /
sa jāto atyaricyata ' paścād bhūmim atho puraḥ // 5 //

tasmāt  aus diesem; vi-rāj weithin herrschend, f. weibliches Schöpfungsprinzip (Geldner), Universum; ajāyata  (jan/jā) wurde geboren; adhi oben auf, hinauf, auf, in, bei, mit Ablativ: von - herab/her/weg; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; saḥ er; jāta geboren; ati-aricyata (ric) ließ frei, los, mit ati überragen (Ablativ, Akkusativ), jemand (Akkusativ) übertreffen; paścāt hinten, von hinten, hinterher; bhūmi f. Erde; atha dann, denn; u und, auch; atha+u und dann, und auch; puras voran, vor, an der vorderen Seite.

Aus ihm wurde Virāj geboren, aus Virāj der Puruṣa. Geboren, überragte er von hinten und auch vorn die Erde.

yat puruṣeṇa haviṣā ' devā yajñam atanvata /
vasanto asyāsīd ājyaṃ ' grīṣma idhmaś śaraddhaviḥ // 6 //

yad als, nachdem; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; havis n. Opferguß, -trank; deva m. Gott; yajña m. Götterverehrung, Opfer; atanvata (tan) sie spannten auf, breiteten aus; vasanta m. Frühling; asya dessen; āsīt  war; ājya n. geschmolzene Butter, die ins Feuer gegossen wird; grīṣma m. Sommer; idhma m. Brennholz; śarad f. Herbst, Jahr.

Als die Götter mit dem Puruṣa als Opfer das Opfer ausbreiteten, war der Frühling dessen Schmelzbutter, der Sommer das Brennholz, der Herbst der Opferguß.

saptāsyāsan paridhayaḥ ' triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ /
devā yad yajñaṃ tanvānāḥ ' abadhnan puruṣaṃ paśum // 7 //

saptan sieben; asya dessen; āsan sie waren; pari-dhi m. Umschließung, Hölzer, die um den Altar gelegt werden; tris/triḥ dreimal; sam-idh f. Brennholz, Zündholz zum Unterhalten oder Anzünden des Feuers; kṛta gemacht; deva m. Gott; yad als; yajña m. Götterverehrung, Opfer; tanvāna ausspannend, ausbreitend; abadhnan (bandh) sie banden (vor der Schlachtung wird das Tier an den Opferpfosten gebunden); puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; paśu m. (oft domestiziertes) Tier, Vieh.

Sieben waren seine Umlegehölzer, dreimal sieben Brennhölzer waren gemacht, als die Götter, das Opfer ausbreitend, den Puruṣa als (Opfer-)tier anbanden.

taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan ' puruṣaṃ jātam agrataḥ /
tena devā ayajanta ' sādhyā ṛṣayaś ca ye // 8 //

tam  den; yajña m. Götterverehrung, Opfer; barhis n. Opferstreu, die um den Altar ausgebreitet wird; praukṣan (pra-ukṣ) sie besprengten, weihten; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; jāta geboren; agratas voran, zuerst; tena durch diesen; deva m. Gott; ayajanta (yaj) sie opferten; sādhya m. pl. Bezeichnung einer Klasse von vorzeitlichen Göttern; ṛṣi m. Weiser, Seher; ca und; ye welche.

Dies Opfer weihten sie auf der Opferstreu, den zu Anfang geborenen Puruṣa. Mit diesem opferten die Götter, die Sādhyas, und welche die Weisen sind.

tasmād yajñāt sarva-hutaḥ ' saṃbhṛtaṃ pṛṣad-ājyam /
paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān ' āraṇyān grāmyāṃś ca ye // 9 //

tasmāt von dem her, dadurch; yajña m. Götterverehrung, Opfer; sarva-; -hut- am Ende von Komposita: opfernd (Wackernagel, III.3, S. 65 - der Dichter hat sich offenbar vorgestellt, daß das Opfer, nämlich der Puruṣa, als ein Handelnder bei der Opferung beteiligt war); saṃ-bhṛta zusammengetragen, -gestellt, -gefügt; pṛṣat gesprenkelt, n. episch/klassisch Wasser- oder sonstiger Tropfen; ājya n. Opferschmalz; pṛṣad-ājya n. nach Āpṭe: Butterschmalz vermischt mit geronnener Milch (wie hier versuchsweise übersetzt ist, denn saṃbhṛta läßt mindestens zwei Elemente erwarten); paśu m. (oft domestiziertes) Tier, Vieh; tān diese (Akkusativ Plural maskulinum); cakre (kṛ) er (Puruṣa oder Opfer oder 'man'?) hat gemacht (eventuell zu übersetzen: er/es hat sich gemacht zu diesen Tieren in der Luft etc.?); vāyavya zum Wind gehörig, sich in der Luft aufhaltend; āraṇya in der Wildnis (araṇya) befindlich; grāmya zum Dorf gehörig, sich im Dorf aufhaltend; ca und; ye welche.

