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Sieh die Welt aus den Augen eines anderen

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! In der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 39. Vers sagt Patanjali: Ist die Ursache der Bindung gelockert und sind die Kanäle bekannt, so kann der Geist in den Körper eines anderen eintreten.

Diesen Vers kann man auf verschiedenen Ebenen interpretieren. Ich will ihn hier auf eine praktische Ebene holen. Ist die Ursache der Bindung gelockert und sind die Kanäle bekannt, dann wirst du in der Lage sein, dich in einen anderen hinein zu versetzen. Wenn du selbst zu sehr in deinen eigenen Geist schwelgst, wenn du nur über dich selbst nachdenkst, wenn du an dich selbst verhaftet bist, dann ist es schwierig für dich, einen anderen Menschen zu verstehen. Patanjali gibt dir verschiedene Tipps, wie du das an dir selbst beobachten kannst. Zu Svadhyaya, diesem Selbststudium, gehören zu einem die wichtigen Aspekte des Kriya Yogas, zum anderen die Niyamas. Wenn du die Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Nicht-Selbst übst und wenn du lernst, dass nicht jeder die Welt so sieht wie du, dann kannst du dich leichter in andere hineinversetzen.

Die meisten Menschen sehen andere durch die eigene Brille, ohne es zu merken. Die eigene Brille ganz abzulegen, ist auch so gut wie unmöglich. Das kann vielleicht ein selbstverwirklichter Meister, aber im Alltag ist das recht schwierig. Trotzdem kannst du erkennen, was deine normale Brille ist. Und du kannst immer mehr probieren, diese Brille etwas abzulegen. Du kannst üben, die Welt aus den Augen eines anderen zu sehen. Du kannst erkennen, dass es verschiedene Weisen gibt, die Wirklichkeit zu sehen. Wenn du das erkennst, dann hast du einen wichtigen Schritt gemacht, um andere Menschen zu verstehen.

Patanjali spricht hier außerdem von „bekannten Kanälen“. Kanäle sind Möglichkeiten, über die du mit anderen Menschen in Kontakt treten kannst. Kommunikation ist so ein Kanal. Es ist wichtig, mit anderen Menschen zu sprechen. Du solltest nicht zuviel Urteile und Annahmen über einen anderen Menschen treffen, ohne mit ihnen zu sprechen. Hier sind aber auch noch andere Kanäle gemeint. Du findest sie, indem du dich auf die Gedanken und Worte eines anderen Menschen konzentrierst und den anderen von deinem Herzen her erspürst. Dann entwickelst du ein Verständnis für den anderen, das weiter geht als die übliche Kommunikation. Lerne, dich in andere hineinzuversetzen. Lerne, von dir selbst zu abstrahieren. Lerne, deine eigene Brille immer mehr abzusetzen. Dann wirst du uneigennützige, bedingungslose Liebe empfinden können. Dies ist etwas sehr Freudevolles. Es ist ein großes Abenteuer und letztlich ist es sowohl eine Voraussetzung für spirituelle Entwicklung, als auch eine Folge von spiritueller Entwicklung.

Om Shanti. Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute mit der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 38. Vers: Für Samadhi sind diese Fähigkeiten Hindernisse. Für den nach außen Gerichteten sind sie übernatürliche Kräfte.

Patanjali hat im vorigen Vers über intuitives Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen gesprochen. Er hat auch über außergewöhnliche Fähigkeiten, Vibhuti Siddhis genannt, gesprochen und dir auch Tipps gegeben, wie du diese entwickeln kannst.

Hier sagt er aber auch, dass diese Fähigkeiten Hindernisse werden können. - Nämlich dann, wenn du dir etwas darauf einbildest, wenn dadurch dein Ego wächst, wenn du auf diese Weise die Außenwelt manipulierst. Die intuitiven Fähigkeiten können auch zu Hindernissen werden, wenn du sie ohne Viveka – Unterscheidungskraft - befolgst. Auch Intuition kann dich in die Irre führen. Innere Stimmen müssen nicht immer die Stimmen von höheren Wesen sein, es können auch Stimmen von erdgebundenen Geistern sein, und auch dein eigener Geist kann in dir eine innere Stimme erzeugen.

Schizophrenie ist eine psychiatrische Krankheit, bei der Menschen Stimmen hören. Deshalb gilt es, ein gesundes Unterscheidungsvermögen zu üben und die Fähigkeiten immer zum Wohl anderer einzusetzen. Wenn du das tust, dann spricht nichts dagegen, sie auch zu nutzen. Aber sei vorsichtig, denn diese besonderen Kräfte geben dir auch eine besondere Macht. Du musst sehr verantwortungsbewusst damit umgehen. Nicht umsonst beschreibt Patanjali im zweiten Kapitel die Yamas und die Niyamas. Nicht umsonst geht er immer wieder auf Maitri Bhavana ein, auf Mitgefühl, auf Liebe.

Wenn du die besonderen Fähigkeiten, die Patanjali im 3. Kapitel beschreibt, zum Wohl anderer einsetzt, wenn du dich dabei bescheiden fühlst und sie im Sinne des uneigennützigen Dienens als Instrument in den Händen Gottes nutzt, dann kannst du sicher sein, dass du mit deinen Fähigkeiten richtig umgehst. Nutze diese Kräfte nicht, um andere zu beeindrucken. Nutze sie, um anderen zu helfen, um zu dienen, um herauszufinden, was deine Aufgabe ist. Auf diese Weise kannst du dein Karma, deine Aufgaben in diesem Leben erledigen.
Ich wünsche dir dabei viel Freude und Inspiration!

Hari Om Tat Sat

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Om Namah Shivaya. Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Patanjali sagt im 37. Vers: Daraus entstehen intuitives Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen.

