Sukadev (1496)

Voraussetzungen für die Erweckung der Kundalini – Kommentar zu den Versen 121 bis 125, 3. Kapitel, Hatha Yoga Pradipika

  1. Vers: „Nur ein Yoga, der das Leben eines Brahmacharyas führt, eine gemäßigte und nahrhafte Diät befolgt erlangt Vollkommenheit in der Handhabung der Kundalini innerhalb von 40 Tagen.“

Gerade dieser Vers wird auf unterschiedliche Weisen übersetzt. Zunächst gilt es Brahmacharya zu üben. Brahmacharya heißt zum einen sexuelle Enthaltsamkeit. Allerdings hat er ein paar Verse vorhe

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Erweckung der Kundalini mittels Shakti Chalani – Hatha Yoga Pradipika, 3. Kapitel, Verse 114 bis 120

Shakti Chalani gehört zu den intensiv beschriebenen Übungen in der Hatha Yoga Pradipika. Letztlich hat er vorher schon ab Vers 104 darüber geschrieben. Verse 104 bis 120 sind alles Verse über Shakti Chalani. Jetzt sagt er, wie man Shakti Chalani üben soll.

  1. Vers: „In Vajrasana sitzend soll der Yogi beide Füße fest halten, am Platz nah am Knöchel und den Kanda dort drücken.“
  2. Vers: „Der Yogi, in Va
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Hier beschreibt Svatmarama, Kanda. Kanda wird auch als Wurzelknolle bezeichnet. Sie erstreckt sich bis eine Spanne oberhalb des Muladhara Chakras und ist vier Finger breit. Kanda wird beschrieben als zart, weiß und wie in Baumwolle gehüllt. Aus Kanda entspringen die 72.000 Nadis.

 

Verschiedene Beschreibungen zu Kanda und seine Lokalisation

Zu Kanda gibt es verschiedene Aussagen. Manche meinen, dass Kanda sei nur oberhalb des Nabels, manche sagen, es befindet sich hinter dem Nabel. Es heißt auch

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Vajroli Mudra für Frauen – Kommentar zu den Versen 99 bis 103 der Hatha Yoga Pradipika

Interessant ist hier, dass die Frauen jetzt hier besonders bewusst genannt werden. Damit erscheint es für mich recht klar, dass es in der Frühzeit des Hatha Yogas, im indischen Mittelalter als die Hatha Yoga Pradipika geschrieben wurde, ganz selbstverständlich war, dass Frauen auch mitgemeint sind. Warum würde er jetzt ausgerechnet hier Frauen nennen? Er nennt sie deshalb, weil die Geschlechtsteile von Frauen

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Mondnektar und heilige Asche für göttliche Sicht – Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika, 3. Kapitel, 98. Vers

„Wenn man den Mondnektar, der aus der Praxis entsteht, und heilige Asche (Vibhuti) zusammen mischt und fest an den besten Körperstellen bewahrt, dann entsteht göttliche Sicht.“

Also es gibt den Mondnektar. Der entsteht aus der Praxis. Mondnektar ist letztlich eine andere Interpretation für Amari. In den vorherigen beiden Versen hat er davon gesprochen, dass Amari Urin ist. Aber Mondnektar

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Amaroli in der Hatha Yoga Pradipika – Kommentar zu den Versen 96 bis 97

  1. Vers: „Nun Amaroli: Verwerfe das Pitta enthaltende im ersten und letzten Strom des Urins, der wertlos ist. Nutze den kühlenden Mittelstrahl. Das ist Amaroli in der Meinung der Khandakapalikas.“

 

Also letztlich wird hier Urin Trinken empfohlen. Dort nimmt man den Morgenurin. Man nimmt dort nicht den ersten Strahl, auch nicht den letzten, sondern den mittleren. Im Ayurveda wie auch im gesundheitsorientierten Hatha Yoga gibt

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YVS467 Sahajoli Mudra – HYP III 92-95

Sahajoli in der Hatha Yoga Pradipika – Kommentar zu den Versen 92 bis 95 der Hatha Yoga Pradipika

 

  1. Vers: Sahajoli, Amaroli und Vajroli sind grundsätzlich drei Mudras, die zu den sogenannten Oli Mudras gehören. Von ihnen wird manchmal gesagt, dass sie nicht zur sattviges Praxis gehören. Swami V. sagt in seinem Buch „Hatha Yoga Pradipika“ etwas lapidar als Kommentar: Diese Verse werden ausgelassen, weil es Übungen sind, die bei sattvigem Sadhana nicht berücksichtigt werden. Also sie stehen ein b
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YVS466 Vajroli Mudra - HYP III 83-91