Aus diesem alles opfernden Opfer [wurde] Butterschmalz und geronnene Milch zusammengestellt, hat er/man die Tiere gemacht, welche zur Luft, zur Wildnis, und zum Dorf gehören.

tasmād yajñād sarva-hutaḥ ' ṛcaḥ sāmāni jajñire /
chandāṃsi jajñire tasmāt ' yajus tasmād ajāyata // 10 //

tasmāt von dem her, daraus; yajña m. Götterverehrung, Opfer; sarva all-; -hut- am Ende von Komposita: opfernd (s. 9); ṛc f. Vers, Strophe, Hymne; sāman n. Gesang, Melodie; jajñire (jan/jā) sie sind geboren worden; chandas n. hier: Versmaß; yajus n. Opferspruch; ajāyata (jan/jā) wurde geboren.

 

Aus diesem alles opfernden Opfer sind die Verse [und] die Melodien geboren worden, die Versmaße sind daraus geboren worden, der Opferspruch wurde daraus geboren.

tasmād aśvā ajāyanta ' ye ke cobhayā-dataḥ /
gāvo ha jajñire tasmāt ' tasmāj jātā ajāvayaḥ // 11 //

tasmāt von dem her, daraus; aśva m. Pferd; ajāyanta (jan/jā) sie wurden geboren, sind entstanden; ye welche; ke welche?; ye ke welche immer; ca und; ubhaya beiderseitig, von beiderlei Art; dat m. Zahn; ubhayā-dat Geldner: mit doppelter Zahnreihe; go m./f. Rind; ha betont vorausgehendes Wort; jajñire (jan/jā) sie sind geboren worden; jāta geboren; aja m. Ziegenbock; avi m. Schaf; ajāvayaḥ m. Ziegen und Schafe.

Daraus wurden die Pferde geboren [und] welche auch immer mit doppelter Zahnreihe sind, die Rinder eben sind daraus geboren, daraus geboren sind die Ziegen und Schafe.

yat puruṣaṃ vyadadhuḥ ' katidhā vyakalpayan /
mukhaṃ kim asya kau bāhū ' kāv ūrū pādāv ucyete // 12 //

yad als; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; vy-adadhuḥ (dhā) sie setzten, legten, stellten auseinander/in verschiedener Weise, zerlegten; kati wie viele? kati-dhā wie vielfach? vy-akalpayan (kḷp) sie bildeten auseinander/in verschiedener Weise, zerteilten; mukha n. Mund, Gesicht, Kopf; kim was; asya dessen; kau welche beiden? bāhu m. Arm; ūru m. Schenkel; pāda m. Fuß; ucyete (vac) die beiden werden genannt.

Als sie den Puruṣa zerlegten, wie vielfach zerteilten sie [ihn]? Was wurde sein Kopf, was die beiden Arme, was die beiden Schenkel, Füße genannt?

brāhmaṇo 'sya mukham āsīt ' bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ /
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ ' padbhyāṃ śūdro ajāyata // 13 //

brāhmaṇa  m. hier: Mitglied des Priesterstandes; asya dessen; mukha n. Mund, Gesicht, Kopf; āsīt (as) war; bāhu m. Arm; rājanya aus königlichem Geschlecht stammend, m. Mitglied des Kriegerstandes; kṛta gemacht; ūru m. Schenkel; tad das; yad welches; vaiśya m. zu den Niederlassungen (viś f.) gehörig, Mitglied des dritten Standes, Bauern und Kaufleute; pad m. Fuß; śūdra m. Mitglied des vierten Standes, Lohnabhängige; ajāyata (jan/jā) wurde geboren. Die Strophe enthält die erste deutliche Erwähnung des Vier-Stände-Systems.

Sein Kopf war der Brahmane, seine beiden Arme wurden zum Krieger gemacht, seine Schenkel [wurden] das, was der Vaiśya ist, aus den Füßen wurde der Śūdra geboren.

candramā manaso jātaḥ ' cakṣoḥ sūryo ajāyata /
mukhād indraś cāgniś ca ' prāṇād vāyur ajāyata // 14 //

candramas  m. Mond; manas n. Denken, Herz, Wille; jāta geboren; cakṣus n. Auge; sūrya m. Sonne; ajāyata (jan/jā) wurde geboren; mukha n. Mund, Gesicht, Kopf; indra m. König der Götter; ca und; agni m. Feuer, Gott des Feuers; prāṇa m. Atem, Leben; vāyu m. Wind, Gott des Windes.

Der Mond ist aus [seinem] Denken geboren, aus [seinen] Augen wurde die Sonne geboren, aus [seinem] Mund Indra und Feuer, aus [seinem] Atem wurde der Wind geboren.

nābhyā āsīd antarikṣaṃ ' śīrṣṇo dyauḥ samavartata /
padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt ' tathā lokān akalpayan // 15 //

nābhi  f. Nabe, Nabel; āsīt war; antari-kṣa n. das im Innern, in der Mitte liegende, Luftraum; śīrṣan n. Kopf; dyauḥ m./f. Himmel, Tag; sam-avartata (vṛt) stellte sich ein, entstand; pad m. Fuß; bhūmi f. Erde; diś  f. Richtung, Himmelsrichtung, Weltgegend; śrotra n. Ohr; tathā so, auf diese Weise; loka m. hier: freier Raum, Weltraum, Welt; akalpayan (kḷp) sie bildeten.

