Sukadev Bretzs Beiträge (6041)

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Wie erreichen wir die Gottverwirklichung und wie sollen wir handeln? Was ist der Sinn des Lebens? Wie können wir ohne Verhaftung handeln? Wie können wir letztlich gute Entscheidungen treffen? Dies sind die Themen der folgenden Verse.

Das 18 Kapitel ist eines der Schlüsselkapitel der Bhagavad Gita. Das 2, 6 und das 18 sind die wichtigsten Kapitel der Bhagavad Gita, weshalb ich es zum Beispiel in meinen Kommentar zur: „Bhagavad Gita, für Menschen von heute“, besonders ausführlich geschrieben habe.

Das 18 Kapitel, als das Abschluss Kapitel, greift nochmal alles auf. Es geht, um die Entsagung und um den Verzicht. Arjuna stellt dazu eine Frage und anschließend geht es um Sattwa, Rajas und Tamas. Es geht darum, was man tun und was man nicht tun soll, und wie man das, was man tut, auch gut machen kann.

Es geht darum, sich vom Ego zu lösen, um sattwiges, tamasiges und rajasiges Wissen, Handlungen, Einstellungen, Verstand und Beständigkeit. Er spricht auch über die drei Arten von Vergnügen und über die Svabhava oder die innere Natur und Krishna begründet, verschiedene Berufe mit dem inneren Svabhava.

Er spricht darüber, wie wir innere Vollkommenheit erreichen zum einen durch Pflichterfüllung und in dem wir unsere Aufgaben erfüllen und zum anderen, indem wir Zuflucht bei Gott suchen. Indem wir unser Ego transzendieren und uns bewusst machen, dass Gott alles macht und wir letztlich nichts. Er empfiehlt uns – sich Gott vollständig hinzugeben. So vermeiden wir auch alle Schuld.

Krishna sagt Arjuna, welcher vorher gefragt hat, was er überhaupt tun soll, dass er das tun soll, was er für richtig hält. Bringe von ganzem Herzen alles Gott dar. In den Abschluss Versen, der Bhagavad Gita, wo Krishna Arjuna sagt, dass er Spiritualität und Yoga lehren soll. Und indem du Spiritualität und Yoga lehrst, wirst du die Vollkommenheit erlangen.

Es wird auch empfohlen, über die spirituellen Lehren zu sinnen und sie auch umsetzten. In den folgenden Versen wird Spiritualität sehr Alltags nah beschrieben.

Kapitel 18, Vers 1:

Arjuna sprach: „Es ist mein Wunsch, oh Krishna, die Essenz, die Wahrheit zu hören, die Wahrheit über die Entsagung, Sannyasa, wie auch über den Verzicht, Tyaga“

Diese beiden Themen spielen in der Bhagavad Gita immer wieder eine Rolle.

Kapitel 18, Vers 2:

Krishna sprach: „Gelehrte verstehen unter Sannyasa, den Verzicht auf Handlungen, die mit Wünschen verbunden sind. Die Weisen nennen den Verzicht auf die Früchte aller Handlungen Tyaga.“

Es gibt ein Vers in den Upanishaden, wo es heißt, dass man die Gottverwirklichung nicht durch irgendwelche Werke erreicht. Weder durch spirituelle Praktiken, Tapas, noch durch Rituale, Yajna, noch durch uneigennütziges Dienen, Dana, sondern wir erreichen die Unsterblichkeit allein durch Entsagung. Seit den ersten Versen versucht Krishna Arjuna klarzumachen, was Entsagung eigentlich ist. Und Arjuna hat es immer noch nicht vollständig verstanden, weshalb er diese Frage nochmal gestellt hat. Krishna definiert Entsagung auf unterschiedliche Weise. Zuerst einmal heißt Sannyasa Entsagung und ist letztlich der Stand der Nonne, des Mönches.

Sicher kennst du die vier verschiedenen Lebensstadien:

Brahmacharya, die Zeit in der, der Schüler bei dem Lehrer lebt und auch ein einfaches Leben lebt. Im klassischen in Indien um die 10 bis 20/25 Jahre.

Das zweite ist Grihastha, das ist die Zeit des Aushaltertums, also dem Berufs-/ Familienleben. Wo der Aspirant die Schülerschaft zwar weiter hat, aber nicht mehr beim Lehrer lebt. Er lebt in Beziehungen, gründet eine Familie, hat einen Beruf und so weiter.

In dem dritten Stadium, Vanaprastha, wörtlich: Leben im Wald. Der Rückzug vom normalen Leben in ein spirituelles Leben, wo die spirituellen Aspiranten entweder in ein Ashram ziehen und dort leben. Eventuell selbst ein Ashram gründen, ein Einsiedler werden, oder selbst Lehrer für die neuen Brahmacharyas werden.

Im vierten Lebensstadium, Sannyasa. Und Sannyasa, Mönchsleben/ Nonnen Leben, heißt, dass man allem entsagt und orange Kleidung anzieht. Es gibt ein großes symbolisches Ritual, wo man seinen Körper verbrennt und alles Gott darbringt.

Das ist eine Bedeutung von Sannyasa und dann gibt es auch die Bedeutung, wo man bestimmte Dinge nicht tut. Manche Gelehrte verstehen jetzt unter Sannyasa, den bewussten Verzicht, auf Handlungen, die mit Wünschen verbunden sind.

Du kannst jetzt überlegen, welche Handlungen du tust, die mit Wünschen verbunden sind. Und verzichte mindestens ab und zu mal auf das, was du willst. Wenn du also jetzt feststellst, dass du einige Sachen machst, weil du Wünsche danach hast, dann wäre Sannyasa das bewusste Verzichten auf diese Handlungen.

Man könnte Sannyasa allgemein nennen. Du kannst ein Leben führen, indem du nicht immer sofort jeden Wunsch, der dir in den Sinn kommt, ausführst. Du kannst ab und zu bewusst das nicht tun, worauf du Lust hast.

Sannyasa kann aber auch heißen, dass du die Gelegenheiten, die dir das Leben gibt, willkommen heißt. Du hättest gerne etwas, was unmöglich ist zu befriedigen. Anstatt dich zu ärgern oder deprimiert zu sein, solltest du dich über jede Gelegenheit freuen, in der du nicht das bekommen hast, was du wolltest. Das wäre auch bewusstes Sannyasa.

Tyaga heißt Verzicht, kann aber auch wieder mehrere Bedeutungen haben. Tyaga heißt insbesondere, der Verzicht auf die Früchte der Handlungen, sagt Krishna. Das heißt, dass du auf die Belohnung, oder Anerkennung, deiner Tat verzichtest. Ganz konkret kann das heißen, dass du kein Gegenwert haben willst, wenn du jemandem einen Gefallen getan hast. Und es könnte heißen, dass du ein uneigennütziges Engagement in gemeinnützigen Vereinen machst. Du kannst zum Beispiel, auf dein Honorar verzichten, wenn du bei Yoga Vidya ein Seminar gibst. Oder du willst z. B.: kein Gegenwert haben, wenn du im Center hilfst.

Sannyasa und Tyaga sind laut den Upanishaden sehr wichtig, um Gott zu verwirklichen. Und um Gott zu verwirklichen, heißt es also, dass du auf Handlungen, die mit Wünschen verbunden sind, verzichten und auf die Belohnung der Handlungen verzichten sollst.

Das sind zwei wichtige Aspekte, um zu Gott zu kommen. Nehme dir bewusst vor, manche Handlungen nicht zu tun, die du gerne machen willst. Überlege auch, welche Handlungen du tun kannst, ohne dafür eine Belohnung zu wollen. Wo du dich uneigennützig engagieren kannst? Wo du etwas tun kannst, ohne irgendein Gegenwert dafür zu bekommen.

In der Familie machst du das zum Beispiel sowieso, ohne einen Gegenwert zu erwarten. Eltern engagieren sich für ihre Kinder und erwarten nicht, dass sie etwas zurückbekommen. Und die Kinder werden das nie zurückgeben können, was Eltern für sie getan haben. Die ersten Jahre sind Eltern vollständig für die Kinder da und die nächsten Jahre ist das Hauptdenken und streben von Eltern typischerweise auch für die Kinder da. Das kann an sich nicht dazu führen, dass du dadurch die Gottverwirklichung erreichst. Es ist wichtig, dass du das tust und für deinen Partner, deine Eltern und für deine Kinder da bist. Aber darüber hinaus, solltest du überlegen, auf welche Handlungen du mindestens ab und zu verzichten könntest.

Das sind ein paar Überlegungen, die dir helfen weiter zur Gottverwirklichung zu kommen.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Wenn du in spirituellen oder Yoga Kreisen unterwegs bist, dann hast du schon oft genug von „Om Tat Sat.“ gehört oder auch „Hari Om Tat Sat.“ Was bedeutet das? Wann und mit welcher Einstellung sagt man das?

17 Kapitel Vers 23:

„Om Tat Sat - dies wird als die dreifache Bezeichnung für Brahman angesehen. Daraus wurden in früherer Zeit die Brahmanas, die Veden und die Opfer festgelegt.“

Om Tat Sat, also die dreifache Bezeichnung für Brahman. Om ist der kosmische Klang, der Urklang. Tat heißt wörtlich „Das“ das Unendliche. Und Sat heißt die Wahrheit, also das, was ist. Das ist Brahman und Brahman ist Om. Brahman kann man nicht genauer definieren, deshalb sagt man Tat. Und schließlich ist Brahman und deshalb Sat.

17 Kapitel Vers 24:

„Daher beginnen die Schüler Brahmans Opferhandlungen, Geben und Askese immer mit dem Aussprechen von „Om“, so wie es in den Schriften vorgesehen ist.“

Krishna hatte in den vorherigen Versen über Yajna, Dana und Tapas gesprochen. Und hier empfiehlt er uns, dass, bevor wir Yajna, Dana und Tapas praktizieren (Opferhandlungen, verschiedene Handlungen des Gebens und Askesen), wir erst einmal „Om“ sagen und uns mit diesem zu Brahman verbinden.

17 Kapitel  25 Vers:

„Mit dem Aussprechen von Tat ohne nach den Früchten zu streben, werden Yajna, Tapas und Dana von den nach Befreiung Suchenden ausgeführt.“

Er sagt, dass wir zu Beginn „Om“ sagen sollen. Und während du es tust, sollst du auch „Tat“ sagen und dir bewusst machen sollst, dass wenn du etwas Gutes tust, du damit auch in Verbindung mit dem Unendlichen bist. Mit dem „Om“ stellen wir die Verbindung mit dem Unendlichen her. Und aus dem „Om“ heraus, aus der Verbindung mit dem Unendlichen und Ewigen, sollst du handeln, egal ob es unentgeltliches Dienen ist, spirituelle Praxis, oder auch ein Ritual. Wiederhole dabei „Tat“ und sei dir bewusst, dass du in diesem Unendlichen und diesem Ewigen bist. Lasse es durch dich hindurch fließen. Das, was du tust „Tat“, sei im Ewigen verwurzelt.

17 Kapitel 26 Vers:

„Das Wort „Sat“ wird im Sinne der Wirklichkeit oder Tugend verwendet; und so, oh Arjuna, wird das Wort „Sat“ auch im Sinne einer verheißungsvollen Handlung verwendet.“

Wenn du so deine Handlung tust, kannst du auch sagen: „Möge Gutes daraus entstehen.“ „Sat“ heißt zum einen wahr und wirklich. „Sat“ heißt aber auch die Wahrheit und das Gute. Es heißt, dass du es gut machen sollst und in der höchsten Wahrheit verankert sein sollst.

17 Kapitel 27 Vers:

„Beständigkeit in Yajna, Tapas und Dana heißt auch „Sat“ und alle Handlungen, die damit in Verbindung stehen [oder um des höchsten Willens], heißen auch „Sat“.

„Sat“, die höchste Wirklichkeit, heißt, dass, wenn du Tapas, Dana oder Yajna machst, du sie auf „Sat“, das Höchste ausrichten willst. Du beginnst die Handlung mit „Om“ und verbindest dich dabei mit dem Unendlichen. Während du die Handlung machst, sage: „Tat“. Du wirst zum Instrument. Gutes soll bewirkt werden und du bringst alles dem Göttlichen dar „Sat“.

Kapitel 17 Vers 28:

„Alles Tapas, alle Danas und alle Yajnas, die ohne Glauben ausgeführt werden, sind Asat, oh Arjuna; sie sind hier oder später [d. h. nach dem Tod] nutzlos.“

Er will sagen, dass du egal, was du tust, es immer mit einem, Vertrauen, Herz, Intensität und deinem Wesen tun und dich auf „Sat“ ausrichten sollst. Ein Esel, der den ganzen Tag die Bewässerungsräder im alten Indien betrieben hat, erreicht nicht die Gottverwirklichung, obgleich er den ganzen Tag Dana übt. Und irgendein Wurm, der im Tempel ist und bei einer Puja zu Gange ist, wird auch nicht die Gottverwirklichung erreichen. Genauso wie, jemand, der seinen Körper in die furchtbarsten Verrenkungen bringen kann. So erreicht man nicht die Gottverwirklichung.

Die spirituellen Praktiken wirken dann, wenn du sie mit Herz ausführst und daher: „Om Tat Sat“. Wann immer du eine spirituelle Praxis machst, sage vorher „Om“, oder ein Mantra. Auch wenn du uneigennützig dienst, wenn du Spenden gibst, oder anderen etwas Gutes tust, dann verbinde dich mit dem Göttlichen.

Mache dich zum Instrument des Göttlichen, sage „Tat“ und sei dir dieser bewusst. Sage danach „Sat“, oder ich tue es für die höchste Wirklichkeit. Während du es tust, mache es auch so gut, wie du kannst. Mache es mit Liebe und lasse los. Tapas, Dana und Yajna, sind Rituale und spirituelle Praktiken, hilfreich, um die Gottverwirklichung zu erreichen.

Krishna empfiehlt Tapas, Dana und Yajna zu üben. Mache es auf sattwige Weise, mache es mit Herz und wiederhole „Om Tat Sat“. Mache es mit dem Bewusstsein, mit der Verbindung mit Brahman, mache es als Instrument und lasse los. So wächst du spirituell.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Kapitel 17, Vers 20:

„Das Geschenk, das einem Menschen gegeben wird, der nichts als Ausgleich dafür tun muss, im Bewusstsein, dass es die Aufgabe ist, am rechten Ort und zur rechten Zeit, einem Menschen, der das auch braucht, dieses Geschenk wird sattwig genannt.“

Krishna in den vorherigen Versen über die sattwige, rajasige und tamasige Spiritualität, Yajna gesprochen. Und jetzt will er über sattwige, rajasige und tamasige Wohltätigkeit, oder auch uneigennütziges Dienen. Denn es gibt letztlich von dem, was wir spirituell praktisch tun können, drei Haupt Dinge. Wir können Rituale ausführen, Yajna im weiteren Sinne. Wir können spirituelle Praktiken machen, also Tapas im weiteren Sinne und dann können wir Gutes für andere tun. Das ist dann im weiteren Sinne Dana.

Hier sagt er, was ein sattwiges dana ist. Es ist das, was man einem Menschen gibt, der dafür nichts anderes als Ausgleich tun muss. Du gibst etwas, ohne dafür zu erwarten, dass der andere dir etwas zurückgibt. Du kriegst es spätesten dann raus, wie intensiv deine Erwartungshaltung war, wenn der andere dir nichts nachher gibt. Also wenn du merkst, dass da jemand etwas braucht und du gibst es demjenigen einfach, ohne dabei zu denken, wie großartig du bist. Du hast etwas, was ein anderer Mensch braucht, also gibst du es ihm. Dann sagt er auch, dass es am rechten Ort und zur rechten Zeit sein muss. Und dann ein Mensch, der das wirklich braucht.

Da muss man manchmal überlegen, denn es gibt in manchen Gegenden zum Beispiel so eine Art Bettel Kultur. Und auch in Deutschland sieht man in einigen Großstädten, an bestimmten Orten Kinder, die betteln. Wäre es eine gute Sache, dem Kind etwas zu geben? Ich meine nein, denn meistens sind die Kinder, die auf der Straße sind, um etwas zu betteln, entweder keine Eltern, die sie auf die Straße schicken, oder sie sind sogar ihren Eltern weggenommen worden. Sie sind, wie die modernen Sklavenarbeiter und dann gibt es Banden, Netzwerke, die diese Kinder auf die Straße schicken, um zu betteln. So muss man überlegen, denn wenn ein Kind bettelt, sollte man diesem etwas geben.

Wir haben auch von Yoga Vidya das Brahma Vidya Hilfswerk, das ursprünglich auf die Inspiration von einem Swami Nityananda gegründet worden ist, der in einem der damaligen Slums von Delhi eine Armenschule errichtet hatte. Als ich ihn das erste Mal in Indien gesehen habe, hat er mir gesagt, dass ich keinem Kind Geld geben sollte, welches auf der Straße ist und bettelt.

Kinder sollten nicht auf der Straße sein, die sollten in der Schule sein. Und jeder, der Kindern etwas gibt, die morgens oder mittags betteln, trägt dazu bei, dass die Kinder nicht in Schule gehen. Und gibt keinem Kind etwas, dem zum Beispiel eine Hand oder ein Bein fehlt. Jeder, der solchen Kindern etwas gibt, trägt dazu bei, dass Kindern Hände oder Beine abgeschlagen werden, damit sie besser betteln können. Das sind Sachen, bei denen man überlegen muss. Wenn man unbedingt dem Kind etwas geben will, dann kann man ihm zum Beispiel Obst geben. Dann freut es sich, aber ansonsten gebe den Kindern nichts.

In Indien gibt es Wohltätigkeitsvereine, die sich bemühen, Kindern eine Bildung zu geben. Wenn du Kinder siehst, die leiden, dann gib den NGOs, also diesen gemeinnützigen Institutionen Geld, aber eben nicht den Kindern.

Bei Swamis, die davon leben, dass Menschen ihnen etwas geben, ist es anders. Also bevor du etwas gibst, solltest du überlegen. Hilft das etwas? Wenn du weißt, dass du nichts dafür willst, wenn du weißt, dass es deine Aufgabe ist und wenn du es einem Menschen gibst, der das wirklich brauchen kann, dann gibst du eine sattwige Gabe.

Kapitel 19 Vers 21:

„Dana (das Geschenk die Gabe), das im Hinblick darauf gemacht wird, ebenfalls etwas dafür zu erhalten, in der Hoffnung auf Gewinn, oder widerwillig ist rajasig.“

Wenn du jemandem also etwas gibst, um dafür etwas zu bekommen, dann ist es rajasig. Du willst vielleicht, dass der Mensch dir auch das Gleiche zurückgibt oder dass dein Name auf eine Plakette kommt und Menschen deine Wohltätigkeit loben. Das ist nichts Schlechtes, aber du entwickelst dich mit diesen Handlungen nicht spirituell.

Du musst auf eine gewisse Weise aufpassen, denn, wenn du zum Beispiel in einem gemeinnützigen Verein, oder einem Ashram bist, dann kannst du nicht nur dana im Sinne einer Geldspende geben, sondern du kannst auch deine Arbeitskraft geben. Unbewusst oder bewusst hoffst du aber auf Anerkennung und Lob deiner Taten.

Leider erlebe ich das immer wieder, dass Menschen zunächst uneigennützig dienen und nachher einen Ausgleich haben wollen. Zum Teil ist es bei Yoga Vidya so, dass wir den Menschen etwas geben, wenn sie um etwas bitten. Nur wenn der Mensch nachher nur noch etwas gibt, um zum Beispiel eine kostenlose Ausbildung zu bekommen, oder eine Karma Yoga Woche macht, damit man kostenlos im Ashram bleiben kann, dann ist das keine sattwige Gabe mehr. Es ist in Ordnung, aber es ist nicht sattwig.

Wenn Menschen uns helfen, dann sagen wir nicht, dass wir zum Ausgleich auch etwas geben, sondern wir wollen, dass die Menschen sich weiterentwickeln und geben ihnen die Grundlage dazu. Wenn deine Grundmotivation die Hilfe für die anderen ist, dann ist es sattwig. Und wenn du ein Fortbildungswochenende nimmst, um noch mehr Wissen an andere weiterzugeben, dann ist es kein Ausgleich dafür, sondern ein Bemühen darin, dass du noch besser geben kannst.