Indem du die verschiedenen Samyama-Techniken entwickelst, bekommst du Zugang zu feinstofflicherem Wahrnehmungsvermögen und zu intuitivem Hören. Du kannst Anahata-Klänge, vielleicht auch Feinstoffwesen hören. Und du kannst sie fühlen. Du bekommst Lichtwahrnehmungen. Du siehst Auras von Menschen. Vielleicht siehst du auch Auras von Naturwesen. Du siehst die Lichtausstrahlung von Bäumen und von Pflanzen. Du kannst vielleicht die Energie eines Raumes schmecken und riechen. Zumindest aber bekommst du ein immer größeres intuitives Verständnis von allem, was ist.

Du kannst dieses Wahrnehmungsvermögen immer weiter schulen und dein tägliches Leben einbeziehen. Sei dir aber auch bewusst: Genau so, wie der Intellekt und die Sinneswahrnehmungen dich täuschen können, genau so kann dich auch dieses feinstoffliche Wahrnehmungsvermögen täuschen. Es gilt immer wieder, Viveka zu üben, die Unterscheidungskraft. Mit dieser Unterscheidungskraft und mit der notwendigen Demut gewappnet kannst du die Informationen aus deiner Intuition und deinem feinstofflichen Wahrnehmungsvermögen gut verwenden.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Inspiration!

Om Shanti. Ich wünsche dir einen friedlichen und lichtvollen Tag.

Hari Om Tat Sat

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Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Patanjali sagt im 37. Vers des 3. Kapitels: Daraus entstehen intuitives Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen.

Das bezieht sich zum einen auf das ganze dritte Kapitel, das wir bisher hier besprochen haben, und es bezieht sich besonders auf den vorangegangenen Vers, um den es gestern ging. Da hat Patanjali davon gesprochen, dass du weniger darüber nachdenken solltest, was du selbst willst und was in deinem eigenen persönlichen, also im individuellen Interesse ist, sondern mehr darüber, was die Interessen des höheren Selbst sind. „Was ist das Interesse Gottes? Wie kann ich Gottes Willen erfüllen? Wie kann ich mein Leben nach einer höheren Wirklichkeit ausrichten?“

Wenn du dies tust, dann bekommst du Wissen um das Selbst. Du bekommst aber auch intuitives Wissen. Du bekommst ein Gefühl und ein Gespür dafür. Patanjali nennt es intuitives Hören. Wenn du immer wieder fragst oder sagst: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe“, dann kann es sein, dass dir eine innere Stimme antwortet. Es kann sein, dass du intuitiv genau fühlst, was zu tun ist. Es kann sein, dass du eine Vision bekommst, was das Richtige ist. Es kann sein, dass du das Richtige irgendwie schmeckst oder fühlst. Indem du deine Achtsamkeit danach ausrichtest, wie du einem höheren Sinn folgen kannst, wird deine Intuition immer stärker.

Hari Om Tat Sat

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Wie man den Sinn seines Lebens erfüllt

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
In der zweiten Hälfte der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 36. Vers, sagt Patanjali: Durch Samyama auf die Interessen des Selbst statt auf die Interessen des Individuums kommt das Wissen um Purusha, die Seele.

Letztes Mal habe ich schon erwähnt, wie wichtig es ist, sich immer wieder die Frage zu stellen: „Was führt mich zur höchsten Verwirklichung? Was sind die Interessen meines höheren Selbst? Wie kann ich dem höheren Selbst dienen? Wie kann ich Gott dienen? Was will Gott?“

Es sollte unsere Grundeinstellung im Alltag sein, nicht so sehr darüber nachzudenken, was wir als Individuum wollen, sondern darüber, was unsere Aufgabe im kosmischen Ganzen ist. Was können wir tun, um zur Verwirklichung zu kommen? Um das herauszufinden, können wir immer wieder beten: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“ Dieses Gebet könnte unsere Grundeinstellung im Leben werden und uns so bei jeder anstehenden Entscheidung helfen.

Du kannst so dein ganzes Leben gestalten. Wenn du überlegst, was du isst, dann überlege nicht nur: „Was mag ich und was ist gut für meine Gesundheit?“, sondern auch: „Welche Nahrung hilft mir, besser zu meditieren und zur Verwirklichung zu kommen? Welche Ernährung hilft auch anderen Wesen?“ Wenn du darüber nachdenkst, wirst du ganz von selbst kein Fleisch mehr essen.

Immer wieder sagen Menschen, dass es letztlich jedem selbst überlassen ist, ob er Fleisch isst oder nicht. In der Praxis mag das stimmen. Aber wenn es um das kosmische Ganze geht, dann trifft das nicht zu. Denn ob du Fleisch isst oder nicht, das betrifft nicht nur dich, sondern auch andere denkende und fühlende Lebewesen. Hier geht es also nicht darum, was du persönlich willst, sondern auch um die Frage: „Was will die Kuh? Was will das Huhn?“ Und letztlich: „Was will Gott?“ Das Gleiche gilt, wenn du dir überlegst, wie du deinen Tag gestaltest, ob du meditierst, Asanas oder Pranayama machst. Auch dabei geht es nicht nur darum, ob es dir gut tut oder nicht, sondern darum, wie du deinen Tag so gestalten kannst, dass du zur höchsten Verwirklichung kommst und damit positiv in der Welt wirken kannst.

Auch bei der Berufswahl geht es nicht nur darum, was dir liegt. Es geht natürlich auch darum, aber nicht nur. Die Frage ist auch: „Wie kann ich anderen Menschen am besten dienen? Wie kann ich am besten meine Fähigkeiten zum Wohl anderer einsetzen? Wie kann ich anderen helfen? Was will Gott von mir?“ Bei allem, was du tust, kannst du dich immer fragen: Ist das, was ich tue, was ich verbrauche, was ich konsumiere zum Wohl des großen und kosmischen Ganzen? Ist es das, was Gott sich von mir wünscht? Führt es mich zum Höheren? Ist es auch für andere gut?“ Wenn du darüber immer wieder nachdenkst, meditierst und danach handelst, dann kommst du zum wahren Wissen, Purusha Jnana, dem Wissen über das höhere Selbst.