Aus dem Nabel war der Luftraum, aus dem Kopf entstand der Himmel, aus den Füßen die Erde, die Himmelsrichtungen aus dem Ohr: so bildeten sie die Welten.
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ' āditya-varṇaṃ tamasas tu pāre /
sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīraḥ ' nāmāni kṛtvābhivadan yad āste // 16 //

veda  (vid) ich habe erkannt; aham ich; etam diesen; puruṣa s. 1; mahat/mahā groß; āditya m. Sonne; varṇa m. Farbe; tamas n. Dunkelheit; tu aber (wird auch als Füllwort verwendet); pāra n. (später auch m.) jenseitiges Ufer, jenseitige Grenze, Ende; sarva all-; rūpa n. Form. Gestalt, Natur, Erscheinung, Eigenschaft; vi-citya bedacht, wahrgenommen, in Betracht gezogen habend; dhīra weise, verständig (hier wohl bezogen auf den Puruṣa); nāman n. Name; kṛtvā (kṛ) gemacht habend; abhi-vadan (vad) benennend; yad welches, was; āste (ās) sitzt, wohnt, bleibt, ist enthalten.

Ich habe diesen großen Puruṣa erkannt, den sonnenfarbigen, jenseits der Dunkelheit, nachdem der Weise alle Gestalten betrachtet [und] Namen gemacht hatte, benennend, was (in der Welt) enthalten ist.

dhātā purastād yam udājahāra ' śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ /
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ' nānyaḥ panthā ayanāya vidyate // 17 //

dhātṛ  m. wörtlich: 'einer, der setzt, stellt, legt,' z.B. ein Priester, der das Opfer anordnet, Schöpfer (TA Kommentar: prajāpati); purastāt vor, vorn, voran, im Osten; yam welchen; ud-ā-jahāra (hṛ) hat hervorgeholt, hier: hervorgebracht; śakra stark (im Ṛgveda von Göttern gesagt) m. Indra; pra-vidvas wissend, kennend; pra-diś f. Aufzeigen, Anweisung, (Himmels-) Richtung, Weltgegend; catasraḥ (Nom. fem.) vier; tam den; evam so; vidvas wissend; a-mṛta nicht gestorben = unsterblich; iha hier; bhavati (bhū) wird; na nicht; anya ander-; path/pathi m. Weg; ayana n. das Gehen; vidyate (vid) wird gefunden, es gibt.

Welchen der Schöpfer vormals hervorgebracht hat - der Starke, die vier Weltgegenden kennende - diesen so kennend, wird man hier unsterblich, es gibt keinen anderen Weg zu gehen.

yajñena yajñam ayajanta devāḥ ' tāni dharmāṇi prathamāny āsan /
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante ' yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ // 18 //

yajña m. Götterverehrung, Opfer; ayajanta (yaj) sie opferten; deva m. Gott; tāni diese; dharman n. Stütze, Gesetz, Pflicht, Recht, Gerechtigkeit; prathama erst-; āsan (as) sie waren; te diese; ha fürwahr, tatsächlich, wird auch ohne spezifische Bedeutung verwendet; nāka m. Himmel, Firmament; mahiman m. Größe, Macht, Majestät; sacante (sac) sie folgen, begleiten; yatra wo; pūrva vorder-, östlich, früher; sādhya m. pl. Bezeichnung einer Klasse von vorzeitlichen Göttern; santi (as) sie sind.

Mit dem Opfer opferten die Götter, dies waren die ersten Gesetze, sie, diese Größen folgen dem Firmament, wo die früheren, die Sādhya-Götter sind.

adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca ' viśva-karmaṇaḥ samavartatādhi /
tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti ' tat puruṣasya viśvam ājānam agre // 19 //

ap f. Wasser; sam-bhūta geworden, entstanden; pṛthivī f. die Erde ('die breite'); rasa m. Saft, Flüssigkeit, Essenz etc.; ca und; viśva all-, n. All, hier vielleicht: Welt; karman n. Handlung; viśva-karman m. Allschaffender, Name eines Gottes, der als Weltschöpfer gedacht wird, später der Architekt der Götter; sam-avartata (von vṛt, sich drehen, entwickeln, werden, sein) stellte sich ein, kam, wurde; adhi auf, hinauf, darüber; tasya dessen; tvaṣṭṛ m. kunstreicher Bildner, Schöpfer der Wesen; vi-dadhad (dhā) austeilend, anordnend, hervorbringend; rūpa n. Form, Gestalt, Natur, Erscheinung, Eigenschaft; eti (i/ī) geht, bewegt sich; tat das; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; ājāna n. Geburtsort, Geburt, Abkunft, ājānam (indeklinabel) von der Zeit der Schöpfung an; agra erst-, vorderst-, n. vorderster Punkt, Spitze, Anfang (d könnte man auch übersetzen: das [war] des Puruṣa ganzer Geburtsort am Anfang). Die Übersetzung ist nur ein Versuch.