Manche unter den Lesern sind Sevakas der spirituellen Gemeinschaft von Yoga Vidya. Hier sprechen wir von Seva und das ist auch eine Form von dana, denn das ist uneigennütziges Dienen. Wenn du Seva widerwillig machst, nicht mit der richtigen Einstellung, um etwas Gutes zu tun, dann ist es rajasig. Und wenn du für deinen Seva einen Ausgleich haben willst und mal eine Stunde mehr gemacht hast und dir am nächsten Tag eine Stunde mehr freigenommen hast, dann ist das auch rajasig. Überprüfe deine Motive, denn, wenn du etwas gibst, ohne dafür etwas als Ausgleich bekommen zu wollen, du dir im Bewusstsein bist, dass es deine Aufgabe ist, du es so gut machst wie du es kannst, und im Bewusstsein bist, dass du es mit Liebe machen willst, dann ist es sattwig.

Kapitel 19 Vers 22:

„Die Gabe, das Geschenk, das am unrechten Ort und zur unrechten Zeit nicht würdigen Personen respektlos und beleidigend gemacht wird, wird tamasig genannt.“

Es gibt auch die Möglichkeit, dass du etwas Tamasiges tust, also zum Beispiel jemandem, der gerade versucht vom Alkohol loszukommen, ein Bier anbietest. Ich habe das leider schon oft genug zu hören bekommen, dass ein Mensch nach einem Suchtklinikaufenthalt nach Hause gekommen ist und ein Bier angeboten bekommen hat. Und das mit der Aussage, dass ein einziges Bier nicht schaden kann. Das ist tamasig. Jemandem eine Zigarette oder Marihuana anzubieten, ist auch tamasig. Das solltest du alles nicht tun!

Oder jemandem mit Arroganz etwas geben und ihn damit kränken und verletzten, das ist auch eine tamasige dana. Handele also nicht von oben herab und kränke die Menschen nicht. Tue nicht das, was anderen und dir selber schadet. Was hier also unwürdig genannt wird, ist das, was Menschen schadet, wenn du es ihnen gibst. Überlege, ob das was du gibst, wirklich Gutes bewirkt, denn du musst dich schon bemühen etwas Gutes zu tun.

In diesem Sinne kannst du überlegen, ob du mehr geben willst. Du kannst Menschen helfen, Spenden geben, Zeit geben, uneigennützig dienen, aber überprüfe deine Einstellung und mache es auf sattwige Weise.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Spirituelle Praktiken können sattwig, tamasig und rajasig sein. Krishna will uns raten, wie wir unsere spirituellen Praktiken rein machen können, sodass sie uns spirituell erheben. Er will uns auch sagen, wie wir es vermeiden können, uns mit spirituellen Praktiken zu schaden, oder unser Ego zu füttern.

Kapitel 19, Vers 14:

„Verehrung der Götter, der zweimal geborenen, der Lehrer und der Weisen. Reinheit, Aufrichtigkeit, Enthaltsamkeit und nicht Verletzten werden als Tapas des Körpers bezeichnet.“

Tapas hat viele Bedeutungen, es heißt zum Beispiel Askese, Übung, oder spirituelle Praxis. Normalerweise wurde Tapas im alten Indien, zu Zeiten von Krishna, als Meditation verstanden. Vermutlich aber auch, als Asana, Pranayama und Askese Übungen.

Krishna interpretiert es anders, denn er spricht von spirituellen Praktiken, die sattwig sind und die er in spirituelle Praktiken des Körpers, danach spirituellen Praktiken der Sprachen und spirituellen Praktiken des Geistes einteilt.

Zunächst sind es spirituelle Praktiken des Körpers, also Verehrung der Götter. Man kann auch sagen, Gottes in verschiedenen Namen und Formen. Krishna sagt: „Der zweimal geborenen.“ Also solche, die nicht nur physisch geboren sind, sondern solche, die auch spirituell geboren sind. Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind, welche du auch ehrerbietig begrüßen kannst. Verehrung des Gurus, also deiner Gurus und anderer Lehrer und auch der Weisen, die etwas erkannt haben. Bewusst Ehrerbietung anderen zu erweisen.

Er sagt auch, dass man Brahmacharya üben sollte. Brahmacharya hat viele Bedeutungen, zum Beispiel die Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens. Man könnte es aber auch so deuten, dass jedes Verhalten dich zu Brahman führt. Acharya heißt Verhalten und Brahman das Göttliche, jedes Verhalten, dass dich zu Gott führt. Ahimsa, nicht verletzten, oder anders ausgedrückt: voller Liebe sein.

Also alles Tapas und spirituelle Praktiken, die dich zu Gott hinführen und dein Herz für Lehrer und Weise öffnet. Alle spirituellen Praktiken, die dir helfen zu Brahman zu kommen und alle, die mit Ahimsa verbunden sind, sind erst mal gute spirituelle Praktiken.

 Kapitel 19, Vers 15:

„Eine Sprache, die nicht erregt ist, die wahr, angenehm und nutzbringend ist und die Praxis des Studiums der Veden wird als Tapas der Sprache genannt.“

Es gibt also auch das Tapas, als Sprache. Spirituelle Praktiken der Sprache. „Eine Sprache, die nicht erregt ist“. Also nicht von Ärger, Zorn, oder Wut ist. Eine Sprache, die irgendwo aus einem anderen Gemütszustand ist. Dann sollte die Sprache wahrhaftig sein, also erzähle keine Lügen. Zweitens sollte sie angenehm sein, also nicht im Rahmen der Wahrhaftigkeit andere verletzten. Und das, was du sagst, sollte nutzbringend sein. Das sind die drei Kriterien, die wir in verschiedenen Kulturen finden.

Also bevor du etwas sagst, solltest du dich erst mal fragen, ob es wahr ist und wenn es nicht wahr ist, dann sage es nicht. Zweitens ist es angenehm und wenn es nicht angenehm ist, dann sage es nicht. Als Drittes ist es nutzbringend und wenn es nicht so ist, dann solltest du das auch nicht sagen.

Nicht immer ist es so einfach, denn manchmal ist das, was nutzbringend ist, auch unangenehm, aber versuche es so freundlich, wie möglich zu sagen. Wenn es notwendig ist, dann sage es freundlich. Es gibt auch die Praxis des Studiums der Veden und letztlich würden Kirtan und Japa auch dazu gehören. All das sind spirituelle Praktiken, die mit der Sprache zusammenhängen.

Kapitel 19, Vers 16:

„Gelassenheit des Geistes, Gutherzigkeit, Selbstbeherrschung und Reinheit des Wesens wird Tapas des Geistes genannt.“

Also Tapomanasa, die geistige Askese ist die Bemühung um Gelassenheit des Geistes, Bemühen um Gutherzigkeit, und damit auch Freundlichkeit und Liebe usw. Auch Selbstbeherrschung, denn wenn du gekränkt bist, solltest du erstmal ruhig bleiben.  Und wenn Menschen dich z. B. reizen, dann bleibe ruhig. Wenn Gier kommt, dann bleibe auch ruhig. Die Reinheit des Wesens ist auch Tapas des Geistes.

So haben wir eine interessante Aussage, was Tapas von Körper, Geist und Sprache ist. Es geht nämlich nicht darum, ewig zu fasten, im Lumpen zu laufen und Körper zu quälen, sondern all das, was dir hilft Gutes zu tun, ist das, was Krishna, als Tapas bezeichnet.

Du kannst an dieser Stelle überlegen, ob du dem Tapas folgst und welchem Tapas du vielleicht noch mehr folgen willst. Ehrerbietung anderer, Aufrichtigkeit, Enthaltsamkeit und nicht Verletzung. Die Kultivierung einer wahrhaftigen, freundlichen und nutzbringenden Sprache. Gelassenheit, Gutherzigkeit und Selbstbeherrschung sind Tapas.

Wenn du das alles tust, kann es sattwig, rajasig oder tamasig sein. Es gibt auch Tapas, welches nicht diesen Gesichtspunkten entspricht. Wenn Arjuna Krishna nach Tapas gefragt hat, dann meinte er das, was sonst als Tapas verstanden wird, also spirituelle Praktiken im engeren Sinne und Askese Übungen des Körpers.

Kapitel 19 Vers 17:

„Diese dreifache Askese, die von beständigen Menschen mit größtem Glauben und ohne Erwartung eines Lohnes praktiziert wird, wird sattwig genannt.“

Wenn du die Dinge mit großem Vertrauen und ohne dafür etwas zurückbekommen zu wollen machst, dann ist es sattwig. Askese oder Tapas, die in der Absicht gute Aufnahme, Ruhm und Ehre zu erlangen und wenn mit Heuchelei praktiziert wird, dann ist es rajasig und damit auch unbeständig und vergänglich. Wenn du also irgendwelche spirituellen Praktiken treibst, um dazuzugehören, um Ruhm zu bekommen, Ehre zu bekommen, gelobt zu werden oder wenn übertreibst, dann ist es rajasig.

Spirituelle Praktiken, die du unbeständig ausführst, sind auch rajasig.

19 Kapitel Vers 19:

„Tapas aus einer törichten Absicht heraus: selbstquälerisch oder zur Zerstörung eines anderen wird tamasig genannt.“

Tamasige Praktiken, die entweder törichter Absicht, oder um jemanden zu schaden sind, oder auch etwas, was dich quält und somit ungesund ist, ist tamasig.

In diesem Sinn kannst du nochmal überlegen.

Wie sind deine spirituellen Praktiken? Machst du sie wirklich sattwig? Betreibst du überhaupt spirituelle Praktiken? Mache sie auf eine Weise, dass sie gut sind für dich und für alle anderen! Und dass sie dir helfen, mehr Gutes zu bewirken, mehr Liebe zu spüren und freundlicher zu werden!

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Auch Rituale, Opferzeremonien, spirituelle und religiöse Rituale können sattwig, rajasig und tamasig sein. Nicht alles, was Menschen im Namen der Religion machen, ist automatisch gut. Krishna gibt in den Versen 11 und Folgende, des 17 Kapitels einige Informationen, wie du selbst dafür sorgen kannst, dass das was du an Ritualen und Zeremonien machst, wirklich rein und erhebend ist.

Kapitel 17 Vers 11

Yajna, das Menschen bringen, ohne eine Belohnung zu erwarten, sowie es in den Schriften geboten ist, in der festen Überzeugung, dass es getan werden muss, ist sattwig und rein.

Yajna  hat viele Übersetzungen. Man kann es als Opfer übersetzten, aber Yajna heißt auch einfach Ritual. Man kann es auch als Gottesdienstritual, spirituelles Ritual, oder was man selbst ausführst und etwas, was du darbringst, übersetzen.

Krishna sagt hier: „Ein Yajna ist sattwig, wenn es mehrere Bedingungen erfüllt. Erstens: Du tust es, ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Zweitens: Es entspricht dem, was in den Schriften steht. Drittens: Du tust es, weil es getan werden muss. Dann ist es sattwig.“

Es gibt verschiedene Rituale. Es gibt die Yajna im engeren Sinne, Feuerritual, wie wir es auch bei Yoga Vidya zum Beispiel in den Ashrams machen. In Bad Meinberg haben wir jeden Morgen eine kleine Yajna, Yajna Homa und Havan sind alles ähnliche Begriffe. Yajna im weiteren Sinne ist aber auch wie Puja oder Arati. Und falls du allen Vorträgen, der ganzheitlichen Yogaschule gefolgt bist, hast du schon gelernt, wie du selbst Arati, eine kleine Puja machen kannst, oder wie du dir selbst Rituale zusammenstellen kannst.

Natürlich haben verschiedene Religionen Rituale. Im Christentum gibt es den Gottesdienst, es gibt die heilige Kommunion oder das heilige Abendmahl. Im Islam gibt es das fünfmal tägliche Gebet und es gibt das Freitagsgebet. Und im Judentum gibt es eine Menge von Ritualen, genauso wie auch im Hinduismus und so weiter.

Es gibt also verschiedenste Rituale, die Menschen machen. Wenn du solche Rituale machst, ohne deshalb dafür eine Belohnung zu erhoffen, wenn du es machst, wie es den Schriften entspricht, die du von den Schriften her kennst. Und auch wenn du es einfach machst, weil es einfach getan werden muss, dann ist es sattwig.

Im 18 Kapitel sagt Krishna auch, dass man es machen kann, um sich spirituell zu entwickeln. In einem anderen Kapitel hat er auch davon gesprochen, dass es auch gut ist, Rituale zu machen, um Gott zu erfahren. All das wären sattwige Motive und Handlungen.

Kapitel 17 Vers 12: Krishna:

Das Yajna oh Arjuna, das im Hinblick auf die Belohnung gebracht wird, oder um zu prahlen, erkenne das als rajasige Yajna.

Also eine Opferzeremonie, die man macht, um etwas zu bekommen, ist rajasig. Wenn du ein Feuerritual, eine Puja, Arati, oder Gottesdienst oder eine andere religiöse Praxis/ Ritual ausführst, um gleich Belohnung zu bekommen, oder um zu prahlen, ist das rajasig.

In Indien ist es zum Beispiel üblich, dass man ein Yajna ausführt, um etwas dafür zu bekommen. Es gibt sogar einen bestimmten Moment eines Rituals, wo du ein Sankalpa äußern kannst. In einem spirituellen Sinne, wäre das ein Vorsatz und letztlich eine Bitte um Gottes Führung und eine Bitte darum, dass wir Gott erfahren können.

Du könntest das auch rajasig mache, indem du sagst, dass du diese Puja machst, um etwas zu bekommen. Krishna hat an einer anderen Stelle gesagt, dass es in Ordnung ist, Gott zu verehren, um auch seine eigenen Wünsche zu befriedigen. Das ist natürlich rajasig und besser ist es, wenn du sattwig handelst.

Das Opfer wird als tamasig betrachtet, welches nicht der Anordnungen der Schriften entspricht, wo keine Speisen verteilt werden und das nicht von Mantras Gaben und Glauben begleitet wird. Es gibt drei verschiedene tamasige Opfer und Rituale.

Die Schriften sagen auch, dass du das, was du tust, mit Hingabe tun musst. Also wenn du zum Beispiel ein Arati ausführst und es so gut machst, wie du kannst, du befolgst den Grundsätzen, die du kennst, dann ist das in Ordnung. Aber wenn du weißt, dass im Arati die Kerze oder das Licht im Uhrzeigersinn geschwenkt werden sollen und machst es aus Nachlässigkeit andersherum, dann ist es tamasig. Wenn du weißt, dass man das Arati normalerweise mit der rechten Hand macht und du machst es aus Nachlässigkeit mit der linken, dann ist es auch tamasig.

Wenn du es dagegen nicht weißt und es einfach mit bestem Wissen und Gewissen machst, um Gott zu dienen, dann ist es sattwig. Also wenn du weißt, wie man es richtig machen soll, dann mache es richtig. Die Schriften sagen, dass eben die Bhakti wichtig ist.

Dann sagt Krishna: „Wo keine Speisen verteilt werden“. Man kann das wortwörtlich interpretieren und würde sagen, dass in jedem Ritual Prasad verteilt werden soll. In einem anderen Sinne heißt es auch, dass egal welches Ritual du praktizierst, du es auch für andere machen sollst. Wann immer du ein Ritual machst, machst du es, um Gott zu dienen und auch für andere. Und wenn du ein Ritual nur für dich machst, dann ist es auch tamasig.

Was auch immer du an Ritualen machst, mache es für den Frieden, für das Wohlergehen aller, um die Heilschwingung zu erhöhen und damit du selbst die Kraft bekommst. Anderen etwas Gutes zu tun.

Ein Ritual, was ohne Glaube gemacht wird, ist auch ein tamasiges Ritual. Es ist auch tamasig, wenn du es äußerlich machst. Wenn dein Körper das macht, aber dein Geist nicht dabei ist.  Es gibt drei verschiedene Arten von einem tamasigen Ritualen: erstens; nachlässiges Ausführen, zweitens; wenn du es nicht auch für andere tust und das dritte ist, wenn dein Herz nicht dabei ist.

Mache die Rituale mit Herz, mit Liebe, um Gott zu verehren. Mache sie, um anderen etwas Gutes zu tun. Mache die Rituale in der Überzeugung dafür, dass sie getan werden müssen und sei gleichmütig und ohne Erwartungen. Das ist ein sattwiges Ritual.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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YVS537 Gunas und Ernährung - BhG XVII 7

Welche Nahrung sollte man zu sich nehmen? Welche Nahrung sollte man sich nicht zu sich nehmen? Wann ist die Ernährung rein, unruhig machend oder dumpf machend? Was sagt Krishna und die Bhagavad Gita zur Ernährung?

Kapitel 17 Vers 7: Krishna:

„Auch die Nahrung, die jeder schätzt, ist von dreierlei Art. Ebenso auch Jaknia, das Opfer, die Rituale. Tapas, die Askese und spirituellen Praktiken und Dhana, die mildtätigen Gaben und das uneigennützige Dienen. Höre über die Unterschiede zwischen diesen. Speisen, die Leben, Reinheit, Stärke, Gesundheit, und Freude und Heiterkeit steigern. Die schmackhaft, wohlriechend, kräftig und angenehm sind. Sie schmecken den sattwigen Menschen.“

Wenn du sattwig bist, dann magst du das, was gesund ist, das, was deinem Körper Stärke gibt und das, was gut ist für deinen Geist, was deinem Geist Freude und Heiterkeit schenkt. Die sattwige Nahrung ist außerdem schmackhaft, wohlriechend und angenehm.

Sattwig ist also das, was deinem Körper Stärke gibt, was gesund ist, deinem Geist Freude und Heiterkeit bring und auch gut schmeckt.

Kapitel 17 Vers 9: Krishna:

„Speisen, die bitter, sauer, salzig, zu stark gewürzt, scharf, trocken, oder brennend werden von rajasigen Menschen bevorzugt und bringen Schmerz, Kummer und Krankheit.“

Hier geht es um rajasige Speisen und Krishna macht keine Aufzählung, welche Nahrungsmittel rajasig sind, sondern das, was bitter, sauer, salzig, stark gewürzt, zu scharf, trocken und brennend ist, ist rajasig. Man muss noch dazu sagen, dass es Ayurveda gibt und die von verschiedenen Geschmacksrichtungen spricht und dass ein gutes Essen verschiedene Geschmacksrichtungen haben muss. Aber wenn jemand nur Saures, Salziges, scharf Gewürztes isst, dann ist das rajasig.

Zu Krishnas Zeiten gab es noch keinen Industriezucker oder den isolierten Zucker und so hat er gesagt, dass das Süße eher sattwig ist. Und das andere ist eher rajasig. Das, was rajasig ist, was sehr scharf und brennend ist, bring Kummer, Schmerz und Krankheit.

Kapitel 17 Vers 10: Krishna:

„Das abgestandene, geschmacklose, faulige, über Nacht übrig gebliebene und unreine, ist die bevorzugte Nahrung tamasiger Menschen.“

Zuerst klingt es schräg, denn man würde auf den ersten Blick denken, dass niemand faulige Sachen essen will. Aber bevor du zu schnell sagst, dass das keiner macht, musst du zweimal nachdenken. Ist Alkohol nicht letztlich etwas, was vergoren und letztlich gefault ist? Alle alkoholischen Getränke sind tamasig. Und Fleisch hat keine Lebensenergie mehr, denn das Tier ist getötet worden und damit ist da kein Prana mehr drin. Milchprodukte sind auch tamasig, denn sie sind durch die Quälerei der Tiere entstanden. In unserer heutigen Zeit ist Milch das, was übrig bleibt, nachdem man ein Kalb von der Mutter getrennt hat und nachdem man die männlichen Kälber umgebracht hat.

Das ist alles tamasig und es gibt Menschen, die das bevorzugen. Man sollte nichts zu sich nehmen, was tamasig ist und man sollte auch nichts zu sich nehmen, was rajasig ist. Sattwig ist erstens das, was gesund ist; zweitens, was deinen Geist erhebt; drittens, was dir hilf zum Meditieren und viertens, was dich glücklich macht. Es ist: gesund, zuträglich, damit du dich gut und glücklich fühlst, das, was den Geist erhebt, wobei man so wenig Leid, wie möglich verursacht und was ökologisch ist. Das ist Sattwig.