Hari Om Tat Sat

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Wie man zum höchsten Wissen kommt

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
Patanjali schreibt in der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 36. Vers: Vergnügen kommt durch Nicht-Unterscheidung zwischen Purusha und Sattva, die doch ganz verschieden sind. Durch Samyama auf die Interessen des Selbst statt auf die Interessen des Individuums kommt das Wissen um Purusha.

Dieser Vers geht sehr tief. Deshalb will ich mich hier zuerst auf einen Aspekt beschränken. Durch Samyama auf die Interessen des Selbst, statt auf die Interessen des Individuums, kommt das Wissen um Purusha. Purusha ist die Seele. Wie kommen wir zu diesem höchsten Wissen?

Wir kommen dorthin, indem wir zunächst darüber nachdenken, uns dann darin vertiefen und uns schließlich ganz in die Interessen des Selbst hinein versenken. Normalerweise denken Menschen darüber nach: „Was will ich?“ Sie folgen ihren verschiedenen Neigungen, ihren verschiedenen Wünschen, den verschiedenen Aspekten von Raga und Dvesha, Mögen und Nichtmögen. Die westliche Welt ist geradezu fasziniert von der Idee, dass jeder Mensch das finden muss, was ihm liegt. Das widerspricht auch gar nicht dem Yogasystem. Auch in der Bhagavad Gita heißt es, dass jeder seine Swarupa finden soll. Mit Swarupa ist die Wesensnatur gemeint, die den eigenen tieferen Talenten und Fähigkeiten entspricht. Darum sollte man schauen: „Was brauche ich? Welche Bedürfnisse habe ich? Welche Anliegen habe ich?“

Wenn man dabei aber auf die individuellen Bedürfnisse und Anliegen achtet, dann wird vor allem die Individualität gestärkt. Man kann so seine individuelle Freude stärken und Befriedigung darin finden, seinen individuellen Interessen nachzugehen. Nur - auf diese Weise kommt man nicht zur Verwirklichung des Selbst. Jesus hat es mal so ausgedrückt: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“ Wir wissen natürlich als Individuum nicht wirklich, was Gottes Wille ist. Das können wir nur immer wieder ergründen. Und wir können mit unserer menschlichen Irrtumbehaftetheit versuchen, danach zu handeln. Schon allein dadurch, dass wir darüber nachdenken und uns darin vertiefen: „Was sind die Interessen des Selbst? Was will Gott von uns? Was ist unsere tiefere Mission und Aufgabe?“, allein dadurch kommen wir zum Wissen des Selbst.

Wenn du also das nächste Mal vor einer wichtigen Entscheidung stehst, dann überlege tief im Inneren: „Was sind die Interessen des Selbst?“ oder auch: „Welche der Alternativen, vor denen ich stehe, können mir helfen, das höhere Selbst zu verwirklichen?“ Oder du kannst bewusst beten: „Lieber Gott, bitte führe mich. Liebes höheres Selbst, bitte gib mir Inspiration.“ Dann, wenn du tiefer nachdenkst oder tiefer betest, kommst du in die Versenkung, in Dhyana, und irgendwann spürst du von innen heraus eine Führung. Du spürst, was zu tun ist. Und wenn du das regelmäßig machst, kommst du immer näher zu deinem höheren Selbst. Das ist Vicharana, der zweite Schritt in der spirituellen Entwicklung. Vicharana ist die ständige Befragung: „Was ist meine Aufgabe? Was sollte ich tun? Und wie komme ich zum Höchsten?“

Hari Om Tat Sat

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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute geht es ein weiteres Mal um den 35. Vers im 3. Kapitel der Yoga Sutra, den ich für besonders wichtig halte. Patanjali sagt hier: Durch Samyama, liebevolle Achtsamkeit auf das Herz, kommt Verstehen des Geistes.

Auch im Alltag und bei der Arbeit ist dieser Vers wichtig. Wenn du mit anderen Menschen zu tun hast, spüre von deinem Herzen her dein Gegenüber. Spüre von deinem Herzen das Herz des anderen oder erspüre von deinem Herzen her den anderen als Ganzes. Mit dieser Herzensverbindung wirst du beginnen, den anderen zu verstehen. Dies kann deine zwischenmenschlichen Beziehungen erheblich bereichern. Viele Menschen hören während ihrer Gespräche mit anderen nicht wirklich zu. Stattdessen überlegen sie: „Wann kann ich als nächstes etwas sagen?“ Sie warten nur auf das Stichwort, das ihnen die Gelegenheit gibt, das Gespräch zu übernehmen.

In einem anderen Vers hat Patanjali schon gesagt: „Konzentration auf die Laute und die Stimme des anderen führt zu einem Verständnis des anderen.“ Du kannst das ausprobieren, wann immer du in der Gegenwart eines anderen Menschen bist. Erspüre mit deinem Herzen den anderen Menschen. Wenn du mit jemand anderen sprichst, spüre mit deinem Herzen das Herz des anderen. Wenn du in Besprechungen bist, nutze die Momente, wo du nichts sagst, um vom Herzen her den anderen zu verstehen. Du wirst sehen, dass du viel mehr verstehst, als die Menschen nur sagen. Und selbst dann, wenn sie etwas erzählen, was du schon weißt, kannst du über deine Herzensintuition neue wichtige Informationen bekommen und eure innere Herzensverbindung stärken. So sorgst du dafür, dass ihr eine gute und freudevolle Basis für die gemeinsame Arbeit und euer Zusammensein habt.
Ich wünsche dir alles Gute und einen wunderschönen, verständnisvollen Tag!

