Sukadev Bretzs Beiträge (4645)

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Der ursprüngliche Lehrer

Yoga-Sutra 1-26 Unbegrenzt durch Zeit ist Gott von den ältesten Zeiten her, der Lehrer aller Lehrer. Gott – Ishvara - ist unbegrenzt, er war, ist und wird sein. Er ist der Lehrer aller Lehrer. Alle spirituellen Meister bekommen letztlich ihr Wissen und ihre Inspiration aus Gott heraus. Daher kannst du dich jederzeit auch an Gott wenden. Bis zu einem gewissen Grade kannst du auch von physischen Meistern lernen, auch von deinem Yoga-Lehrer, der vielleicht um die Ecke wohnt. Denn jeder Mensch ist auch eine Manifestation des Göttlichen. Große Meister wie Swami Sivananda, Swami Vishnu-Devananda, führen von einer anderen Ebene aus. Aber Gott ist immer gegenwärtig, du kannst dich immer an Gott wenden, und du kannst immer von Gott Führung erfahren. So wende dich immer wieder an Gott, bitte um Führung, und sage innerlich: "Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Yoga-Sutra 1-25

In Gott liegt der Same der Allwissenheit. Unsere wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit, Sat Chit Ananda. Ein Aspekt ist Chit – Wissen. Unsere wahre Natur ist reines Wissen, in diesem Wissen ist unser wahres Selbst. Indem wir nach Innen gehen, finden wir Zugang zu diesem intuitiven Wissen. Wir können uns aber auch an Gott richten. Wenn du mal nicht weißt, was du zu tun hast, wenn du deine Aufgabe nicht kennst, wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, dann bitte innerlich um Führung. Sage zu Gott: "Lieber Gott, oder liebe Göttin, liebes kosmische Bewusstsein, ich stehe vor der und der Entscheidung: bitte führe mich. Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Bitte sage mir bis dann und dann, was meine Aufgabe ist. Lass‘ mich tun, was zu tun ist." Wenn du so betest, jeden Morgen, jeden Abend, immer dann, wenn du vor einer Entscheidung stehst, findest du diese Führung, du findest die Gegenwart Gottes, und dies hilft dir, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und sei dir auch bewusst, richtige Entscheidungen führen nicht immer dazu, dass du äußeren Erfolg hast. Richtige Entscheidungen können auch bedeuten, dass du nachher scheiterst, und dass das Scheitern eine wichtige Lektion ist. Bitte daher um Führung, bitte darum, dass du Zugang findest zu dieser Führung Gottes. Und dann widme die Aufgabe Gott, und so wirst du das, was du tust, richtig tun, und niemals das Gefühl haben, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Schneller Erfolg durch Hingabe an Gott

Yoga-Sutra, 1-23 "Erfolg wird von denen schnell erlangt, die Ishvara hingegeben sind" – Ishvara : Gott. Die Yoga-Sutra beschreiben den Raja-Yoga Weg, den Weg der Yoga der Herrschaft über den Geist, des königlichen Yoga. Der Autor Patanjali spricht in diesem Vers vom Bhakti-Yoga, dem Yoga der Liebe und Hingabe zu Gott: wenn man Gott hingegeben ist, wenn man Hingabe übt, Liebe übt, kommt man schnell zu Samadhi, zum höchsten Bewusstseinszustand. Manche Menschen kommen aus eigener Kraft einen guten Schritt weiter voran auf dem Weg. Viele Menschen kommen sehr viel weiter, indem sie sich Gott hingeben, indem sie Bewusstsein, Gottes Gegenwart, kultivieren. Wenn du selbst nicht weiterkommst, wenn du das Gefühl hast, du selbst bist nicht stark genug, um den Weg zu gehen, dann entwickle diese Hingabe zu Gott. Über Hingabe zu Gott kommst du zum Höchsten. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Arten zu streben

Der Wunsch nach Befreiung kann mäßig, mittelmäßig oder intensiv sein. Durch intensiven Wunsch nach Befreiung, sagte Patanjali im vorigen Vers, kommt die Befreiung Samadhi schnell. Manche Menschen haben diesen intensiven Wunsch nach Befreiung, manche haben ihn nur mäßig, manche mittelmäßig. Egal, wie groß der Wunsch ist, er führt dich weiter. Aber wenn der Wunsch groß ist, kommst du schneller zum Ziel. Es ist auch okay, wenn du sagst, hauptsächlich will ich beruflich Erfolg haben, und eine schöne Familie haben. Und, so weit es mein Zeitablauf zulässt, praktiziere ich noch etwas Yoga, das hilft mir vielleicht langfristig irgendwie. So hast du eine gewisse Basis im Leben. Aber du wirst in deiner Meditation nur schrittweise vorankommen. Wenn du dir bewusst bist, das höchste Ziel des Lebens ist die Befreiung, oder die Einheit, oder universelle Liebe, oder das Gefühl von Gottes Gegenwart, dann kannst du alles spiritualisieren. Vor dem Hintergrund dieses Zieles hat dein Beruf seinen Sinn, hat deine Familie einen Sinn, haben deine Hobbys einen Sinn, findest du das Ziel deines Lebens. Versuche, alle Wünsche, die du hast, in den großen Wunsch nach Befreiung, in das große Ziel des Lebens einzuordnen. Sehe nicht die verschiedenen Wünsche als voneinander unabhängig an, sondern sehe, das alle Wünsche, die du hast, irgendwie auch auf das höchste Ziel ausgerichtet werden. Ich wünsche dir dabei viel Inspiration. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Wie man zu Samadhi kommt