Und das essen, was man zu sich nimmt, ohne die ethischen Hintergründe der Produktion zu wissen, aber auch ohne die Absicht jemandem zu schaden. Und das, was einen in geistige Unruhe versetzt und langfristig ungesund ist, ist rajasig.

Wenn etwas ungesund ist, den Geist in eine Depression stürzt, durch Leid und Quälerei entstanden ist und schlecht für unsere Ökologie ist, dann sind das tamasig.

Sattwige Nahrung erhebt, rajasige macht unruhig und tamasig ist das, was eine träge macht und in die Niedergeschlagenheit bringt. Alles muss miteinander abgewogen werden und damit haben wir Kriterien, an denen wir uns orientieren können.

Überprüfe deine Ernährung: Isst du wirklich das, was für dich gesund ist? Isst du wirklich das, was dich erhebt? Isst du wirklich das, was durch ethische Mittel hergestellt wurde? Isst du wirklich das, was so wenig Leid, wie möglich verursacht hat? Und isst du das, was ökologisch verantwortbar ist?

Wenn du noch nicht so weit bis, dann fasse den Vorsatz, dich Schritt für Schritt mehr umzustellen.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

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YVS536 Tamasige Askese - BhG XII 5-6

17 Kapitel 5 Vers: Krishna:

„Menschen die schreckliche, von den Schriften nicht gebotene Askese üben, die der Heuchelei und dem Egoismus unterliegen, sind von der Kraft der Gier und Verhaftung getrieben. Ohne Verstand quälen sie alle Elemente des Körpers und auch mich, der ich im Körper wohne. Wisse, dass dies aus asurischen Vorsätzen stammt.“

Es gibt Menschen, die scheinbar spirituell sind. Menschen, die scheinbar religiös sind, die im Namen von Spiritualität und Religion sich selbst quälen. Vermutlich ist es heute etwas aus der Mode gekommen, aber wir finden in den meisten Religionen solche Irrungen. Im Christentum gab es die sogenannten Geißler, die sich selber oder gegenseitig mit Peitschen ausgepeitscht haben, bis das Blut von der Haut herunterlief.

Es gab bei den Mönchen oder auch bei den Büßern, die eine Zeit, wo Menschen Dornengürtel getragen haben oder sich selbst im Namen von Spiritualität geritzt haben. Wir finden es im Christentum, im Islam, im Judentum und auch im Hinduismus. Im Hinduismus haben Menschen das Gelübde abgelegt, dass sie niemals ihre Fingernägel schneiden. Und zum Teil wachsen die Fingernägel so weit, dass sie durch die Handgelenke durchwachsen. Oder es gibt Menschen, die den Vorsatz fassen, nie wieder im Liegen zu schlafen, oder den Vorsatz fassen, immer die Hand oben zu halten, bis die Hand nur noch ledern ist.

Das sind alles Schreckliche von den Schriften nicht gebotene Askese. Die eine Möglichkeit ist, dass man seinem Körper schlimmste Dinge antut und die zweite Möglichkeit ist, dass nicht gebotenes Tapas ist. Tapas heißt sowohl Askese, als auch spirituelle Praxis. Zweite Form von unreiner spiritueller Praxis ist Heuchelei. Du behauptest, dass du etwas tust, wobei du es nicht tust. Du sagst, dass du am Tag mehrere Stunden praktizierst und du praktizierst aber keine mehreren Stunden. Und Egoismus ist die dritte Möglichkeit hier. Du praktizierst spirituelle Praktiken, um zu zeigen, wie großartig es ist. Du erzählst, was du alles machst, um zu zeigen, wie groß du bist, um bewundert zu werden.

Das sind alles Spiritualität und Religiosität, die letztlich aus der Kraft von Gier und Verhaftung stammen. Es gibt Menschen, die aus Gier ihren Körper quälen, weil sie die Siddhis, die übernatürlichen Kräfte haben wollen. In Indien wird das auch gemacht, damit man sich Verdienste, Punjas zu erwerben, um dann vielleicht belohnt zu werden. Wir finden das auch im alten Indien, die sogenannten Asuras, die Dämonen, die auch intensives Pranayama, Meditation und Askese üben, um sich danach Gott gewogen zu stimmen und unbeschränkte Herrschaft und Macht zu bekommen und Wünsche befriedigen zu können. All das ist keine reine Spiritualität und die gilt es zu vermeiden. Das kann eine rajasige oder tamasige spirituelle Praxis sein.

17 Kapitel 6 Vers: Krishna:

„Ohne Verstand quält er alle Elemente des Körpers und auch mich, der ich im Körper wohne. Wisse, dass dies aus asurischen Vorsätzen stammt.“

Seinen Körper im Namen von Spiritualität und Religion zu quälen, heißt es Gott zu quälen, denn Gott wohnt im Körper. Und auch der Körper und die Kräfte sind eine Manifestation Gottes. Im vorherigen Kapitel hat Krishna auch davon erzählt, dass er das Verdauungsfeuer und das Prana ist. Und dass letztlich der Körper und das Prana ein Geschenk Gottes sind. Quäle also nicht den Körper! Spiritualität und spirituelle Praxis sollten auch für den Körper und die Psyche gesund sein.

Du musst spirituelle Praktiken danach untersuchen, ob sie gut für deinen Körper sind oder nicht. Und die Bhagavad Gita sagt hier: „Quäle nicht mich, der ich im Körper wohne.“

Heutzutage ist es eher so, dass Menschen zu wenig spirituelle Praktiken praktizieren, als zu viel. Es ist auch selten, dass Menschen heutzutage ihren Körper quälen und bleibende Schäden hinzufügen, aber das kommt auch vor. Es gibt Menschen, die es mit den Asanas übertreiben und schon wenn sie merken, dass die Asanas ihnen nicht mehr guttun, sie trotzdem weitermachen. Es gibt auch Menschen, die es mit dem Fasten übertreiben. Und es gibt auch Menschen, die Lichtnahrungsprozesse betreiben und es mag auch sein, dass es funktioniert, aber ich kenne auch Menschen, die ihre Verdauung dauerhaft, durch das Übertreiben geschädigt haben.

Menschen übertreiben es auch mit der Reduzierung des Schlafes, mit einseitiger Ernährung. Verehre Gott auch, in dem du ein gesundes Leben führst. Ganzheitliches Yoga bedeutet auch, dass du alle spirituellen Praktiken so praktizierst, dass sie für Körper und Psyche gesund sind.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Auch Spiritualität und religiöse Praxis sind nicht immer nur gut. Es gibt im Gegenteil: sattwige, rajasige und tamasige Spiritualität und diese zeigt sich auch im sattwigen, tamasigen und rajasigen Glauben. Darüber spricht Krishna in den Versen des 17 Kapitels.

Kapitel 17, Vers 1: Arjuna: „Wie ist der Zustand der Menschen, die gläubig opfern, ohne die Gebote der Schriften zu beachten, oh Krishna? Sind sie sattwig, rajasig oder tamasig?“

Im vorherigen Vers, also am Ende des 16 Kapitels, hat Krishna gesagt, dass es wichtig ist den Geboten der Schriften zu folgen. Und Arjuna weiß, dass es Menschen gibt, die die Schriften nicht so genau kennen und sie machen trotzdem spirituelle Praktiken und Rituale, welche vielleicht nicht ganz den der Schriften entsprechen.

Arjuna will wissen, ob es sattwig, rajasig oder tamasig ist, wenn jemand etwas tut, was den Schriften nicht entspricht. Das interessante wird sein, dass Krishna Arjuna die Frage nicht wörtlich beantworten wird, sondern er ignoriert die Frage und geht darauf ein, was sattwiger, tamasiger und rajasiger Shraddhar, Glaube ist. Und auch was sattwiger, rajasiger und tamasiger Tapas ist.  Welche Art von Glaube sattwig, rajasig oder tamasig ist.

Letztlich  könnte man auch sattwige Spiritualität, Shraddha, als spirituelle Einstellung übersetzten und dann gibt es sattwige, tamasige und rajasige Spiritualität. Sattwige Spiritualität ist irgendwo erhebend, Gott zugewandt, rein und ethisch. Rajasige Spiritualität ist besonders dafür da, um das Ego zu nähren und wer rajasigen Glauben hat, der will mit seinen Überzeugungen und seiner Spiritualität letztlich sein Ego stärken. Da gibt es Selbstdarstellungsdrang, Kritik Sucht und Gier nach Erhöhung und der Glaube daran, dass man etwas Besseres sei, als andere. Es gibt Menschen, die über ihre Spiritualität letztlich ihr Ego füttern wollen. Und dann gibt es die tamasige Spiritualität, die entweder den Menschen in Unwissenheit gefangen hält, oder die den Menschen in seiner Lethargie und in seiner Dumpfheit hält. Oder die dem Menschen ein dauerhaft schlechtes Gewissen macht, die sie niederdrückt.

In dieser Richtung antwortet Krishna. Letztlich ist Spiritualität nicht danach, ob man den Regeln von Schriften folgt, sattwig, rajasig oder tamasig, sondern mit welcher Einstellung wir sie machen.

17 Kapitel 2 Vers: Krishna: „Von drei Arten ist der in der Natur Verkörpernde liegende Glaube, sattwig, rajasig oder tamasig. Darüber höre jetzt.“

Shraddha ist der Glaube eines Menschen. Man könnte auch sagen, die Grundüberzeugung.

17 Kapitel 3 Vers: Krishna: „Der Glaube eines jeden Menschen entspricht seiner Natur, oh Arjuna. Letztlich besteht der Mensch aus seinem Glauben. Sowie der Glaube eines Menschen ist, so ist er.“

Das ist eine große Behauptung von ihm. Er sagt, dass deine tiefen Überzeugungen und dein tiefer Glaube, das ist, was dich prägt. Wir sprechen heutzutage von den sogenannten Glaubenssätzen, die Menschen haben, die sie prägen. Und manchmal kann es helfen seine Glaubenssätze zu kennen und dann zu hinterfragen und sie vielleicht zu ändern. Diese tiefen Glaubensüberzeugungen prägen einen Menschen.

17 Kapitel 4 Vers: Krishna: „Sattwige, reine Menschen, verehren die Devas. Rajasige Menschen verehren die Jakshas und die Rakshasas. Die anderen Getäuschten verehren Gespenster und die Scharen der Naturgeister.“

Jetzt müsstest du wissen, was Devas, Jakshasas und Rakshasas sind und er wird noch im Folgenden auf die Bhutas und Ghanas eingehen. Das könnte man wörtlich nehmen und so gibt es Menschen, die Devas, die Lichtgestalten verehren. Es gibt solche, die die niederen Geister verehren, die erdgebundenen Geister. Und es gibt solche, die Jakshas und Rakshasas verehren. Aber das ist auf unsere heutige Zeit bezogen keine hilfreiche Aussage. Wofür stehen die? Die Devas stehen dafür zum Licht und zum Höchsten zukommen. Die Jakshas und die Rakshasas sind solche, die einem Menschen Reichtümer geben und die, die Bhutas und Ghanas sind solche, die man aus Angst anruft und die einen in die Dunkelheit und in die Verblendung führen.

So könnte man es so deuten, dass Menschen unterschiedliche Glaubenssätze haben. Die einen haben sattwigen Glauben, welcher einen erheben will. Die anderen haben einen rajasigen Glauben, mit welchem sie letztlich Reichtümer haben und ihr Ego fördern. Es gibt dann noch den tamasigen Glauben, mit dem die anderen schaden wollen, man kann nämlich bestimmte Wesen anrufen, um anderen zu schaden, oder man begibt sich in die niederen Gefilden der Spiritualität und irgendwo voller Selbstzweifel und Bedeckung.

In diesem Sinne könnte man Shraddha als allgemein ansehen und den Glauben haben, dass es darum geht zum Licht zu kommen und sich zum Instrument des Lichts zu machen, was der sattwige Glaube wäre. Man kann auch den Glauben haben, dass es darum geht, Reichtümer anzuhäufen, was der rajasige Glaube wäre. Und man kann den tamasigen Glauben haben, wo man denkt, dass das alles keinen Sinn hat und dass man sowieso nichts zustande bekommt.

Eine weitere Deutung wären die drei Arten der religiösen Überzeugungen, es gibt den sattwigen Glauben und religiöse Überzeugung, dass wir hier sind, um Gott zu erfahren, um Gutes zu bewirken, um für Menschen etwas Gutes zu tun. Es gibt den rajasigen Glauben, bei dem man denkt, dass man besser ist als alle anderen, auserwählt und dass Gott nur für einen selbst da ist. Es gibt einen tamasigen Glauben, wo man versucht, mit Gewalt eine Religion weiterzugeben und unethische Handlungen im Namen der Religiosität macht. So gibt es verschiedene Deutungen von sattwigen und rajasigen Glauben.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Die drei Tore zur Hölle. Inwiefern kannst du dich selbst ins Unglück stürzen? Und wie kannst du selbst vermeiden, dich ins Unglück zu stürzen? Was sind Gründe, weshalb Menschen sich unethisch verhalten? Wie kann man das vermeiden, sich unethisch zu verhalten? Darüber spricht Krishna, ab dem Vers 21, des 16 Kapitels.

Kapitel 16, Vers 21: Krishna: „Dreifach ist das Tor zu dieser sich selbst zerstörenden Hölle. Sinneslust, Zorn und Gier, daher müssen diese drei aufgegeben werden.“

In den vorherigen Versen hat Krishna genauer beschrieben, was asurahaftes Verhalten ist. Er hat beschrieben, wie Menschheitsverführer sind und du hast in dir vielleicht den ein oder anderen Samen auch entdecken können. Wir selbst wissen nicht, ob wir in solche Richtungen gehen können. Es gibt mehrere Gründe für unethische Verhalten. Zunächst kann man durch die Umstände dazu verleitet werden, aber letztlich sind es drei Dinge, die einen dazu verleiten. Das eine ist Karma, das zweite ist krodha und das dritte ist lobha. Das wird auch in einem Satz verwendet: „Karma krodha lobha.“

Karma heißt hier Sinneslust. Wenn Menschen sich zum Beispiel in irgendjemand anders verliebt haben und sie Menschen sehen, die denen im Wege stehen, dann können sie unethisch handeln. Oder wenn sie etwas sehen, was sie unbedingt brauchen. Krodha ist, dass man fühlt sich gekränkt, ärgert sich für etwas und ist zornig und das vielleicht sogar aus Rachsucht heraus. Aus diesem Ärger kann man schlimme Dinge tun. Dann gibt es schließlich lobha, was jegliche Form von Gier ist. Man will von allem mehr haben. Das sind drei Dinge, die man aufgeben sollte.

Das soll nicht heißen, dass man kein gutes Essen genießen kann und auch, nicht, dass man keine gute Liebesbeziehung führen darf. Natürlich darfst du das, aber du solltest aufpassen, dass du nicht davon beherrscht und dominiert wirst und dass du nicht zur Erfüllung von Karma bereit zur unethischen Handlungen bereit bist. Die Grenze ist schnell überschritten.

Natürlich gibt es auch gerechten Zorn und es gilt andere auch manchmal in die Schranken zu verweisen. Aber sowie du merkst, dass in dir Zorn ist, solltest du dich genau kontrollieren, ob du dich auf dem Gebiet des Ethischen verhältst. Also aus karma, krodha und lobha werden Menschen schnell unethisch. Nicht umsonst sagt Jesus, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr an, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Ich gehe davon aus, dass es reiche Menschen gibt, welche sehr ethisch sind, aber man erlebt es sehr oft, dass Menschen, welche die erste Million haben wollen, wollen auch die 2 Millionen und auch die 10 und 20 Millionen.

Menschen wollen immer mehr haben. Dafür sind sie bereit, Vieles auf sich zu nehmen. Viel zu betrügen und viel zu lügen. Es gibt immer wieder diese Skandale, wo Menschen sich unethisch verhalten haben, um noch mehr Macht und Geld zu bekommen und so sollte man sich nicht von ihnen beherrschen lassen. Vielleicht magst du kurz zu überlegen, ob du manchmal von karma, kodha oder lobha getrieben bist. Hast du schon mal aus karma, krodha oder lobha, unethische Handlungen gemacht? Karma wären auch Süchte und Menschen begehen viel Kriminalität, um ihre Süchte zu befriedigen.

Kapitel 16, Vers 22: Krishna: „Der Mensch, der von diesen drei Toren zur Dunkelheit befreit ist, oh Arjuna. Praktiziert das, was für ihn gut ist und gelangt so zum höchsten Ziel.“

Also, wenn du wissen willst, ob du irgendwo Gutes bewirken kannst. Musst du erst mal überlegen, ob dein Verhalten durch karma, krodha oder lobha motiviert ist. In einem anderen Vers hat er auch gesagt, dass man schauen muss, ob man in einem tamasigen oder rajasigen Zustand ist. Du solltest nicht aus Tamas oder Rajas handeln und vor allem solltest du nicht aus karma, krodha und lobha handeln. Daher solltest du die Motive deines Handelns überprüfen. Wenn es karma krodha oder lobha ist, dann befreie dich von ihnen. Und wenn du dich im Rajas oder Tamas Zustand befindest, dann übe die Praktiken, die nötig sind, um zum Sattwigen zu kommen. Löse dich davon und du wirst deiner tiefen Intuition folgen können, welche dir sagen wird, was gut ist. So kommst du zum höchsten Ziel.

Kapitel 16, Vers 32: Krishna: „Wer die Gebote der Schriften missachtet und unter dem Eindruck von Wünschen handelt, erreicht weder Vollkommenheit noch Glück, noch das höchste Ziel.

Das Wissen und die Intuition kommen, wenn du dich von karma, krodha und lobha löst, so wie, auch wenn du dich von Rajas und Tamas lösen musst, um das zu erreichen. Du solltest dich aber auch an den Schriften, wie zum Beispiel nach der Bhagavad Gita und oder den daiva sampati, den göttlichen Eigenschaften und den Yamas von Patanjali: Ahimsa, Satya, Asteya, Brahmacharya, Aparigraha.

Wenn du aber unter dem Eindruck von Wünschen handelst, um etwas zu erreichen, dann kommst du nicht an das höchste Ziel. Krishna gibt uns hier einen gewissen Trost, denn manchmal ist es, sodass die Asuras erfolgreich zu sein scheinen. Und vermutlich ist ein großer Teil der Mächtigen nicht allein mit rechtmäßigen Mitteln mächtig geworden. Und ein großer Teil der Vermögen ist nicht mit ethischen Mitteln erwirtschaftet worden. Wer aber sich so verhält, der wird erst mal sein Karma bekommen. Vielleicht ist es in diesem Leben, dass er sich unglücklich fühlt, oder vielleicht im nächsten, aber es hat natürlich karmische Konsequenzen.

Krishna sagt hier klar, dass man weder Glück, Vollkommenheit noch das höchste Ziel bekommt. Patanjali sagt auch im 2 Kapitel des Yoga Sutra, dass wer sich unethisch verhält, der in Unwissenheit und Leid gefangen bleibt. Menschen, die auf unethische Weise ein Vermögen oder Macht bekommen haben, sind nicht glücklich, denn Glück ist etwas anderes. Und sie haben nie das Gefühl, dass das, was sie erreicht haben, ausreichend ist, denn sie bleiben getrieben. Natürlich erreichen sie auch nicht das höchste Ziel, die Gottverwirklichung, die Selbstverwirklichung.

Wenn du jemand bist, der wegen der Ethik auch berufliche Einschränkungen in Kauf genommen hat und wenn dir etwas passiert ist, beidem du eine Stelle nicht bekommen hast, die du gerne haben wolltest, sondern jemand anders ihn mit unethischen Mitteln bekommen hat, dann solltest du es nicht zu lange bedauern. Wer letztlich ethisch konsequent ist, ist langfristig der glücklichere und wer ethisch konsequent ist, der begibt sich auf den Weg, der Vollkommenheit und wird das Ziel des Lebens erlangen.

