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GOTT ERSCHEINT DIR IN DER FORM, IN DER DU DAS GÖTTLICHE VEREHRST

Im Vers 20 sagt Krishna:

Kāmais tais tair hṛta-jñānāḥ prapadyante 'nya-devatāḥ

taṁ taṁ niyamam āsthāya prakṛtyā niyatāḥ svayā

„Menschen, die durch diesen oder jenen Wunsch ihre Weisheit verloren haben, gehen

zu anderen Gottheiten und folgen von ihrer Natur geführt diesem oder jenem Ritus.“

Es gibt eine unendliche ewige Wirklichkeit. Die gilt es zu verehren.

Krishna hatte vorher gesagt, es gibt vier verschiedene Motivationen, warum Menschen Gott verehren. Am besten ist, als Weiser nichts von Gott zu wollen.

Aber es kann auch sein, dass du aus der Weisheit wieder hinauskommst. Anstatt zu Gott kommen zu wollen, willst du dann von Gott etwas.

Dann kann es auch sein, dass du bestimmte Riten durchführst, um etwas für Gott zu tun. Es gibt in Indien verschiedene Riten, mit denen du etwas für dich selbst bekommen kannst. Es gibt auch in der Puja einen Moment, in dem du ein Sankalpa (Vorsatz/Affirmation) äußern kannst, das könnte auch ein Wunsch sein. Du könntest auch ein bestimmtes Tapas (spirituelle Disziplin/Askese) üben, um etwas für mich, oder für Familienangehörige zu bekommen. Krishna hat gesagt, dass du Gott aus einem beliebigen Grund verehren kannst. Auch wenn Menschen eine Zeit lang Gott aus uneigennützigen Motiven verehrt oder meditiert haben, nur um Gottverwirklichung zu erreichen, praktizieren sie zwischendurch auch mal wieder Yoga, um etwas zu erreichen. Und das ist alles in Ordnung.

Du kannst Gott ganz unterschiedlich verehren.

Im Vers 21 sagt Krishna:

Yo yo yāṁ yāṁ tanuṁ bhaktaḥ śraddhayārcitum icchati

tasya tasyācalāṁ śraddhāṁ tām eva vidadhāmy aham

 „Welche Form ein Verehrer mit festem Vertrauen zu verehren wünscht –

Ich mache eben diesen Glauben fest und unerschütterlich.“

Du kannst Jesus Christus verehren, die Göttliche Mutter, den kosmischen Geist, Allah, Manitu oder den, dessen Name nicht genannt werden darf – Adonai, wie es im Judentum zum Beispiel heißt. Du kannst auch Krishna, Shiva oder Rama verehren. Krishna sagt hier, es spielt keine Rolle wie du Gott verehrst. Gott wird dir in der Form erscheinen, in der du Gott verehrst. Wenn du dich also an Jesus richtest, werden das Vertrauen und der Glaube an Jesus stärker. Wenn du die Göttliche Mutter verehrst, werden das Vertrauen und der Glaube an die Göttliche Mutter stärker. In welcher Gestalt auch immer du Gott oder die Göttin verehrst, das Vertrauen wird im Laufe der Zeit stärker. Gott selbst wird dafür sorgen, dass es stärker wird. Und irgendwann erscheint dir Gott in der Gestalt, in der du ihn, sie oder es verehrst.

Miteinander, nicht gegeneinander

Du darfst nur nicht den Fehler machen, zu glauben, dass nur die Gestalt, in der du Gott verehrst die einzig richtige und einzig wahre ist.

Dies ist ein Problem bei manchen Verehrern verschiedener Religionen wie im Christentum, im Islam und auch im Judentum, dass manche Gläubige denken, nur so darf man Gott verehren, nur meine Religion, Theologie oder nur der Glaube meiner Konfession führt zum Himmelreich. Das gehört zu den Irrtümern. Glücklicherweise gibt es heute in allen Religionen Menschen, die anerkennen, dass durch die verschiedenen Religionen das Göttliche erfahrbar ist.

Übrigens ist es offizielle Doktrin in der katholischen Religion, dass das Heil nicht nur im Katholizismus zu finden ist, sondern auch bei den Evangelischen, bei den Orthodoxen und auch in anderen Religionen.

Auch im Islam gibt es Gelehrte, die davon ausgehen, dass es viele Arten gibt, durch die man Gott erfahren kann.

Das Judentum ist noch nie vom Ausschließlichkeitsstandpunkt ausgegangen, sondern hat sich als das auserwählte Volk angenommen. Und auserwählt heißt, dass sie besonders schwierige Aufgaben in der Schöpfung bekommen haben, aber Gott offenbart sich allen Menschen auf der ganzen Welt.

Im Hinduismus war die Vorstellung der Ausschließlichkeit nie gegeben. Da gibt es schon seit Jahrtausenden die Vaishnavas (Verehrer Vishnus), die Shaivas (Verehrer Shivas), die Shaktas (Verehrer Shaktis), und für fast zwei Jahrtausende gehören Buddhismus und Jainismus (auch Jinismus, hierzu gehören die Anhänger Jinas) zu den großen religiösen Strömungen Indiens dazu. Manchmal gab es Aussagen, nach denen es hieß: „Nur dieser Weg ist der richtige.“ Die Mehrheitsauffassung ist jedoch, dass es viele Wege zu Gott und viele Namen für Gott gibt, aber Gott eins ist. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – so hat es Swami Sivananda ausgedrückt sowie Mahatma Gandhi.

Verschiedene Wege, und es geht überall zum gleichen hin

Daher sollten sich Religionen nicht bekämpfen, sondern sich respektieren. Anstatt auf andere Religionen herabzuschauen, sei dir als Aspirant bewusst, dass jeder, der eine bestimmte Vorstellung Gottes verehrt, einen festeren Glauben bekommen wird – im Grad der Verehrung – und irgendwann Gott sehen wird, erstmal so wie er/sie Gott verehrt, und später über alle relativen Formen hinaus, um zu dem unaussprechlichen, ewigen, unendlichen zu gelangen.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

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Im Vers 17 sagt Krishna:

Teṣāṁ jñānī nitya-yukta eka-bhaktir viśiṣyate

Priyo hi jñānino 'tyartham ahaṁ sa ca mama priyaḥ

„Unter ihnen ist der Weise, Beständige und dem Einen Ergebene hervorragend;

denn Ich bin dem Weisen über alle Maßen lieb und er ist Mir lieb.“

Im Sanskrit heißt es: mama priyaḥ“, was so viel bedeutet wie „Er ist in meiner Liebe.“ Hier ist nicht gemeint, dass Gott ihn mehr liebt, denn Gott ist nicht parteiisch, sondern er ist in der reinen Liebe, und er handelt allein aus der Liebe. Mit anderen Worten, der Weise, der schon gottverwirklicht ist, oder der schon einen gewissen Grad der Gottverwirklichung erlangt hat, der will nichts mehr von Gott.

Im Vers 18 sagt Krishna:

Udārāḥ sarva evaite jñānī tv ātmaiva me matam

āsthitaḥ sa hi yuktātmā mām evānuttamāḿ gatim

„Edel sind sie wahrhaft alle; aber Ich betrachte den Weisen als Mein Selbst;

denn mit beständigem Geist ruht er allein in Mir, da Ich sein höchstes Ziel bin.“

Es ist egal, aus welchem Motiv heraus du Gott verehrst.

Wenn du ihn aus einem Leiden heraus verehrst, du oder deine Kursteilnehmer Yoga üben, um Krankheiten und Emotionen zu heilen, das ist alles in Ordnung. Auch wenn Menschen üben, um einen gewissen Wohlstand oder etwas für sich zu bekommen, ist es in Ordnung, sofern sie weiter ethisch sind. Natürlich ist es besonders gut, sich an Gott zu wenden, um für den weiteren Beistand auf dem spirituellen Weg zu bitten. Die ernsthaften Aspiranten üben natürlich weiter spirituelle Praktiken für die Erleuchtung.

Nur der Weise, der höhere Bewusstseinsebenen erreicht hat, nur der ist jemand, der wirklich uneigennützig Gott dient, und der uneigennützig spirituelle Praktiken macht, der Liebe hat um der Liebe Willen, der ist am besten. Doch auch wenn du nicht zu jenen gehörst, auch dann bist du edel.

Swami Venkatesananda hat einmal geschrieben, dass es auch in Ordnung ist, wenn man aus egoistischen Gründen Gott verehrt. Es ist besser, wir bitten Gott um Hilfe, um zum Beispiel wohlhabender zu werden, als wenn wir mit unethischen Mitteln dorthin gelangen wollen. Gottesverehrung und Hingabe an Gott, auch mit egoistischen aber dennoch ethisch korrekten Absichten, helfen dir, Gott etwas mehr zu erfahren. Gott wird dann deine Sehnsucht stärker werden lassen, bis du irgendwann nur noch nach Gott strebst und dann in Gott bist.

Alles ist wahrhaftig Gott.

Im Vers 19 sagt Krishna:

Bahūnāṁ janmanām ante jñānavān māṁ prapadyate

vāsudevaḥ sarvam iti sa mahātmā su-durlabhaḥ

 „Am Ende zahlreicher Geburten gelangt der Weise zu Mir und erkennt, dass Vasudeva (Vater von Krishna/das innerste Selbst) alles ist; solch eine große Seele ist sehr schwer zu finden.“

Irgendwann erkennen wir, dass alles Gott ist. „Vāsudevaḥ sarvam iti“ ist einer der Verse, der oft rezitiert wird. All (sarvam) das (iti) ist wahrhaftig Gott selbst (Vāsudevaḥ). 

Wenn du also heute raus gehst, dann sage: „Vāsudevaḥ sarvam iti!“ Wiederhole es geistig: „Alles ist wahrhaftig Gott.“ Nach vielen Geburten und vieler spiritueller Praxis über viele Leben erkennst du: „Alles ist Gott.“

Zunächst macht man spirituelle Praktiken, um Leiden zu mindern oder um etwas zu bekommen. Menschen, die religiös sind, gehen in die Kirche, um für etwas zu bitten, um Leiden zu mildern, um für sich und ihre Angehörigen etwas zu erbitten, oder in der tiefen Hoffnung, in den Himmel zu kommen oder anders belohnt zu werden. Viele Menschen machen das, aber auch das führt zur spirituellen Berührung. Wenn du so spirituell berührt bist, wächst die Sehnsucht, die spirituelle Berührung zu vertiefen, Gott zu erfahren. Viele Menschen gehen einen spirituellen Weg, weil sie nach einer Krise oder einer körperlichen Erkrankung oder einfach aus Neugier mit Yoga begonnen haben. Und dann wird diese spirituelle Sehnsucht stärker. Aus der spirituellen Sehnsucht kommt irgendwann die Verwirklichung. Nach vielen Leben kommt die Erfahrung: „Vāsudevaḥ sarvam iti.“

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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VIER MOTIVATIONEN FÜR GOTTESVEREHRUNG UND YOGAPRAXIS

Im Vers 16 sagt Krishna:

Catur-vidhā bhajante māṁ janāḥ sukṛtino'rjuna

ārto jijñāsur arthārthī jñānī ca bharatarṣabha

„Vier Arten von tugendhaften Menschen verehren Mich, Oh Arjuna, nämlich die Leidenden, die nach Wissen Suchenden, die nach Wohlstand Strebenden und die Weisen, Oh Herr der Bharatas.“

Es gibt Menschen auf der ganzen Welt, die Gott verehren. Insgesamt gibt es heute, im Jahr 2017, etwa 8 Milliarden Menschen, vermutlich in ein paar Jahren noch ein paar Milliarden mehr. Vermutlich über die Hälfte, etwa drei Viertel, würden sich als religiös bezeichnen. In Deutschland sind es erheblich weniger, in Afrika und in großen Teilen Asiens und in Amerika sind es sehr viel mehr.

Krishna sagte in der Bhagavad Gita im siebten Kapitel ein paar Verse vorher, dass unter tausenden von Menschen vielleicht einer wirklich die Vollkommenheit erreichen will, denn den meisten geht es auch bei der religiösen Praxis um Anderes.

Das gilt auch für Menschen, die Yoga praktizieren. Die meisten davon praktizieren kein Yoga, um Gottverwirklichung zu erreichen.