Hari Om Tat Sat

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Liebe zu anderen entwickeln und erneuern

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Patanjali schreibt in der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 35. Vers: Durch Samyama auf das Herz kommt Verstehen des Geistes.
In den letzten Tagen hatte ich über Konzentration auf das Herz gesprochen, mit der man sich selbst verstehen lernt. Das Gleiche gilt natürlich im Umgang mit anderen Menschen. Es ist wichtig, dass du auch die Menschen in deiner Umgebung verstehst, und zwar von deinem Herzen her. Ich empfehle deshalb, dass du dich, wie eine Art Psychohygiene, auf jeden Menschen, mit dem du normalerweise zu tun hast, jeden Tag ein paar Sekunden lang von deinem Herzen her konzentrierst.
Das geht ganz einfach. Du kannst das jetzt gleich machen. Stelle dir jemanden vor, mit dem du täglich zu tun hast, und dann stelle dir vor, dieser Mensch steht genau vor dir. Jetzt erspüre diesen Menschen von deinem eigenen Herzen her. Spüre insbesondere sein Herz. Spüre die Verbindung von Herz zu Herz. Mache das mit jedem Menschen, mit dem du zu tun hast, zum Beispiel mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Übe diese Technik morgens nach dem Aufwachen. Übe sie, wenn ihr euch umarmt. Übe sie, wenn du einschläfst.
Diese Herz-zu-Herz-Verbindung bewusst zu spüren, ist eine der wichtigen Faktoren, die einer Beziehung Tiefe geben und die die Liebe immer wieder wachrufen. Aus diesem Erleben von Herz zu Herz heraus entsteht dein Verständnis für den Geist deines Partners. Wenn dir dein Partner plötzlich einmal nicht mehr so vertraut ist, wenn du irgendwie das Gefühl hast, ihr versteht euch nicht mehr, dann kannst du dich ein paar Minuten lang - oder auch länger - bewusst hinsetzen und deinen Partner vom Herzen aus spüren, ohne dabei viel nachzudenken. Auf diese Weise kann ein neues Verständnis kommen. Und aus dieser Intuition können sich neue Anregungen entwickeln, wie ihr besser miteinander umgehen könnt.
Ähnlich kannst du das mit jedem Menschen in deiner Umgebung machen. Mache es mit den Menschen, mit denen du tagsüber viel zu tun hast, mindestens ein paar Sekunden lang, um so ein intuitives Verständnis für die anderen aufzubauen. Und mache es mit den Menschen, bei denen du merkst, dass das Verständnis noch wachsen muss. Wenn du dich vom Herzen her mit anderen verbindest, wird ein neues intuitives Verständnis für sie erwachen, selbst nur du der- oder diejenige bist, der Verbindung aufnimmt. Du kannst ja nicht von den anderen erwarten, dass sie das für dich tun. Aber du kannst es bewusst für alle Menschen machen, mit denen du zu tun hast. Nimm dir ein paar Atemzüge am Tag, um dich mit den Menschen in deiner Umgebung zu verbinden.

Hari Om Tat Sat

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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Gestern hatte ich schon über Samyama auf das Herz gesprochen. In der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 35. Vers schreibt Patanjali: Durch Samyama auf das Herz kommt Verstehen der Natur des Geistes.

Das gilt auch für dich selbst. Wenn du dich selbst verstehen willst, ist es wichtig, dass du Liebe zu dir selbst entwickelst, dass du dich selbst annimmst mit all deinen Schwächen und Stärken. Das ist nicht immer einfach. Vielleicht hilft dir dabei die Reihe zum Thema „Gelassenheit entwickeln“ im Yoga Vidya Podcast.
Du kannst dich aber auch täglich auf dein Herz zu konzentrieren, täglich dein Herz spüren. Indem du dein Herz spürst, entsteht Liebe. Und indem du täglich in dein Herz hineinfühlst, hast du dieses liebevolle Verständnis auch zu dir selbst.

Vermutlich machst du das schon in deiner täglichen Yogapraxis. Wenn du den Fisch übst oder die Kobra oder den Bogen, dann konzentrierst du dich auf dein Herz und kommst so zu einem liebevollen Verständnis zu dir selbst. Du kannst diese Technik auch zu Anfang und zum Ende deiner Meditation machen. Auch während des Tages ist es gut, immer wieder mal zwischendurch in dein Herz hineinzuspüren. Wann immer du auch merkst, dass du dich selbst innerlich nieder machst, oder zu hohe Ansprüche an dich hast, dann richte deine Achtsamkeit in dein Herz, spüre dein Herz, spüre die Freude in deinem Herzen, spüre die Liebe in deinem Herzen. Wenn du diesen Text gelesen hast, verharre einen Moment lang einfach in deinem Herzen und genieße das wohlige Gefühl darin. Ohne dass du dich darum bemühen musst, wirst du dich selbst besser annehmen, verstehen und lieben.

Hari Om Tat Sat

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Om Namah Shivaya und Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! In der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 35. Vers schreibt Patanjali: Durch Samyama auf das Herz kommt Verstehen des Geistes.

Dieser Vers ist sehr wichtiger. Ich halte ihn sogar für einen der entscheidenden Verse in der Yoga Sutra. Durch Samyama auf das Herz entwickelt sich das Verstehen der Natur des Geistes.

Geist, im Sinne von Denken, kann man nicht allein durch logische Analyse verstehen. Du kannst einen anderen Menschen nicht verstehen, wenn du nur seinen Geist analysierst. Erst durch Liebe kannst du dich selbst und andere verstehen.

In Verbindung mit Liebe steht das Herz. Wenn du einen anderen Menschen wirklich verstehen willst, dann ist es wichtig, dass du dich ihm mit Liebe im Herzen zuwendest, denn die Liebe versteht alles. Die Liebe verzeiht alles. Und die Liebe hat Konsequenzen. Wenn du Kinder hast, dann liebst du sie natürlich. Dennoch wirst du ihnen nicht alles erlauben. Aber aus der Liebe heraus kannst du deine Kinder verstehen.