Aus den Wassern und aus (sonstiger) Flüssigkeit für die Erde entstanden, entwickelte er sich durch Viśvakarman über [sie] hinaus; dessen Gestalt anordnend, bewegt sich Tvaṣṭṛ, das [war] des Puruṣa Welt von der Zeit der Schöpfung an, am Anfang.

vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ' āditya-varṇaṃ tamasaḥ parastāt /
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ' nānyaḥ panthā vidyate 'yanāya // 20 //

veda  (vid) ich habe erkannt; aham ich; etam diesen; puruṣa s. Einleitung zu diesem Text; mahat/mahā groß; āditya m. Sonne; varṇa m. Farbe; tamas n. Dunkelheit; tu aber (wird auch als Füllwort verwendet); parastāt jenseits, danach, höher, von oben; tam den; evam so; vidvas wissend; a-mṛta nicht gestorben = unsterblich; iha hier; bhavati (bhū) wird; na nicht; anya ander-; path/pathi m. Weg; vidyate wird gefunden, gekannt; ayana n. das Gehen. Versviertel c hat zwei Silben zu viel, in VS 31.18c stimmt das Versmaß: tam eva viditvāti mṛtyum eti 'eben diesen erkannt habend geht er über den Tod hinaus.' Durch den Sandhi in vidyate 'yanāya fehlt in beiden Fällen eine Silbe in d.
Ich habe diesen großen Puruṣa erkannt, den sonnenfarbigen, jenseits der Dunkelheit; eben diesen so kennend, wird man hier unsterblich, es gibt keinen anderen Weg zu gehen.

prajā-patiś carati garbhe antaḥ ' ajāyamāno bahudhā vijāyate /
tasya dhīrāḥ parijānanti yonim ' marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ // 21 //

a-b Atharvaveda 10.8.13; d RV 10.177.1d; VS 31.19; prajā f. Zeugung, Geburt, Nachkommenschaft, Geschöpf, Untertanen; pati m. Herr; prajā-pati m. Herr der Zeugung bzw. Nachkommenschaft, Bezeichnung des Schöpfers seit dem Ṛgveda; carati (car) bewegt sich, geht umher; garbha m. Mutterschoß, Embryo, Inneres; antar innen, inmitten, zwischen; a-jāyamāna nicht geboren werdend; bahu-dhā  in vielfacher Weise, verschiedenartig, in verschiedenen Formen/Richtungen; vi-jāyate (jan/jā) wird geboren, wächst, wird verändert/transformiert; tasya dessen; dhīra weise, verständig, mutig, m. Weiser; pari-jānanti  (jñā) sie kennen, finden heraus; yoni m./f. Mutterschoß, Uterus, Vulva, Ursprung, Quelle; marīci  f. Lichtteil, Lichtstrahl, Licht; pada n. Fußspur, Schritt, Stätte; icchanti (iṣ) sie wünschen, verlangen nach; vedhas m. nicht eindeutig geklärt, vielleicht 'Förderer,' oder 'Verteiler, Anordner' (Mayrhofer, Kurzgefaßtes etymologisches Wörterbuch des Altindischen). Schluß etwas rätselhaft - möglicherweise wird der Ursprung von allem als eine Art Lichtwelt angesehen, in die sich die Weisen bzw. Anordner begeben wollen. Dieses letzte Versviertel stammt aus RV 10.177.1, wo Geldner übersetzt: 'die Meister suchen die Spur der Lichtstrahlen.' In VS paßt der Sinn besser: tasmin ha tasthur bhuvanāni viśvā 'eben darin haben sich alle Welten befunden.'

Prajāpati geht im Mutterschoß umher; [obwohl] er nicht geboren wird, wächst er in vielfacher Weise. Die Weisen kennen seinen Ursprung, die Anordner [der Welt] begehren die Stätte der Lichter.

yo devebhya ātapati ' yo devānāṃ purohitaḥ /
pūrvo yo devebhyo jātaḥ ' namo rucāya brāhmaye // 22 //

yaḥ welcher; deva m. Gott; ā-tapati (tap) glüht; puro-hita nach vorn/vor gesetzt, m. Hauspriester; pūrva vorder-, östlich, früher; jāta (jan) geboren; namas n. Verneigung, Verehrung; ruca licht (Wackernagel-Debrunner II.2, S. 70); brāhmi nach Wackernagel-Debrunner 'heilig (?)', jedenfalls irgendwie 'zu brahman, brahmā, Brahmanen, oder den Brāhmaṇa-Texten gehörig,' laut Kommentar 'von der Form des höchsten Brahman, oder durch das brahman (hier Veda) zu erklären.' Entweder geht es um das Feuer, das auch purohita genannt wird (z.B. RV 1.1.1), oder die Sonne.