Es gibt auch Menschen, die ein anderes Interesse haben. Hier sagt er, dass es zum einen die Leidenden sind – Menschen, die leiden. Sei es, dass sie eine Krankheit haben, die sie so durchrüttelt, dass sie hilflos ausgeliefert sind. Viele Menschen denken wieder an Gott, wenn sie körperlich krank sind und bitten dann um Hilfe. Manche bitten Gott um Hilfe, wenn die Beziehung in Schwierigkeiten ist, oder die Beziehung in die Brüche gegangen ist. Manche rufen nach Gott, wenn ihr Job in Gefahr ist, oder wenn es droht, dass ihr Besitz verschwindet, wenn die Kündigung zu kommen scheint.

Die Leidenden

Menschen, die leiden, wenden sich manchmal zu Gott. Ich kann mich an einen Großvater erinnern, der mir im Alltag nicht sehr religiös vorgekommen ist, aber er war im 2. Weltkrieg in der Armee gewesen, und aus der hatte er einige Briefe an seine Frau geschickt, die waren tief religiös. Er hat immer wieder an Gott gedacht und zu Gott gebetet, für seine Frau und für andere, und dass der Krieg endlich zu Ende gehen möge. Eigentlich ist es interessant, wie viel in diesen Briefen gesagt werden konnte. Aus einem Leiden heraus gibt es Menschen, die religiös werden. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus einem Leiden heraus Yoga üben – vielleicht wegen Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Stress, Depressivität, Burn-out, innere Ängste, Unruhe, Panik und so weiter – alles Dinge, die mit Yoga gemildert oder sogar überwunden werden können. Menschen beginnen mit Yoga oder verehren Gott, weil sie leiden.

 

Die nach Wohlstand Strebenden

Manche Menschen bitten Gott: „Oh, bitte gib mir die Beförderung. Bitte hilf mir, in der Lotterie zu gewinnen. Bitte hilf mir, dass dieses Geschäft gut geht. Bitte hilf mir, dass ich diesen Auftrag bekomme. Bitte hilf mir, diesen Abschluss zu machen. Bitte hilf mir, dass mich mein Erbonkel gut einsetzt. Bitte hilf mir, eine(n) gute(n) Frau/Mann zu bekommen, die/der viel Geld hat.“ Menschen machen das; sie beten zu Gott, weil sie nach Wohlstand streben. Manche Menschen machen auch Yoga aus diesem Grund. Manche Menschen machen Yoga, weil sie merken, dass sie mehr Charisma benötigen, mehr Ausstrahlung, um besser zu überzeugen. Führungskräfte merken manchmal, dass sie überzeugender sind, wenn sie vor ihrem Vortrag oder vor wichtigen Kundengesprächen meditiert haben. Menschen merken, dass sie intensiver tätig sein können, wenn sie Asanas und Pranayama geübt haben. Und so gibt es manche Menschen, die Yoga üben, um beruflich voranzukommen und Erfolg zu haben.

Die nach Wissen und spiritueller Vollkommenheit Suchenden

Die nach Wissen Suchenden, die Jijnasus, üben Yoga und verehren Gott, um Gott zu erfahren und spirituell voranzukommen.

Die Weisen

Diejenigen, die es schon erfahren haben, sind die Weisen. Sie verehren Gott einfach so, ohne von Gott etwas zu wollen. Nur weil sie wissen, hinter allem ist Gott. Die Gottverwirklichten, wie zum Beispiel Swami Sivananda, haben weiter meditiert und Asanas und Pranayama geübt, ohne irgendetwas zu brauchen. Sie haben weitergeübt ohne irgendwelche Wünsche.

Nun besteht die Frage: „Ist es in Ordnung, auch relative Motivationen zu haben, oder ist nur die reine Motivation gut?“ Sei es die Motivation, spirituell voran zu kommen, weil es von innen heraus kommt oder einfach aus Dankbarkeit, die meisten ernsthaften Yoga-Übenden haben eine Mischmotivation. Man will gesund sein und sich vom Leiden lösen. Und es wäre auch schön, wenn man beruflichen Erfolg hätte, wenn man Yoga übt. Aber eigentlich wollen wir Gott verwirklichen, und deshalb üben wir die Praktiken. Und natürlich wissen wir, Gott ist überall. Und auch aus Liebe zu Gott, ohne etwas zu wollen, verehren wir Gott.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

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Vers 14:

Daivī hy eṣā guṇa-mayī mama māyā duratyayā
mām eva ye prapadyante māyām etāḿ taranti te

„Wahrlich, diese Meine göttliche Täuschung, die aus den drei Eigenschaften (der Natur) geschaffen ist, ist schwer zu überwinden; wer aber allein bei Mir Zuflucht sucht, geht über diese Täuschung hinaus.“

Hier sagt er, dass auch die Täuschung aus Gott geschaffen ist. Bevor du dir Vorwürfe machst, dass du in der Täuschung bist und dir sagst: „Was bin ich doch für ein schlechter Aspirant, dass ich mich noch weiter in Maya (Täuschung) befinde.“, stattdessen sei dir bewusst, dass deine eigene Täuschung Gottes Werk ist. Auch in der Täuschung manifestiert sich Gott. Und daher ist es schwierig die Täuschung zu überwinden, denn auch diese ist göttlich. Manchmal kannst du dir auch bewusst machen, wie viel überflüssige Probleme du dir bereitest. Selbst wenn du dir Dinge vornimmst, schaffst du es trotzdem nicht immer, sie umzusetzen. Selbst wenn du etwas erreicht hast, irrst du dich erneut. Man könnte nun sagen, dies ist auch eine göttliche Täuschung. Gott macht alles. Krishna sagt: „Suche Zuflucht bei Gott, und durch Gnade gehst du über die Täuschung hinaus.“ Wenn du also irgendwo feststellst: „Ich kriege es nicht hin, über die Täuschung hinauszugehen, wieder und wieder probiere ich es und lande immer wieder darin.“, hier kommt eben der Bhakti Yoga zum Vorschein, den Krishna erwähnt, und den er im sechsten Kapitel „Der Yoga der Ruhe und des Gleichmuts“ gelobt hat.

Vergleich mit der Devi Mahatmya Schrift

Es gibt auch eine göttliche Schrift, die Devi Mahatmya, da wird die Göttin verehrt. Dort wird gesagt: „Ehrerbietung an die göttliche Mutter wieder und wieder, sie ist Ursache von Befreiung und Ursache von Bindung.“

Ya Devi saga bhuteshum mhukti bhukti pradayani namastasye namastasye namastasye namo Namah

Ehrerbietung immer und immer wieder: „Oh Göttliche Mutter. Du manifestierst dich als Mhukti: die Kraft der Befreiung und als Bhukti: die Kraft der Bindung. Du bist die Friedfertigkeit und Du bist der Ärger. Und Du bist der Wunsch nach Befreiung, und Du bist die Verblendung. All das ist göttliches Werk.“

Lass dich von allen Manifestationen Gottes zur Selbstverwirklichung bringen. Denke an Gott, bringe alles Gott dar. Dann gehst du über die Täuschung hinaus.

Vers 15:

Hier sagt Krishna:

Na māḿ duṣkṛtino mūḍhāḥ prapadyante narādhamāḥ
māyayāpahṛta-jñānā āsuraḿ bhāvam āśritāḥ

 „Die Übeltäter und die Getäuschten, die die niedrigsten unter den Menschen sind, suchen Mich nicht; diejenigen, deren Wissen durch Täuschung zunichte gemacht worden ist, gehen den Weg der Asuras (Dämonen).“

Nicht alle streben nach Gott, das hatte er schon vorher gesagt, aber manche Menschen sind dermaßen getäuscht, dass sie schlimme Dinge tun. Sie sind nicht schlecht, sie sind keine Bösen. Krishna sagt an keiner Stelle, dass es Menschen gibt, die nur böse sind, aber wir können getäuscht sein und gehen deshalb den falschen Weg. Es ist die Aufforderung: „Gehe du den richtigen Weg.“ Und auch die, die getäuscht sind, sind letztlich auch göttliche Geschöpfe. Du weißt nicht, wie lange die Täuschung dauert. Der, den du vielleicht verachtest, kann plötzlich ein spirituelles Erwecken haben und die Gottverwirklichung vor dir erreichen. Daher sei vorsichtig, ehe du dich über andere stellst.

Göttliche Täuschung ist da, und göttliche Verwirklichung ist da. Lass dich in die Verwirklichung bringen, sei nicht arrogant, aber selbst wenn du getäuscht bist, denke an Gott und bitte Gott um Hilfe. So kommst du zu Gott.

Soweit diese Verse der Bhagavad Gita. Denke nach über die Täuschung, die auch göttlich ist. Selbst in der Verblendung und in Schwierigkeiten ist das Göttliche. Bitte Gott um Hilfe und bringe alles Gott dar. Vertraue auf göttliche Gnade. Wenn deine Sehnsucht danach ist, wirst du es erfahren.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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GOTT IST NICHT BESCHRÄNKT AUF DIESE WELT

Gott ist in allen Wesen

Gott ist in allem Großartigen, hat Krishna in den vorigen Versen gesagt. Er hat uns dazu aufgefordert, das Göttliche in aller Schöpfung und in allem Großartigen zu sehen. Jetzt wird er uns aber in den nächsten Versen sagen: „Gott ist nicht darauf beschränkt.“

Gott ist nicht nur manifeste Welt

Vers 12:

Krishna spricht als Inkarnation Gottes:

Ye caiva sāttvikā bhāvā rājasās tāmasāś ca ye
matta eveti tān viddhi na tv ahaḿ teṣu te mayi

“Alle Wesen (und Dinge), die sattwig (rein), rajassig (aktiv) oder tamassig (untätig) sind, entspringen aus Mir. Sie sind in Mir, Ich jedoch bin nicht auf sie beschränkt.“

Krishna ist in Allem. Er hat davor gesagt, dass es die relative und die höhere Natur gibt und das, was jenseits dieser relativen und höheren Natur ist – Prakriti. Die relative Natur ist Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Denken, Fühlen, Intellekt und Ego. Als solches ist Gott überall. Wenn man einem Menschen gegenübertritt, kann man sagen: „Hier manifestiert sich Gott in seiner relativen Natur.“

Die höhere Natur Gottes ist der Kausalkörper, bei dem wir auch auf einer relativen Ebene alle miteinander verbunden sind.

Und jenseits von alldem ist Gott als Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kannst du auch erfahren. Gott ist dort, aber Gott ist nicht darauf beschränkt. Gott ist noch mehr als die manifeste Welt in physischer, Astral-, Kausalwelt und dem Individuum in jedem. Es geht darüber hinaus. Deshalb sei dir bewusst, wenn du Gott irgendwo erfährst, dass Gott noch mehr ist, als du verstehst.

Göttlichkeit in der Natur der relativen Welt

Vers 13:

Krishna spricht weiter:

Tribhir guṇa-mayair bhāvair ebhiḥ sarvam idaḿ jagat
mohitaḿ nābhijānāti mām ebhyaḥ param avyayam

Von diesen Naturgegebenheiten (Zuständen oder Dingen) getäuscht, die aus den drei Eigenschaften der Natur erwachsen, weiß diese Welt nicht, dass Ich Mich von ihnen unterscheide und unveränderlich bin.“

Sattva, Rajas, Tamas in dieser Welt, darüber wird Krishna in späteren Versen noch sehr viel mehr sprechen, täuschen uns. Sie sind in der Natur, und damit identifizieren wir uns. Manche Menschen verehren Gott einfach nur im Relativen. Manche denken, Gott sei nur in einer Murti (Statue). Manche Menschen denken, Gott sei nur in einem Tempel. Manche Menschen denken, dass Gott nur in dem großen Meister ist, den sie verehren.

Gott ist mehr als das. Gott ist auch in allem Relativen. Gott ist an spirituellen Kraftorten. Gott ist gut erfahrbar in Ashrams. Gott ist aber auch in allem anderen, auch im Rajassigen und im Tamassigen. Gott geht noch darüber hinaus und ist unveränderlich.