Kapitel 16, Vers 24: Krishna: „Daher müssen die Schriften maßgeblich sein, wenn es zu bestimmen gilt, was zu tun und was zu unterlassen ist. Nachdem du verstanden hast, was in den Geboten der Schriften festgehalten ist, musst du in dieser Welt entsprechend handeln.“

Gesellschaftliche Trends, politische Leitlinien ändern sich immer wieder und die Grundprinzipien findest du in den Schriften. Natürlich ist es unterschiedlich, wie es sich ausprägt, weshalb ist es mit den Schriften nicht so einfach ist. Auch Krishna gibt Arjuna keinen genauen Ratschlag, Anweisung, was Arjuna tun muss. Arjuna will wissen, was er machen soll, weil er in einem ethischen Konflikt ist. Und Krishna erzählt ihm mehrere Stunden etwas über das Selbst und das nicht Selbst. Er erzählt über die Gunas, Meditation, Hingabe, Jnana und so weiter. Und zum Schluss sagt Krishna, dass Arjuna das tun soll, was er für richtig hält.

So sind die Schriften auch, denn sie geben keine ganz konkrete Handlungsanweisung in den meisten Fällen. Es gibt dort viele wichtige Dinge, wie zum Beispiel, dass das Verhalten nicht durch karma, krodha oder lobha motiviert sein soll. Also durch Gier, Sinneslust und durch Ärger und lass dein Verhalten durch die fünf Yamas bestimmen: Nicht verletzten, wahrhaftig sein, nicht stehlen, Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens und Unbestechlichkeit. Das sind übergeordnete Leitlinien. Richte da dein Verhalten und dann wirst du das Richtige tun.

Zusammenfassung:

Lass daraus dein Leben gestalten und vielleicht heute oder morgen solltest du bewusst sein und ethisch handeln. Durch das ethische Handeln und spirituelle Praktiken erreichst du langfristig Glück, Vollkommenheit und das höchste Ziel. Lasse dich nicht durch scheinbare Erfolge von Menschen, die unethisch sind, beeindrucken. Sie werden nicht glücklich sein und sie werden nicht das Gefühl haben, dass sie dem Sinn ihres Lebens gefolgt sind. Also bleibe ethisch und korrekt und das gibt dir Glück und langfristig auch gutes Karma und die Erleuchtung.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Was sind die asura Eigenschaften? Die unguten Eigenschaften und oft übersetzt, als die dämonischen Eigenschaften. Wie kannst du erkennen, ob du diese Eigenschaften hasst und sei dir bewusst, dass es in dieser Welt viele Menschen gibt, die von diesen asura Eigenschaften geprägt sind. Es gilt zu erkennen, dass du so nicht sein willst, daher beschreibt Krishna diese Eigenschaften relativ ausführlich. Normalerweise beschreibt Krishna viel über die positiven Eigenschaften. Die Bhagavad Gita ist voll von Daiva Erzählungen, also von guten Eigenschaften. Von den Eigenschaften eines Selbstverwirklichten. Im 16 Kapitel beschreibt er die Asura etwas ausführlicher, um dir viveka, also Unterscheidungskraft, zu geben.

Kapitel 16, Vers 6: Krishna: „Es gibt zwei Arten von Naturen auf dieser Welt: Göttliche und dämonische. Daiva und asura. Die göttlichen wurden ausführlich beschrieben. Hör, oh Arjuna jetzt von mir über die dämonischen.“

In den vorherigen Versen, insbesondere ab Vers 1 bis Vers 3 hat Krishna ausführlich über die daiva sampati gesprochen, also die göttlichen Eigenschaften. Er hat es an mehreren anderen Stellen beschreiben und jetzt will er die Asura Eigenschaften beschreiben.

Der Mensch hat einen freien Willen. Du kannst dich entscheiden den daiva oder den asura Eigenschaften zu folgen. Natürlich gibt es von einem anderen Standpunkt aus nichts absolut gutes und nichts absolut schlechtes. Alles, was Menschen machen, kann man irgendwo nachvollziehen und nicht nur von gut oder schlecht. Man könnte immer sagen, dass Ärger auch immer einen Sinn hat. Es gibt den gerechten Zorn. Es gibt auch einen Grund für gewisse Aggressivität, wenn du dich zum Beispiel zu Wehr setzen, oder etwas Neues beginnen willst.

Im Alltag muss man auch unterscheiden. Ich bin jemand der dazu neigt Menschen nicht verurteilen zu wollen und in jedem Menschen irgendwo das Gute zu sehen und ich gehe auch davon aus, dass die Grundmotivation hinter jedem Menschen irgendwo Liebe ist und dass in allen Menschen das Gute ist, aber trotzdem müssen wir manchmal unterscheiden.

Wir müssen in uns selbst unterscheiden und aufpassen welche Motive wir haben. Ob wir gerade dabei sind von einem Daiva zum Asura zu werden und manchmal müssen wir schauen, dass wenn ein Mensch Charisma und eine große Ausstrahlung hat nicht immer ein guter Mensch ist. Nicht ein Mensch, der uns im Herzen berührt und wo wir denken, dass der großartig und toll ist und dass man ihm folgen will, ist tatsächlich ein daiva.

Auch die Asuras können großes Charisma und Ausstrahlung haben. Und wir finden es in der Welt ausreichen oft, dass Menschen irgendwelchen Leuten mit großer Ausstrahlung folgen. Im schlimmsten Fall gibt es asuras zum Beispiel ein Adolf Hitler. Er hatte eine große Ausstrahlung und ein großes Charisma, aber eigentlich war er in allem unethisch. Er hat in jeder seiner Rede gelogen und jeder Satz war letztlich eine Lüge.

Der Dämon hat vorgegeben, Vegetarier zu sein, um seine Askese zu zeigen. Wir wissen, dass er Fleisch gegessen hat, denn die Speisepläne sind inzwischen von ihm bekannt. Er hat vorgegeben, dass das Schicksal irgendwo durch ihn hindurch wirkt und seine Gesten waren absolut einstudiert. Er hat sich fotografieren lassen und alles auf die Wirkung getrimmt. Er hat gesagt, dass er nur für das Deutsche Vaterland da ist. Und er hatte einige Geliebte gehabt. Er hatte sich asketisch gestellt, aber hat nach heutigem Wert vielleicht hunderte Millionen oder Milliarden von Euro korrupt zur Seite geschafft.

Das ist ein extremes Beispiel, aber es gibt auch noch viele andere und so gilt es sich bewusst zu machen, dass das, was Menschen behaupten, nicht stimmen muss. Menschen, die Charisma haben, sind nicht unbedingt gut. Das muss man unterscheiden.

Kapitel 16, Vers 7: Krishna: „Die Asuras wissen nicht, was getan und was unterlassen werden muss. Weder Reinheit, noch rechtes Verhalten, noch Wahrheit findet sich in Ihnen.“

Hier hat man drei Dinge, die relativ klar sind. Jemand der öfters lügt, kann kein daiva sein. Daher solltest du nicht die kleinen Lügen rechtfertigen. Das findet man auch unter politischen Führern und man sagt dann, dass es denen um eine Gute Sache geht und er will die schlimmen Sachen aufdecken. Und wir haben heutzutage alle möglichen fake news, was ein Ausdruck dafür ist. Oder irgendwelche Richtungen sprechen von der sogenannten Lügenpresse und vergeben, dann alternative Wahrheiten.

Hier muss man aufpassen. Jemand, der öfters wissentlich, die Unwahrheit sagt, dem sollte man nicht folgen. Rechtes Verhalten, also guter Lebenswandel ist auch wichtig. Und das ist durchaus die Ethik und jemand sollte nicht korrupt sein. Reinheit, ethisches Verhalten und Wahrheit, Wahrhaftigkeit, womit er anfängt.

Kapitel 16, Vers 8: Krishna: „Die Asuras sagen, dass dieses Universum ohne Wahrheit, ohne eine moralische Grundlage und ohne Gott ist. Es ist einfach nur aus Vereinigung entstanden und Lust ist seine Ursache, was sonst?“

Hier nennt er zweite Eigenschaften von Asura. Letztlich die, die nicht spirituell sind. Ich muss zugeben, dass ich hier etwas zwiespältig bin. Es wird manchmal gesagt, dass es ohne Religion keine Ethik gibt und ich glaube nicht, dass das stimmt. Es gibt mit Religion Ethik und es gibt mit Religion Verbrechen. Die Religionen sind mitverantwortlich für schlimmste Verbrechen in dieser Welt.

Es gibt absolut atheistische Menschen, die große Wohltäter sind. Aber es gilt auch zu beachten, dass das Leben ein höheres Ziel hat und letztlich musst du auch erkennen, dass es auch eine Art von asura gibt, die wohlmeinend und vielleicht auch ethisch sind, aber sie können sich auch auf Abwege führen.

Gerade ist das Jahr 2017 und im letzten oder vorletzten Jahr gab es das Darwin Jahr und viele Versuche alles Mögliche über die Evolutionstheorie zu erklären. Und vermutlich ist es so, dass sehr viel vom Leben über die Evolutionstheorie gut erklärt werden kann, aber Bewusstsein kann nicht damit erklärt werden. Gehirn schon. Es gilt sich dessen bewusst zu machen, dass das Einflüsse sind, welche dir auf dem spirituellen Weg nicht helfen.

Beschäftige dich nicht zu viel mit dem, was dich in einer relativen Welt hält. Natürlich gibt es das Universum, welches aus der Vereinigung entstanden ist. Man könnte auch sagen, dass das ganze Leben durch Evolutions-Biologie entstanden ist. Es mag sein, dass da etwas dran ist, aber es gibt trotzdem dahinter göttliche Wirklichkeit. Dann gibt es aus dieser Form von Denkweise, den Nihilismus, im Sinne davon, dass es keine höhere Wirklichkeit gibt, um das Beste für einen Selbst zu holen.

Kapitel 16, Vers 9: Krishna: „An dieser Meinung festhaltend, treten die zerstörten Seelen mit begrenztem Verstand und fanatischem Handeln, als die Feinde der Welt auf, um sie zu zerstören. Sieh die Asuras als voller Wünsche, Falschheit, Stolz und Überheblichkeit, haben böse Vorstellungen aufgrund von Täuschung und Handeln mit unreinen Vorsetzten.“

Also aus einer materialistischen Weltsicht heraus kann es sein, dass Menschen letztlich nur etwas für sich selbst haben wollen und bereit sind alles Mögliche zu zerstören. Im Zwanzigsten Jahrhundert gab es die großen Menschheitsverführer, die ich gerne, als unheilige Trinität nenne, Hitler, Stalin und Mao. Jeder von denen hat vermutlich zwischen 30 und 80 Millionen Menschen auf dem Gewissen. Keiner von diesen dreien war spirituell. Diese drei haben nicht daran geglaubt, dass es eine höhere Wahrheit in diesem Universum gibt. Hitler hat von Vorsehung gesprochen und inwieweit er wirklich daran geglaubt hat, wissen wir nicht, jedenfalls war er nicht daran interessiert, Gott in einem klassischen Sinne zu dienen.

Und so sehen wir aus einer rein materialistischen Anschauung, kommt dann vielleicht der Wunsch irgendwo selbst das Universum zu gestalten. Hitler, Stalin und Mao hatten alle eine materialistische Weltanschauung und wollten alles so umwandeln, dass es mit ihrer Einstellung übereinstimmt. Heute ist das 21. Jahrhundert und es scheint nicht solche Diktatoren zu geben, aber wir wissen nicht was in der Zukunft kommt.

Fanatisches Handeln gibt es auch. Feinde der bestehenden Welt. Man will die bestehende Welt zerstören. Hier musst du aufpassen, denn es gibt immer wieder solche Leute, die sagen, dass wir in einem korrupten System leben. Es muss zerstört und vernichtet werden. Das Gute entsteht normalerweise schrittweise und nicht dadurch, dass du das Alte zerstörst und vernichtest. Wenn du denkst, dass du die bisherige Welt vernichten willst, um etwas Besseres zu schaffen, ist das, das Charakteristikum der Asuras.

16 Kapitel, 10 Vers: Krishna: „Die Asuras sind voll unstillbarer Wünsche und wollen immer mehr für sich haben, sind macht-hungrig. Sie haben Falschheit, sind bereit andere zu täuschen. Sie sind Stolz und Überheblichkeit. Sie haben böse Vorstellungen aufgrund von Täuschung und Handeln mit unreinen Vorsetzten.“

Das klingt erst mal so, dass du sagen würdest, dass du damit nichts zu tun hast, aber sei dir bewusst, dass du manchmal Stolz und Überheblichkeit hast und das kann der Same für Einiges sein. Du hast auch Wünsche und spätestens dann, wenn du denkst, dass das, was jetzt ist, zerstört werden muss. Bist du auf der Seite der Asuras? Sie nehmen unermessliche Mühen auf sich, die doch nur im Tod enden. Diejenigen, die Asuras sind, sind nicht träge, nur weil sie viele Wünsche haben. Ein echter Asura in diesem Sinne ist einer, der großes Engagement und große Energie hat und Tag und Nacht tätig ist. Aber diese Mühen enden doch nur im Tod.

Sie betrachten die Erfüllung von Lust, als ihr höchstes Ziel und sind sicher, dass das alles ist. Also man könnte Lust und Macht zu den Eigenschaften hinzufügen. Das wollen diese haben und dafür würden sie alles tun. Von hundert Stricken der Hoffnung gebunden und der Lust und dem Zorn an heim gestellt. Sie bemühen sich mit ungesetzlichen und unerlaubten Mitteln, Reichtum für ihre Sinnesvergnügen aufzuhäufen.

Wollen selbst immer mehr für sich selbst haben und sind zornig, ärgerlich und wütend, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen. Auch das ist ein Zeichen eines Asura, er wird wütend und ärgerlich, wenn jemand sie nicht beachtet und wenn man sie irgendwo kritisiert. Ein einfaches Zeichen für asura. Sie sind auch bereit die verschiedensten unethischen Mittel zu nutzten, um Reichtum und Macht aufzuhäufen.

Kapitel 16, Vers 13: Krishna „Das habe ich heute verdient, diesen Wunsch werde ich mir erfüllen, das gehört mir, dieser Reichtum wird mir später auch gehören, diesen Feind habe ich geschlagen und ich werde auch andere noch schlagen. Ich bin der Herrscher, ich genieße, ich bin vollkommen mächtig und glücklich. Ich bin reich und stamme aus vornehmer Familie. Wer gleicht mir? Ich bringe Opfer da! Ich gebe Almosen! Groß wird meine Freude sein. So ist die Täuschung durch Unwissenheit.“

Krishna zeigt unterschiedliche Manifestationen von Asura. Vermutlich wird man niemanden finden, der das alles hat, aber einiges davon kann man in Menschen finden. In den Menschheitsverführern und vielleicht auch als einige Eigenschaften in dir. Zwar hat Krishna vorher gesagt, dass man sich keine Sorgen machen muss, denn man ist für den daiva Zustand geboren worden, hat er Arjuna und damit auch uns gesagt, aber trotzdem muss man sich wehren. Wann immer du jemanden siehst, der einige dieser asura Eigenschaften hat, entschuldige sie nicht, sondern folge ihm nicht.

Also zum einen, wenn jemand protzt und sagen, dass er so viel erreicht hat, ist das auch ein Zeichen des Asuras. Und er sagt, dass ihr es schon sehen werdet und es ihm auch noch gelingen wird. Dies ist auch ein Zeichen eines Asuras. Wenn jemand aus einer vornehmen Familie kommt und das verheimlicht ist das auch Falschheit und falsch ist es auch mit seinen Almosen zu prahlen und zu zeigen, was man Gutes getan hat. Manchmal prahlen Menschen mit deren Religiosität. Das sind alles äußere Dinge und es heißt nicht, dass wenn jemand in die Kirche geht, gleich daiva ist.

Wir müssen das Gesamtkonzept sehen. Jemand der mit seiner Religiosität prallt und jemand der parallel lügt und angibt, hat asura.

Kapitel 16 Vers 16: Krishna: „Verwirrt von vielen Fantasievorstellungen, verstrickt in den Fallstricken der Täuschung und der Befriedigung. Der Gier verfallen, stürzen sie so in eine grauenhafte Hölle.“

Auf der einen Seite hat er vorher von Materialisten gesprochen und hier spricht er von scheinbar religiösen Menschen. Die davon sprechen, dass sie Opfer an Rituale machen. Und, dass sie Almosen geben. Solche gibt es und es gibt solche, die sagen, dass es nur das Materielle gibt. Sieh nicht, ob du Materialist oder religiös bist, sondern, die anderen Eigenschaften. Aber dann sagt er, wohin ein solches asurahaftes Verhalten führt: nämlich in die Hölle.

Fast alle Menschen, die solche Eigenschaften haben, entwickeln irgendwann eine Paranoia, eine Verfolgungsangst. Sie haben immer Angst, dass irgendwer ihnen etwas Böses will. Irgendjemand sie umbringen will und irgendjemand ihnen etwas Schlimmes will. Kein Diktator stirbt glücklich. Mindestens dann, wenn er dieser asura Diktator ist, sehen wir, dass in so vielen Menschen, die scheinbar erfolgreich gewesen sind, dass sie zum Schluss unfassbar unglücklich sind. Asurahaft zu sein macht nicht glücklich. Es führt dich in tiefes Unglück und damit in eine innere Hölle.

Kapitel 16 Vers 17: Krishna: „Sie sind dünkelhaft, eigensinnig, von stolz geschwellt, voll des Giftes, des Reichtums und führen aus Prahlerei, sogenannte Rituale und Opfer aus, die nicht der Vorschriften, der Schriften entsprechen. Diese böswilligen Menschen sind dem Egoismus der Macht der Überheblichkeit, der Gier und dem Zorn ein Heim gegeben und hassen mich in ihrem eigenen Körper und ihm Körper anderen Menschen.“

Hier gibt es eine interessante Wendung dieser Verse. Bevor man sagt, dass das alles böse Leute sind, sagt Krishna: „diese Menschen hassen mich in ihrem eigenen Körper“, denn diejenigen, die dämonisches Verhalten zeigen, sind letztlich auch eine Manifestation Gottes. Sie handeln aber nicht danach. Es gibt daher keinen abgrundtief bösen Menschen, sondern alle sind letztlich Manifestationen des Göttlichen. Aber es gibt einige, die verblendet sind und unethisch handeln. Sie schaden sich selbst, denn sie sind tief im Inneren auch göttlich. Und sie schaden auch anderen Menschen.

Kapitel 16 Vers 19: Krishna: „Diese grausamen Hassenden, die Übelsten unter den Menschen auf der Erde. Diese Bösewichte stoße ich in den Schoß der Asuras.“

Das heißt auch, dass du erst einmal Asura gewesen bist, dann kann es sein, dass du im nächsten Leben in Familien geboren wirst, wo auch Asuras sind. Oder, dass du irgendwo hineingeboren wirst, wo auch wieder Asuras sind. Die Aufgabe ist vom Karmischen her, irgendwann darüber hinauszugehen.

Kapitel 16 Vers 20: Krishna: „Wenn sie Geburt um Geburt in asura Mutterschöße gehe, der Täuschung unterliegen und mich nicht erreichen, fallen sie oh Arjuna in einen noch tieferen Zustand.“

Asura zu sein bringt dir nichts Gutes, sondern führt dich immer weiter nach unten. Irgendwann kommt man natürlich Unten an und geht dann wieder nach Oben. Es geht einem in der Reinkarnationslehre darum, irgendwann zum, Höchsten zu kommen. Und um irgendwann zum Höchsten zu kommen, hast du viele Inkarnationen Zeit.

Das waren schwierige Verse in der Bhagavad Gita, aber es ist gut sie zu lesen, denn es hilft im Umgang mit dir selbst, die Ansätze des asurahaften zu erkennen und dem nicht zu folgen. Es hilft dir auch politischen und religiösen Führern nicht einfach so zu folgen. Und es hilft zu erkennen, dass es so etwas in der Welt gibt und dass die Asuras auch nicht glücklich sind und sich irgendwann ändern müssen. Wenn du Unterdrückung durch einen Asura Menschen erfährst, musst du überlegen, was du tun musst.

Für Arjuna gab es auch diese Entscheidung, welche die Grundlage der Bhagavad Gita ist. Er und das ganze Land sind von einem Mann unterdrückt worden. Der mit einer ganzen Gruppe asurerhafter Menschen das ganze Land tyrannisiert hat. Und jetzt gilt es für Arjuna zu wissen, ob er sich wehren soll oder nicht.