Welcher für die Götter glüht, welcher der Hauspriester der Götter ist, welcher früher als die Götter geboren wurde, Verneigung dem lichten, zum brahman gehörigen.

rucaṃ brāhmaṃ janayantaḥ ' devā agre tad abruvan /
yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt ' tasya devā asan vaśe // 23 //

ruca  licht; brāhma zum brahman gehörig (s. 22); janayanta hervorbringend; deva m. Gott; agra erst-, vorderst-, n. vorderster Punkt, Spitze; tat das; abruvan (brū) sie sprachen; yaḥ welcher; tvā dich; evam so; brāhmaṇa  m. Brahmane; vidyāt (vid) könnte/sollte/dürfte wissen (kann gelegentlich auch wie Indikativ übersetzt werden); tasya dessen (hier im Sinn von Dativ); asan (as) sie sind (Injunktiv Präsens zur Bezeichnung eines generellen Sachverhalts, Hoffmann S. 119ff?); vaśa m. Wille, Wunsch.

Den lichten, zum Brahman gehörigen hervorbringend, sprachen die Götter dies am Anfang: welcher Brahmane dich so kennt, dem sind die Götter zu Willen.

hrīś ca te lakṣmīś ca patnyau ' ahorātre pārśve ' nakṣatrāṇi rūpam ' aśvinau vyāttam '
iṣṭaṃ maniṣāṇa ' amuṃ maniṣāṇa ' sarvaṃ maniṣāṇa // 24 //

hrī  f. Scham, Schamhaftigkeit (hier personifiziert), Lesung in Vājasenyī-Saṃhitā 31.22: śrī f. Glanz, Herrlichkeit, Reichtum, Glück, Göttin des Glücks, was nicht schlecht ist und dazuhin zeigt, daß zu jenen Zeiten Śrī und Lakṣmī noch zwei verschiedene Gottheiten waren; ca und; te dein-; lakṣmī f. Göttin von Reichtum und Wohlergehen; patnī f. Ehefrau; ahan n. Tag (am Ende von Komposita ahaḥ); rātri/rātrī f. Nacht; aho-rātra m./n. Tag und Nacht; pārśva m./n. Seite (des menschlichen Körpers, unter der Achsel); nakṣatra n. Stern, Mondhaus (von denen es 27 zu 13°20' gibt, in die der Himmel eingeteilt ist und durch welche die Mondbahn verläuft); rūpa n. Form. Gestalt, Natur, Erscheinung, Eigenschaft; aśvin m. Dual durch (besondere) Pferde charakterisiert: die beiden Ärzte der Götter, denen Gänse den Wagen ziehen; vyātta  n. (geöffneter) Mund (unklar, warum die Aśvin damit identifiziert werden); iṣṭa (iṣ) gewünscht, verehrt, dargebracht (von yaj), n. Wunsch, Opferritual; maniṣāṇa: bislang nicht gelöst, Vājasaneyī-Saṃhitā 31.22 ist verständlicher: ma' iṣāṇa (me iṣāṇa, letzteres 2. Singular Imperativ Parasmaipadam auf āna von iṣ, senden) sende mir (so auch hier übersetzt); amum jenen, interpretiert von Vājasaneyī Kommentator Mahīdhara als para-lokam, die 'andere/nächste/höchste Welt,' der Taittirīya Kommentator Sāyaṇa meint, daß es sich auf das bezieht, was es auf der Welt gibt, wie Kühe und Pferde; sarva all-.

Deine beiden Frauen sind 'Schamhaftigkeit' und Lakṣmī, [deine] beiden Seiten Tag und Nacht, [deine] Erscheinungsform die Mondhäuser, [dein] geöffneter Mund die beiden Aśvin - sende mir das Erwünschte, sende jenen, sende alles.

Purusha Sukta in Devanagari Schrift

Hier der Purusha Sukta in der Schrift, in der in Indien Sanskrit geschrieben wird, also in der Devanagari Schrift: 