Manchmal heißt es, Liebe mache blind. Das gibt es natürlich auch, und vor blinder Liebe sollten wir uns hüten. Aber Liebe ist auch die Grundlage des Verstehens des Geistes. Wie Saint-Exupéry es mal gesagt hat: „Nur wer mit dem Herzen sieht, sieht richtig.“

Hari Om Tat Sat

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Aus Intuition kommt alles Wissen

Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Der 34. Vers im 3. Kapitel der Yoga Sutra von Patanjali ist der sogenannte Generalvers: Aus Intuition kommt alles Wissen.

Man kann sagen, dass Patanjali hier zusammenfasst, worum es im 3. Kapitel geht. Letztlich geht es darum, die eigene Intuition zu entwickeln. Intuition entsteht durch Samyama, durch tiefe Konzentration auf etwas, durch Absorption und letztlich durch Verschmelzung. Es gibt verschiedene Arten von Intuition, und jeder Mensch hat seine ganz eigene. Es gibt die instinktive Intuition. Das heißt, du spürst einfach aus der Intelligenz des Körpers oder aus der Intelligenz der Instinkte. Das kann man auch die unbewusste Intuition nennen. Daneben gibt es auch eine bewusste Intuition. Dabei nimmst du etwas bewusst wahr und spürst vielleicht auch etwas anhand von Erfahrungen, die du schon gemacht hast. Diese bewusste Intuition entsteht einfach aus der Erfahrung. Man kann sagen, das ist wie das Erfahrungswissen, welches sich über diese Erfahrungsintuition äußert.
Neben diesen beiden gibt es aber auch die überbewusste Intuition. Die instinktive Intuition und die bewusste Intuition, als die Erfahrungswissensintuition, stammen aus der Vergangenheit. Diese Arten von Intuition stellt dir dein Wissen aus der Vergangenheit zur Verfügung. Es kann auch dem Wissen entstammen, das andere lebende Organismen im Laufe der Evolution angesammelt haben, oder es entstammt deiner eigenen Vergangenheit in früheren Leben.

Die Erfahrungsintuition ist einfach das Aktivieren von Erfahrungswissen. In dem Zusammenhang gibt es natürlich auch das sinnliche intuitive Wissen. Wenn du irgendetwas siehst, nimmst du sehr viel mehr wahr, als dir bewusst wird. Und dieses Mehr gehört auch zu deinem unterbewussten intuitiven Wissen. Deine Wahrnehmung entsteht aus dem, was du erlebst. Jedes neue Ereignis vergleichst du mit deinem früheren Erfahrungswissen. Du kannst in einen Raum gehen und spüren, dass etwas nicht stimmt. Es kann sein, dass tatsächlich etwas in der Luft liegt. Vielleicht ist es aber auch nur deine Wahrnehmung und eine Erinnerung an ein vergangenes Erlebnis. All das läuft auf einer unbewussten Ebene ab, aber es ist in diesem Moment da.

Im 3. Kapitel spricht Patanjali über einen Zugang zu neuem Wissen, zu einem Wissen, dass bisher noch nicht in dir existiert hat. Dieses Wissen ist ein Resultat von Samyama. Auch die anderen Intuitionen kannst du kultivieren und auch sie werden automatisch besser, wenn du regelmäßig Yoga und Meditation und Viveka, also Unterscheidungsvermögen, praktizierst. Denn die Intuition kann natürlich auch irren. Die höhere Intuition dagegen ist etwas anderes. Patanjali nennt es hier Pratibha, an anderer Stelle auch Prajna. Die höhere Intuition kommt, wenn du tief absorbiert bist, wenn dein Intellekt aufhört zu funktionieren, wenn in dir ein Gefühl von Freude und Ausdehnung entsteht. Dann bekommst du automatisch auch ein intuitives, höheres Wissen. Dieses direkte, intuitive Wissen kommt direkt aus Samadhi, einem überbewussten Zustand, in dem das Wissen von allem enthalten ist.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag! Om Shanti

Hari Om Tat Sat

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Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! In der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 33. Vers schreibt Patanjali: Durch Samyama auf das Licht am Scheitel des Kopfes erhält man die Fähigkeit zu Siddha Darshana.

Was heißt das? Samyama bedeutet liebevolle Achtsamkeit, Konzentration und Versenkung. Durch Samyama auf das Licht am Scheitel des Kopfes erhält man die Fähigkeit von Darshana, also eine Vision von Siddha. Und was ist Siddha? Siddha kann man zum einen mit „vollkommenes Wesen“ oder „Meister“ übersetzen. Es heißt aber auch: höhere Wirklichkeit. Durch Konzentration auf Licht am Scheitel des Kopfes bekommst du Zugang zu einer höheren Wirklichkeit.

Auch dieser Vers ist ein Vers für die tägliche Psychohygiene. So wie du dir täglich die Zähne putzt, dich wächst oder den Mund spülst, so. So ähnlich kannst du auch täglich mit Körper-Samyamas üben. Eine davon ist die tägliche Konzentration auf den Raum oberhalb deines Kopfes. Das kannst du zum Beispiel zu Beginn der Meditation machen. Wenn du dich hinsetzt, stelle dir ein Licht vor oder stelle dir vor, dass von oben Licht in dich hineinströmt. Oder stelle dir vor, dass von deinem Kopf ein Licht nach oben ausstrahlt. Wenn du weniger visuell orientiert bist, spüre nur einfach die Energie oberhalb deines Kopfes, spüre die Energieverbindung nach oben. Das kannst du zu Beginn der Meditation, zum Ende der Meditation oder zu Beginn und Ende deiner Yogapraxis machen. Oder während deines Gebetes.