Auch Täuschung ist Göttlichkeit

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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ERKENNE GOTT IN ALLEM GROSSARTIGEN

Vers 8:

Krishna spricht:

Raso 'ham apsu kaunteya prabhāsmi śaśi-sūryayoḥ
praṇavaḥ sarva-vedeṣu śabdaḥ khe pauruṣaṁ nṛṣu

 „Ich bin der Geschmack im Wasser, Oh Arjuna; Ich bin das Licht in der Sonne und im Mond; Ich bin die Silbe OM in allen Veden, der Klang im Äther und die Zeugungskraft im Menschen.“

Vers 9:

Puṇyo gandhaḥ pṛthivyāḿ ca tejaś cāsmi vibhāvasau
jīvanaḿ sarva-bhūteṣu tapaś cāsmi tapasviṣu

„Ich bin der liebliche Duft der Erde und das Leuchten im Feuer, das Leben in allen Wesen und Ich bin die Kasteiung der Asketen.“

Vers 10:

Bījaṁ māṁ sarva-bhūtānāṁ viddhi pārtha sanātanam
buddhir buddhimatām asmi tejas tejasvinām aham

 „Wisse, Oh Arjuna, dass Ich der ewige Same aller Wesen bin; Ich bin die Intelligenz der Klugen; Ich bin das Strahlen der Glänzenden.“

Vers 11:

Balaḿ balavatāḿ cāhaḿ kāma-rāga-vivarjitam
dharmāviruddho bhūteṣu kāmo ’smi bharatarṣabha

„In den Starken bin Ich die Kraft, die frei ist von Wunsch und Verhaftung, und in allen Wesen bin Ich der Wunsch im Einklang mit Dharma, Oh Arjuna.“

Bhakti – der Weg der Hingabe

Im siebten Kapitel beginnt Krishna, den Weg des Bhakti – der Hingabe – genauer zu beschreiben.

Wie können wir Gott im Alltag erfahren? – Eine Möglichkeit ist der Weg des Staunens und im Großartigen, Gott zu sehen. Das ist ein Thema, das Krishna in den nächsten Kapiteln immer wieder aufgreifen wird, und wir werden darauf immer wieder kommen. Gott ist in allem, das hat er im vorigen Vers gesagt. Und jetzt sagt er: „In Besonderem Maße bin ich erkennbar in allem Großartigen.“

Das Göttliche in allem Großartigen sehen

Zum Beispiel bei der Textstelle „Ich bin der Geschmack im Wasser“. Wasser hat auch einen Geschmack. Wenn du Wasser trinkst, erinnere dich daran: Gott ist der Geschmack im Wasser.

Genauso bei der Textstelle „Ich bin … das Leuchten im Feuer“: Wenn du eine Kerze anschaust, eine Öllampe oder auch ein Lagerfeuer, dann spürst du die Gegenwart des Göttlichen.

Er sagt: „Ich bin … das Leben in allen Wesen.“ Das Leben ist etwas Großartiges; dort wirkt das Göttliche.

Oder er sagt außerdem: „Ich bin die Kasteiung der Asketen.“ Das heißt also, wenn jemand hart an sich arbeitet und intensiv spirituell praktiziert, ist diese Kraft auch das Göttliche.

„Ich bin die Intelligenz der Klugen“ bedeutet, dass zum Beispiel bei hochintelligenten Menschen es nicht deren eigene Intelligenz ist, sondern die Intelligenz Gottes.

Manche Menschen haben eine besondere Ausstrahlung oder Schönheit – auch das ist Gott.

Bei Menschen mit großer Kraft oder Stärke ist diese Stärke das Göttliche – vor allem dann, wenn es Stärke ohne einen egoistischen Wunsch und Verhaftung ist.

Und selbst Wünsche können Göttlich sein, wenn sie im Einklang mit Dharma sind.

Eine kleine persönliche Übung

Vielleicht magst du jetzt einen Moment innehalten und überlegen: „Wo erkenne ich Gott besonders? In welchem Staunen erkenne ich Gott besonders? Was ist für mich besonders großartig?“ Wenn du heute oder morgen diese Lektionen umsetzen willst, dann spüre immer wieder, wenn du etwas Großartiges siehst, darin das Wirken Gottes.

Wir sind so darauf getrimmt, immer das Negative zu sehen. Stattdessen bringe den Fokus auf das Positive, das Großartige, das Schöne. Lass dich im Herzen berühren. Erstaune, wundere dich. Und in diesem Staunen und Wundern spüre das Göttliche. Das ist ein Aspekt von Bhakti: Staunen, Ehrerbietung, Respekt. Gott ist in der Großartigkeit der Schöpfung, und im Großartigen der Menschen.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Kommentar zur Bhagavad Gita zum Kapitel 7 ab Vers 4

Krishna spricht:

Bhūmir āpo ’nalo vāyuḥ khaḿ mano buddhir eva ca
ahańkāra itīyaḿ me bhinnā prakṛtir aṣṭadhā

„Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Verstand und Ichbewusstsein – dies ist Meine äußere achtfache Natur.“

Verbindung spiritueller Konzepte

Krishna macht im Laufe der Bhagavad Gita immer wieder Aufzählungen um zu sagen: alles ist letztlich das Göttliche. Man kann das tief philosophisch beschreiben und erklären, und es gibt spätere Schriften, die versuchen das zu systematisieren, und man kann merken, Krishna verbindet dort auch verschiedene philosophische Konzepte. Auch im alten Indien gibt es Menschen, die ein spirituelles System haben, das in sich geschlossen ist und wieder andere, die ihr spirituelles System haben, das ebenfalls in sich logisch geschlossen ist. Krishna vermengt typischerweise vieles. So wie er in der Bhagavad Gita einmal von Samkhya, einmal von Vedanta, einmal von Raja Yoga aus argumentiert, und einmal von den Bhakti-Schulen, und irgendwie bringt er alles miteinander in Verbindung.

Letztlich das, was auch Swami Sivananda und Swami Vivekananda gemacht haben, und in dieser Tradition stehen wir auch bei Yoga Vidya. Wir machen das, was Krishna gemacht hat, wir verbinden die spirituellen Traditionen.

Die achtfache Natur Krishnas

Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther sind die fünf Elemente. Diese kannst du im Sinne der 5 Koshas interpretieren:

Annamaya Kosha – die Nahrungshülle ist das Erd-Element

Pranamaya Kosha – das Wasser-Element

Manomaya Kosha – das Feuer-Element steht für die Emotionen

Vijnanamaya Kosha – das Lufttemperament

Akasha: Anandamaya Kosha – steht für den Äther

Insbesondere ist der Mensch geprägt durch Geist, Verstand und Ichbewusstsein – die achtfache Natur:

  1. Erde ist die physische, grobstoffliche Welt, also alles was fest und solide ist wie Stein oder Eis.
  2. Wasser ist alles Flüssige in dieser Welt.
  3. Feuer ist Sonnenlicht und Temperatur.
  4. Luft ist das Gasförmige.
  5. Äther ist das elektromagnetische Spektrum und das Prana.
  6. Manas ist der Geist, die Emotion, das einfache Denken und die Wünsche.
  7. Buddhi ist der Verstand, das Entscheidungsvermögen, Unterscheidungsvermögen und der freie Wille.
  8. Ahamkara ist das Ichbewusstsein, also das Ego.

Dies ist die achtfache äußere Natur Gottes.

Dein Körper mit dem Grobstofflichen – also mit dem Festen – mit dem Flüssigen, Gasförmigen und der Körpertemperatur, einschließlich dem Prana, deinem Geist und deinem Intellekt, das ist alles die Natur Gottes. Das bist nicht du, sondern alles die Natur Gottes – die äußere Natur Gottes.

Er sagt im Vers 5:

Apareyam itas tv anyāḿ prakṛtiḿ viddhi me parām
jīva-bhūtāḿ mahā-bāho yayedaḿ dhāryate jagat

„Das ist die niedere Prakriti, Oh Arjuna; erkenne, dass sich Meine höhere Prakriti (Natur), das wirkliche Lebenselement, das diese Welt bestehen lässt, davon unterscheidet.“

Es gibt also die höchste Prakriti (Natur), doch das ist noch nicht der höchste Aspekt Gottes.

Die achtfache Natur im Mikrokosmos

Wenn wir zum Beispiel im Körper die achtfache Natur sehen: Erde (das Feste), flüssig (die Körperflüssigkeiten), feurig (in Temperatur), gasförmig (Luft), elektromagnetisches Spektrum und Prana, dann Manas (einfaches Denken und Fühlen), dann Buddhi (den Verstand) und Ahamkara (das Ego). Dies alles sind der physische und der Astralkörper. Darüber hinaus gibt es noch den Kausalkörper, aus dem alles kommt. Das ist die höhere Prakriti (Natur). Dies ist die individuelle Betrachtungsweise, in der selbst deine äußere Natur die Natur Gottes ist, das bist nicht du.

Die achtfache Natur im Makrokosmos

Alles Fest- und Grobstoffliche im ganzen Kosmos ist die Erde Gottes. Alles Flüssige im Kosmos ist das Wasser Gottes. Alles Feurige sind Sternenmaterie und Sonne – das Feuer Gottes. Das Gasförmige überall ist die Luft Gottes. Das elektromagnetische Spektrum und das Prana überall sind der Äther Gottes. Darüber hinaus, wenn das Denken und Fühlen und alle Astralwesen zusammen sind, ist es der Astralkörper Gottes – Manas. Darüber dann der kosmische Verstand und letztlich die Identifikation in dieser Welt ist das Ahamkara Gottes. Über dieser Welt in Zeit und Raum gibt es Karana, die kausale Welt. Karana Jagad ist die höchste Prakriti (Natur).

Das Absolute verstehen lernen

Vers 6:

Etad yonīni bhūtāni sarvāṇīty upadhāraya
ahaṁ kṛtsnasya jagataḥ prabhavaḥ pralayas tathā

„Wisse, dass diese beiden Naturen der Mutterschoß aller Wesen sind. Dahin bin ich Ursprung und Auflösung des gesamten Universums.“

Gott hat die niedere Natur die wir verstehen können, und es gibt die höhere Natur, die Kausalwelt, die wir nicht verstehen können. Diese beiden zusammen sind der Mutterschoß aller Wesen, daraus ist alles entstanden, und so kommt alles aus Gott und alles kehrt auch zurück zu Gott.

Vers7:

Mattaḥ parataraḿ nānyat kiñcid asti dhanañ-jaya
mayi sarvam idaḿ protaḿ sūtre maṇi-gaṇā iva

„Es gibt nichts Höheres als Mich, Oh Arjuna. All dies, die gesamte Schöpfung, ist auf Mir aufgefädelt wie eine Reihe von Perlen auf einer Schnur.“

Dies ist ein wunderschönes Beispiel. Bei einer Perlenkette scheint jede Perle einzeln zu sein und scheint sich von anderen zu unterscheiden. Aber in der ganzen Perlenkette gibt es eine Schnur auf der alles aufgefädelt ist. Ohne diese Perlenschnur in der Mitte, hätte keine Perle ihren Platz. So ähnlich ist Gott als Bewusstsein die Essenz von allem. Wir alle sind wie Perlen. Wertvoll, großartig und schön. Wir sind aufgereiht auf Gott. Unser Innerstes ist unser Bewusstsein, und das Bewusstsein aller Wesen ist eins. Die Perlen sind auch miteinander verbunden, wie wir über den Atem, die Erde, die Schwerkraft, die Sinneswahrnehmungen und über das Prana.

Aber die Essenz von uns allen ist Brahman, das Selbst, Sat-Chit-Ananda (Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit). Dort sind wir eins.

Alles ist Gott, dein Körper, deine Psyche, alles. Das ist die relative Natur. Alles entspringt aber aus der höheren Prakriti, der Kausalwelt, und ist aus dieser miteinander verbunden. Und noch tiefer ist Gott als Bewusstsein in dir und in jedem. Und vielleicht magst du dir heute oder wann immer du jemanden siehst bewusst machen, dein Selbst und mein Selbst sind Eins.