  1. Vers - Vajroli Mudra – ein Oli Mudra

Ab dem 83. Vers geht es um Vajroli Mudra. Dieser Mudra Name bedeutet so viel wie Donnerkeil.  Vajra heißt Donnerkeil, oder auch Diamant. Vajroli Mudra ist eine der drei sogenannten Oli Mudras. Vajroli, Sahajoli und Amaroli, die unterschiedlich interpretiert werden.

Mein Lehrer spricht in seinem Buch „Hatha Yoga Pradipika“ über diese Mudras gar nicht, er lässt diese Verse sogar aus. Diese drei Mudras haben zudem auch eine rot-tantrische Interpretation. D. h

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YVS465 Viparita Karani - HYP III 78–82

Kommentar zum 3. Kapitel Hatha Yoga Pradipika, ab Vers 78–82

Wir sind im 77. Vers. Er ist der Übergangsvers zwischen Jalandhara Bandha und Viparita Karani Mudra. Er steht in Verbindung mit beiden Übungen.

Vers 77: „Wann immer der Nektar der Unsterblichkeit vom göttlichen Mond fließt, wird alles von der Sonne verzehrt und das führt dazu, dass der Körper im Alter dahinschmilzt.“ Oder wie Swami Vishnu übersetzt: „Jedes Tröpfchen des Nektars, der vom ambrosischen Mond fließt wird von der Sonne aufge

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Kommentar zum 3. Kapitel, ab Vers 76

Vers 76: „Diese drei Bandhas sind die besten und sie werden von den großen Meistern den Siddhas gefolgt. Unter all den Meinungen im Hatha Yoga die Yogis schätzen es als effektiv.“

Die drei wertvollen Bandhas und wie du sie in deine Praxis integrierst

Also es gibt viele verschiedene Hatha Yoga Übungen. Manche werden als wertvoller geachtet, manche als weniger wertvoll. Aber alle großen Yoga Meister finden die drei Bandhas als besonders wichtig und effektiv. Da

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Kommentar zum 3. Kapitel, Verse 70 – 75

Svatmarama hat bereits Mula Bandha und Uddiyana Bandha erläutert und jetzt geht es zu Jalandhara Bandha.

Vers 70: „Ziehe die Kehle zusammen und presse das Kinn fest gegen die Brust. Das ist Jalandhara Bandha und vertreibt Alter und Tod. Man gebe das Kinn auf die Brust.“

Jalandhara Bandha heißt wörtlich „der Wasser tragende Verschluss“ – Jala (Wasser) Dhara (tragen). Im nächsten Vers wird er erklären, warum Jalandhara Bandha so heißt.

Die Bestandteile von J

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Kommentar zum 3. Kapitel, Verse 61–69

In den letzten Versen ging es um Uddiyana Bandha. Jetzt geht es um Mula Bandha (wörtlich  Wurzelverschluss).

Svatmarama schreibt im 61. Vers: „Indem man den Knöchel an Yoni presst, ziehe man den Anus-Schließmuskel zusammen und versuche das Apana hinaufzuziehen. Das ist Mula Bandha.“

Mula Bandha ist der Wurzelverschluss. Eine Übersetzung von Yoni ist die weibliche Scheide, so ähnlich wie auch gesagt wird Linga ist der männliche Penis, heißt aber wörtlich leuc

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Uddiyana Bandha in der Hatha Yoga Pradipika – Kommentar zu den Versen 55 – 60 in der Hatha Yoga Pradipika, Kapitel 3

 

Svatmarama sagt: atha uḍḍīyāna-bandhaḥ-baddho yena suṣumṇāyāṁ prāṇas tūḍḍīyate yataḥ | tasmād uḍḍīyanākhyo’yaṁ yogibhiḥ samudāhṛtaḥ ||55||

 

„Jetzt Uddiyana Bandha: Weil die Lebensenergie (Prana) durch den Verschluss in der Sushumna nach oben fließt, wird es von den Yogis mit dem Namen ‚Uddiyana‘ benannt.“

