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Hallo und herzlich willkommen zu den täglichen Inspirationen! Heute mit einer Geschichte  über die Essenz der Verwirklichung.

Satchidananda Shivoham Shivoham: Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit. Ich bin Shiva, reines Bewusstsein. Das ist die Essenz der Verwirklichung aller großen Meister der mystischen Traditionen. „Meine wahre Natur ist nicht dieser Körper.“ Der Körper hat einen Anfang, er hat ein Ende, er geht durch Höhen, er ist klein, wird groß und irgendwann, ab einem gewissen Alter, schrumpft er wieder, er ist mal gesünder, mal weniger gesund und so weiter.

Wir sind auch nicht die Emotionen, mit denen wir uns gerne identifizieren: Oh, mir geht es so gut. Mir geht es so schlecht.“ Unsere Emotionen haben Höhen und Tiefen. Aber wir sind nicht die Persönlichkeit, in die manche Menschen ganz selbstverliebt sind und sagen: „Ah, ich bin künstlerisch.“ oder „Oh, ich bin intellektuell. Ich bin ein guter Mathematiker. Ich bin ein sehr liebevoller Mensch.“ Das ist die Persönlichkeit. Die Persönlichkeit ändert sich. Es mögen bestimmte Anteile relativ konstant bleiben, wenn man genauer hin sieht, ändert sich eine ganze Menge. Jemand, der systematisch an sich arbeitet, wird feststellen, dass sich vieles tut ändert. Wenn Menschen in unterschiedliche Situationen kommen, ändert sich auch die Persönlichkeit. Daher wissen wir:„Ich bin nicht die Persönlichkeit und erst recht nicht all diese äußeren Dinge oder meine die Aufgaben.

Manche identifizieren sich mit solchen Denkmustern: „Ich bin Mutter. Ich bin Vater. Ich bin Kind. Ich bin Chef. Ich bin Angestellter. Ich bin Außendienstmitarbeiter.“ Oder: „Ich bin deutsch, ich bin englisch, ich bin französisch. Ich bin Agnostiker. Ich bin evangelischer Christ. Ich bin Mitglied der Landeskirche. Ich bin katholisch.“ Im Alltag ist das ja ein nettes Spiel. Nur wenn wir uns damit identifizieren, wird es schwierig.


Wir kommen auf diese Welt, wir spielen unsere Rolle, unseren Part und gehen dann wieder. Wie in einem Kleinkunsttheater spielen wir nicht nur eine Rolle, sondern mehrere Rollen. In einer Kleinkunstbühne hat man nicht das Geld, hundert Schauspieler zu bezahlen. Da spielt ein Schauspieler mehrere Rollen hintereinander. Selbst bei den Shakespeare-Theatern im 16. Jahrhundert soll es so gewesen sein, dass die sich schnell hinter der Bühne umgezogen haben und wieder auf die Bühne gegangen sind. So haben wir die verschiedensten Rollen, die wir spielen. Wenn wir uns mit diesen Rollen identifizieren, gibt es Probleme. Angenommen, ein Schauspieler, der Wilhelm Tell spielt – ich bin jetzt mit klassischem Theater etwas besser vertraut als mit dem modernen Theater - bemerkt anschließend nicht, dass das Spiel vorbei ist. Er fängt weiter an auf Äpfel zu schießen oder irgendwo seine Bogenkünste im öffentlichen Raum auszuprobieren. Dann hat er ein Problem. 

Letztlich verhalten wir uns alle wie in einem Irrenhaus. Wir haben unsere Rollen und identifizieren uns damit. Die großen Meister sind wie Therapeuten, die versuchen, uns klarzumachen, dass wir nicht die Rolle sind, die wir spielen.  Es ist vielleicht sinnvoll, dass du auf diese Welt kommst, um diese Rolle zu spielen, aber du bist nicht diese Rolle. Spiel deinen Part so gut, wie du kannst und sei dir bewusst: Satchidananda Rupa Shivoham Shivomham. Deine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit, Shiva, reines Bewusstsein.


Hari Om tat sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: essenz, geschichte, inspiration, satchidananda, sukadev, tagliche, tell, verwirklichung, wilhelm

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