Lasst uns aus dieser Einheit heraus handeln.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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Krishna spricht:

Manuṣyāṇāḿ sahasreṣu kaścid yatati siddhaye
yatatām api siddhānāḿ kaścin māḿ vetti tattvataḥ

„Unter Tausenden von Menschen strebt kaum einer nach Vollkommenheit. Und selbst von denen, die erfolgreich streben, erkennt vielleicht nur einer Mein Wesen.“

Nachdem Krishna in den vorherigen Versen im letzten Kapitel ermutigend über Spiritualität gesprochen hat, sagt er aber hier: „Sei dir bewusst, dass du als spiritueller Aspirant zu einer Minderheit gehörst. So viele gibt es nicht.“ Er sagt: „Unter Tausenden gibt es vielleicht einen, der wirklich nach Vollendung strebt. Und selbst die Menschen, die Yoga praktizieren, machen es oft nicht, um nach Vollendung zu streben. Sie haben vielleicht das Vertrauen: „Wenn ich Yoga praktiziere, erreiche ich auch langfristig die Verwirklichung, aber ich fühle mich gut bei Asanas und Pranayama, und ein bisschen Meditation ist ja auch schön.“

Letztlich ist die Essenz aller Religionen eins: das Erreichen der Einheit mit Gott – Gottesbewusstsein.

Wie viele Menschen, die religiös sind, streben wirklich nach dieser Vollkommenheit, streben danach sich, zu befreien von Hass, Ärger, Eifersucht und Gier? Wie viele Menschen streben danach, das göttliche in Allem zu sehen? Es sind nicht viele. Von daher: Sei dir auch bewusst, dass du als spirituell Strebender nicht zur Mehrheit gehörst. Und selbst wenn du unter Yogaübenden bist, so viele sind es nicht, die ernsthaft nach Verwirklichung streben. In der Tiefe seines Wesens strebt natürlich jeder nach Vollkommenheit. Kein Mensch wird langfristig mit einem äußeren Leben zufrieden sein. Es gibt im Menschen die Sehnsucht nach Vollkommenheit. Manche streben vorübergehend danach – und auch das hat seinen Verdienst, so wie Krishna im sechsten Kapitel sagt.

Richte dich darauf ein, dass du als spiritueller Mensch nach dem strebst, was dich langfristig glücklich macht, aber es werden dich nicht mehr so viele Menschen verstehen. Umso wichtiger ist es, dass du regelmäßig in Ashrams bist. Und wenn du dort bist, suche dir Menschen, die spirituell ernsthaft sind. Und wenn du Zweifel hast, umgib dich nicht nur mit Menschen, die auch Zweifel haben. Selbst in Ashrams sind Menschen, die Zweifel haben und vielleicht nicht so ernsthaft sind. Suche Gemeinschaft mit anderen ernsthaften Aspiranten. Erfahre dich aber ansonsten auch mit allen verbunden.

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Kommentar zur Bhagavad Gita zum Kapitel 7 Vers 2

 

Jñānaḿ te ’haḿ sa-vijñānam idaḿ vakṣyāmy aśeṣataḥ
yaj jñātvā neha bhūyo ’nyaj jñātavyam avaśiṣyate

 

„Ich werde dir diese Erkenntnis vollständig erläutern, die gepaart ist mit direkter Verwirklichung, und nach deren Erkenntnis, hier nichts mehr zu erkennen verbleibt.“

 

Hier vermengen sich Jnana und Bhakti Yoga. Krishna reichert immer mit Bhakti Yoga an. Im ersten Vers sagt er, wie du Gott erfährst: indem du den Geist auf ihn richtest, Yoga übst und bei Gott Zuflucht suchst.

Im Alltag praktiziere, richte deinen Geist auf Gott und suche Zuflucht bei Gott, Göttin oder kosmischen Energie. So erkennst du Gott, so erfährst du Gott.

„Erkenntnis, die gepaart ist mit direkter Verwirklichung“, sagt er hier. „Die ist so großartig. Danach gibt es nichts mehr zu verwirklichen.“

Nur eines wird uns wirklich zufrieden stellen: die höchste Erkenntnis Gottes. Es ist wichtig, tiefe Erfahrungen zu machen. Wie hängt spirituelle Erkenntnis mit spirituellen Erfahrungen zusammen?

Allein das Wissen ist trocken. Wenn es dich nicht zum praktischen Handeln führt, bringt es nicht viel.

 

Erfahrungen

Erfahrungen, die dich nicht Höheres erkennen lassen, bringen auch nicht viel.

Ich habe schon Menschen kennengelernt, die früher Erfahrungen hatten, damit nichts anfangen konnten und zum Psychologen gegangen sind. Der Psychologe hat sie an einen Psychiater weitergeleitet, der irgendwelche Psychopharmaka verschrieben hat, um die spirituellen Erfahrungen zu unterdrücken.

Hohe Erfahrung ohne Erkenntnis bringt nicht viel. Hohe spirituelle Erfahrung gepaart mit Arroganz und Einbildung bringt nichts.

Aber spirituelle Erfahrung, bei der du deinen Körper verlässt und Einheitserfahrungen machst, die dich zu der Erkenntnis führen: „Ich bin nicht der Körper. Es gibt die eine unendliche Seele.“, und die dich daraus handeln lassen, diese Erfahrungen sind wertvoll. Die Erkenntnis bleibt, selbst wenn du im Alltag nicht mehr diese spirituelle Erfahrung hast.

Wenn du dich einmal mit der Weltenseele erfahren hast und diese Erfahrung klar zu einer Erkenntnis werden lassen hast, dann wird dich aus dieser Erkenntnis nichts mehr herausbringen. Daraus kannst du handeln.

Wenn du intellektuell verstanden hast, ich kann nicht der Körper sein, weil ich den Körper beobachte. Wenn du intellektuell verstanden hast, es kann nur ein Unendliches geben, die ganze Welt muss in Gott ruhen. Wenn du aus dieser Erkenntnis handelst, führt das auch zur Verwirklichung.

Erkenntnis zusammen mit Erfahrung ist die echte Verwirklichung. Krishna sagt, dass er Arjuna da hinführen will. Höchste Erkenntnis mit spirituellen Erfahrungen, dies führt zur Verwirklichung.

Im nächsten Vers warnt Krishna Arjuna: „Einfach wird es nicht, was ich dir sagen werde.“

Darüber berichte ich das nächste Mal.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

Die Kommentare der Bhagavad Gita findest du ausführlich unter www.schriften.yoga-vidya.de.

Weitere Informationen unter www.yoga-vidya.de

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Der Yoga der Weisheit und Verwirklichung

Kommentar zur Bhagavad Gita zum Kapitel 7 Vers 1

śrī-bhagavān uvāca
mayy āsakta-manāḥ pārtha yogaḿ yuñjan mad-āśrayaḥ
asaḿśayaḿ samagraḿ māḿ yathā jñāsyasi tac chṛṇu

 

Krishna sprach:

 

„Oh Arjuna, höre, wie du Mich ohne Zweifel vollständig erkennen wirst, indem du den Geist fest auf Mich richtest, Yoga übst und bei Mir Zuflucht suchst.“

 

Wie erfahren wir Gottverwirklichung?

Im sechsten Kapitel der Bhagavad Gita sagt Krishna: „Halte den Geist ruhig und du erfährst die Gottverwirklichung.“

Im letzten Vers ergänzt er: „Es ist gut, dich Gott hinzugeben, vertrauensvoll Gott zu dienen, alles Gott darzubringen.“

So beginnt im zweiten Drittel der Bhagavad Gita Bhakti Yoga: Vers 7 - 12 Bhakti Yoga, Yoga der Hingabe.

 

Wie kannst du dich verwirklichen?

Indem du dich an Gott wendest, mit deinem Herzen spürst und alles Gott darbringst.

Die ersten 6 Kapitel beinhalten mehr Karma Yoga und zusätzlich Ruhe des Geistes, das Handeln ohne Verhaftung, Gleichmut mit Erfolg und Misserfolg, das Nicht-Identifizieren mit der Handlung, Gleichmut gegenüber den Früchten. Krishna hat empfohlen, immer wieder zu meditieren und Selbstmeisterung zu üben.

 

Jnana und Vijnana

Hier sagt er, du kannst Gott erkennen, indem du den Geist auf Gott richtest und bei Gott Zuflucht suchst. Das Kapitel heißt „Der Yoga der Weisheit und der Verwirklichung“ – oder auf Sanskrit „Jnana Yoga“ oder „Vijnana Yoga“.

Jnana Yoga ist der Yoga der Erkenntnis, des Wissens.

Vijnana Yoga ist der Yoga der anderen Weisheit, des anderen Wissens.

Es ist wichtig, Jnana Yoga – Erkenntnis – zu haben und VijnanaVerwirklichung spiritueller Erfahrung, die zur Erkenntnis führt.

Es gibt hier verschiedene Kommentare. Die einen sagen: „Jnana bedeutet spirituelles und Vijnana  weltliches Wissen.“ Es ist wichtig sich zum einen weltliches Wissen anzueignen, um Menschen zu verstehen, zu verstehen was zu tun ist, wie das funktioniert. So kannst du dein Karma Yoga machen.

„Vi“ heißt einfach „anders“.

Swami Sivananda und Shankaracharya sagen zu Jnana Yoga „anderes Wissen“ oder „Wissen zu höheren Bewusstseinsebenen“.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 46

„Es heißt der Yogi stehe über dem reinen Asketen und auch über den Menschen von Wissen, er stehe auch über dem Menschen der Handlung. Deshalb sei ein Yogi, oh Arjuna“.

 

Manchmal werden Menschen dir sagen, es wäre  das und das besser. Er sagt hier, der Yogi der nach Einheit strebt, ist besser als der reine Asket, der um des Asketentums Willen Asket ist.

 

Askese

Im alten Indien gab es die Tapasvin, die Asketen. Die großes Ansehen bekommen haben, indem sie gezeigt haben, mit wie wenig Essen, Schlaf sie auskommen und an Askese Übungen machen können.

 

Dem Yogi geht es nicht darum jemanden zu beeindrucken mit Askese. Es geht ihn um Gottesverwirklichung.

 

Wissen

Manche werden sagen, verbringe mehr Zeit ein Gelehrter zu werden. Manchmal denkst du, er hat sich so engagiert um etwas zu wissen. Einfach nur etwas zu wissen, selbst wenn es Vedanta Philosophie ist, ist an sich nicht so wertvoll. Sanskrit Gelehrter zu sein, ist nicht so wertvoll. Beschäftigen mit Sanskrit kann Teil deines Weges sein. Aber Sanskrit zu kennen und auswendig zu lernen, Spiritualität zu kennen usw. reicht nicht aus. Wichtig ist, die Einheit zu erfahren.

 

Uneigennütziges

Dann gibt es Menschen die viel Uneigennütziges tun, die sich viel engagieren für das Wohl der Welt.

Das ist auch wichtig, aber noch wichtiger sind spirituelle Menschen.

 

Rituale

Es gibt auch Menschen die großartige Rituale ausführen, die Opferzeremonien machen können, Pujas, Homas. Aber nicht aus Hingabe zu Gott, sondern der eigenen Bedeutsamkeit. Ich führe das richtig aus, spreche Sanskrit richtig aus usw. Jede Handlung ist 100% korrekt. Wenn sie dabei arrogant werden hilft auch das nicht. Alles aus dem Geist, des Yoga der Einheit.

 

Dann kannst du Askese Praktiken machen, wie Fasten, einfachen Lebensstil, aber mit Yoga, mit Einheit.

Lerne die Schriften, lerne die Bhagavad Gita, bekomme spirituelles Wissen aus dem Gedanken der Einheit und dem Wunsch nach Einheit. Mache Rituale, mache uneigennütziges Dienen, im Bewusstsein der Einheit. Sei ein Yogi ermahnt dich Krishna.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 47

„Und von all den Yogis, erachte ich den Vertrauensvollen, der in seinem innersten in mir aufgeht und der mich verehrt, als den Größten oder auch als den Frömmsten. Eigentlich dem der im Yoga der Geübteste ist, Yuktatamo Matah“.

 

Er hat Arjuna gesagt, bringe deinen Geist zur Ruhe. Handele ohne eine Verhaftung. Lerne gleichmütig zu sein, in Erfolg und Misserfolg, in Hitze und in Kälte, in Lob und Schmach, was Menschen dir tun oder antun usw. Er hat gesagt, praktiziere und über viele Leben vervollkommenst du dich.

 

Arjuna hat gesagt: „Es ist schwierig, ich weiß nicht ob ich es hinbekomme“. Krishna ermutigt Arjuna und damit auch dich.

 

Und er sagt, der beste Yogi Yuktatamo Matah, der, der am meisten Yoga übt, ist der, der von Herzen übt, voller Vertrauen Gott verehrt.