Uddiyana heißt nach oben. Yana heißt Reise. Uddi heißt nach oben. Es ist

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Kommentar zum 3. Kapitel, Verse 44 - 54

Interessanterweise ist die Khechari Mudra die Übung, die in der Hatha Yoga Pradipika mit am ausführlichsten beschreiben wird. Er beschreibt es im 3. und sogar im 4. Kapitel wird sie nochmal erwähnt. Dass er letztlich über 20 Verse mit der Khechari Mudra verbringt, zeigt, dass diese für ihn besonders wichtig ist. Letztlich beschreibt er anhand der Khechari Mudra einiges von der feinstofflichen  Physiologie. Du kennst inzwischen Prana (Lebensenergie), die Ch

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Kommentar zum 3. Kapitel, Verse 32 – 43

Im 3. Kapitel geht es um Mudras. Es sind fortgeschrittene Techniken, die hier beschrieben werden.

Im 32. Vers beschreibt Svatmarama: „Wenn die Zunge in die Höhe des Schlundes zurückgeschlagen und die Augen fest zwischen den Augenbrauen fixiert sind, so ist das Khechari Mudra.“

Kleines und großes Khechari Mudra

Bei Yoga Vidya unterscheiden wir das sogenannte kleine und das große Khechari Mudra. Beim kleinen Khechari Mudra (Laghu Khechari Mudra) wird die Zun

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Mahaguhya in der Hatha Yoga Pradipika – Kommentar zu den Versen 30 und 31 des 3. Kapitels aus der Hatha Yoga Pradipika

„Diese drei sind Mahaguhya, das große Geheimnis. Sie überwinden Alter und Tod. Sie steigern das Verdauungsfeuer und kultivieren die übernatürlichen Fähigkeiten wie Kleinsein wie ein Atom und viele andere.“ (3. Kapitel, HYP, 30. Vers)

 

Wir sind im 3. Kapitel der Hatha Yoga Pradipika und Svatmarama hat die drei beschrieben, die Triada. Maha Mudra, Maha Bandha und Maha Veda.

Drei

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Kommentar zum 3. Kapitel, Verse 25-29

Im 3. Kapitel geht es um die Mudras, die kombinierten Energieerweckungs- und -lenkungsübungen. In der Hatha Yoga Pradipika sind die Mudras nicht wie im indischen Tanz die Fingerhandbewegungen, sondern es sind kombinierte Energielenkungsübungen. Mudras kombinieren Körperhaltung, Atmung, Bewusstseinslenkung und verschiedene kleinere Mudras, bei denen man etwas mit den Beckenbodenmuskeln, der Zunge und vielen anderen Körperteilen macht.

Mahavedha gehört zu den

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Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika, Kapitel 3 Verse 19-24

Svatmarama schreibt in Vers 19: „ Mahabandha wird wie folgt beschrieben: presse die Yoni mit dem linken Knöchel und lege den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel.“

Yoni ist beim Mann der Bereich zwischen Hodensack und Anus, das Perineum und bei der Frau der hintere Teil der Scheide. Dann legst du den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel, und zwar so, dass die Ferse am Schambein ist. Also erst einmal Siddhasana einüben.

 

Vers 20: „N

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Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika Kapitel 3, Verse 10-18

Svatmarama schreibt über die Mahamudra, die große Mudra, in den Versen 10 bis 18 und ist somit eine der am gründlichsten beschriebenen Mudras in der Hatha Yoga Pradipika. Darin kannst du die Wertschätzung sehen, die Svatmarama dieser Übung zuteilt.

 

Vers 10: „Atha Maha Mudra. Padamulena vamina, yonim sampidia dakshinam, prasaritam padam kritvita, karabhyam dhara yet dritam.” Drücke die linke Ferse gegen den Beckenboden, also gegen Yoni,

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Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika, Kapitel 3, Verse 5-9

Svatmarama schreibt: „Deshalb sollte der Yogi voll Enthusiasmus die Praxis der Mudras praktizieren, um die große Göttin zu wecken, die am Eingang zu Brahmas Tür schläft.“

Bedeutung der Sanskrit Worte:

Tasmat (deshalb) sollte der Yogi Abhyasa (praktizieren) Prayatnena (mit Anstrengung, Bemühung, Enthusiasmus) und Sarva (mit aller Anstrengung). Manchmal wenn du fortgeschrittenes Hatha Yoga übst, musst du dich bemühen, nicht immer ist es nur

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