Krishna rät ihm am Anfang, dass er sich gegen die Asuras wehren soll und mindestens nachdem Arjuna probiert hat das gewaltlos zu tun, soll er sich jetzt wirklich wehren. Zum Schluss sagt Krishna: „Tu was du denkst, was das Richtige ist.“ Da werden wir noch einmal drauf zu sprechen kommen. Und so musst du auch manchmal überlegen, ob du dich zu Wehr setzten willst, einem Menschen gegenüber, der dich unterdrückt. Ist es deine Aufgabe, dann solltest du dich darum bemühen?

Du solltest aufpassen, dass du selbst nicht zum Asura wirst. Viele machen im Namen des guten, schlimmste Sachen. Und daher muss man auch aufpassen, dass man aus guten Motiven nicht selbst zum Asura wird. So haben sich in unseren Zeiten der gewaltlose Widerstand und das Prinzip der gewaltlosen Kommunikation entwickelt, sodass wir gute Methoden haben, uns gegen Asuras gewaltlos zu Wehr zu setzten und uns für eine gute Sache zu engagieren.

Für das Gute sollen wir uns mit guten Mitteln einsetzten.

 

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Krishna beschreibt im 16 Kapitel, was ethisch und was nicht ethisch ist. Welche Motivation dir hilft, Gott zu erfahren und welche Motivation dich in die Täuschung führt. Nach dem Krishna in den vorherigen Kapiteln sagt, dass das Göttliche letztlich alles ist, was besonders im 15 Kapitel deutlich wird, will er Klarheit erzeugen. Er will erklären, wie man sich verhalten sollte, also sich ethisch entscheiden und das unethische meiden. Es ist dafür gut zwischen dem ethischen und dem unmoralischen, also dem daiva und asura, was übersetzt wird als das Göttliche und Dämonische, zu unterscheiden.

16 Kapitel Verse 1–3 sind Aufzählungen von positiven Eigenschaften, die du entwickeln kannst. Es sind Aufzählungen, von Handlungen, die dir helfen Gott zu verwirklichen.

16 Kapitel Vers 1–3: Krishna

„Furchtlosigkeit, Reinheit des Herzens, Beständigkeit im Wissen und dem Yoga, Almosen geben, Sinnesbeherrschung, Opfer und Rituale, Studium der Schriften, spirituelle Praktiken, Askese und Aufrichtigkeit. Nicht Verletzen, Wahrhaftigkeit, Abwesenheit von Zorn, Entsagung, Friedfertigkeit, Fehlen von Hinterlist, Mitgefühl mit den Wesen, Fehlen von Habgier, Freundlichkeit. Bescheidenheit, Fehlen von Wankelmut, Stärke, Persönlichkeit, seelische Kraft, Reinheit, Fehlen von Hass, Fehlen von Stolz. Diese besitzt ein Mensch, der für den göttlichen Zustand geboren ist. Oder diese entwickelt ein Mensch, der den göttlichen Zustand erreichen will.“

Das sind eine Menge Eigenschaften. Swami Sivananda erläutert in seinem Kommentar alle Eigenschaften und in seinem Buch, Cultivation of Virtues, die Entkultivierung von Tugenden, geht er auf all diese Verse ein. Er widmet jeder Eigenschaft, die hier genannt ist, ein eigenes Kapitel.

Du könntest dir sagen, dass du in deinem Leben ein paar Monate für die Kultivierung dieser Eigenschaften widmest. Vor einigen Vorträgen habe ich eine andere Aufzählung, der positiven Eigenschaften gemacht. Da haben wir festgestellt, dass es 22 Wochen dauert. Hier sind es aber noch mehr Eigenschaften, für die du 1- 2 Jahre widmen kannst, um sie zu kultivieren.

Auf unserer Internetseite gibt es einen Vortrag, über die Kultivierung von Eigenschaften. Du kannst zum Beispiel Mut, Reinheit des Herzens und Beständigkeit entwickeln. Bestimmte Dinge gilt es einfach zu tun. Es wird hier übersetzt, als Almosen geben, aber es heißt auch gute Werke tun und anderen geben. Oder auch Jaknia, was hier als Opfer übersetzt wird, aber Jaknia sind auch alle Arten der Rituale der Gottesverehrung. Tapas kann man als Askese übersetzten, aber Tapas heißt auch alle Arten von spirituellen Praktiken.

Du kannst also bestimmte Dinge, die dort stehen, tun und des Weiteren auch bestimmte Eigenschaften kultivieren. Überlege, welche Eigenschaften und inwieweit du welche Eigenschaften hast und was du mehr kultivieren willst.

16 Kapitel Vers 4: Krishna: „Heuchelei, Überheblichkeit, Eigendünkel, Zorn, Härte und Unwissenheit gehören zu einem Menschen, der im dämonischen Zustand verweilt, oh Arjuna.“

Das sind Eigenschaften, welche dich in der Unwissenheit erhalten. Asura heißt wörtlich ungut. Im Deutschen haben viele Menschen, bei dem Wort Dämon, Fantasy Filme im Kopf, aber das ist in der Bhagavad Gita nicht unbedingt so gemeint. Dämonen sind letztlich Menschen, die eine Power haben, aber diese für etwas Falsche verwenden. Es gibt auch die Tamasigen, die einfach träge sind, aber die Dämonischen haben auch eine Energie, Motivation, Power, Ausstrahlung und Charisma, aber sie machen das mit unrechten Mitteln.

Krishna hatte zuvor gesagt, dass er in allen Wesen ist, also letztlich sind die dämonischen Wesen auch Manifestationen des Göttlichen. Es gibt im Yoga an sich nicht das Grundprinzip des Guten und des Bösen und es wird auch nicht gesagt, dass Gott und Teufel sich bekämpfen. Ein Individuum, das geprägt ist von Heuchelei, Überheblichkeit, Eigendünkel, Zorn und Härte, ist ein Asura.

Das gleiche Individuum, welches sich bemüht das zu überwinden und stattdessen nicht Verletzen, Wahrhaftigkeit, Friedfertigkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit, Bescheidenheit und Versöhnlichkeit entwickelt wird zum daiva.

Es ist gut sich zu überprüfen, ob man nicht doch etwas vorgibt, was man nicht ist. Ob man vielleicht Überheblichkeit hat und etwas Arrogantes sagt, wie: „Warte mal bis du so klug bist, wie ich!“ oder das man schon alles kennt und weiß. Und beim Eigendünkel, sind für einen alle so negative Menschen, weltliche und verwirrte. Man sagt, dass man dagegen so gut ist. Beim Zorn ärgerst du dich über das, was andere machen. Und bei Härte verdammst du Menschen. Manchmal muss man konsequent sein, sowie Eltern bei ihren Kindern konsequent sein müssen, aber manchmal bist du vielleicht zu hart. Überprüfe, ob du öfters Anzeichen von Asura Eigenschaften hast.

Kapitel 16, Vers 5: Krishna: „Es heißt, die göttliche Natur sei der Befreiung förderlich und die dämonische der Bindung. Sorge dich nicht, oh Arjuna du wurdest mit göttlichen Begabungen geboren.“

Wenn du also zur Gottverwirklichung kommen willst, gilt es, die göttliche Natur zu entfalten. Lasse nicht deiner dämonischen Natur freien Lauf. Überwinde sie und wann immer du merkst, dass etwas Überheblichkeit, Heuchelei, Eigendünkel und wann immer du merkst, dass da Zorn ist, oder du Härte und Unwissenheit hast, dann halte einen Moment inne. Aber bitte benutzte diesen Vers nicht als moralische Keule, um andere zu verdammen. Vielleicht sagst du, dass du das zum Beispiel schon bei deinem Lehrer gesehen hast und beschließt, dass dies böse Leute sind.

Krishna will dir insbesondere sagen, dass du die daiva Eigenschaften kultivieren sollst. Die daiva sampati, die göttlichen Eigenschaften. Löse dich von den anderen. Überlege in den nächsten Tage: „Wie sehr habe ich die göttlichen Eigenschaften kultiviert? Welche will ich kultivieren? Welche asura Eigenschaften sehe ich manchmal in mir? Wie will ich sie überwinden?“.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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YVS531 Erkenne das Göttliche – BhG XV 10–20

Wie erkennst du das Göttliche? Wie erkennst du das Göttliche, als kosmisches Bewusstsein? Wie erkennst du dich selbst, als das göttliche Bewusstsein?

Das sind einige Themen, über die Krishna in dem 15 Kapitel spricht und ich kommentiere darüber, ab dem 10 Vers.

„Die Getäuschten sehen nicht den scheidenden, verweilenden und erlebenden. Die Menschen, die aber das Auge der Erkenntnis haben, nehmen ihn wahr.“

Kapitel 15 Vers 10: Krishna: „Die Getäuschten sehen nicht den scheidenden, verweilenden und erlebenden. Die Menschen, die aber das Auge der Erkenntnis haben, nehmen ihn wahr. Die Yogis die nach Vollkommenheit streben, nehmen ihn, das Göttliche im Selbst weilend wahr. Die Groben und Unintelligenten sehen ihn nicht, auch wenn sie danach streben.“

Hier unterscheidet er zwei Arten von Menschen. Es gibt zum einen die Getäuschten, welche das Göttliche nicht sehen, welcher scheidet, verweilt und erlebt. Dein wahres Bewusstsein kommt in diesen Körper hinein und verlässt diesen Körper, also bist du nicht der Körper und auch nicht die Psyche. Du bist das unsterbliche Selbst, was die Getäuschte nicht sehen. Sie sehen Menschen vor sich, die Körper, Psyche, Wünsche und Anliegen haben.

Aber die Yogis, die das Auge der Erkenntnis haben. Die wissen, dass da Gott ist, er sich in Körper und Psyche manifestiert. Oder das Purusha, Atman oder Brahman, das höchste Selbst. Die Yogis, die Yoga übenden, die nach Vollkommenheit streben, versuchen in jedem Wesen das Göttliche zu sehen und auch in sich Selbst.

Die Groben und die Unintelligenten mögen nach dem Unendlichen streben, aber es wird noch eine Weile dauern, bis sie das Unendliche wahrnehmen. Vielleicht bist du gerade grob und unintelligent und bemühst dich, das Göttliche immer wiederzusehen. Du stellst aber immer wieder fest, dass es dir nicht gelingt und du sich wieder über andere ärgerst. Das macht nichts, denn langfristig wirst du das Höchste verwirklichen.

Kapitel 15, Vers 12: Krishna: „Das Licht, das in der Sonne ist und die ganze Welt erhellt, das im Mond und im Feuer ist. Wisse, dass dies mein Licht ist.“

Kapitel 15, Vers 13: Krishna: „Ich durchdringe die Erde und erhalte alle Wesen durch meine Energie. Ich werde zum wässrigen Mond und nähre alle Kräuter.“

Ab dieser Stelle ändert sich wieder Ton der Bhagavad Gita. Denn das 15 Kapitel ist so wie eine Dramaturgie. Erst dieser schöne romantische herzöffnende Vergleich: Ashvatama Baum. Die ganze Welt wie ein Baum und alle Wesen, wie Blätter an einem Baum und alles wird zusammen genährt. Irgendwo hängt alles mit allem zusammen und nährt sich alles.

Dann soll man den Baum mit dem Schwert der Unterscheidungskraft fällen und erkennen, dass man nichts mehr mit dieser Welt zu tun hat. Du bist das unsterbliche Selbst und Gott selbst manifestiert sich als die Einzelseele und will die Einzelseele zurückziehen. Löse dich von dieser Welt und habe nichts mehr mit ihr zu tun.

Aber jetzt löst er die Dualität auf und sagt, dass er auch das Licht ist, das in der Sonne ist. Er ist auch im Mond und im Feuer. Also wo immer du Licht siehst, kannst du sagen, dass da Gott ist. Er sagt aber auch, dass Gott die ganze Erde ist und die ganze Erde Gott ist.

Er erhält alle Wesen durch seine Energie, also auch das Prana und Ojas, all das ist auch Gott. Er sagt: „Ich werde zum wässrigen Mond und nähre alle Kräuter.“ Natürlich ist da nicht der physische Mond gemeint, sondern hier steht Soma und Soma kann man auch mit Wasser übersetzten. Alle Pflanzensäfte, alles was die Pflanzen brauchen.

So löst er alle Dualitäten auf, denn er sagt auf der einen Seite, dass man sich selbst als das höchste Selbst erkennen soll und auf der anderen, dass die Welt auch eine Manifestation Gottes ist. Gott ist Purushottama, das höchste Bewusstsein. Gott ist die Einzelseele in jedem Wesen und Gott ist auch diese Welt. Alles ist letztlich Gott.

15 Kapitel Vers 14: Krishna: „Nachdem ich zum Feuer vaishvarana geworden bin, wohne ich im Körper aller Lebewesen und in Verbindung mit prana und apana verdaue ich die vierfache Nahrung.“

So sagt er, dass Gott auch das Feuer, das Verdauungsfeuer ist. Gott ist auch die Verdauungskraft. Ein wunderschönes Beispiel dafür ist, dass wenn du das nächste Mal ist, solltest du nicht einfach so essen, sondern sage, dass du Gott Opfer da springst. Also das Essen ist eine Opferzeremonie für Gott und Gott als vaishvarana, als agni, als Verdauungsfeuer und verdaut dann auch das Essen. Gott ist auch prana und apana. Also die aufbauenden und abbauenden Prozesse.

15 Kapitel Vers 15: Krishna: „Ich wohne in den Herzen aller. Aus mir kommen Erinnerungen und Erkenntnis, eben sowie deren fehlen. Ich bin in Wahrheit das, was durch alle Veden erfahren werden muss. Ich bin in der Tat der Schöpfer des Vedanta und auch der Kenner der Veden.“

Jetzt wird es zur absoluten Einheit. Krishna sagt, dass er in Herzen aller wohnt und, dass er die Erkenntnis und die Erinnerung ist. Die gute Erinnerung, aber auch das Fehlen. Wenn jemand verblendet ist, kannst du auch sagen, dass sich hier Gott in Gestalt eines verblendeten Gemütszustandes manifestiert. Und hier manifestiert sich Gott in Gestalt eines Wissens. Hier manifestiert sich Gott in Gestalt, eines guten Vorsatzes, er gehalten worden ist. In diesem Wesen manifestiert sich gerade Gott in Gestalt, des Vergessens und wenn du ein spirituelles Buch liest, dann kannst du sagen, dass Gott dort drin ist.

15 Kapitel Vers 16: Krishna: „Es gibt wahrlich zwei Arten belebender Prinzipien in der Welt. Das Vergängliche und das Unvergängliche. Alle Geschöpfe sind vergänglich und der Unveränderliche wird unzerstörbar genannt.“

Man könnte sagen, dass es in dieser Welt zwei Prinzipien gibt. Der Körper, die Gemütszustände, Lob und Tadel, Gesundheit und Krankheit sind vergänglich. Deine Beziehungen mit anderen Menschen ist auch vergänglich, denn wenn man zum Beispiel schon seit 20 Jahren mit einem Partner zusammen ist, dann verändert sich diese Beziehung. Und angenommen, dass du schon seit 20 Jahren beim gleichen Job bist, dann ist es heute auch anders, als vor 20 Jahren. In dieser Welt ist so viel veränderlich, aber in dieser prakriti gibt es auch das, was unveränderlich und unzerstörbar ist, die ursächlichen Prinzipien. Aber selbst das Prinzip prakriti, was an sich unzerstörbar ist, weil es prakriti schon immer gab, ist noch nicht das Absolute.

Kapitel 15 Vers 17: Krishna: „Anders jedoch ist der erhabene Purusha, der das höchste Selbst genannt wird, der unzerstörbare Herr, der die drei Welten erfüllt und sie erhellt.“

Es gibt also jenseits der Prakriti, die zum einen eben das vergängliche hat und zum anderen auch zum prakriti, wie dieser erhabene Ashvattama Baum scheinbar dauerhaft ist, gibt es den Unzerstörbaren Herren, Ishvara oder auch Purusha genannt. Paramatma, das Selbst aller Wesen. Und das gilt es zu erfahren.

Du kannst sagen, dass auf der einen Seite im Alltag etwas kommt und geht. Auf der anderen Seite ist alles mit allem verbunden und die ganze Natur ist irgendwo als Ganzes ein lebendiger Organismus. Dann gibt es hinter allem das Unendliche und Ewige.

Kapitel 15, Vers 18: Krishna: „Da ich das Vergängliche und auch das Unvergängliche übersteige, wird von mir in der Welt und dem Veda gesagt, dass ich die höchste Seele sei.“

Krishna hat zuerst gesagt, dass er das Bewusstsein an sich ist, dann hat er gesagt, dass er auch die individuelle Seele ist. Und dann hat er gesagt, dass er in der gesamten prakriti ist, dann in jedem Teil der prakriti und jetzt sagt er, dass er die höchste Seele, also purushottama ist.

Kapitel 15, Vers 19: „Wer mich also frei von Täuschung, als den höchsten Purusha erkennt, der verehrt mich, da er alles kennt mit seinem ganzen Wesen, oh Arjuna. So habe ich diese höchst geheime Wissenschaft gelehrt, oh Sündenloser. Wenn ein Mensch dies weiß, wird er weiser und hat die Aufgabe und den Sinn seines Lebens erfüllt, oh Arjuna.“

Hier will uns Krishna nochmal klarmachen, dass die Gottverwirklichung, die Selbstverwirklichung, deine Aufgabe und der Sinn des Lebens. Darum geht es in diesem Leben. Im 15 Kapitel beschreibt er das auf eine wundersame Weise.

 Es werden nochmals diese Verse zusammen gefasst: Zunächst hat er im 10. Vers gesagt, dass es das Göttliche überall und im Selbst ist. Er hat geraten alle Verhaftungen loszulassen, um dieses Selbst wahrzunehmen. Dann hat er gesagt, dass sich das Göttliche im manifesten Universum manifestiert. Er hat auch gesagt, dass sich das Göttliche, als die Intelligenz, des Körpers manifestiert. Und daraufhin, dass es in der äußeren Welt Vergängliches gibt und, dass das Prinzip, dass die ganze Welt zusammen ist, die Urenergie, die Prakriti, auch eine Manifestation Gottes ist.

Aber jenseits aller Manifestationen, gibt es Purushottama und dieses höchste Selbst zu erfahren ist der Sinn des Lebens.

So endet in den Upanishaden, die glorreiche Bhagavad Gita der Wissenschaft vom Ewigen, die Schrift über Yoga. Des Dialogs zwischen Sri Krishna und Arjuna. Das 15 Kapitel, mit dem Namen der Yoga des Geistes.

Und hier eine kleine Hausaufgabe für dich: Erkenne dich selbst als das höchste Selbst. Erfahre, dass du selbst letztlich göttliches Bewusstsein bist. Sei dir auch im Alltag bewusst, dass das ganze Universum eine Manifestation des Göttlichen ist. Jede Einzelseele ist eine Manifestation des Göttlichen. Auch in deinem eigenen Körper sind alle Kräfte Manifestationen des Göttlichen. Und hinter allem ist die eine höchste göttliche Wirklichkeit. Meditiere darüber und lebe aus diesem Bewusstsein!

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Kapitel 15 Vers 3-4: „Seine Gestalt, die Gestalt des Manifesten kann hier nicht als solche wahrgenommen werden. Nicht sein Ende und sein Anfang. Auch nicht seine Grundlage und sein Sitz: Nachdem dieser fest verwurzelte Feigenbaum mit der Axt der Verhaftungslosigkeit gefällt worden ist, muss dieses Ziel angestrebt werden, von dem niemand zurückkommt, wenn er hingelangt ist. Ich suche Zuflucht zur höchsten Seele, von der die Aktivität, die ursprüngliche Energie kam, die keinen Anfang und kein Ende hat.“

 In den ersten beiden Versen des 15 Kapitels hat Krishna die schöne Analogie des Feigenbaumes gegeben und uns gesagt, dass wir alle, wie die Blätter und die Knospen eines Baumes sind. Wir sind alle miteinander verbunden, sind alle Geschöpfe des gleichen Baumes. Das klingt sehr schön und herzerwärmend. Deshalb habe ich nach den ersten Versen eine Pause gemacht, damit du dir deiner Verbindung mit allen Geschöpfen bewusst bist.