 

Wenn es dir schwer fällt zu vertrauen, wende dich an Gott. Wenn es dir schwer fällt dich von Sinnesobjekten zu lösen, Fassung zu bewahren, konzentriert bei der Meditation zu sein, beim Pranayama achtsam zu sein. Richte dich an Gott, bringe Alles Gott dar, verehre Gott.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“. 

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 Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 41

„Nachdem er die Welt der Rechtschaffenen erlangt und sich dort eine lange Zeit aufgehalten hat, wird der, der vom Yoga abgekommen ist, wird er in einem reinen und wohlhabenden Haus wiedergeboren werden“.

 

Wenn du nicht zur höchsten Vervollkommnung gelangt bist oder am Ende deines Lebens abgekommen bist von deinen spirituellen Weg, hast du trotzdem spirituelle Verdienste angesammelt.

 

Angenommen du hast den spirituellen Weg systematisch absolviert, dann wirst du im Moment des Todes an Gott denken. Wenn deine letzten Gedanken an Gott sind, oder ein Mantra, wirst du die Gottverwirklichung erlangen. Deswegen ist es wichtig jeden Tag zu üben und mit einem Mantra zu üben.

 

Wenn der Tod kommt, richte deinen Geist ganz auf Gott aus, wiederhole ein Mantra und trete in die höchste Bewusstseinsebene ein. An einer anderen Stelle hat Krishna auch beschrieben, wie stirbt man, wie verhältst du dich im Moment des Todes um die Gottverwirklichung zu erreichen.

 

Astralwelt

Du wirst in Astralwelten kommen oder die höheren Welten kommen. Du wirst dort mit Anderen sein, die Gutes bewirken wollten. Du wirst in einem meditativen Bewusstseinszustand sein.

 

Wenn du einige Jahre spirituell praktizierst hast, dich eingesetzt hast für das Gute in der Welt, das wird Auswirkungen haben zwischen zwei Welten.

 

Dann sagt er: „Wirst du in einem reinen wohlhabenden Haus wiedergeboren werden im nächsten Leben“. Rein würde heißen, Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind. Wohlhabend soll nicht heißen, dass alle, die im reichen Haus sind, spirituell praktiziert haben.

 

Shrimatta -  auch strahlend, scheinend, schön.

Shuchina -  rein

 

Es gibt manche Menschen die werden geboren in eine Familie, die spirituell ist, wo es leicht ist, spirituell zu wachsen.

 

Yoga Vidya

Ich lebe auch in einer spirituellen Gemeinschaft, bei Yoga Vidya in Bad Meinberg. Hier wachsen auch einige Kinder auf. Es gibt einige Kinder die im Ashram gezeugt wurden, einige die im Ashram aufwachsen und einige die an verschiedenen Orten aufwachsen.

 

Bei einigen dieser Kinder ist offensichtlich, sie haben spirituelle Samskaras. Relativ zügig, singen sie mit, wollen beim Arati und Pujas mitmachen und fühlen sich zu Asanas und Pranayama hingezogen. Offensichtlich kennen sie dies aus früheren Leben. Dann kann es sein, das man hineingeboren wird in eine Familie von Yogis.

 

Sehnsucht

Es gibt auch Menschen die hatten eine Sehnsucht die nicht spirituell war, da kann es sein das man dahin geboren wird, wo etwas anderes dran ist.

 

Vielleicht kennst du welche, die 20,30,40 Jahre anscheinend ein weltliches Leben geführt haben und dann plötzlich ein spirituelles Erwachen erlebt haben. Vieles fällt so leicht und fällt ab. Da würde man sagen, das Karma ist vorbei in dieser weltlichen Umgebung, von weltlichen Sehnsüchten, Gedanken usw. Vielleicht geschieht es durch einen Zusammenbruch. Jedenfalls ist das Karma abgelaufen. Ist dieses Karma zu Ende kommt die spirituelle Inspiration. Zügig erreichst du das Level, deiner früheren Inkarnation.

 

Viele, die auf dem spirituellen Weg sind, nach ein paar Anfangsschwierigkeiten, geht es relativ zügig auf dem spirituellen Weg. Es muss nur so weitergehen, dann kommt die Erleuchtung plötzlich. Dann kommt eine Strecke, wo du nicht weiterkommst. Dann hast du das erreicht, was du im früheren Leben erreicht hast. Ab hier beginnt die eigentliche Aufgabe.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 42

„Oder er oder sie wird in eine Familie weiser Yogis geboren, wahrlich eine solche Geburt ist in dieser Welt schwer zu erreichen. Hier kommt er/sie mit dem Wissen in Berührung, das er/sie in früheren Leben angeeignet hatte und strebt mehr als zuvor nach Vollkommenheit, oh Arjuna. Eben wegen dieser früheren Praxis, wird er/sie unwillkürlich weiter getragen. Wer auch nur Yoga zu kennen wünscht und diese Samskaras hat, geht über das Wort Brahmans, geht über die Veden hinaus“.

 

Was du in diesem Leben machst, in diesem Leben praktizierst und wenn du nicht in diesem Leben, im Moment des Todes die Gottverwirklichung erreichst. Die Frucht kann weiter sich entfalten im nächsten Leben. Vielleicht hast du das in diesem Leben erlebt, wie du eine Phase hattest, wo alles leicht ging.

 

Persönliche Erfahrung

Ich selbst kann mich daran erinnern, von Kindheit an war ich fasziniert von dem Wort Yogi. Ich mochte das Wort ohne die Geschichten zu mögen. Ich hatte mit 10/11 Jahren gehört von indischen Yogis. Damals in den 70igern mysteriös. Da war das Yogawissen auf dem Land nicht vorhanden. Ich dachte immer, ich will Yogi sein. Ich wusste zwar nicht was es ist, aber ich wollte ein Yogi sein. Als ich gelesen hatte von der spirituellen Weisheit, da hatte ich das Gefühl, das fühlt sich so vertraut an.

 

Als ich im Alter von 17 Jahren Mantras gehört hatte, spürte ich, jetzt bin ich zu Hause angekommen. Vieles ist dann von selbst gekommen. Dann irgendwann habe ich festgestellt, ab jetzt wird es schwieriger. Der Weg geht nicht mehr so leicht weiter. Da hat mir jemand gesagt, jetzt hast du das erreicht, was du in deinem früheren Leben erreicht hast. Jetzt geht die eigentliche Arbeit los. Nichts was du in einem Leben tust, ist verloren.

 

Beispiele

Angenommen du hast als Kind, oder Jugendlicher ein paar Jahre Flöte gespielt, dann hast du 20/30 Jahre nicht gespielt. Jetzt bittet dich dein Enkelkind, Kind Flöte zu spielen, dann wirst du feststellen, das lernst du schnell wieder. Wenn du noch nie Flöte gespielt hast und dann bittet dich dein Kind, Enkelkind Flöte zu spielen, dann wird dir das schwer fallen. Es sei denn du hast Flöte in deinem früheren Leben gespielt, dann fällt es dir leichter.

 

In diesem Sinne, für jemand, der noch nie Yoga geübt hat in irgendeinen Leben, dem wird es nicht so leicht fallen, in die subtilen Aspekte des Yoga hineinzugehen. Er wird sich auf die grobstofflichen Aspekte des Yoga begrenzen. Aber jemand der früher auf dem Weg war, wird auch in diesem Leben zügig dorthin kommen.

 

Unterschiedliche Motivation

Es gibt welche, die haben den Hatha Yoga eigentlich nur begonnen, weil die Freundin sie mitgeschleppt hat, weil du Kopfweh hattest, oder der Arzt es empfohlen hat. Dann erfolgt plötzlich spirituelles Erwachen.

 

Ich kannte einmal jemand, der vom Vater geschickt wurde, seinen Bruder aus dem Yoga herauszuholen. Er hat eine Yogastunde mitgemacht und ist in eine höhere Bewusstseinsebene katapultiert wurden, die spirituelle Sehnsucht ist erwacht. Eigentlich eine unspirituelle Motivation in ein Yogazentrum zu gehen. Wenn Samskaras da sind, entfalten sie sich. Daher praktiziere, nichts ist umsonst.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 45

„Der Yogi jedoch, der mit Eifer strebt, und im Laufe vieler Geburten und allen Fehlern sich gereinigt hat und vollkommen geworden ist, der erreicht das höchste Ziel“.

Strebe mit Eifer, reinige dich und praktiziere, arbeite an der Ruhe des Geistes. Dann wirst du im Laufe vieler Geburten das höchste Ziel erreichen. Die Hoffnung ist natürlich, es in diesem Leben zu erreichen, spätestens beim Tod. 

 

Der Tod ist noch einmal eine ganz besondere Gelegenheit, dich in die Gottesverwirklichung hinein zu katapultieren. Der letzte Gedanken in diesem Leben  bestimmt wo du hin gehst. Ist der letzte Gedanke an Gott, ein Mantra, an einen selbstverwirklichten Meister, dann wird dich dieser Gedanke zur Befreiung bringen. Strebe, praktiziere und sei dir bewusst, auch wenn es schwierig wird. Langfristig wirst du gottverwirklicht und erleuchtet sein.

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Spirituelle Entwicklung geht über viele Leben bzw. Inkarnationen - Wie viele Inkarnationen braucht es um Gott zu erfahren? Was muss ich tun um Gott zu erfahren? Wann werde ich Gott erfahren? Was, wenn ich mich in einem Leben bemühe und doch nicht die Gottverwirklichung erreiche?

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 37

„Arjuna sprach, der Mensch dem es nicht möglich ist sich selbst zu beherrschen, obwohl er Glaube besitzt, und dessen Geist sich vom Yoga wegbewegt, welches Ende erwartet ihn. Da es ihm nicht gelungen ist, Vollkommenheit im Yoga zu erreichen, oh Krishna, da er von Beidem abgefallen ist, wird er dann nicht zergehen, wie ein zerborstene Wolke, oh Krishna. Hilflos und irre-geleitet, auf dem Weg zu Brahman. Beseitige du, oh Krishna, diesen, meinen Zweifel gänzlich. Niemanden außer dir ist es möglich, diesen Zweifel zu zerstreuen“.

 

Wenn jemand sich auf dem spirituellen Weg befindet und er erreicht nicht die Gottverwirklichung, die Erleuchtung. Da hat er so viel aufgegeben für den spirituellen Weg. Er hat so viel getan und erreicht doch nicht die Verwirklichung.

Vielleicht hat er den schnellen Erfolg nicht gehabt, weil er sich nicht an die Ethik gehalten hat.

Vielleicht hatte er nicht so viel Zeit gehabt, sich zu engagieren, weil er spirituelle Praktiken gemacht hat. Vielleicht konnte er sich nicht so durchsetzen, weil er mehr aus Mitgefühl und uneigennützigen Dienen gehandelt hat.

 

Arjunas Frage

Aber er hat die Erleuchtung nicht erlangt, hat er nicht sein Leben verschwendet?

Was ist mit dem, der ein paar Jahre auf dem Weg ist und dann fällt er davon ab. Das sieht man immer wieder, Menschen die eine Weile praktiziert haben.

 

Mantra Weihe

Ich habe bestimmt 1000 Menschen die Mantra Weihe abgenommen, wo Menschen versprochen haben mindestens 20 Minuten zu meditieren. Machen das wirklich alle, bis zum Rest ihres Lebens?

 

Zweifel die Arjuna hat

Was ist mit jemanden der ernsthaft war und der hat aufgehört, weil etwas anderes auf seinen Weg gekommen ist, war es umsonst das er praktiziert hat. Oder als Yogalehrer, wo du Menschen inspirierst, dann stellst du fest, eine Weile ist er frei geworden, von seinen Süchten und Abhängigkeiten. Eine Weile hat er sich für etwas Gutes bemüht, er kommt ab und fängt wieder mit dem Anderen an. War das alles umsonst für ihn oder für dich, der du geholfen hast?

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 40

„Oh Arjuna, weder in dieser Welt noch in der nächsten, wird irgendjemand untergehen, wahrlich niemand der Gutes tut, wird je Schaden erleiden“.

 

Er sagt, untergehen tut sowieso keiner. Selbst wenn jemand physisch stirbt, es gibt die Reinkarnation. Darüber hat Krishna im 2. Kapitel in der Bhagavad Gita gesprochen. Egal was passiert, die Seele ist unsterblich. Auch spirituell wird man nicht untergehen. Wenn jemand schon einmal Gutes getan hat, geschieht ihm deswegen nichts Schlimmes. Weder in dieser Welt noch in der nächsten.