सहस्रशीर्षा पुरुषः सहस्राक्षः सहस्रपात् /
स भूमिं विश्वतो वृत्वा अत्यतिष्ठद् दशाङ्गुलम् // १ //
पुरुष एवेदं सर्वं यद् भूतं यच् च भव्यम् /
उतामृतत्वस्येशानः यद् अन्नेनातिरोहति // २ //
एतावान् अस्य महिमा अतो ज्यायांश् च पुरुषः /
पादोऽ स्य विश्वा भूतानि त्रिपाद् अस्यामृतं दिवि // ३ //
त्रिपाद् ऊर्ध्व उदैत् पुरुष पादो ऽस्येहाभवत् पुनः /
ततो विष्वङ् व्यक्रामत् साशनानशने अभि // ४ //
तस्माद् विराड् अजायत विराजो अधि पूरुषः /
स जातो अत्यरिच्यत पश्चाद् भूमिम् अथो पुरः // ५ //
यत् पुरुषेण हविषा देवा यज्ञम् अतन्वत /
वसन्तो अस्यासीद् आज्यं ग्रीष्म इध्मश् शरद्धविः // ६ //
सप्तास्यासन् परिधयः त्रिः सप्त समिधः कृताः /
देवा यद् यज्ञं तन्वानाः अबध्नन् पुरुषं पशुम् // ७ //
तं यज्ञं बर्हिषि प्रौक्षन् पुरुषं जातम् अग्रतः /
तेन देवा अयजन्त साध्या ऋषयश् च ये // ८ //
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुतः संभृतं पृषदाज्यम् /
पशूंस् तांश् चक्रे वायव्यान् आरण्यान् ग्राम्यांश् च ये // ९ //
तस्माद् यज्ञाद् सर्वहुतः ऋचः सामानि जज्ञिरे /
छन्दांसि जज्ञिरे तस्मात् यजुस् तस्माद् अजायत // १० //
तस्माद् अश्वा अजायन्त ये के चोभयादतः /
गावो ह जज्ञिरे तस्मात् तस्माज् जाता अजावयः // ११ //
यत् पुरुषं व्यदधुः कतिधा व्यकल्पयन् /
मुखं किम् अस्य कौ बाहू काव् ऊरू पादाव् उच्येते // १२ //
ब्राह्मणो ऽस्य मुखम् आसीत् बाहू राजन्यः कृतः /
ऊरू तद् अस्य यद् वैश्यः पद्भ्यां शूद्रो अजायत // १३ //
चन्द्रमा मनसो जातः चक्षोः सूर्यो अजायत /
मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च प्राणाद् वायुर् अजायत // १४ //
नाभ्या आसीद् अन्तरिक्षं शीर्ष्णो द्यौः समवर्तत /
पद्भ्यां भूमिर् दिशः श्रोत्रात् तथा लोकान् अकल्पयन् // १५ //
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसस् तु पारे /
सर्वाणि रूपाणि विचित्य धीरः नामानि कृत्वाभिवदन् यद् आस्ते // १६ //
धाता पुरस्ताद् यम् उदाजहार शक्रः प्रविद्वान् प्रदिशश् चतस्रः /
तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था अयनाय विद्यते // १७ //
यज्ञेन यज्ञम् अयजन्त देवाः तानि धर्माणि प्रथमान्य् आसन् /
ते ह नाकं महिमानः सचन्ते यत्र पूर्वे साध्याः सन्ति देवाः // १८ //

अद्भ्यः सम्भूतः पृथिव्यै रसाच् च विश्वकर्मणः समवर्तताधि /
तस्य त्वष्टा विदधद् रूपम् एति तत् पुरुषस्य विश्वम् आजानम् अग्रे // १९ //
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसः परस्तात् /
तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था विद्यते ऽयनाय // २० //
प्रजापतिश् चरति गर्भे अन्तः अजायमानो बहुधा विजायते /
तस्य धीराः परिजानन्ति योनिम् मरीचीनां पदम् इच्छन्ति वेधसः // २१ //
यो देवेभ्य आतपति यो देवानां पुरोहितः /
पूर्वो यो देवेभ्यो जातः नमो रुचाय ब्राह्मये // २२ //
रुचं ब्राह्मं जनयन्तः देवा अग्रे तद् अब्रुवन् /
यस् त्वैवं ब्राह्मणो विद्यात् तस्य देवा असन् वशे // २३ //
ह्रीश् च ते लक्ष्मीश् च पत्न्यौ अहोरात्रे पार्श्वे नक्षत्राणि रूपम् अश्विनौ व्यात्तम् ऽ
इष्टं मनिषाण अमुं मनिषाण सर्वं मनिषाण // २४ //

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Erläuterungen

Hier ein Kurzvortrag zur Bedeutung von Purusha Sukta

Rezitation des Purusha Sukta

Langsame Rezitation des Purusha Sukta, eines der wichtigsten Veda Texte - Mitrezitieren und Lernen

Purusha Sukta – Veda Rezitation von Sukadev, Gründer von Yoga Vidya

Weitere Kirtans, Mantras und Lieder

Purusha Sukta ist ein Sanskrit Mantras, Stotras und Shlokas für Rezitationen. Hier findest du weitere inspirierende Lieder und Kirtans:

Links zu Mantras und Kirtans

Youtube Playlist Purusha Sukta

Hier findest du alle Youtube Videos zum Purusha Sukta

Alternative Schreibweise vom Purusha Sukta

Es gibt verschiedene Weisen, wie man die Sanskritschrift transkribieren kann. In Indien findest du Mantras ganz unterschiedlich geschrieben. Hier eine in Indien durchaus übliche alternative Schreibweise, in der man z.B. statt sh s, statt v w, statt langem u oo und statt langem i ee schreibt.