Als Nächstes sagt er, dass man diesen Feigenbaum fällen muss. Du sollst über diesen Feigenbaum hinausgehen, auch wenn es so schön ist zu sagen, dass wir alle Blüten und Knospen des gleichen Baumes sind. Denn wir sind Bewusstsein an sich. Da ist ein Baum mit Knospen und Blättern und wir identifizieren uns mit einem Körper und einer Psyche, aber wir sind es nicht. Es gilt verhaftungslos zu sein und darüber hinauszuwachsen. Krishna sagt, dass es dein Ziel ist, über alles Relative hinauszuwachsen. Nur das gibt dir das, was du wirklich suchst.

Bewusst oder unbewusst hat jeder Mensch Sehnsucht nach seinem göttlichen Ursprung. Menschen wollen Ewigkeit, nicht bedingtes Glück und alles Wissen. Sie wollen nicht bedingtes Sein haben. Deine wahre Natur ist Sat-Chid-Ananda: Sein, Wissen und Glückseligkeit. Gib dich nicht mit weniger zufrieden.

Krishna sagt, dass man Zuflucht suchen muss, um zur höchsten Seele, von der die Aktivität und die Energie kam und kein Anfang und kein Ende hat, zu gelangen. Also Welten kommen und Welten gehen. Sie sind immer wieder im Kommen und im Gehen. Scheinbar ohne Anfang und Ende. Innerhalb der Welt gibt es kein Ende. Er hat einmal in vorherigen Kapiteln von Kalpas großen Zeitaltern gesprochen. 311 Billionen Jahre und mancher anderen Interpretation sogar 311 Trillionen Jahre, was riesige Zeiträume sind. Solange dauert ein Schöpfungszyklus und nach einem Zyklus kommt wieder der nächste. Innerhalb der relativen Welt hört es nie auf. Aber es hört für dich auf. Du kannst mit der Axt, der Unterscheidungskraft und der Verhaftungslosigkeit deine Verbindung mit diesem Baum fällen.

15 Kapitel Vers 15: Krishna: „Frei von Stolz und Täuschung, siegreich über das Übel der Verhaftung. Stets im Selbst weilend, nachdem ihre Wünsche vollständig verschwunden sind und sie frei sind von den Gegensatzpaaren, wie Vergnügen und Schmerz, erreichen die Ungetäuschten das ewige Ziel.“

Mit dem Schwert der Verhaftungslosigkeit kannst du die Verbindung, der Verhaftung dieser Welt überwinden. Er nennt noch ein paar mehr Dinge, die wir machen sollen. Frei von Stolz und Täuschung sein, um die Verhaftung zu überwinden. Er sagt siegreich über das Übel der Verhaftung sein. Und es ist auch wichtig, dass du erkennst, dass Verhaftung von Übel ist. Du hast zum Beispiel eine Verhaftung an deinen Job, deine Fähigkeiten, an deine Mitmenschen, an Familie, Freunde und so weiter. All diese Verhaftungen führen zu Problemen. Frei vom Übel der Verhaftung und im Selbst weilend. Zu deinem Selbst in der Mediation kommen und nicht von deinen Wünschen abhängig sein. Und frei von Vergnügen und Schmerz, indem man die Täuschungen überwindet. So erreichst du das Ziel.

Kapitel 15, Vers 6: Krishna: „Dort scheint weder Sonne noch Mond, noch Feuer. Wer dorthin gelangt ist, kehrt nicht zurück. Es ist meine höchste Wohnstatt.“

Das Licht von Sonne und Mond ist nicht in dem höchsten Selbst. Auch kein Feuer. Die Wohnstatt Gottes ist das reine Licht, wo es hinzukommen gilt und wo du Gott erfährst. Du hast die Sehnsucht deiner Seele erfüllt, wenn du dorthin gelangt bist. Du willst dort bewusst oder unbewusst hin und wirst nur zufrieden sein, wenn du das erreichst. Daher sollst du danach streben, es zu erfahren. Mache alles, was nötig ist, um dort hinzukommen.

Kapitel 15, Vers7: Krishna: „Nachdem ein ewiger Teil von mir eine lebendige Seele in der Welt des Lebens geworden ist, zieht diese die fünf Sinne und auch den sechsten, den Geist an sich, die in der Natur wohnen.“

So erklärt Krishna, wie eine Einzelseele entsteht. Krishna selbst scheint eine Einzelseele zu sein: „ein ewiger Teil von mir, scheint eine lebendige Seele in der Welt geworden zu sein.“  Dort gibt es dann die fünf Sinne und natürlich auch den sechsten, den Geist. So bist du also die Manifestation des Göttlichen. So wie der Herr, Gott, einen individuellen Körper einnimmt und wieder verlässt, trägt der Wind die Düfte von ihrem Herkunftsort mit sich.

Es ist Gott, der in einen Körper hineingeht und so bist du letztlich Gott, der sich mit einem Körper identifiziert. Aber Gott will wieder zu sich selbst zurückkehren und die Sehnsucht, welche du nach dem ewigen Glück hast, ist die Sehnsucht nach deiner Selbst. Die Erfahrung deiner Selbst, als Purushottama, also höchstes Bewusstsein.

Kapitel 15, Vers 9: Krishna: „Gott waltet über Ohr, Augen, Tasten, Geschmack, Geruch, wie auch über den Geist und nimmt die Sinnesobjekte wahr.“

Darüber kannst du ein wenig nachdenken. Du willst zum einen die Verhaftung überwinden, aber du als Individuum existierst nicht als Individuum. Als Individuum bist du das Göttliche, welches sich mit Körper und Psyche identifiziert. Gehe über diese Identifikation hinaus und erkenne dich selbst als das Göttliche. Denke darüber nach!

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Wer bist du wirklich? Was ist das höchste Bewusstsein? Was ist das Göttliche und wie kannst du es erfahren? Darum geht es im 15 Kapitel. Krishna gibt dort auch eine Analogie des Baumes, denn in einem Baum hängt alles miteinander zusammen: die Blätter, die Äste, die Zweige, der Stamm und die Wurzeln. All das ist diese Welt, jedoch gilt es, die äußere Welt zu transzendieren. Das zu erkennen, was jenseits ist, also das höchste Bewusstsein.

15 Kapitel Vers 1: Krishna sprach: „Die Weisen sprechen vom unzerstörbaren Feigenbaum. Seine Wurzeln sind nach oben, seine Zweige nach unten gerichtet und seine Blätter sind die Metren oder Hymnen, wer ihn kennt, kennt die Veden.“

15 Kapitel Vers 2: „Nach oben und nach unten verzweigen sich die Äste und werden genährt von den Gunas. Die Sinnesobjekte sind seine Knospen und nach unten, in die Welt der Menschen reichen die Wurzeln und bringen Handlung und Karma hervor.“

Krishna beschreibt die ganze Welt in der Analogie eines Baumes. Angenommen, zwei Blätter sind an einem Baum, identifizieren sich mit dem Blatt und sehen ein anderes Blatt auf dem Nachbarzweig. Sie denken, sie sind das eine Blatt, und der andere ist das andere Blatt. Vielleicht unterhalten sie sich und vielleicht ist das eine Blatt ein bisschen größer und denkt, dass es besser ist. Aber vielleicht ist das andere voller Farbe. So denken die beiden Blätter, dass sie unterschiedlich sind, aber eigentlich sind die Blätter alle ein Teil des gleichen Baumes.

Auf einer oberflächlichen Ebene gesehen sind wir alle Blätter des gleichen Baumes. In der Welt siehst du verschiedene andere Menschen und Tiere. Wir scheinen so unterschiedlich zu sein, sind jedoch alle miteinander verbunden. Kein Mensch ist für sich allein überhaupt überlebensfähig, so wie ein Blatt stirbt, wenn es von dem Baum hinunterfällt. So ähnlich wie ein Mensch, der in das Universum hinein transportiert werden würde, nicht leben könnte.

 Wir sind schon durch die Luft alle miteinander verbunden. Wir atmen alle die gleiche Luft ein und sind auf der gleichen Erde. Wir sind miteinander über die Erde, die Nahrung, das Wasser, die Luft und die Sonne verbunden. So wie die Blätter mit dem Baum verbunden sind und durch den Stamm genährt werden. Wir sind alle miteinander verbunden.

 Du kannst darüber nachdenken und meditieren. Bei der Atembeobachtungsmeditation, atmest du ein und aus und machst dir bewusst, dass die Luft, die du einatmest, schon durch viele andere Lungen und durch Pflanzen gegangen ist. Seit Jahrtausenden und Jahrmillionen ist sie durch so viele Lebewesen hindurchgegangen. Du bist verbunden mit Tausenden und Millionen von Lebewesen und letztlich mit allen Lebewesen. Mache dir bewusst, dass wir alle auf der einen Ebene miteinander verbunden sind. 

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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YVS528 Transzendiere die drei Gunas- BhG XIV 19-27

Kapitel 14 Vers 19: „Wenn der Sehende keinen anderen Handelnden sieht, als die Gunas und das erkennt was höher ist als sie, dann kommt er zu meinem Wesen.“

Krishna ist das Unendliche, das Ewige, das Göttliche. In dieser Welt sind wir durch die Gunas bestimmt. Wir haben Sattwa und deshalb sehen wir Dinge gut und erfahren Freude. Wir haben Rajas, weil wir gierig sind und Erwartungen haben, weshalb wir alles mögliche tun wollen. Wir sind öfter auch in Tamas und somit in Trägheit, Unwissenheit und Niedergeschlagenheit.

Wenn wir aber erkennen, dass all das letztlich nur ein Teil der 3 Gunas ist und wir uns nicht mit unserem Geist identifizieren, dann erfahren wir das Göttliche. Du kannst also beobachten und sehen, dass sich dein Geist zum Beispiel im rajasigen Zustand befindet. Er will dieses und jenes haben. Wenn du das nächste Mal denkst, dass du etwas unbedingt haben musst, dann halte einen Moment inne und mache dir bewusst, dass dein Geist in Rajas ist. Wenn dir  ein Gedanke kommt, der dir sagt, dass alles keinen Sinn macht, dann werde dir bewusst, dass dein Geist in Tamas ist. Dein Geist ist im Sattwa, wenn du findest, dass alles großartig ist.

Das Prinzip kannst du auch bei den Doshas anwenden. Wenn du dich über etwas ärgerst, dann ist dein Pitta gerade stark geworden. Wenn du Ängste hast, dann ist dein Vata Element stark geworden. Und dein Kapha Element ist stärker geworden, wenn du dich träge und antriebslos fühlst. Manchmal hilft das Ayurvedasystem das Ganze etwas wertfreier zu machen.

Tamas ist nicht so gut, Rajas ist mittel gut und Sattwa ist sehr gut. Diese Wertung kann helfen, aber manchmal ist es auch besser zu sagen, dass Pitta, Vata oder Kapha zu hoch geworden sind. Dann weißt du, dass es nicht dir schlecht geht und dass du nicht ärgerlich, ängstlich geworden bist, sondern dass alles Vata, Pitta und Kapha sind. Oder Sattwa, Rajas und Tamas. Wenn dir das gelingt, dann kommst du zum Wesen Gottes.

Kapitel 14 Vers 20: „Der Verkörperte, der die drei Gunas transzendiert hat aus denen sich der Körper entwickelt, ist frei von Geburt, Tod, Verfall, Schmerz und erreicht Unsterblichkeit.“

In vorherigen Versen hat Krishna uns aufgefordert sattwig zu sein. Jetzt sagt er aber, dass wir alle Gunas, einschließlich Sattwa transzendieren sollen, dann sind wir frei von Geburt, Tod, Verfall und Schmerz. Geburt und Tod ist etwas, was zu Prakriti gehört, also alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Erkenne, dass alles sich verändert. Deine Psyche verändert sich und auch dein Körper verändert sich.

Wenn du zehn Jahre alte Videos von mir anschaust, dann sah ich anders aus als jetzt. Eigentlich sogar nicht ich, sondern dieser Körper. Ich sehe jetzt anders aus, als früher und andere Menschen sehen auch anders aus, als früher. Yoga Vidya gibt es jetzt schon mehr als 30 Jahren und  Kinder, die ich in Frankfurt vor 23 Jahren beim Kinderyoga gesehen habe, haben jetzt schon eigene Kindern mit denen sie zu Besuch kommen. Dinge ändern sich!

Manche, die früher eine wunderbare Partnerbeziehung hatten, klagen daran, dass sie geschieden sind. Andere, die vor 10 Jahren geklagt haben, dass sie keinen Partner finden, sind jetzt verheiratet und haben Kinder. Es gibt zu erkennen, dass Dinge sich ändern. Alles kommt und geht und auf einer relativen Ebene ist das auch ganz gut. Aber die Verhaftung an etwas führt zu Schmerzen und dazu anzunehmen, dass Dinge immer gut bleiben. Anzunehmen, dass Dinge sich immer nur positiv entwickeln, ist reichlich illusorisch. Letztlich ist die Welt Geburt und Tod unterworfen. Es gibt Verfall und Schmerz. Aber wir können die Unsterblichkeit erreichen und erfahren. Wir können uns als unendliches Selbst erfahren, also eins mit dem Ewigen. Dafür gilt es die 3 Gunas zu transzendieren.

Kapitel 14 Vers 21: Arjuna sprach: „Was sind die Kennzeichen des Menschen,  der die drei Gunas transzendiert hat, Oh Krishna? Wie verhält er sich und wie geht er über diese drei Eigenschaften hinaus?“

Das ist wieder einer der Verse, wo Arjuna diese Frage stellt, die er schon mehrmals gestellt hat. Er fragt, was die Kennzeichen eines Verwirklichten, eines Meisters, einer Meisterin sind. Hier spricht er davon, was die Kennzeichen eines Gunatitas sind. Also von jemandem der die drei Gunas transzendiert hat.

Krishna hat vorher schon gesagt, dass jemand, der die drei Gunas transzendiert hat, zur Unsterblichkeit kommt. Arjuna will wissen, wie man jemanden erkennt, der die Unsterblichkeit erreicht hat,  wie er dazu kommt die drei Gunas zu transzendieren. Was er eigentlich wissen will ist, wie er selbst dazu kommt alle Gunas zu transzendieren. Du wirst dich hoffentlich auch fragen, wie du die drei Gunas transzendieren kannst. Du wirst dann auch überlegen wie du sein wirst, wenn du die drei Gunas transzendiert hast.

Das interessante ist, wie häufig in der Bhagavad Gita die Rede davon ist, wie ein Selbstverwirklichter ist. Krishna will uns den Mund wässrig machen, indem er es uns zeigt. Er sagt auch, dass du das erreichen kannst. Du kannst glücklich sein und du kannst gottverwirklicht sein und du kannst die Erleuchtung erfahren. Es ist wünschenswert, dass du es erreichst. So wirst du sein. Tu etwas dafür! Lass dich nicht so ablenken, davon, was es sonst so im Leben gibt.

Kapitel 14 Vers 22: Arjuna sprach: „Wenn Licht, Aktivität oder Täuschung vorliegen, wenn Sattwa, Rajas oder Tamas vorliegen, Oh Arjuna, dann hasst er sie nicht und sehnt sich nicht danach, wenn sie nicht vorhanden sind.“

Der in der Gunatita akzeptiert die Gunas so wie sie sind. Wenn du also merkst, dass dein Geist in Tamas ist, dann ist das in Ordnung. Wenn du merkst, dass dein Geist in Rajas ist, dann ist das auch in Ordnung. Wenn dein Geist im Sattwa ist, ist es auch in Ordnung.

Ich habe das bei meinem Meister auch durchaus sehen können. Wenn er auf Reisen war, dann war das ein unglaubliches Programm. Aus einem Flieger zum Vortrag, Satsang oder Mantraweihe und zum nächsten Flieger. Dabei hatte er natürlich sehr viel und intensiven Menschenkontakt. Ich kann mich einmal daran erinnern, als wir ihn auf sein Zimmer begleitet hatten. Es war ein kleines Zimmer, in dem wir eine Matratze für ihn hingelegt hatten. Er legte sich auf die Matratze, kollabierte und sagte einfach: „I am dead.“ Er hatte keine Hemmungen zu zeigen, wie es war, und dass er müde war. Als ich hinausging kam jemand und sagte, dass er mit Swamiji sprechen müsste. Ich antwortete, dass das nicht ginge, weil Swamiji seit heute morgen und eigentlich schon seit Tagen unterwegs war und jetzt seine Ruhe brauchte.

Der Besucher sagte, dass er sehr lange gefahren sei, um kurz mit Swamiji sprechen zu können und dass er auch gleich wieder los müsste. Er hatte sich so viel Mühe gemacht, um mit Swamiji sprechen zu können. Ich fragte Swamiji und Swamiji lag dort. Er sagte: „I am dead, tell him to come tomorrow.“ Ich erklärte Swamiji, welche Mühe sich der Mensch gemacht hatte. Nach einem Seufzer richtete er sich auf und sagte: „Tell him to come.“ Seine Augen strahlten und er war wieder vollkommen da.  Nach dem der Besucher 15 Minuten mit Swamiji gesprochen hatte, kam er mit leuchtenden Augen aus dem Zimmer und  bedankte sich bei mir. Ich ging noch einmal kurz zu Swamiji hinein. Er sah mich fast flehend an und fragte leise wie ein kleines Kind: „Can I rest now?“ und ich sagte: „yes!“ Swamiji. Er sank zusammen und ich habe ihn zugedeckt.

Daraus habe ich eine Menge gelernt. Sein Körper war in Tamas gewesen und es gab gute Gründe dafür, aber er war nicht beherrscht davon, denn er konnte sich innerhalb von 5 Sekunden zum absoluten Sattwa umschalten. Das konnte er und er hatte kein Problem zu erkennen, dass sein Körper in Tamas war. Er war auch manchmal im rajasigen Zustand und ist dem auch manchmal gefolgt. Wenn nicht, dann war das auch kein Problem. Kein hängen an Sattwa, Rajas und Tamas.

Ich kann noch eine kleine Geschichte erzählen. Es war irgendwann im Ashram in Kanada und Swamiji hatte morgens den Satsang gegeben. Es war ein großartiger Vortrag und wir haben uns alle in höheren Ebenen des Bewusstseins gefühlt. Swamiji ging mit uns hinunter und es war so eine schöne Freude. Jemand sagte, dass irgendetwas mit dem Wasser nicht in Ordnung sei, denn es gäbe kein Wasser im ganzen Ashram. Daraufhin fragte Swamiji, ob jemand da wäre, um das Problem zu beheben. Aber es war niemand da. Und Swamiji band seinen Dhoti um, gab seinen Meditationsschal seiner Assistentin und ging hinunter zur Kläranlage, die fürchterlich stank. Er wusste noch von früher, wo welcher Schalter war, was die anderen nicht wussten. Aus diesem sattwigen Gemütszustand, wo alles erhaben war, ging er einfach runter um das Problem zu beheben. Dann war alles in Ordnung und er kam wieder hoch.

So konnte ich sehen, dass er nicht an Sattwa verhaftet war. Er hätte sagen können, dass er gerade in diesem erhabenen Zustand sei und sich nicht stören lassen wollte. Jedoch als großer selbstverwirklichter Meister, ging er einfach in die Kläranlage und kam dann stinkend und nass vor seinen Schülern wieder heraus. Er  war da vollkommen verhaftungslos.