 

 

 

Materielle Welt und Astralwelt

Das kann man auf zwei Weisen interpretieren. Diese Welt beinhaltet die materielle Welt, materiellen Erfolg. Und die spirituelle Welt, das spirituelle Wachstum.

 

Diese Welt ist hier physisches Leben. Jene Welt ist Astralwelt, das Astralleben, was nach dem Tod kommt. Wer sich zu Gutem entscheidet, der wird durch das Gute, wird weder benachteiligt in der physischen Welt noch in der Astralwelt. Weder im physischen Leben, noch danach. Deswegen bist du auf den spirituellen Weg gekommen. Entweder dir war das normale Leben fade oder du hattest tolle spirituelle Erfahrungen oder du hattest große Enttäuschungen gehabt usw. Du hast festgestellt, das äußere Leben reicht nicht aus.

 

Karma

Wenn du auf dem spirituellen Weg bist und du geschickt praktizierst, wirst du dadurch nicht weniger äußeren Erfolg haben. Dein äußerer Erfolg wird weitergehen, dein Karma läuft ab. Da du Gutes bewirkst, Gutes tust, wirst du dadurch kein schlechtes Karma bekommen.

 

Angenommen du wärst nicht auf dem spirituellen Weg, was wärst du dann? Ein Bekannter sagte einmal: „Mit deinem Wissen hättest du längst Professor sein können und du wärst ein sehr bekannter auf deinem Fachgebiet, was hast du stattdessen erreicht auf deinem spirituellen Weg“? Ich könnte sagen, ich habe nicht die Bekanntheit eines Universitätsprofessors aber eine andere Bekanntheit.

 

Oder jemand der ein Unternehmen gegründet hat, denkt das ist nicht das Ziel meines Lebens und verkauft es vielleicht. Er gründet ein Yogazentrum und hat vielleicht weniger Geld, aber er wird genauso ausreichend haben, um physisch zu leben, wenn es im Karma drin ist und er sich engagiert.

 

In dieser Welt wirst du an materiellen nicht weniger bekommen, nur weil du dich spirituell entschließt. Dein Karma wird dafür sorgen, dass du das bekommst, was du brauchst. Mache dir keine Sorgen, weder um Alterssicherung oder deine Rente, noch etwas anderes. Der spirituelle Weg wird dir keine Nachteile bringen, in der materiellen Welt. Zumindest nicht die von langer Dauer sind.

 

Swami Sivananda

Das ist auch die Lehre von Swami Sivananda, die er in dem Buch „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“ beschreibt. Dort beschreibt er das ganzheitliche Konzept des Yoga auf wunderbare Weise. Er sagt: „Ein spiritueller Mensch, entwickelt geistige Kräfte, Prana, Charisma, Konzentration des Geistes, Mitgefühl, Engagement und das macht ihn auch erfolgreich in der Welt“.

 

Erfolg in der äußerlichen  Welt, sofern er durch ethische Mittel bewirkt wird, gibt dir auch die Konzentration des Geistes, was für die Meditation gut ist. Ein spirituelles Leben kann dir helfen in dieser Welt erfolgreich zu sein, wie in der Anderen. Wenn du in dieser Welt Schiffbruch erlebst, oder ein großes Scheitern, ist es nicht deshalb, weil du einen spirituellen Weg gehst. Es ist deshalb, weil diese Lektion in deinem Karma ist. Es wäre auch gekommen, wenn du nicht den spirituellen Weg gegangen wärst.

Wenn du diesen bewusst und nach den Lehren der Bhagavad Gita lebst, wirst du keine Nachteile erlangen, weder in dieser noch in der nächsten Welt. Wenn du Gutes tust, wirst du durch das Gute niemals Schaden erleiden. Das versichert uns hier Krishna.

 

Jesus

Ähnlich sagt es auch Jesus in den Evangelien. Er sagt: „Strebe zuerst nach dem Königreich Gottes, dann wird euch alles andere auch zufallen“. Wir müssen also nicht überlegen: Spiritualität oder weltlicher Erfolg. Es geht darum sich spirituell zu entwickeln.

 

Der andere Zweifel, den Arjuna hat, ist, was ist wenn man stirbt und die Gottverwirklichung nicht erreicht hat?

 

(Fortsetzung folgt ...)

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Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 36

„Yoga Einheit, kann nur schwer von dem erreicht werden, der sich nicht selbst beherrscht. Der Selbst-beherrschte, der Strebende kann durch die geeigneten Mittel dahin gelangen“.

 

Interessant ist, er sagt nicht, Yoga kann gar nicht erreicht werden, von dem, der sich nicht beherrscht, sondern nur schwer. Angenommen du übst Asanas, Pranayama und Meditation regelmäßig. Langfristig wirst du auch zur Einheit kommen, auch wenn du im Alltag immer wieder die Fassung verlierst, dich ärgerst, ängstlich bist, oder Himmel hoch jauchzend zu Tode betrübt bist. Die regelmäßige Praxis wird dich langfristig auch hin führen.

 

Bhakti Yoga

Es gibt auch die Möglichkeit von Bhakti, Hingabe an Gott, immer wieder an Gott denken, Selbstbeherrschung Gott darbringen. Auch da wirst du langfristig Gott erfahren.

 

Jnana Yoga

Oder auch Jnana Yoga, die Nichtidentifikation und das Bemühen überall Gott zu sehen. Selbst wenn du dich nicht wirklich beherrschen kannst, langfristig erreichst du es auch. Aber es dauert sehr lange.

Deshalb wird hier gesagt: Dhusuudana das bedeutet schwer zu erreichen, es dauert lange.

 

Schneller kommst du da hin, indem du dir immer wieder vornimmst, dich selbst zu beherrschen. Das heißt dich immer wieder um die Ruhe des Geistes zu bemühen und immer wieder sagen Atha Yoga, jetzt Ruhe.

Wenn du dir Sorgen machst, Atha Yoga, jetzt Ruhe. Wenn du dich gekränkt fühlst, wenn du gierig bist, wenn du enttäuscht bist,sage dir  jetzt ist der Moment für Ruhe.

 

Wenn du denkst, das brauche ich noch, das will ich mehr haben usw., jetzt Ruhe. Strebe danach und entwickele immer mehr Selbstbeherrschung, dann erreichst du Yoga, die Einheit.

 

Mittel

Dann sagt er noch, durch die geeigneten Mittel, besondere Wichtigkeit im Alltag, ist Ruhe des Geistes üben. Geeignete Mittel, Asanas, Pranayama, Meditation, Bhakti Praktiken wie Puja, Homa, Arati, Mantras singen, Jnana Yoga Praktiken wie Selbststudium und Schriften lesen, oder weitere Hatha Yoga und Kundalini Yoga Praktiken üben usw.

 

Es braucht hier also drei Dinge.

  1. Streben nach Verwirklichung und um die hohen Ideale aufrechtzuerhalten.
  2. Im Alltag Selbstbeherrschung üben.
  3. Die spirituellen Praktiken und sattwiger Lebensstil

Du kannst überlegen, bemühst du dich um Selbstbeherrschung und in welchem Kontext könntest du das mehr machen? Bist du wirklich täglich in deinen spirituellen Praktiken?  Hast du weiter ein hohes Streben, hohe Ideale?

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Ist der Geist beherrschbar und kann man den Geist überhaupt beherrschen?

Krishna hat in den vorigen Versen gesagt, bringe deinen Geist zur Ruhe, erfahre Freude des Selbst, erfahre Brahman, sieh das Göttliche überall. Das ist das höchste Ziel.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 33

Arjuna hat einen Zweifel und sagt: „Diesen Yoga der Ausgewogenheit, den du lehrst, oh Krishna, ich sehe nicht, das er von Bestand sein kann, aufgrund der Ruhelosigkeit des Geistes. Der Geist ist wahrlich ruhelos, ungestüm, stark und unnachgiebig oh Krishna. Ihn zu kontrollieren scheint mir ebenso schwierig wie den Wind zu kontrollieren“.

 

Hier sagt Arjuna zu Krishna. Du hast jetzt schön geredet, halte deinen Geist ruhig, richte deinen Geist auf dein Selbst und erfahre Brahman. Arjuna spricht vielleicht aus, was auch du denkst. Wie soll das gehen und Arjuna ist kein Anfänger auf diesem Weg.  Er ist schon Jahrzehnte auf dem spirituellen Weg. Er meditiert, er macht Pujas, , er hat Asanas und Pranayama geübt, eine Zeitlang im Wald verbracht. Dieser Arjuna sagt, den Geist zu kontrollieren, ist ebenso schwierig wie den Wind zu kontrollieren.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita zum 6. Kapitel Vers 35

Krishna sprach: „Zweifellos oh Arjuna, der Geist ist schwer zu beherrschen und ruhelos, aber durch Abhyasa und Vairagya kann er gezähmt werden.“

 

Abhyasa -  Übung

Vairagya - ist die Leidenschaftslosigkeit, Verhaftungslosigkeit

 

Er sagt, es stimmt das der Geist nicht so leicht zu beherrschen ist, aber du kannst es machen. Abhyasa und Vairagya greift auch Patanjali im Yoga Sutra auf. Du kommst zu Samadhi durch Abhyasa und Vairagya.

 

Abhyasa ist fest begründet, wenn er über einen längeren Zeitraum, ohne Unterbrechung und ohne aufrichtige Hingabe gemacht wird. Du musst regelmäßig praktizieren. Regelmäßig heißt zum einen, übe jeden Tag Asanas, Pranayama, Meditation. Wirklich jeden Tag, nicht aussetzen.

 

Swami Sivananda

Swami Sivananda erzählt oft, dass Schüler ihm gesagt haben, sie kommen nicht wirklich voran und sie praktizieren seit Jahren. Er sagt, warum ist das so, weil sie nicht täglich praktizieren.

Es reicht nicht aus Jahrelang zu praktizieren, sondern täglich Meditation. Wenn du ab und an die Meditation ausfallen lässt, kann das der Grund sein, warum du keine Fortschritte machst. Wirklich täglich meditieren.

 

Abhyasa

Abhyasa heißt auch, dass du jederzeit daran arbeitest, deinen Geist zur Ruhe zu bringen. Patanjali definiert Abhyasa auch, das Bemühen den Geist zur Ruhe zu bringen. So kannst du jeden Moment des Tages dazu nutzen und du siehst alles was geschieht zum Wachsen an. Alles was geschieht als Gelegenheit an dir zu arbeiten. Egal ob viel zu tun ist, oder zu wenig, egal ob du gelobt oder kritisiert wirst, 20 zusätzliche Aufgaben bekommst, ob sich dein Teenager eigenartig verhält usw. Alles Gelegenheiten um die Ruhe des Geistes zu üben. Immer wieder üben, üben, üben, Praxis, Praxis, Praxis.

 

Ununterbrochen üben, sagt Patanjali und dann sagt er Dirgha Kala, über einen langen Zeitraum.

Krishna sagt, noch nicht einmal ein Leben reicht aus, du lernst über verschiedene Leben. Das Bemühen ist das Entscheidende. Patanjali sagt noch Sakshatkara, mit aufrichtiger Hingabe, mit Herz könnte man sagen, mit Intensität, mit Energie. Wenn du jeden Tag meditierst, tue es mit Intensität den Geist zur Ruhe zu bringen. Mit dem Wunsch und der Sehnsucht Gott zu erfahren.

 

Atha Yoga

Und wenn du morgens aufwachst, kannst du mit dem Vorsatz, heute werde ich mich besonders bemühen, Gott in Allem zu sehen. Immer zwischendurch sage, Atha Yoga, damit beginnt Yoga Sutra „Jetzt Yoga“.

Jetzt die Bemühung, den Geist in einem yogischen Zustand zu halten, jetzt Lernlektion, jetzt Engagement für die gute Sache, jetzt die Gelegenheit den Geist zur Ruhe zu bringen. Immer wieder mit Bemühen, Herz, Energie, mit Bewusstheit.

 

Sakshatkara - das ist Übung.

 

Vairagya

Vairagya, hier sagt Patanjali, dass die Wünsche beherrscht werden sollen durch den Willen, letztlich die ganzen Vorstellungen. Ich brauche dies und jenes und das muss ich auch noch haben usw. Da gilt es zu sagen: „Nein, ich brauche all das nicht, ich brauche nur die Gotteserfahrung, alles andere ist nicht so wichtig.“.