692. Purusa Sookta
Sahasra Seersa Purusah Sahasraksah Sahasra Pat /
Sa Bhoomim Viswato Vritva Atyatisthad Dasangulam // 1 //
Purusa Evedam Sarvam Yad Bhootam Yach Cha Bhavyam /
Utamritatvasyesanah Yad Annenatirohati // 2 //
Etavan Asya Mahima Ato Jyayams Cha Purusah /
Pado Sya Viswa Bhootani Tripad Asyamritam Divi // 3 //
Tripad Oordhva Udait Purusa Pado syehabhavat Punah /
Tato Viswan Vyakramat Sasananasane Abhi // 4 //
Tasmad Virad Ajayata Virajo Adhi Poorusah /
Sa Jato Atyarichyata Paschad Bhoomim Atho Purah // 5 //
Yat Purusena Havisa Deva Yajnam Atanvata /
Vasanto Asyaseed Ajyam Greesma Idhmas Saraddhavih // 6 //
Saptasyasan Paridhayah Trih Sapta Samidhah Kritah /
Deva Yad Yajnam Tanvanah Abadhnan Purusam Pasum // 7 //
Tam Yajnam Barhisi Prauksan Purusam Jatam Agratah /
Tena Deva Ayajanta Sadhya Risayas Cha Ye // 8 //
Tasmad Yajnat Sarva Hutah Sambhritam Prisad Ajyam /
Pasooms Tams Chakre Vayavyan Aranyan Gramyams Cha Ye // 9 //
Tasmad Yajnad Sarva Hutah Richah Samani Jajnire /
Chhandamsi Jajnire Tasmat Yajus Tasmad Ajayata // 10 //
Tasmad Asva Ajayanta Ye Ke Chobhaya Datah /
Gavo Ha Jajnire Tasmat Tasmaj Jata Ajavayah // 11 //
Yat Purusam Vyadadhuh Katidha Vyakalpayan /
Mukham Kim Asya Kau Bahoo Kav Ooroo Padav Uchyete // 12 //
Brahmano sya Mukham Aseet Bahoo Rajanyah Kritah /
Ooroo Tad Asya Yad Vaisyah Padbhyam Soodro Ajayata // 13 //
Chandrama Manaso Jatah Chaksoh Sooryo Ajayata /
Mukhad Indras Chagnis Cha Pranad Vayur Ajayata // 14 //
Nabhya Aseed Antariksam Seersno Dyauh Samavartata /
Padbhyam Bhoomir Disah Srotrat Tatha Lokan Akalpayan // 15 //
Vedaham Etam Purusam Mahantam Aditya Varnam Tamasas Tu Pare /
Sarvani Roopani Vichitya Dheerah Namani Kritvabhivadan Yad Aste // 16 //
Dhata Purastad Yam Udajahara Sakrah Pravidvan Pradisas Chatasrah /
Tam Evam Vidvan Amrita Iha Bhavati Nanyah Pantha Ayanaya Vidyate // 17 //
Yajnena Yajnam Ayajanta Devah Tani Dharmani Prathamany Asan /
Te Ha Nakam Mahimanah Sachante Yatra Poorve Sadhyah Santi Devah // 18 //

Adbhyah Sambhootah Prithivye Rasach Cha Viswa Karmanah Samavartatadhi /
Tasya Tvasta Vidadhad Roopam Eti Tat Purusasya Viswam Ajanam Agre // 19 //
Vedaham Etam Purusam Mahantam Aditya Varnam Tamasah Parastat /
Tam Evam Vidvan Amrita Iha Bhavati Nanyah Pantha Vidyate yanaya // 20 //
Praja Patis Charati Garbhe Antah Ajayamano Bahudha Vijayate /
Tasya Dheerah Parijananti Yonim Mareecheenam Padam Ichchhanti Vedhasah // 21 //
Yo Devebhya Atapati Yo Devanam Purohitah /
Poorvo Yo Devebhyo Jatah Namo Ruchaya Brahmaye // 22 //
Rucham Brahmam Janayantah Deva Agre Tad Abruvan /
Yas Tvaivam Brahmano Vidyat Tasya Deva Asan Vase // 23 //
Hrees Cha Te Laksmees Cha Patnyau Ahoratre Parsve Naksatrani Roopam Asvinau Vyattam
Istam Manisana Amum Manisana Sarvam Manisana // 24 //

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Kommentar von Yoga Vidya Kirtanheft am 6. Oktober 2009 um 5:35pm
Hymne an das Kosmische Göttliche Wesen

Der Purusha, das Kosmische Wesen, hat tausend Köpfe, tausend Augen, tausend Füße. Er umschließt die Erde ganz und ragt zehn Fingerlängen über sie hinaus. Alles Existierende ist allein der Purusha. Alles, was jemals war und immer sein wird ist Purusha. Er ist der Herr der Unsterblichkeit, denn in seiner Form als Nahrung (steht für das Universum) trans-zendiert er alles. So herrlich und noch großartiger ist der Purusha. Ein Viertel von Ihm ist die Schöpfung, alle Wesen, (während) drei Viertel von Ihm als das Unsterbliche Wesen darüber steht.

Der dreifüßige (d.h. unsterbliche) Pu-rusha stand über allem. Einer seiner Füße war dies (die Welt des Werdens). Dann durchdrang er (alles) allumfas-send, das Bewusste wie auch das Un-bewusste. Aus diesem (Höchsten We-sen) entsprang der Kosmische Orga-nismus (Virat) und in diesem Kosmi-schen Körper manifestierte sich die allgegenwärtige Intelligenz. Nachdem Er sich so manifestiert hatte, erschien Er als Vielheit, als diese Erde und die-ser Körper.

Die Devas (Engelswesen) führten geistig ein allumfassendes Opferritual mit dem Purusha selbst als Opfergabe aus (da es nichts Materielles außer dem Purusha gab). Der Frühling war die gereinigte Butter, der Sommer das Brennmaterial und der Herbst die Opfergabe.