Kapitel 14 Vers 23-25: „Wer wie unbeteiligt sitzt und von den Eigenschaften nicht bewegt wird, wer in sich selbst gesammelt ist und sich nicht bewegt, weil er weiß, dass die Eigenschaften aktiv sind, wer derselbe bleibt in Vergnügen und Schmerz, wer im Selbst ruht, für wen ein Klumpen Erde und ein Stück Gold dasselbe bedeuten, wer sich den Freundlichen und den Unfreundlichen gegenüber gleich verhält, wer fest ist und für wen Lob und Tadel gleichbedeutend sind, wer unberührt ist von Ehre und Schmach, wer sich gleich verhält gegenüber Freund und Feind und alle Vorhaben aufgibt - von ihm heißt es, er hätte die Eigenschaften transzendiert hat.“

Wie ist also ein Gunatita, der die drei Gunas transzendiert hat? Wer Gunatita ist, ist innerlich unbeteiligt und äußerlich geht er durch Sattwa, Rajas und Tamas. Er ist in der Lage in der Meditation vollkommen ruhig zu sein. Selbst wenn er äußerlich aktiv ist, weiß er, dass er selbst nichts tut. Wenn du weißt, dass du das unsterbliche Selbst, jenseits aller Gunas bist, dann macht es dir nichts aus, ob du etwas schönes tun musst, oder etwas unangenehmes. Ob du etwas gutes zu essen bekommst oder etwas nicht so gutes. Es ist dann auch egal ob du erfolgreich bist oder nicht erfolgreich bist. Und ob jemand freundlich oder unfreundlich zu dir ist. Ob dir jemand Anerkennung ausspricht oder dir sagt, dass das was du machst unmöglich ist. All das ist für einen Gunatita egal.

Es ist sehr interessant, dass Krishna mehrmals hintereinander ähnliches gebraucht, also: „wer sich den freundlichen und den unfreundlichen gleich verhält, wer fest ist und für wen Lob und Tadel gleichbedeutend sind, wer unberührt ist von Ehre und Schmach, wer sich gleich verhält gegenüber Freund und Feind“ Er gebraucht es häufig, also scheint es der größte Test zu sein. Würdest du diesen Test bestehen? Wie reagierst du, wenn jemand sagt, dass du etwas  toll gemacht hast, oder dass es schlimm ist, was du gemacht hast? Oder wie reagierst du, wenn jemand dir Hindernisse in den Weg setzt, oder wenn jemand dir die Hindernisse aus dem Weg räumt? Wie reagierst du, wenn dir etwas peinlich ist, weil du etwas dummes gemacht hast? Oder wenn du einen großen Applaus bekommst?

Ein Gunatita ist in all diesen Gemütszuständen nicht berührt. Im besonderen Maße, weiß ein Gunatita, dass er und die anderen das Selbst sind. Egal was Menschen dir sagen, oder mit dir machen, sind sie im tiefen Inneren das unsterbliche Selbst. Natürlich musst du auch handeln. Krishna spricht im nächsten Kapitel auch darüber, wie man Entscheidungen trifft. Aber zunächst einmal gilt es, in der Lage zu sein dich von den Gunas zu lösen und danach kannst du entscheiden gut zu handeln.

Kapitel 14 Vers 26: Krishna: „Und wer mir mit unerschütterlicher Hingabe dient, geht über die Eigenschaften hinaus und ist geeignet Brahman zu werden und letztlich die Einheit mit Brahman zu erfahren.“

Das ist immer wieder das geniale an Krishna. Immer wenn er uns Dinge sagt, bei denen wir denken, dass wir das nie hinbekommen, sagt er danach, dass wir notfalls durch Hingabe dorthin kommen können. Es ist nicht so leicht in Tob und Tadel, in Schmach und Ehre der Gleiche zu bleiben. Aber hier sagt Krishna, dass du dorthin kommst, indem du Gott durch unerschütterliche Hingabe dienst. Dann wird eben durch die Gnade Gottes diese Gelassenheit kommen. 

Kapitel 14 Vers 27: „Denn ich bin die Wohnstatt Brahmans, des Unsterblichen und Unveränderlichen und auch des immerwährenden Dharmas und der absoluten Wonne.“

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Kapitel 14, Vers 16: „Die Frucht guten Handelns ist sattwig und rein. Die Frucht von Rajas ist Schmerz. Und Unwissenheit ist die Frucht von Tamas.“

Wenn du Gutes tust, dann wirst du in einen sattwigen Gemütszustand kommen und wenn du in einem sattwigen Gemütszustand bist, dann wirst du voller Freude sein. Eine Möglichkeit den sattwigen Gemütszustand zu erzeugen, wäre es, jemandem etwas Gutes zu tun. Tue jemandem einen Gefallen und du wirst Liebe und Freude spüren und dich erhaben fühlen. Es gibt auch noch andere Handlungen, die Krishna karmanasukretasya nennt, eine gute Handlung. Übe dich in Asanas, Pranayama und Gebet, wenn du einen sattwigen, einen guten Gemütszustand erzeugen willst.

Wenn du aus einem rajasigen Gemütszustand etwas tust, dann entsteht Schmerz und Unwissenheit. Irgendwo hast du dich nicht genug bemüht und bist in einen tamasigen Gemütszustand gekommen. Du befindest dich dann in Unwissenheit, aus der du nicht so leicht herauskommst. Es ist wie ein Teufelskreis. Eine gute Handlung führt zu Sattwa und Sattwa führt zu guter Handlung und Freude. Freude führt wieder zu guter Handlung, zu Intuition und zum rechten Wissen. Sattwa ist wie eine Aufwärtsspirale und bei rajas dreht man sich im Kreis. Du hast Schmerz, dir fehlt etwas, also tust du etwas. Aber du tust es mit rajas und egal was du erreichen wirst, wirst du nie damit zufrieden sein. Es kommt wieder Schmerz und so geht es weiter.

Wenn du einen Wunsch hast, gibt es drei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, dass der Wunsch nicht in Erfüllung geht, woraus Schmerz entsteht. Die zweite Möglichkeit ist, dass du bekommst, was du willst, aber es wird dir wieder weggenommen, woraufhin du es noch mehr bekommen willst. Und die dritte Möglichkeit ist, dass du es bekommst, aber es dir nicht ausreicht.

Tamas hingegen ist wie eine Abwärtsspirale. Aus Unwissenheit und Verblendung tust du etwas Falsches und wirst noch mehr in die Niedergeschlagenheit hineingebracht. Du bist dann noch unachtsamer und verblendeter.

Kapitel 14, Vers 17: „Aus Sattwa entsteht Erkenntnis. Aus Rajas entsteht Gier und aus Tamas entsteht Täuschung und Unwissenheit.“

Erzeuge Sattwa, wenn du etwas richtig verstehen willst. Wenn du gierig bist, solltest du verstehen, dass wenn du etwas bekommst, du dadurch nicht glücklich wirst. Glücklich wirst du, wenn du deinen Geist in Sattwa bringst. Wenn du in Tamas bist, dann solltest du versuchen, nicht daraus zu handeln. Beobachte deinen Gemütszustand. Wenn der Geist einfach tamasig ist und du schlafen musst, dann tue das.

Ich kenne von mir selbst, dass mein Geist am ersten Tag nach einer Reise in einem tamasigen Gemütszustand ist. Mein Körper und meine Psyche haben immer so reagiert. Wenn ich zu meinem Lehrer gereist bin, dann hatte ich am ersten Tag viele tamasige Gedanken. Ich habe mich gefragt, was ich hier überhaupt mache und dass es keinen Sinn ergibt. Dann sagte ich mir, dass sich mein Gemütszustand gerade in Tamas befindet und ich ihn nicht beachten sollte, weil es am Abend des ersten Tages vorbei sein würde. So machte ich mein Sadhana, die spirituellen Praktiken und reagierte nicht darauf, was mein Geist mir sagte.

Handle nicht aufgrund des Gemütszustandes, sondern sorge dafür, dass du deinen Geist in einen sattwigen Zustand umwandelst, auch wenn es ein bisschen dauern kann.

Kapitel 14, Vers 18 „Wer in Sattwa ist, bewegt sich nach oben. Die Rajasigen befinden sich in der Mitte und die Tamasigen, die der Funktion des niedrigsten Guna unterliegen, gehen nach unten“

Du erhebst dich, wenn du im Sattwa bist. Im Rajas drehst du dich im Kreis. Aus dem Tamas heraus gehst du immer tiefer nach unten. Daher musst du etwas tun, um aus dem Tamas herauszukommen. Handle nicht aus einem rajasigen Gemütszustand, indem du den Wünschen folgst. Handle nicht im tamasigen Zustand, indem du dich ganz in die Verzweiflung hinein begibst und aus dieser Verblendung heraus handelst. Denke darüber etwas nach und beobachte deinen Geist im Rajas und im Tamas. Tue etwas in deinem Geist, um in Sattwa hineinzukommen. Und lass dich dann von Sattwa erheben.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Je nach vorherrschender Guna im Moment des Todes geht man in unterschiedliche Welten ein. Darüber spricht Krishna ab dem 14 Vers des 14 Kapitels. Er möchte uns damit ermahnen und auch ermutigen. Sorge dafür, dass du insgesamt sattwig bist und lerne auch, wie du deinen Geist sattwig bekommen kannst. Spätestens im Moment des Todes sollte dein Geist sattwig sein.

Kapitel 14, Vers 14: „Wenn der Verkörperte dem Tod begegnet, während Sattwa vorherrscht, gelangt er zu den makellosen Welten derer, die das Höchste kennen.“

 Wenn du also stirbst, während in deinem Geist Sattwa vorherrscht, dann kommst du zu den höheren Welten. Es wäre wichtig deinen Geist in Sattva zu bringen, wenn du merkst, dass du deinen Körper verlässt. In einem vorherigen Kapitel hat Krishna eine Anleitung dafür gegeben, was du tun kannst, wenn du stirbst. Wenn du merkst, dass der Tod kommt, kannst du erst einmal loslassen und alle anderen Menschen der Obhut Gottes anvertrauen und wissen, dass deine Aufgabe zu Ende ist. Dann kannst du deinen Geist in dein Herz hinein bringen, sodass der Geist nicht mehr nach außen strahlt. Spüre dort die Gegenwart des Göttlichen, spreche vielleicht ein Gebet oder ein Mantra und bringe deinen Geist hoch zum dritten Auge und wiederhole das OM oder dein persönliches Mantra.

So erzeugst du einen sattwigen Gemütszustand und mit diesem sattwigen Gemütszustand verlässt du dann diesen physischen Körper und wirst begleitet von Lichtwesen. Du kommst in die höheren, makellosen Welten derer, die das Höchste kennen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, wenn dein Karma weitgehend aufgebraucht ist, dann wird der Rest deines Karmas verbrannt. Du wirst die Erleuchtung erlangen und mit dem Unendlichen verschmelzen. Oder du bist eine Weile in diesen höheren Welten und kommst dann mit einem sattwigen Gemütszustand in das nächste Leben, sodass du relativ zügig mit Yoga in Kontakt kommen kannst und zügig die Gottverwirklichung erreichst.

Kapitel 14, Vers 15: „Wer in Rajas auf den Tod trifft, wird unter denen wiedergeboren, die an Handlung verhaftet sind. Wer in Tamas stirbt, wird im Schoß der Vernunftlosen wiedergeboren.“

 Wenn du in rajas bist, dann wirst du bei denen wiedergeboren, die in der Handlung und dem Karma verhaftet sind. Rajasige Gedanken vor dem Tod können sein, dass du noch vieles hättest tun können und müssen. Warum dir dies oder jenes passiert ist und was du alles falsch gemacht hast. Wenn du mit solchen Gedanken stirbst, wirst du in einer Familie wiedergeboren werden, die vieles haben will. Du wirst dort wiedergeboren werden, wo Menschen von Wünschen getrieben sind, was sie alles gerne hätten und was alles geschehen müsste. Sie beschweren sich vielleicht, warum etwas so ist, wie es ist. Vermutlich würde man sagen, dass recht viele Leute rajasig sind.

Wenn du in Tamas stirbst, also irgendwo in Dunkelheit, Verzweiflung und Sinnlosigkeit, dann wirst du im Schoße der Vernunftlosen wiedergeboren. Man könnte es auch so deuten, dass man in einen tierischen Körper wiedergeboren wird. Es muss nicht unbedingt ein Tier sein, sondern auch Menschen welche selber wenig Antriebskraft haben, Menschen, welche träge und vielleicht nicht sehr klug sind, die keine größeren Wünsche haben. Sie vegetieren einfach so dahin. Man kann die „Vernunftlosen“ verschieden interpretieren. Mudha, also Verwirrte. Wenn du zum Ende deines Lebens depressiv und mutlos bist, dann kann es sein, dass du im nächsten Leben in eine Familie wiedergeboren wirst, welche mutlos und depressiv ist. Es gilt dort dann wieder herauszukommen.

Was passiert, wenn Menschen Suizid begehen? Jemand, der Selbstmord begeht, ist nicht im sattwigen Gemütszustand und auch nicht im rajasigen. Denn ein rajasiger Gemütszustand heißt, dass man Wünsche hat und denkt, dass man sie erfüllen kann. Man ist getrieben und will einiges tun. Jemand, der Suizid begeht, ist eher jemand, der tamasig ist. Früher hieß es bei den Katholiken: Wer Suizid begeht, der landet in der Hölle, als Schlimmstes. Sie sollten dann nicht einmal im Kirchenfriedhof beerdigt werden. Heute sind die Kirchen viel mitfühlender geworden und es wird auch nicht gesagt, dass man nach dem Suizid in die Hölle kommt. Es wird ein besonders mitfühlender Gottesdienst gemacht. Ich selbst war bei so einem Gottesdienst dabei und die Worte, die der Pfarrer gefunden hat, waren sehr schön und tröstend. So hat sich das gebessert, aber auch vom Standpunkt der Reinkarnationslehre, sollte man keinen Suizid begehen.

Denn das, wovor man weggelaufen ist und warum man sich das Leben genommen hat, ist das Grundthema im nächsten Leben. Man landet vielleicht nicht in der Hölle, sondern wird irgendwo in einer niederen Astralwelt sein, mit anderen, die ihr Leben auch auf so eine negative Weise beendet haben. Vielleicht ist es auch heilsam, wenn man feststellt, dass man nicht alleine damit ist. Es heißt also, dass man nach dem Tod von den Menschen angezogen wird, die ähnlich sind wie man selbst. Oder man wird von seiner Familie angezogen. Es kann mal das eine sein und mal das andere. Vielleicht wird man von seiner früheren verstorbenen Familie getröstet, die dort auf einen wartet. Vielleicht trifft man auf andere, die vielleicht auch Suizid begangen haben, wie eine Selbsthilfegruppe in der Astralwelt. Vielleicht bekommt man Einsicht, welche die Aufgaben waren und arbeitet im nächsten Leben daran weiter.

Deshalb ist es wichtig in diesem Leben die tamasigen Themen bewusst anzugehen. Warte nicht zu lange dafür, denn du weißt nie, wann der Tod kommt. Du kannst vielleicht überlegen, wie du deinen Geist zügig in Sattwa bringen kannst, wenn plötzlich der Tod kommt. Sei darauf vorbereitet und probiere es einmal aus. Kannst du mit Willenskraft aus einer Gier, Wut, Mutlosigkeit und Verzweiflung den Geist in wenigen Minuten in Sattwa bringen? Es ist gut zu wissen, dass ich mich immer aus einem rajasigen Zustand in Sattwa bringen kann, wenn ich wollte. Und ein spiritueller Aspirant sollte das lernen.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Woran kann man erkennen, dass du in Sattva, Rajas oder Tamas bist? Welche Auswirkungen hat Sattwa, Rajas und Tamas auf das Leben nach dem Tod und zur nächsten Inkarnation? Welche Auswirkung hat Sattwa, Rajas und Tamas auf deine Bewusstseinsebene? Darüber spricht Krishna in der Bhagavad Gita, ab dem 11 Vers im 14 Kapitel.

Kapitel 14 Vers 11: Krishna sprach: „Wenn durch jedes Tor in diesem Körper das Licht der Weisheit scheint, kann erkannt werden, dass Sattwa vorherrscht.“

Die Tore des Körpers sind die Sinne.  Wenn du im Sattwa bist, dann nimmst du auch sattwiges wahr. Wenn du im Sattwa bist und dann einen Menschen anschaust, dann siehst du ihn mit Wohlwollen. Wenn du im Sattwa bist und du hörst etwas, dann hörst du es mit Wohlwollen. Wenn es dir gut geht und du im Sattwa bist, dann fühlst und spürst du auch gut. Aber er spricht nicht nur darüber, dass du dich gut fühlst, sondern dass das Licht der Weisheit scheint. Also, nur wenn du Sattwig bist, erkennst du auch die Dinge, so wie sie sind.

Angenommen du bist im Rajas und sprichst mit einem Menschen, dann wirst du das, was er oder sie will falsch interpretieren. Wenn du im Tamas bist, dann bist du im Unwissen. Du wirst nicht erkennen was deine eigentliche Arbeit ist. Wenn du im Tamas und im Rajas bist, dann weißt du nicht, was eine bestimmte Situation für dich zu bedeuten hat. Wenn du also wissen willst, was etwas für eine Bedeutung hat und welche Motivation ein Mensch hat, dann sorge erst dafür, dass dein Gemütszustand im Sattwa ist. Komme nicht zu voreiligen Schlüssen, sondern stelle erst alles Mögliche infrage. Sorge erst dafür, dass du in Sattwa kommst.

Vor einiger Zeit habe ich bei einer Eröffnung eines neuen Yoga Vidya Centers mit denen gesprochen, die sich dafür engagiert haben. Sie haben plötzlich gesagt, dass ein anderes Yoga Vidya Center, welches in der Nähe sei, nicht gut auf sie zu sprechen ist. „Woher weißt du das?“ Habe ich gefragt. Die Antwort war: „Ich habe mit jemandem anderen gesprochen und dies zu hören bekommen.“ Daraufhin habe ich gefragt: „Woher weiß der das?“ Daraufhin wurde nachgehakt und es stellte sich heraus, dass nochmal jemand anders so gedacht hatte. Somit wurde es zu einer festen Aussage, dass das andere Yogacenter etwas gegen sie hat, aber niemand hatte mit den Menschen von dem anderen Center gesprochen. Vermutlich hatte sich das neue Center nicht dem anderen Center vorgestellt, und dadurch dachte man im anderen Center, dass sie etwas gegen sie haben.

Voreilige Schlüsse gibt es immer wieder. Zuerst einmal sollte man nicht träge sein, worüber Krishna schon im Vers davor gesprochen hat. Er sagte: „Verblendung kommt aus Trägheit, Nachlässigkeit und Faulheit.“ Man sollte nicht gleich zu Schlüssen kommen, sondern nachhaken. Und grundsätzlich, wenn du im Tamas und Rajas bist, dann geh davon aus, dass deine Schlüsse falsch sind. Es könnte auch mal sein, dass sie richtig sind. Aber um erstmal von der Arbeitshypothese auszugehen, wenn du im Rajas oder Tamas bist, dann sind die Aussagen und Schlüsse, die du triffst erstmal falsch. Daraufhin kannst du hinterfragen und dafür sorgen, dass dein Geist sattwig wird und dann strahlt das Licht der Weisheit. Krishna sagt zwar hier, dass wenn durch jedes Tor im Körper das Licht der Weisheit scheint, dann kann erkannt werden, dass Sattwa vorherrscht. Aber umgekehrt könntest du auch sagen, dass du deinen Geist erst einmal in einen sattwigen Zustand bringen sollst, um ihm mehr zu trauen.

Kapitel 14 Vers 12: Krishna: „Gier, Aktivität, Ausführen von weltlichen Handlungen, Ruhelosigkeit und Sehnsucht; sie entstehen, wenn Rajas vorherrscht, oh Arjuna.“

Wenn du in rajas bist willst du mehr haben und bist gierig. Du willst viel tun, bist unruhig und denkst darüber nach, was dir fehlt. Daher wirst du auf dieser Basis, alles rajas interpretieren. Wenn du rajasig bist, denkst du: Wie kann ich diesen Menschen dazu bringen, dass er das tut, was ich gerne hätte. Oder du bist dem Menschen gegenüber ärgerlich, weil du annimmst, dass er dir nicht das ermöglicht, was du gerne hättest.

Wenn du in rajas bist, dann wirst du alles von dem Hintergrund deiner Sehnsucht und Wünsche interpretieren. Du wirst das Karma auch nicht so sehen, wie es jetzt ist, also welche Aufgaben du hast, sondern du wirst Karma danach beurteilen, ob du das bekommst, was du willst. Du beurteilst anhand deiner Erwartungen. Das kannst du mit Humor zur Kenntnis nehmen. Du kannst sehen, was dein Geist macht, wenn du im Rajas bist. Du kannst die Situation von außen betrachten und deinen Geist beobachten. Du kannst dir sagen, dass du nicht dem folgen musst, was der Geist dir empfiehlt. Du kannst stattdessen den Geist sattwig machen und die rajasigen Wünsche verschwinden.