 

Krishna würde es auch deuten im Sinne von Loslassen, Sannyasa oder Verzicht, Tyaga. Verzicht auf Identifikation, nicht hängen an den Handlungen, nicht hängen an Erfolg und Misserfolg. Immer wieder loslassen. Man könnte sagen Engagement und loslassen. Übung und Vairagya ist so wichtig.

 

Vielleicht magst du dir die betreffenden Verse von Patanjali anschauen, wo Abhyasa und Vairagya genauer beschrieben werden, oder einen Vortrag über Yoga Sutra anhören.

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

Die Kommentare der Bhagavad Gita ausführlich unter schriften.yoga-vidya.de

 

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Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 28

„Der Yogi, dessen Geist, immer auf diese Weise beschäftigt ist, der keine Sünden hat, sein Karma ausgearbeitet hat, genießt leicht die Seligkeit die aus der Berührung mit Brahman, entsteht“.

 

Wie wirst du glücklich? Durch die Berührung mit Brahman.

Wie berührst du Brahman? Indem du meditierst.

Wie kannst du meditieren? Indem du auch im Alltag dein Karma ausarbeitest und keine negativen Dinge tust, dich befreist von falschen Handlungen.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 29

Wenn dein Geist, durch Yoga harmonisch geworden ist, sieht er das Selbst in allen Wesen wohnen und alle Wesen im Selbst. Er sieht überall Dasselbe.

 

Wenn der Geist harmonisch geworden ist durch die Meditation, dann geht das auch im Alltag weiter. Du siehst dass alle Wesen in Brahman sind und du siehst in allen Wesen das gleiche Brahman. Du bist in jedem anderen. 

 

So wie Jesus das auch ausgedrückt hat: „Ich bin in dir, du bist in mir“. Oder wie Paulus gesagt hat: „Ich bin, aber nicht ich bin, sondern Gott ist in mir“. Die tiefe Meditation strahlt aus, dass du das Göttliche auch in allem anderen siehst.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 30

„Wer überall mich und alles in mir sieht, kann niemals von mir getrennt werden, auch ich werde nicht von ihm getrennt“.

Es gibt zwei Weisen wie du diesen Vers interpretieren kannst. Gott ist das Selbst und Brahman. Hinter allem ist Krishna, Gott oder hinter allem wie du Gott siehst.

 

Oder das du selbst sagst: „Alles ist in mir, ich bin in allem und ich bin nicht getrennt von allem.

Das höchste Selbst ist überall.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 31

„Der Yogi der in Einheit verwurzelt, mich als das in allen Wesen wohnende, verehrt, der weilt in mir, ungeachtet seiner Lebensumstände“.

 

In der Meditation erfährst du so Gott. Wenn du aus der Meditation heraus kommst, siehst du alle Wesen des Göttlichen. Dann sagt er, egal wie deine Lebensumstände sind, erfahre Gott als in allen Wesen innewohnend.

 

Beispiele

Es kann sein das du gerade Herausforderungen hast, weil dir die Wohnung gekündigt wurde und du schnell eine neue Wohnung suchen musst. Es kann sein, das deine Partnerin sich von dir getrennt hat. Du jetzt Schwierigkeiten hast. Es kann sein, das dein Kind versetzungsgefährdet ist. Es kann sein, das du trotz deiner Yogapraxis Krebs hast. Da kann es sein, das du befördert wirst und du außergewöhnlich viel tun musst. Es kann sein, das du ein neues Yogazentrum gründen willst und sehr viel zu machen ist. Es kann sein, das du einen Unfall hattest, du im Krankenhaus liegst und die Ärzte einen Kunstfehler gemacht haben.

 

Krishna sagt, ungeachtet deiner Lebensumstände, siehe das Göttliche in allen innewohnend und verehre das Göttliche.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 32

„Wer durch das gleiche Selbst, oh Arjuna, überall Dasselbe sieht, sei es in Sukha Vergnügen oder Dukha Schmerz, wird als höchster Yogi betrachtet“.

 

Du bist der höchste Yogi, Parama, wenn du das Selbst in allem siehst. Und du siehst überall die Manifestation des Brahman, egal ob Sukha oder Duhkha, Vergnügen oder Schmerz, du siehst überall das Göttliche. Dann hast du das erreicht, was es in Yoga zu erreichen gilt. Du hast das höchste erfahren und verwirklicht.

 

Hohe Ideale und sind nicht einfach umzusetzen, aber es ist es wert danach zu streben. Wie du danach streben kannst, kannst du überlegen. Arjuna wird im nächsten Vers Zweifel äußern, ob er das überhaupt umsetzten kann.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

Weitere Informationen unter www.yoga-vidya.de

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Gib Wünsche auf, erlange innere Ruhe, erfreue dich am inneren Selbst.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 24

„Indem er/sie vorbehaltlos alle aus Sankalpa entstandenen Wünsche aufgibt und durch den Geist, die Gesamtheit der Sinne, von allen Seiten her vollkommen einschränkt, erlangt er oder sie allmählich Ruhe, nachdem der Verstand zur Ruhe gekommen ist. Wenn der Geist dazu gebracht worden ist, sich im Selbst zu verankern, denkt er an Nichts“.

 

Lerne deinen Geist zur Ruhe zu bringen. Vorher beschreibt Krishna, wie ist der Prozess der Meditation und wie meditiert ein Gottverwirklichter. Er sagt hier, gib die Wünsche auf, vor allem die aus Vorstellungen kommen (Sankalpa). Dein Körper hat auch Wünsche. Dem Wunsch nach Essen, nach Flüssigkeitsaufnahme, Wunsch nach Schlafen, ein Dach über den Kopf. Das sind alles instinktive Wünsche und zum Überleben notwendig.

Aber die Sankalpas, die Wünsche, die aus Vorstellungen, Überlegungen und Ideen kommen, die gilt es aufzugeben. Loslassen, vor allem wenn du meditierst, löse dich aus Vorstellungen entstandener Wünsche. Löse dich während der Meditation, von allen Sinnen. Dann komm zur Ruhe und bringe deinen Gedanken zum Stillstand. Verankere dich im Selbst.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 26

„Von jeglicher Ursache, die den Ruhelosen unsteten Geist ruhen lässt, werde dieser abgezogen, nur der alleinigen Kontrolle des Selbst unterstellt“.

 

Kaum setzt du dich hin für die Meditation, wird der Geist unruhig. Es gibt immer etwas, woran du denkst. Heute ist das und das passiert, der hat das und das gemacht, morgen muss das und das sein. Löse dich und bringe dich wieder zurück zur Meditation.

 

Wieder will der Geist dir etwas sagen, worüber du dich aufregst, wieder etwas, wo du planst, dir Gedanken machst. Löse dich wieder und bringe deinen Geist zurück zum Meditationsthema.

Nimm dir vor der Meditation vor, das du so und so meditieren willst. Das ist die Weise, die Technik zur Ruhe des Geistes, Erfahrung des Selbst, des Göttlichen. Wann immer der Geist wandert, bringe ihn zurück.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel Vers 27

Höchste Wonne erfährt wahrlich der Yogi, dessen Geist sehr friedvoll ist, dessen Leidenschaft gestillt wurde, der Brahman geworden ist und der keine Sünden hat.

 

Wann erfährst du höchste Wonne? Nicht wenn du bekommst, was du gern hättest, nicht wenn Menschen freundlich zu dir sind. Mache dir das bewusst. Überlege einen Moment. Was brauche ich um glücklich zu sein? Sei dir bewusst, nein das brauchst du nicht. Wann bist du glücklich, zufrieden, wann erfährst du Wonne und Glück? Wenn du deine Gier stillst. Wenn dein Geist friedvoll geworden ist.

 

Wenn du deine Einheit mit Brahman erfahren hast und wenn du aufhörst negatives zu tun und zu denken. Dann bist du glücklich. Du brauchst nichts Äußeres. Wie in dem Kinderlied. „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König“. Froh kannst du sein, wenn du die Wünsche los lässt.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Wie ist die Erfahrung eines Yogi? Wie geht ein Yogi mit Herausforderungen des Alltags um? Wie spürt, wie denkt er? Wie ist seine Verhaltensweise? Wie wirst du sein, wenn du die Verwirklichung erreicht hast?

Wenn du darüber nachdenkst, wie ist ein Vollkommener, richtest du deinen Geist aus, in diese Richtung. Krishna spricht immer wieder von den Erfahrungen eines Vollkommenen. Menschen sprechen eher darüber was sie schlimmes, falsches gemacht haben und wie sich Andere verhalten sollten.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 18. Vers

„Wenn der vollkommen beherrschte Geist, allein im Selbst ruht und frei ist von der Sehnsucht nach Wunschgegenständen, dann heißt es, er ist in Einheit“.

 

Hier beschreibt er den Yukta. Er ist derjenige der im Yoga ist. Wer im Yoga in der Einheit ist, ist Yukta.

Yukta hat mehrere Bedeutungen:

 

  • Yuj heißt verbinden.
  • Yukta heißt auch Kampf.
  • Yuktah ist der, der den spirituellen Kampf gewonnen hat, könnte man sagen. Der seinen Geist beherrscht hat. Es ist also eine Doppelbedeutung.

 

Man ist in der Einheit, man hat den Yoga gemeistert. Wie ist jemand der den Kampf des Lebens, bestanden hat, der in der Einheit ist, der den Yoga gemeistert hat? Er ruht im Selbst.

Er ist frei von der Sehnsucht nach Wunschgegenständen.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 19. Vers

„Mit einer Lampe, die an einem windigen Ort nicht flackert, wird der Yogi verglichen, dessen Geist beherrscht ist und der im Selbst Yoga übt“.

 

Wenn du eine Flamme siehst und es gibt kein Wind, dann ist die Flamme sehr ruhig. Ist der Wind im Raum, oder die Flamme draußen, flackert sie. Diese Flamme, die leuchtet und warm ist, so ist der Geist des Yogi, er leuchtet. Er strahlt Wissen und Wärme und Liebe aus. Und zwar beständig.

So ist der Yogi, er hat gleichmäßig Liebe und gleichmäßig Einsicht.

In der Meditation selbst, ist der Yogi vollkommen ruhig. Im Alltag, handelt er aus einem Geist der Liebe und Wohlwollen gleichmütig.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 20. Vers

„Wenn der Geist durch die Yogapraxis zur Ruhe gekommen ist, wenn er selbst sein Selbst schaut, ist er in sich selbst zufrieden“.

 

Wer Yoga übt, wird seinen Geist beherrschen. Ist der Geist zur Ruhe gekommen, dann ruhst du in deinem wahren Wesen und bist in dir zufrieden. Es ist fast wie im Yoga Sutra 1. Kapitel 2./3. Vers.

Yogashchittavrittinirodhah - Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist.

tada drashtuh svarupe avasthanam -  Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen.

Mach es dir zur Aufgabe und bringe deinen Geist zur Ruhe, dann findest du Frieden.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 21. Vers

„Sobald der Yogi diese grenzenlose Wonne fühlt, welche die Sinne übersteigt und nur teilweise vom Verstand erfassbar ist und der fest in dieser Wonne ruht, weicht er niemals von der Wahrheit ab“.

 

Wenn du diese Wonne erfährst, dann brauchst du nichts Anderes mehr.

Wenn du die Wonne der Gotteserfahrung hast, die Wonne der Erfahrung des höchsten Selbst, die Wonne der Selbstverwirklichung.

 

Dann weißt du, es gibt nichts Größeres. Es lohnt sich dahin zu streben. Die kleinen Sinnesbefriedigungen, wenn du ein Lob, eine Anerkennung bekommst, das ist wenig. Groß ist, wenn du Gott, dein Selbst erfährst.

 

 

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 22. Vers

„Das was für ihn den nicht zu übertreffenden Gewinn darstellt, wenn er ihn einmal erlangt hat, das was ihn nicht von der größten Sorge erschüttert sein lässt, wenn er fest darin ruht. Möge dies, den Namen Yoga tragen. Das Aufhören der Verbindung mit dem Schmerz, dieser  Yoga ist mit Entschlossenheit und nicht verzagtem Geist zu üben“.