Auch vor und nach dem Essen ist die Konzentration auf deine Verbindung mit der höheren Wirklichkeit sehr hilfreich. Nehme dir immer wieder mal einen Moment Zeit, um dich nach oben hin zu verbinden. Indem du das tust und dabei um Licht oder Segen bittest, oder indem du dir Licht vorstellst und einfach nach oben hin spürst, entsteht in dir das Gefühl von Führung, das Gefühl von Geborgenheit und das Gefühl, Teil einer höheren Wirklichkeit zu sein.

Du kannst das auch jetzt gleich machen, vielleicht während der nächsten paar Sekunden. Egal, was du gerade machst – spüre mit einem Teil deiner Aufmerksamkeit deine Verbindung und die Energie nach oben. Spüre das Licht nach oben, spüre deine Verbindung zu einer höheren Wirklichkeit.

Om Shanti

Hari Om Tat Sat

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Wie man Vata Störungen beseitigt

Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute spreche ich noch einmal über den Vers von Patanjalis Yoga Sutra, 3. Kapitel, 32. Vers: „Durch Konzentration auf Kurma Nadi, den feinstofflichen Energiekanal in der Wirbelsäulengegend, wird Festigkeit erlangt.“

Du kannst das jetzt gleich machen. Während ich spreche, spüre deine Wirbelsäule. Selbst wenn du gerade Auto oder Fahrrad fährst, dann musst du natürlich einen Teil deiner Achtsamkeit auf der Straße und auf den Verkehr haben, aber einen anderen Teil deiner Achtsamkeit kannst du auf deine Wirbelsäule bringen.
Spüre deine Wirbelsäule, während du mit dem Bauch tief atmest. Allein dieses Spüren gibt dir schon Festigkeit. Wenn du willst, verbinde dies auch mit der Affirmation: „Ich bin beständig. Ich habe Festigkeit. Ich habe Ausdauer.“ Mache dies auch als Teil deiner Asana- und Pranayamapraxis. Spüre, während du Asanas und Pranayama übst, mindestens eine Minute am Tag deine Wirbelsäule. Und immer dann, wenn du merkst, dass du unruhig wirst, spüre die Wirbelsäule auch am Tag. Spüre deine Festigkeit.

Des Weiteren kannst du das auch nutzen, um anderen mehr Festigkeit und Beständigkeit zu geben. Angenommen, du bist in einer Besprechung und jemand verhaspelt sich gerade. Dann spüre mit deiner Wirbelsäule seine Wirbelsäule. Durch diese Achtsamkeit gibst du ihm neue Stärke und Festigkeit. Oder du bist bei einer Besprechung und jemand, der dir lieb oder wichtig ist, wird gerade von anderen angegriffen. Natürlich solltest du nicht vergessen, dass du dich auch selbst zu Wort melden und denjenigen unterstützen kannst. Aber du kannst auch mit deiner Wirbelsäule seine Wirbelsäule stärken und ihm dadurch helfen.

Dieser Vers ist auch besonders wichtig, wenn du unter Vata Störungen leidest. Wenn du nervös bist, unruhig oder Schlafschwierigkeiten hast, dann konzentriere dich regelmäßig auf deine Wirbelsäule. Sowohl Konzentration auf den ruhigen Bauchatem, wie auch Konzentration auf die Wirbelsäule helfen dir, ein Übermaß an Vata zu reduzieren, sodass du eine Bewusstheit für deine wirklichen Instinkte und deine innere Festigkeit bekommst.

Das kannst du auch anderen Menschen empfehlen: deinen Teilnehmern, Klienten, Patienten oder wer auch immer mit dir zusammen ist und dich um gesundheitliche Ratschläge bittet. Wann immer du merkst, dass bei jemandem das Vata Element zu stark ist - also das Luftelement und die innere Unruhe - dann empfehle ihm, sich regelmäßig auf die Wirbelsäule zu konzentrieren. Das hilft, innere Festigkeit zu bekommen.

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Über Psychohygiene

Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute noch einmal mit der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 32. Vers: Samyama auf Kurma Nadi, Konzentration auf die Wirbelsäule, bringt
Festigkeit.


Psychohygiene ist etwas, das du täglich machen solltest. So wie du täglich Zähne putzt, vielleicht täglich gurgelst oder den Mund spülst, dich täglich rasierst, wäscht
oder was auch immer. Es ist gut, sich täglich auf die Wirbelsäule zu
konzentrieren. Indem du das tust, bekommst du eine gewisse innere Festigkeit
und innere Beständigkeit.


Am einfachsten ist das, wenn du täglich Asanas, Pranayama übst oder meditierst und dabei bei der einen oder anderen Asana die Wirbelsäule spürst. Vielleicht bei
der Wechselatmung oder bei Kapalabhati. Vielleicht konzentrierst du dich
insbesondere bei der Vorwärtsbeuge und beim Drehsitz auf die Wirbelsäule. Du kannst diese Wirbelsäulenkonzentration
entweder einfach als Samyama üben, sie
also einfach nur erspüren, oder du kannst das mit einer Affirmation verbinden.


Während du dich auf die Wirbelsäule konzentrierst, kannst du wiederholen: „Ich bin beständig. Ich bin ausdauernd. Ich habe Festigkeit. Ich bleibe ruhig, was auch
immer geschieht.“ Natürlich widersprechen Affirmationen im engeren Sinne dem
Konzept von Samyama. Samyama ist ja das alleinige Hineinspüren, tiefe
Konzentration, Absorption und Versenkung, letztlich Verschmelzung.


Aber du kannst diese Dinge auch ganz praktisch miteinander verknüpfen. Im NLP würde man sagen, das ist wie das Ankern. Eine bestimmte Konzentration auf einen
Körperteil wird verbunden mit einer bestimmten Affirmation und damit auch mit
einem bestimmten Gefühl. Diese Erfahrungen kannst du dann im Alltag verwenden.
Wenn du merkst, du verlierst deine innere Ruhe oder du lässt dich von anderen
beirren oder beunruhigen, dann
konzentriere dich auf deine Wirbelsäule. Wenn du das regelmäßig gemacht hast,
dann entsteht sofort ein Gefühl der Festigkeit
in dir.