Kapitel 14 Vers 13: „Dunkelheit, Trägheit, Unachtsamkeit und Täuschung. Sie entstehen, wenn Tamas vorherrscht, oh Arjuna!“

Vorher hat Krishna darüber gesprochen, was zu Tamas führt und jetzt schreibt er, was die Manifestationen von Tamas sind, das, was du erwarten kannst, wenn du in einem tamasigen Gemütszustand bist. Er sagt: „Dunkelheit, Trägheit, Antriebslosigkeit und Unachtsamkeit“. Die Dinge, die da sind, wirst du nicht bemerken. Also pramada, Nachlässigkeit und moha, Täuschung. Wenn du in einem tamasigen Gemütszustand bist, dann gehe davon aus, dass du dich täuschst und sei dir bewusst, dass du manches auch nicht bemerken wirst. Du wirst vieles nicht richtig machen. Schimpfe nicht gleich, sondern werde dir bewusst, dass du im tamasigen Gemütszustand warst oder bist, ohne es zu merken.

Du musst kein schlechtes Gewissen haben, denn du selbst bist unsterblich. Es war dein tamasiger Gemütszustand. Du kannst deinen Gemütszustand ändern.

Dann geht es um Dunkelheit, Aprakasha. Es ist nicht nur Dunkelheit, sondern auch Traurigkeit. Du musst nicht lange nach den Ursachen forschen, wenn du traurig bist. Wenn du lange genug suchst, wirst du genügend Gründe finden, warum es dir schlecht geht. Die Welt ist so, dass es viele Gründe gibt, warum es dir gut geht und warum es dir schlecht geht. Wenn du genügend Gründe findest, warum es dir schlecht geht, dann geht es dir nicht besser, sondern nur noch schlechter. Stattdessen könntest du überlegen, wie du aus dem Tamas in das Sattwa kommen kannst. Vielleicht bist du müde und musst eine Tiefenentspannung machen, oder am nächsten Tag früher schlafen gehen und nicht bis spät Chatnachrichten lesen. Du könntest nicht zu spät essen und vor dem Schlafengehen meditieren. Mache deine Asanas, dein Pranayama, wiederhole Mantras und mache eine Tiefenentspannung. So wird der Geist sattwiger und ist der Geist sattwiger, dann leuchtet das Wissen. 

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Was sind die Gunas? Wie sind sie im Alltag zu erkennen? Wie kannst du die Gunas nutzten, um ein reines Leben zu führen?

Wie kannst du dich besonders von dem verdunkelndem und unruhig machendem lösen? Wie kannst du ein glücklicheres Leben führen, ohne an der Erfahrung eines glücklichen Lebens zu hängen? Das ist das Thema der Bhagavad Gita im 14 Kapitel ab Vers 5.

Kapitel 14 Vers 5: Krishna sprach: „Sattva, Rajas und Tamas - diese drei Eigenschaften, oh Arjuna, die aus der Natur stammen, binden das Verkörperte, das Unzerstörbare fest im Körper.“

In dieser Natur, in Prakriti, gibt es die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas. Sattva ist die Reinheit, das Leichte auch das, was Freude reflektiert. Rajas bedeutet Unruhe, Gier und Getriebenheit. Tamas bedeutet wörtlich Dunkelheit, es ist das Träge und Grobstoffliche und das, was letztlich zu Schmerz führt. Sie sind Teil der Prakriti. Wenn du dich mit den Eigenschaften identifizierst, dann wirst du in diesem Körper gebunden.

Daraus entsteht Leid. So gilt es Sattva, Rajas und Tamas zu erkennen und sie zu transzendieren. Dabei gibt es eine Leiter: Man sollte zuerst das grob tamasige überwinden, und es in mehr Rajas transformieren. Überwinde darauf das rajasige und erhöhe das sattvige. Schließich transzendiere auch das sattvige. Du kannst natürlich nicht alles Tamas überwinden, denn solange du im Körper und in dieser Psyche bist wird der Körper irgendwann müde und muss schlafen, deshalb muss etwas Tamas immer da sein. Natürlich hat deine Psyche auch bestimmte Wünsche, was gut ist und was dazu führt, dass du deinen Körper nährst. Etwas Rajas ist auch wichtig. Doch reduziere Tamas, reduziere Rajas, erhöhe Sattva und dann transzendiere Sattva.

Kapitel 14 Vers 6:  „Von diesen bindet Sattva, das aufgrund seiner Makellosigkeit strahlend und gesund ist durch Bindung an Glück und Verhaftung an Wissen, oh Makelloser!“

Er beginnt die drei Gunas mit Sattva zu beschreiben und erklärt, dass Sattva selbst etwas ist, was bindet. Aus gutem Grund sagt er das vielleicht zuerst, denn Arjuna ist kein Neuling.  Du vermutlich auch nicht, wenn du am 14 Kapitel ab Vers 5 interessiert bist. Wenn du immer noch weiter liest, dann wirst du tieferes Interesse an der Bhagavat Gita haben. Das ist kein Thema für Menschen, welche einfach nur neugierig sind. Also gehe ich davon aus, dass du ein ernsthafter  spiritueller Aspirant bist, der bereits ein sattviges Leben führt, oder sich darum bemüht.

Krishna sagt sofort, dass selbst Sattva bindet. Es entsteht eine Verhaftung an Glück und Wissen, denn man will dieses schöne Sattva Gefühl haben. Sattva ist makellos und strahlend und wenn in dir Sattva vorherrscht, ist das etwas Schönes. Es ist ein Gefühl der Leichtigkeit, Freude und Reinheit. Du kannst dich aber an dieses Gefühl binden und du wirst nicht dauerhaft im Sattva sein. Sattva hat auch einen Zugang zur Intuition, wodurch du intuitiv weißt, was das Richtige ist. Wenn du dieses sattwige Gefühl hast, dann weißt du Einiges und wenn aus irgendwelchen Gründen das Sattva nicht mehr da ist, dann ist es verloren und du leidest.

Es kommen Fragen auf wie: „ Warum fühle ich mich nicht mehr so gut? Warum habe ich nicht mehr diese Intuition?“ Sattva ist makellos, strahlend und gesund, weshalb es gut ist sich um Sattva zu bemühen, aber hänge auch nicht an Sattva. Es gibt Menschen, die an Sattva hängen und dann keine Tätigkeiten machen wollen, die nicht sattwig sind. Das erlebt man unter Aspiranten immer wieder, diese wollen sich dann nicht „schmutzig“ machen. Sie wollen nichts Lautes hören und sich keiner Schwingung aussetzten, welche nicht so rein ist. Sie haben keine Lust auf eine Messe zu fahren, um Yoga zu propagieren, weil diese Atmosphären viel zu unruhig sind. Also ist es gut das Leben so sattvig, wie möglich zu gestalten, aber man sollte nicht daran hängen.

Kapitel 14 Vers 7: „Wisse, dass Rajas von der Natur der Leidenschaft ist, die Quelle von Durst nach Sinnesfreuden und Verhaftung. Es bindet, Oh Arjuna den Verkörperten fest durch die Verhaftung an das Handeln.“

 Auf eine gewisse Weise gebraucht Krishna hier ein Wortspiel, wie er es häufig macht. Das Rajas hat die Eigenschaft von Raga und Raga heißt Mögen, Wünsche, Verhaftung, Gier usw. Rajas kommt aus Raga und wenn du etwas magst, oder nicht magst ist in dem Moment schon Rajas da. Dann kommt Trisha, also Durst, Gier und Sanga, was Verhaftung heißt. Sobald du Wünsche hast und denkst, dass du sie erfüllen musst, bist du daran verhaftet und es entsteht Durst nach mehr.

Angenommen du stellst fest, dass es eine neue Süßigkeit gibt, welche gut schmeckt und du sie haben willst. Du willst mehr und mehr davon und noch bessere Süßigkeiten. Also Rajas ist die Quelle nach Durst von Sinnesfreuden und daraufhin kommt die Verhaftung. Zum Beispiel hörst du irgendwo, dass jemand eine neue Frucht hat, aber derjenige hat sie aufgegessen und dir nichts übrig gelassen, obwohl du sie haben wolltest. Dann kommt Ärger und Gier auf.

Beobachte genau, wenn Rajas in deinen Geist kommt. Dann kreisen sich deine Gedanken um das Haben wollen und um denjenigen, der dir nicht das gibt was du haben willst. Das ist die Quelle von Leid. Es bindet  den Verkörperten durch die Verhaftung fest an das Handeln. Hier gibt es wieder ein Wortspiel: Sanga Karman. Also Verhaftung an das Karma, denn du willst, dass es so ist wie du es gerne hättest. Wenn du einmal gemerkt hast, dass dir etwas gefällt, willst du dass dein Karma so ist, dass du dies auch bekommst. Oder du lebst in einer Spirituellen Gemeinschaft, im Ashram, wo für dich gekocht wird und du willst, dass das gekocht wird, was dir besonders gut schmeckt. Du hoffst auf dieses Karma, du bist gebunden und unzufrieden, wenn es nicht so kommt, wie du es gerne hättest. Du bist nicht nur verhaftet an das Karma, sondern du tust auch etwas um es zu bekommen und bist deshalb auch an das Handeln gebunden. Aus Rajas entsteht Verhaftung. Es entwickeln sich Erwartungen an das Karma, an das was kommen wird.

Kapitel 14 Vers 8: „Wisse jedoch, dass Tamas aus Unwissenheit entstanden ist und alle Wesen täuscht. Es bindet fest, oh Arjuna, durch Unachtsamkeit, Trägheit und Schlaf.“

Tamas heißt zum einen Trägheit, Dunkelheit, Antriebslosigkeit. Es kommt aus Unwissenheit, also Verblendung und führt zur Täuschung, moha. Die Erkenntnis, dass du dich täuschen kannst ist wichtig, denn viele spirituelle Aspiranten und auch nicht spirituelle nicht Aspiranten kommen schnell zu Schlüssen und vergessen, dass vieles aus Unwissenheit und durch Täuschung kommt. Wenn dein Geist dir etwas erzählt, dann hinterfrage: „Woher weißt du das? Bist du sicher, dass das keine Unwissenheit ist und dass du nicht getäuscht bist?“.

Ein Mensch erzählt dir zum Beispiel etwas und sofort triffst du Schlussfolgerungen. Du denkst: „Der mag mich nicht. Er redet hinter meinem Rücken schlecht über mich. Was soll ich von dieser Person halten?“ Der Mensch macht schnell Schlüsse, das kommt häufig aus ajnana und aus moha. Das kommt aus pramada, Nachlässigkeit oder alasya, Faulheit/Trägheit. Anstatt nachzuhaken, glaubst du direkt an die Richtigkeit der Information.

Menschen sind träge und unachtsam und deshalb haken sie nicht nach. Deshalb sind sie in der ajnana und fallen Verblendungen zum Opfer. Das führt zu Tamas, zu Trägheit und Leid. Krishnas Schlussfolgerung hier ist, dass Tamas aus Trägheit kommt. Es ist besonders interessant, wenn man geistesgeschichtliche Verbindungen herstellt: Emanuel Kant hat gesagt, dass Aufklärung der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unwissenheit ist. Unwissenheit wird durch Unachtsamkeit und Trägheit erzeugt. Du musst nicht in Unwissenheit bleiben, sei nicht denkfaul und komme nicht zu vorzeitigen Entschlüssen. Handle nicht aus vorzeitigen Entschlüssen. Frage dich öfters woher du das weißt. Bevor du handelst, denke nach!

14 Kapitel 9 Vers: Krishna:„Sattwa bindet an Glück, Rajas an Handlung, Oh Arjuna. Während Tamas wahrlich alles Wissen verhüllt und an Unachtsamkeit bindet.“

Du willst in dem schönen glückvollen Gemütszustand des Sattwa verharren und das führt dich vielleicht dazu, dass du nicht das tust, was zu tun ist. Vielleicht wirst du arrogant und überheblich, weil du deine Aura nicht schmutzig machen willst und Angst vor negativen Schwingungen der anderen hast. All das ist ein Zeichen, dass du an Sattwa hängst. Bei Rajas hängst du zum einen am Karma und du erwartest, dass etwas so ist, wie du es gerne hättest. Du haftest an der Handlung und tust etwas, um etwas zu erreichen.

Tamas führt zu Unachtsamkeit und verhüllt das Wissen.

14 Kapitel 10 Vers: Krishna sprach: „Sattwa herrscht vor, Oh Arjuna, wenn Rajas und Tamas in den Hintergrund getreten sind. Rajas herrscht vor, wenn Sattwa und Tamas in den Hintergrund getreten sind und Tamas, wenn Rajas und Sattwa in den Hintergrund getreten sind.“

Das heißt, dass es immer Sattwa, Rajas und Tamas gibt. Du kannst nie rein sattwig sein, denn du bist auch nie rajasig und nie tamasig, aber eines herrscht vor, wie zum Beispiel in einem tamasigen Gemütszustand, wo nichts einen Sinn macht. Du hast überhaupt keine Lust auf irgendetwas und denkst, dass du nie wieder glücklich sein wirst. Das ist Unsinn. Du bist vorrübergehend in einem tamasigen Gemütszustand. Du denkst dann - das brauche ich unbedingt um glücklich zu sein und ich werde nie glücklich sein, wenn das so ist. Im Nachhinein wirst du dich aber fragen: „In was für einem Gemütszustand war ich denn?“. Wenn du im sattwigen Gemütszustand bist und denkst, dass du dies nur intensivieren musst um zur Erleuchtung zu kommen, dann wisse, auch dies ist nur vorrübergehend. Denn die Erleuchtung ist kein Gemütszustand.

Du kannst über die Grundlagen von Sattwa, Rajas und Tamas nachdenken. Überlege für dich wie du sattwiger leben kannst. Krishna spricht darüber erst später, aber es gibt tamasige Sprache, welche du reduzieren kannst. Es gibt tamasige Nahrung, welche du nicht essen solltest. Es gibt tamasige Kleidung, welche du nicht tragen solltest. Es gibt eine tamasige Weise die Wohnung einzuräumen, die du sattwig umändern könntest. Es gibt rajasige und damit auch verletzende Sprache, welche du nicht gebrauchen solltest. Es gibt rajasige Nahrung, welche du reduzieren kannst. Es gibt rajasige Musik, welche du nicht hören musst. Es gibt rajasige Nachrichten, welche du auch nicht die ganze Zeit hören musst.

Erhöhe das Sattwa. Realisiere spirituelle Praktiken, welche das Sattwa erhöhen. Iss sattvige Nahrung. Sprich sattvig. Höre Mantra und höre Kirtan singen. Lies spirituelle Bücher. All das hilft deinen Geist sattwiger zu machen. Und obwohl du sattwiger wirst, solltest du nicht an Sattwa hängen. Hinterfrage dich und werde dir bewusst, wenn du zu  voreiligen Entschlüssen kommst, die dir moha, Enttäuschung bringen. Hänge nicht am Vergnügen, welches Rajas ist. Schaue, wie häufig du etwas erwartest und somit am Karma hängst. Wie häufig du handelst, um etwas zu tun, statt zu handeln um das Richtige zu machen. Überwinde Rajas.

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Woher kommen alle Wesen? Worin ruhen alle Wesen? Wer bist du und wer sind alle Wesen? Darum geht es im vierten Kapitel der Bhagavad Gita.

Das 14. Kapitel wird Yoga der drei Gunas genannt. Krishna beschreibt in dem 14 Kapitel die drei Gunas: Sattva, Rajas und Tamas und wie du erkennen kannst, ob du gerade im Sattva, im Rajas oder im Tamas bist. Ihm geht es darum, dass du lernst dich von Tamas und Rajas zu lösen, Sattva zu stärken und Sattva zu transzendieren. Aber bevor er zum Thema der Gunas kommt, spricht er zunächst davon, dass du jenseits aller Gunas bist.

Im Folgenden werden die ersten 4 Verse des 14 Kapitels erläutert, und das, was man sich vor und nach der Beschäftigung mit den 3 Gunas bewusst machen sollte.

Kapitel 14, Vers 1: Krishna sprach: „Ich werde dir noch einmal diese höchste Erkenntnis darlegen. Das allerbeste Wissen, dessen Kenntnis alle Weisen nach diesem Leben zur höchsten Vollkommenheit gelangen lies.“

Er will Arjuna sagen, dass man durch das höchste Wissen zur Vollkommenheit kommt, die Befreiung erfährt und zur Gottverwirklichung kommt. Dieses höchste Wissen führt dich zur Gottverwirklichung und er sagt noch einmal, dass dies nichts Neues ist. Es gibt schon viele Weisen und viele Munis, die durch diese Erkenntnis die Gottverwirklichung erreicht haben.

Kapitel 14, Vers 2: Krishna sprach: „Menschen, die dadurch, dass sie in dieser Erkenntnis Zuflucht gesucht haben, zur Einheit mit mir gelangt sind, werden weder zur Zeit der Schöpfung geboren, noch werden sie zur Zeit der Auflösung zerstört.“

Hier sagt Krishna Arjuna, dass es Moksha, die Befreiung, gibt. Die Befreiung erreichst du, indem du zur höchsten Erkenntnis kommst, also die Einheit mit dem Göttlichen erreichst. Krishna spricht über die Einheit mit „mir“, damit meint er das Göttliche. Die höchste Erkenntnis nimmt Zuflucht zur höchsten Erkenntnis. So kommst du zur höchsten Einheit und wenn du diese Einheit erreicht hast, dann passiert dir niemals etwas. Selbst wenn sich das ganze Universum auflösen wird, wird es dir nichts ausmachen. Auch wenn das Universum neu beginnt, wirst du nicht neu geschaffen. Moksha, die Befreiung, ist eine endgültige Befreiung.

Kapitel 14, Vers 3: Krishna sprach: „Mein Schoß ist das große Brahman. In ihn lege ich den Keim. Daraus, oh Arjuna, werden alle Wesen geboren.“

Es gibt das unendliche Purusha, das höchste Bewusstsein und dann gibt es Prakriti, diese Natur. Er spricht von mahad, also dem Großen. Mahad ist ein Ausdruck aus der Sankhya-Philosophie. Prakriti ist mahad, das Große, noch bevor Prakriti sich in die Einzelseelen/Einzelteile manifestiert, bevor in Prakriti letztlich das parinama beginnt, also die ständige Veränderung. Purusha schaut in dieses Große hinein, in das Selbst.  Dieses Selbst ist letztlich Krishna und damit auch Purusha und damit Brahman. Wenn dieses Selbst in mahad - Prakriti - hineinschaut, dann entsteht ein Keim, aus dem alle Wesen entstehen. So ursprünglich und unendlich Brahman ist, so ursprünglich unendlich ist Prakriti. Purusha schaut in Prakriti hinein, Prakriti bewegt sich und innerhalb dieser Prakriti entstehen scheinbar Einzelwesen, die letztlich nichts anderes sind als Manifestationen des Göttlichen.

Kapitel 14, Vers 4: Krishna: „Für alle Formen, die entstehen, oh Arjuna, in jeglichem Mutterschoß ist Maha Brahman der große Schoß und ich (das Selbst), bin der Samen spendende Vater.“

Hier ist eine Analogie von Vater und Mutter. Bewusstsein, Purusha und Shiva und gelten als männlich. Diese Welt, somit Shakti und Maya sowie Prakriti sind alle weiblich. Zum einen gibt es das Unendliche und das Ewige, welches das Bewusstsein ist. In dieses Unendliche und Ewige kommt nichts hinein, aber es gibt auch Prakriti. Vedanta würde sagen Prakriti ist die Manifestation von Purusha und Jagad ist die Welt. Sie ist nur eine scheinbare Modifikation von Brahman. Gott ist hinter allem, denn Gott ist das Bewusstsein, Gott ist die Natur, Gott ist auch die Einzelseele und alles ist letztendlich Gott. In diesem Bewusstsein kannst du vielleicht gleich weiter verweilen, oder zum Beispiel darüber meditieren, dass es ein unendliches Bewusstsein gibt und die ganze Welt eine einzige Prakriti ist. Purusha und Prakriti sind miteinander verbunden und jede Einzelseele ist Manifestation des Göttlichen. Überall ist nur dieses eine Göttliche. 

 

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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