 

Die Gottverwirklichung ist das Höchste, was du erreichen kannst nur das wird dich zufrieden stellen. Die Gottverwirklichung ist das, was dir dauerhaft Glück gibt. Du kannst dir das in diesem Moment bewusst machen.

 

Yoga ist nicht nur Freizeitbeschäftigung. Yoga ist nicht nur ein bisschen Gelassenheit. Yoga im Sinne von Einheit. Yoga im Sinne der Gottverwirklichung und erreichen von Samadhi, ist das worauf sich all deine Sehnsüchte beziehen.

 

Der Wunsch anerkannt zu werden, zu bekommen was du willst, reich zu sein, von anderen Menschen wertgeschätzt werden. Das ist alles nicht so wichtig. Die Gottverwirklichung ist dein höchstes Ziel.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 23. Vers

„Yoga ist das Aufhören der Verbindung mit dem Schmerz“.

 

Ich kenne einen Yogameister namens Swami Yogaswarupananda, er fragte uns gern: „Was ist Yoga?“ Dann zitierte er diesen 23. Vers.

Diese Welt erzeugt Vergnügen und Schmerz. Es folgen angenehme und unangenehme Erfahrungen. Es gibt körperlichen sogar chronischen und mit nichts dauerhaften zu beseitigen. Es gibt emotionalen Schmerz und es gibt Verluste. Die Emotionen reagieren auf äußere Dinge. Der Geist reagiert auf die äußeren Dinge.

 

Yoga heißt, das Aufhören von diesem Schmerz. Dich zu erkennen, was jenseits von all diesen Schmerzen ist.

Erst hat er beschrieben, wie ist ein Yogi. Dann sagt er, das ist das Höchste und jetzt sagt er, übe das mit Entschlossenheit und einpünktigem Geist.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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YVS241 Goldener Mittelweg - BhG VI 16-17

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 16. Vers

„Wahrlich Yoga ist unmöglich für den Menschen, der zu viel isst, wie für den, der überhaupt nicht isst.

Für den der zu viel schläft, wie für den, der immer wacht, oh Arjuna“.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 17 Vers

„Yoga wird zum Zerstörer des Leidens Desjenigen, der Nahrung und Erholung, Spazierengehen usw. mäßig ist. Mäßig ist in seinen Handlungen und im Schlaf und im wachen mäßig ist“.

 

Hier empfiehlt Krishna die goldene Mitte, den Mittelweg. Gerade im äußeren haben manchmal Aspiranten eine Neigung, in die Extreme zu gehen.

Krishna sagt hier, Yoga im Sinne von Einheit, Erfahrung von Harmonie, Erfahrung von Verbundenheit und Yoga als Fähigkeit zur Selbstbeherrschung.

 

Sattwige Ernährung

Für den der zu viel isst, wie für den der überhaupt nicht isst. Eine gewisse Essensdisziplin gehört zum Yoga dazu. Iss nicht zu viel und achte darauf, dass deine Ernährung gesund ist und sattwig. Vielleicht überlegst du gerade, wie bist du in deiner Essensdisziplin? Hast du verzichtet auf Fleisch, Fisch, alkoholische Getränke, Zigaretten, bewusstseinsverändernde Drogen? Das sind Dinge, die du nicht zu dir nehmen solltest, wenn du spirituell wachsen möchtest.

 

Hast du verzichtet auf das, was ungesund ist wie: Gefrierkost, Dosenkost, Fertigprodukte, zu viel Zucker, Weißmehl usw.

 

Richtige Ernährung, wenn du Yoga übst sind: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse, Salate, Obst, kalt-gepresste Öle, Nüsse, Saaten usw. Essensdisziplin ist wichtig. Yoga ist nicht für den, der isst was ihm einfach in den Sinn kommt oder der gar nichts isst.

 

Es ist gut auch einmal zu fasten. Ich empfehle zweimal im Jahr 5-7 Tage zu fasten. Es ist wichtig einen Tag in der Woche nichts zu essen oder besonders gesund zu essen, nur Rohkost oder Obst.

 

Extreme

Es gibt auch Menschen die es übertreiben. Wenn Menschen nichts essen, das kann man auf zwei Weisen interpretieren. Es gibt Menschen die meinen, man sollte nichts essen und sich von Prana ernähren, Lichtnahrung und ohne dies wäre es nicht spirituell.

Es gibt Ausnahmen wo es Jemand gibt, der offensichtlich gar nichts zu essen braucht. Es gibt Berichte von Menschen (im Krankenhaus mit Überwachung von den Ärzten), die mehrere Wochen nichts gegessen haben und trotzdem ihr Körpergewicht gehalten haben. Das gibt es, aber es ist selten.

 

Es gibt sehr viel mehr Erleuchtete die normal gegessen haben. Spiritualität hängt nicht davon ab, wie viel oder wenig du isst. Der Körper muss essen, aber du bist nicht der Körper. Ab und an gibt es Wunder. Das Ziel ist nicht Wunder zu bewirken, sondern Gott zu verwirklichen.

 

Wenn du den ganzen Tag darüber nachdenkst, was darf ich essen, was darf ich nicht essen kann. Es gibt Menschen die sich den ganzen Tag mit Ernährung beschäftigen.

Angenommen du hast eine schwere Krankheit, dann kann es hilfreich sein, dich ein paar Tage oder Wochen mit Ernährung zu beschäftigen. Langfristig finde eine Ernährung, die dir gut tut und die du normalerweise vergessen kannst, wo du außerhalb des Essens nicht über das Essen nachdenkst.

 

 

 

Schlaf

Yoga ist auch nichts für den, der zu viel schläft. Normalerweise reichen 6-7 Stunden Schlaf pro Nacht aus. Wenige Aspiranten brauchen 8 Stunden, mehr braucht keiner, außer du hast einen körperlichen Grund.

Körperliche Grund kann sein: Es gibt Epileptiker, die zur Verhinderung eines Anfalls mehr schlafen müssen, zwischen 9-10 Stunden. Es gibt Menschen die eine schwere chronische Erkrankung haben, oder Menschen die wegen einer Krankheit Medikamente nehmen müssen, oder Menschen ab einem gewissen Alter die eine körperliche Erkrankung haben und deshalb mehr schlafen.

 

Es gibt auch Menschen die mit 4-5 Stunden Schlaf auskommen. Schlafe so wenig wie du brauchst, aber so viel damit du am Tag wach bist und nicht zu viel koffeinhaltige Getränke brauchst, um wach zu bleiben. Vielleicht brauchst du am Tag 1-2 Tiefenentspannungen von 5-10 Minuten, dann kannst du dein Schlafbedürfnis nachts reduzieren.

 

Schlaf nicht zu viel, das macht dich müde und träge und deprimiert. Schlafe nicht zu wenig, das führt dazu, dass du in der Meditation nicht konzentriert bist und am Tag nicht effektiv wirken kannst.

 

Erholung

Auch in der Erholung finde den goldenen Mittelweg. Nimm dir nicht zu viel Freizeit, aber du brauchst auch eine gewisse Freizeit. Zu viel Zeit mit Nichtstun verbringen ist nicht gut, du willst wachsen. Du wächst, indem du spirituelle Praktiken machst, Gutes für Andere tust, spirituelle Bücher liest und Videos ansiehst. Du wächst spirituell durch uneigennütziges Dienen.

Sei aktiv, nimm dir nicht zu viel Freizeit. Wenn du dir keine Erholung gibst, wirst du vielleicht irgendwann ins Burnout rutschen. Gestalte deinen Tagesablauf so, dass er für dich gut ist. Maximale Zeit für uneigennütziges Dienen und spirituelle Praxis, mach auch etwas, was nötig ist, damit du im Gleichgewicht bist.

 

So wird Yoga zum Zerstörer des Leidens. Finde ein gewisses Mittelmaß. Manchmal muss man das Mittelmaß verlassen, in Zeiten wo du sehr viele spirituelle Praktiken machst und es gibt in Indien Feiertage, die mit Schlafverzicht verbunden sind. Z. Bsp. Shivaratri (Shiva Nacht).

 

Es gibt gute Gründe mal einen Tag oder eine Woche lang zu fasten. Befreie dich von Verhaftungen an Vorstellungen was du brauchst und was du nicht brauchst.

 

Als ich bei meinem Lehrer war, habe ich gelernt, dass es auch mal wichtig ist 16,18,20 Stunden tätig sein für etwas Gutes. Eine Woche auf Erholung zu verzichten und mit wenig Schlaf auszukommen.

Auch eine Art, um nicht zu einem spirituellen Spießbürger zu werden, komme heraus aus deiner Komfortzone. Dies ist kurzfristig gut für dein spirituelles Wachstum. Langfristig braucht es Gleichmut, Ausgeglichenheit, den Mittelweg.

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

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Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 13 Vers

Er halte seine Körper unbewegt, Kopf und Nacken gerade und ruhig, den Blick auf die Nasenspitze gerichtet, ohne umher zusehen.

Körper und Nacken gerade und für die Zeit, die du dir vorgenommen hast, bewegungslos und ruhig sitzen. Patanjali sagt im Yoga Sutra im 2. Kapitel, durch Asanas kommt FreiheitDwaita (Dualität).

Wenn dein Knie weh tut, oder die Schulter, du bleibst sitzen. Wenn eine Fliege auf deiner Nase sitzt, du tust nichts. Wenn dein Geist dich erinnert, dass du etwas vergessen hast, du bleibst sitzen und tust nichts. So löst du dich von Reizreaktionsketten.

 

Wenn etwas Schlimmes wäre, musst du deine Meditation unterbrechen. Aber im Normalfall bleibst du unbewegt. Er empfiehlt auf die Nasenspitze zu schauen. Du kannst mit geschlossenen oder mit offenen Augen meditieren.

 

Tratak

Mit offenen Augen zu meditieren, nennt sich Tratak. Du kannst Tratak praktizieren und auf Nasenspitze schauen, oder zwischen den Augenbrauen, das erhebt den Geist. Tratak auf eine Kerze führt zu Lichterfahrungen. Du kannst Tratak üben und auf das Bild eines Meisters schauen, verbinde dich mit deinem Meister. Schaue nicht umher.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 14 Vers

„Frohgemut, Furchtlos, fest im Gelübde des Brahmachari, mit beherrschtem Geist, die Gedanken auf mich gerichtet, mit ausgewogenen Geist, sitze er und mache mich zu seinem höchsten Ziel“.

 

Krishna identifiziert sich hier mit dem Göttlichen. Wenn du dich hinsetzt für die Meditation, sei frohgemut, fröhlich (shvanta =ruhig und friedlich).

 

Furchtlos

Während der Meditation wird jetzt nichts im Äußeren passieren. Du kannst ruhig meditieren. Hab keine Angst vor Reinigungserfahrungen und Meditationserfahrungen, sei mutig.

 

Brahmachari

Fest im Gelübde, heißt hier, ausgerichtet auf Brahman. Brahmachari vrati, das soll nicht heißen, dass du jetzt, wenn du meditierst, zum Novizen wirst. Brahmachari hat viele verschiedene Bedeutungen. Hier meint er, fest im Vorsatz, ich will Achara, Verhalten üben, um zu Brahman zu kommen.

Du sagst jetzt, Ruhe des Geistes, mutig was jetzt kommen mag in der Meditation und ich möchte das tun, was zu tun ist, um zu Brahman zu kommen. Beherrscht im Geist, ich möchte den Geist beherrschen in der Meditation, ich will den Geist auf Gott richten mit einem ausgewogenen Geist. Ich will Gott zum höchsten Ziel machen.

 

Das ist wie der Pratyahara Zustand der Meditation. Du setzt dich erst hin (Asana). Du beherrscht deinen Atem (Pranayama). Du machst dir bewusst, worum geht es in der Meditation (Pratyahara).

 

Kommentar zur Bhagavad Gita 6. Kapitel 15 Vers

„Wenn der Yogi seinen Geist auf diese Weise stets ausgeglichen hält und den Geist beherrscht, erreicht er den Frieden, der in mir liegt und in Befreiung gipfelt“.

 

Meditiere jeden Tag. Suche dir eine Meditationstechnik aus, übe mit dieser. Dann wirst du immer mehr zum Frieden kommen und irgendwann Befreiung erlangen. Überlege wie meditierst du und könntest du einige Empfehlungen von Krishna integrieren.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

Weitere Informationen unter www.yoga-vidya.de

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