Es gab sieben Einfriedungen am heiligen Altar (die sieben Versmaße, wie beim Gayatri) und einundzwanzig (die zwölf Monate, die fünf Jahreszeiten, die drei Welten und die Sonne) Baumstämme als heiliges Brennmaterial, als die Götter (die Pranas - die Lebensenergien -, die Sinne und der Geist) das universelle Opfer mit dem Höchsten Purusha als das Objekt der Verehrung zelebrierten.

Ihre Opfergabe bestand darin, dass sie den Purusha als Gegenstand ihrer Meditation wählten. Er, der vor aller Schöpfung war und sie, die Devas (Engelswesen), Sadhyas (Götterwesen, die Gebete der Veden repräsentieren) und Rishis (Weise, Seher) führten (dieses erste Opfer) aus.

Aus diesem (Purusha) in Form einer universellen Opfergabe entstand die heilige Mischung aus Yoghurt und Ghee (gereinigte Butter) (für die Opfergabe). (Dann) schuf er die Wesen der Lüfte, die Tiere des Waldes und auch die Haustiere. Aus diesem (Purusha), der allumfassenden Opfergabe, entstanden die Riks (Ver-se des Rigveda) und Samans (Lieder des Samaveda); aus Ihm wurden die Versmaße (der Mantras) und die Yajus (Opfersprüche des Yajurveda) geboren.

Aus Ihm gingen die Pferde und Tiere mit zwei Zahnreihen hervor, sowie die Kühe, Ziegen und Schafe. Und in wie viele Teile teilten sie den Purusha in ihrer Meditation über Ihn? Was wurde aus Seinem Mund, Seinen Augen, Seinen Beine, Sei-nen Füßen?

Das Brahmana (spirituelle Weisheit und Größe) war sein Mund. Der Stand der Kshatriya (Krieger) waren seine Arme. Seine Beine wurden zu Vaisya (Kaufleute). Aus Seinen Füßen entstand Shudra (Dienerkaste). Der Mond (Symbol des Geistes) ging aus Seinem (Kosmischen) Geist hervor; die Sonne (Symbol des wahren Selbst) aus Seinen Augen. Indra und Agni (Feuer) kamen aus Seinem Mund; aus Seiner Lebensenergie wurde Vayu (Luft) geboren.

(In dieser universellen Meditation als Opfer) entstand das Firmament aus Seinem Nabel, die Himmel aus Seinem Kopf, die Erde aus Seinen Füßen, aus Seinen Ohren der Raum, die vier Himmelsrichtungen; so schufen sie die Welten.

Mittels dieses Opfer (der universellen Meditation) verehrten die Götter das Opfer (das allumfassende Wesen) und vollbrachten (visualisierten) es so. Dies waren die ursprüngliche Schöpfung und die ihr zugrundeliegenden Gesetze (die die Schöpfung erhalten). Diejenigen großen Verehrer (des Kosmischen Seins mittels dieser Art der Meditation) erreichen jenen himmlischen Wohnsitz, wo jene ursprünglichen Meditierenden wohnen (die oben erwähnten Götter und Him-melswesen), die das allumfassende Wesen erstmals so verehrten.

Ich kenne diesen Großen Purusha, der wie die Sonne jenseits der Dunkelheit scheint. Nur wenn man Ihn kennt, überwindet man den Tod; es gibt keinen anderen Weg, dorthin zu gelangen.
Kommentar von Yoga Vidya Kirtanheft am 6. Oktober 2009 um 5:37pm
Sitaram rezitiert die Purusha Suktam, die Hymne an das Kosmische Göttliche Wesen. Sie stammt aus den Upanishaden, den klassischen indischen Jnana Yoga Schriften. Die 1. Strophe bedeutet übersetzt: Der Purusha, das Kosmische Wesen, hat tausend Köpfe, tausend Augen, tausend Füße. Er umschließt die Erde ganz und ragt zehn Fingerlängen über sie hinaus. Alles Existierende ist allein der Purusha. Alles, was jemals war und immer sein wird ist Purusha. Er ist der Herr der Unsterblichkeit, denn in seiner Form als Nahrung (steht für das Universum) transzendiert er alles. So herrlich und noch großartiger ist der Purusha. Ein Viertel von Ihm ist die Schöpfung, alle Wesen, (während) drei Viertel von Ihm als das Unsterbliche Wesen darüber steht.
Anmerkung: Dies ist das erste Mantra des berühmten Purusha-Suktam der Veden, in der Entstehung der Schöpfung in ihrer Gesamtheit geschildert wird als Kosmische Persönlichkeit, als universelles Bewusstsein hinter allen Erscheinungsformen. Das Wort „Erde“ ist im Sinne von „die gesamte Schöpfung“ zu verstehen. „Dasangulam“ wird als „zehn Fingerlängen“ interpretiert, was sich auf die Entfernung zwischen Herz und Bauchnabel bezieht, wobei das Herz als Sitz des Atman (des Selbst) gilt und der Nabel als Wurzel der physischen Erscheinungsform. „Zehn“ steht oft auch für „Unendlichkeit“ , denn die Zahlen gehen eigentlich nur bis neuen. Alles darüber gilt als zahllos, unendlich.
Du findest diese Hymne und die Übersetzung der weiteren Strophen im YV Kirtanheft unter der Nummer 692.


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