Und wenn du jemand bist, dem Affirmationen besonders gut tun, dann kannst du das eben auch mit einer Affirmation verbinden. Du konzentrierst dich auf die
Wirbelsäule und sagst: „Ich habe innere Festigkeit. Ich habe Beständigkeit. Ich
habe Ausdauer.“

Hari Om Tat Sat

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Sphinx: Bei manchen Rückenproblemen ist es am besten, statt der normalen Kobre die Sphinx zu üben. Bei der Sphinx sind die Unterarme am Boden. Ziehe dabei bewusst die Schulterblätter stark nach hinten. Nutze die oberen Rückenmuskeln. Du kannst dir sogar vorstellen, dass du mit den Armen den Körper nach vorne schiebst.


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Eine weitere Kobra-Variation: Falte die Hände hinter dem Gesäß. Hebe Brust und Kopf allein durch die Kraft der Rückenmuskeln. Das kann nicht nur für Menschen mit Rückenproblemen Wunder bewirken - auch Fortgeschrittene sollten das mindestens ein Mal pro Woche so üben. Dein Rücken wird es dir danken.

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Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Patanjali schreibt in der Yoga:Yoga Sutra, 3. Kapitel, 32. Vers: Durch Samyama, Konzentration, Versenkung, auf Kurma Nadi, den feinstofflichen Rückenmarkskanal, wird Festigkeit erlangt.

Wenn du Yoga übst, kennst du die Konzentration auf die Wirbelsäule. Dort ist der feinstoffliche Energiekanal, den wir im Hatha und Kundalini Yoga als Sushumna Nadi bezeichnen. Patanjali nennt sie hier Kurma Nadi, den Schildkrötenenergiekanal. Im Kundalini Yoga wird viel von den verschiedenen Chakras gesprochen und dass diese Chakras in der Sushumna sind. Normalerweise, insbesondere beim Pranayama, bei der Vorwärtsbeuge und beim Drehsitz konzentrierst du dich auf dieses feinstoffliche Energiezentrum, um die Energie in der Sushumna zu verstärken, um die Chakras zu öffnen, um die Kundalini zu erwecken und so Zugang zu neuen Energien zu finden. Auch deine Fähigkeit zu Samadhi kannst du damit stärken.

Swatmarama schreibt in der Hatha Yoga Pradipika im zweiten Kapitel, dass Samadhi erst möglich ist, wenn die Sushumna geöffnet ist und das Prana durch diese Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule fließt.Tiefe Meditation, Versenkung, Samadhi, Überbewusstsein geschieht von selbst, wenn Prana in die Sushumna fließt. Und wie fließt das Prana in die Sushumna? Indem durch Asanas und Pranayama die Unreinheiten in der Sushumna geöffnet werden. Also durch Yoga Übungen, Atemübungen, Asanas, aber auch durch Mudras und Bandhas. All das hilft, um die Sushumna zu öffnen.

Patanjali gibt hier noch einen weiteren Tipp. Er sagt: „Konzentration auf die feinstoffliche Wirbelsäule führt auch zu Festigkeit.“ Über diese Bedeutung will ich bei den nächsten Malen etwas mehr sprechen.
Bis dahin wünsche ich dir einen gesegneten Tag!

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3.

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Tipps für eine gute Diät

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! In der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 31. Vers, heißt es: Durch Samyama auf die Kehlhöhle verschwinden Hunger und Durst.

Gestern hatte ich schon darüber gesprochen, dass regelmäßige Konzentration auf die Kehlgegend hilft, einen natürlichen Appetit und ein natürliches Durstgefühl zu entwickeln.Diese Konzentration auf die Kehlgegend ist auch eine große für Menschen, die fasten oder eine Diät einhalten, die gerade abnehmen wollen oder gerade nichts zu Essen haben. Wann immer du ein übermäßiges Hungergefühl verspürst, konzentriere dich auf deine Kehlgegend, auf die Höhle der Kehle, wie Patanjali sagt.

Das ist gar nicht so schwer. Spüre einfach, wo du in deiner Hals- oder Kehlgegend etwas spüren kannst, wo dein Spürbewusstsein besonders stark ist. Konzentriere dich auf diesen Punkt. Du kannst auch mit dem Daumen oder dem Ringfinger sanft über den Bereich der Kehlhöhle streichen. Damit lenkst du deine Empfindung dorthin, und die Heißhungerattacken verschwinden. Gerade wenn du unter Heißhunger leidest oder abnehmen willst, kann es helfen, ganz bewusst einige Momente lang mit dem Finger über die Kehlhöhle zu reiben. Wenn du das gleichzeitig noch mit tiefer Bauchatmung verbindest, dann verwandelt sich die Heißhungerattacke in ein Gefühl von Ruhe, Gleichmut und Festigkeit.

Diese Technik kannst du auch anwenden, wenn du bei einem Büffet bist und überlegst, was von dem, was es dort gibt, du wirklich essen willst. Oder wenn du im Naturkostladen bist und überlegst, was du einkaufen willst. Wenn du jemand anderem helfen willst, der sich vorgenommen hat, abzunehmen oder eine Essstörung anzugehen, kannst du dich mit deiner eigenen Kehlkonzentration auf die Kehle deines Gegenübers ausrichten. Das geht sogar, wenn der Betreffende nicht da ist. Immer dann, wenn du überlegst: „Wie könnte ich diesem Menschen helfen?“, dann spüre von deiner Kehle aus die Kehle des anderen. Du stützt dort seine Fähigkeit, seinen Appetit zu normalisieren und Heißhungerattacken zu überwinden.

Als Yogalehrer kannst du das auch während einer Yogastunde machen. Du kannst dich, während deine Teilnehmer sich im Schulterstand, Pflug oder Fisch auf ihre Kehle konzentrieren, von deiner Kehle aus auf die Kehle deiner Teilnehmer ausrichten. So stützt du zum einen das Spürbewusstsein der anderen. Zum anderen bekommst du aber auch eine stärkere Intuition für das, was bei deinen Teilnehmern In Bezug auf Essen und Trinken gerade besonders wichtig ist.


Hari Om Tat Sat

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Wie man Hunger und Durst mildern kann

Om Namah Shivaya und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Patanjali sagt in der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 31.Vers: Durch Samyama auf die Kehlhöhle hören Hunger und Durst auf.

Das heißt: Durch Konzentration auf die Kehlhöhle verschwinden Ksudha und Pipasa, Hunger und Durst.
Dieser Vers hat verschiedene Bedeutungen. Auf der körperlichen Ebene ist es gut, wenn du dich regelmäßig auf die Kehle konzentrierst, die Kehle zu spüren. Auf diese Weise normalisieren sich Hunger, also dein Appetit, wie auch dein Durst. Das heißt nicht unbedingt, dass Hunger und Durst vollständig aufhören. Das wäre ja auch nicht unbedingt gut. Vor allem, viel Durst zu haben, ist sehr wicht, denn Wasser ist etwas Wichtiges und auf diese Weise trinkst du genug.

Vielleicht sollte man besser sagen: Durch Konzentration auf die Kehlgegend normalisiert sich das Hunger- und Durstempfinden. Wenn du einen übermäßigen Appetit hast und eine Neigung, zuviel zu essen, dann ist es gut, dich regelmäßig auf die Kehlgegend zu konzentrieren. Darum konzentrieren wir uns in den Yoga Vidya Yogastunden beim Schulterstand, beim Pflug und beim Fisch typischerweise auf die Kehlgegend. Und wenn man den normalen Schulterstand, den normalen Pflug und Fisch nicht machen kann, macht man eben Varianten davon und konzentriert sich dabei auf die Kehlgegend.

Ich halte es für unbedingt wichtig, dass du dich jeden Tag auf deine Kehlgegend konzentrierst. Das hilft dir, einen natürlichen und guten Appetit zu bekommen. Das ist wichtig, auch bei Anorexie und Bulimie oder bei Menschen, die zuviel wiegen und gerne abnehmen wollen. Eigentlich ist die Konzentration auf die Kehlgegend bei allen Menschen wichtig, denn jeder isst, und über die Konzentration auf die Kehle entwickeln wir ein Gespür für das was wir mögen und was gut für uns ist. Das gleiche gilt für den Durst. Regelmäßige Konzentration auf die Kehlgegend ist wichtig, damit dein Hunger- und dein Durstempfinden wieder natürlich werden.

Hari Om Tat Sat

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Om Namah Shivaya. Herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
Der aktuelle Vers aus der Yoga Sutra, 3. Kapitel, 30. Vers, Fortsetzung, heißt: Durch Samyama auf das Nabelzentrum kommt Wissen um Aufbau, Struktur und Bedürfnisse des Körpers.

Die einfachste Anwendung dieses Verses ist die: Konzentriere dich regelmäßig auf den Bauch, während du gleichmäßig mit dem Bauch ein- und ausatmest. Du brauchst dir dazu keine zusätzlichen Gedanken zu machen. Jeden Tag während deiner Yogaübungen, während dem Pranayama oder bei den Asanas, zum Anfang oder zum Ende der Meditation oder immer wieder zwischendurch: atme tief mit dem Bauch ein und aus, spüre die Bewegung des Bauches. Die tiefe Bauchatmung hat auch harmonisierende Wirkung auf deine Emotionen. Die beste Weise, Lampenfieber in positive Energie umzuwandeln, ist die tiefe Bauchatmung. Beim Einatmen geht der Bauch hinaus, beim Ausatmen geht er hinein. Du atmest drei bis vier Sekunden lang ein, du atmest drei bis vier Sekunden lang aus. Wenn du dies ein paar Mal machst, wird dein Lampenfieber in positive Energie umgewandelt.

Oder angenommen, du ärgerst dich über etwas. Dann ist auch wieder die tiefe, gleichmäßige Bauchatmung sehr hilfreich. Beim Ärger empfehle ich dir sogar, doppelt solange auszuatmen wie einzuatmen, sehr langsam und vollständig. Dies ist wie eine Art emotioneller Hygiene. Wann immer du emotional ein bisschen beansprucht worden bist und die Emotionen sich nicht von selbst wieder harmonisieren, dann übe die tiefe, gleichmäßige Bauchatmung. Auch wenn du neue Energie brauchst, wenn du merkst, du brauchst jetzt neue Kraft, dann atme tief mit dem Bauch ein und aus. Stelle dir dabei vor, dass beim Einatmen Licht in dich hineinströmt und beim Ausatmen durch dich hindurch fließt. Beim Einatmen spürst du Licht, Kraft, Energie, beim Ausatmen schickst du es zu deiner nächsten Aufgabe. Wenn du dies tust, dann hilft es dir, ein intuitive Gespür für deinen eigenen Körper zu entwickeln, selbst wenn du dir das gar nicht so bewusst machst. Das klappt selbst dann, wenn du gar nicht daran denkst, wofür es gut ist. Für Yogalehrende heißt das auch: Achte darauf, dass deine Teilnehmer mit dem Bauch atmen. Richte immer wieder die Achtsamkeit deiner Teilnehmer auf den Bauch und die Bauchatmung. So entwickelt sich das intuitive Gespür deiner Teilnehmer für die Bedürfnisse ihres Körpers. Es entwickelt ihre natürlichen Instinkte.

Beim nächsten Mal spreche ich über die Samyamas auf die anderen Körperteile.

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