Patanjali, Yoga-Sutra, 1. Kapitel, 20. Vers – 2. Teil Manche erlangen Asamprajnata-Samadhi durch Glauben, Energie, Erinnerung und klares Bewusstsein. Asamprajnata-Samadhi ist der höchste Bewusstseinszustand. Energie ist wichtig, es ist wichtig, kraftvoll den Weg zu gehen. Was auch immer du tust, setze deine Energie dafür ein, blockiere nicht deine Energien, indem du denkst, das schaffe ich nicht, das geht nicht. Oder verfolge Dinge auch nicht halbherzig. Mache das, was du machst, mit großer Energie. Energie wird niemals verschwendet, wenn du sie irgendwo hinein gibst. Im Gegenteil, Energie wird blockiert, wenn du sie nur teilweise einsetzt. Energie muss fließen. Deshalb, wenn du meditierst, bringe deine ganze Energie in die Meditation. Wenn du uneigennützigen Dienst tust, dann setze deine Energie in den uneigennützigen Dienst.. Wenn du etwas liest, lies es mit großem Interesse. Wenn du irgendwie tätig bist, auch in etwas, das scheinbar nicht spirituell ist, gib deine Energie in diese Tätigkeit. Indem du so alles, was du tust, mit Energie tust, wird dein Geist stark, deine Gedankenkraft wird größer, und du kannst auch immer tiefer meditieren. Schließlich kommst du zu Samadhi. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Yoga-Sutra 1-21-1

Samadhi wird schnell erreicht, wenn der Wunsch danach intensiv ist. Kultiviere diesen Wunsch nach Befreiung. Gestern hatte ich davon gesprochen, daß du dies machen kannst, indem du dir vergegenwärtigst: was heißt Befreiung für mich, wie wäre ich, wenn ich das Einheitsbewusstsein hätte? Ein zweites ist, sei dir bewusst, was andere Wünsche machen würden. Angenommen, du würdest das Haus bekommen, das du gerne hättest, Wärst du wirklich glücklich? Wärst du noch in zehn Jahren glücklich? Wärst du in zwanzig Jahren glücklich? Angenommen, du würdest beruflich das erreichen, was du erreichen möchtest: Wärst du dort wirklich glücklich, in zehn Jahren, in zwanzig Jahren? Und was besagt alles vor dem Hintergrund der Veränderung? Ein Haus kann abbrennen, eine Firma kann Pleite gehen, du kannst die Kündigung bekommen, der Körper stirbt. Überlege, was ist es wirklich erstrebenswert? Und mache dir das immer wieder bewusst. Auch Meditation wird tiefer, wenn du dir bewusst bist, wofür du meditierst. Entspannte Meditation ohne genaues Ziel führt auch zu Wohlbefinden, Regeneration, führt dazu, daß du im Alltag relaxter bist. Aber Meditation wird besonders tief, wenn du dir bewusst bist: ich meditiere, um Einheit zu erfahren, ich meditiere, um zu einem Instrument zu werden von göttlicher Kraft und Energie, ich meditiere, um Liebe zu spüren und auszustrahlen. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Der intensiv Strebende ist Samadhi nahe

Yoga-Sutra, 1. Kapitel, 21. Vers Samadhi wird schnell erreicht, wenn der Wunsch danach intensiv ist. Auch ein Paradox auf dem spirituellen Weg. Zum einen gilt es, frei zu werden von Wünschen. Zum anderen ist es gut, den Wunsch nach Befreiung zu kultivieren, den Wunsch nach Samadhi zu kultivieren. Der Wunsch nach Befreiung ist der Treibstoff, den du brauchst, um wirklich dorthin zu kommen. Überlege dir öfters: wie wäre ich, wenn ich vollkommen wäre, wie wäre ich als spiritueller Meister, wie wäre ich, wenn ich immer im Gottesbewusstsein wäre. Überlege das, male dir das aus, male dir das aus zu Anfang der Meditation, male es aus, wenn du einschläfst, male es dir vielleicht gleich aus, wenn diese tägliche Inspiration zu Ende ist. Wenn du überlegst, wie du wärst, wenn du die Befreiung, Nirvana-Moksha, erreicht hast, wenn du eins mit Gott bist, dann wächst der Wunsch danach. Zum einen der Wunsch, zum anderen aber auch das Gefühl, eigentlich tief im Inneren bist du es schon. Du brauchst es bloß zu spüren. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Yoga Sutra 1-20

Yoga-Sutra, Patanjali, 20. Vers – 3. Teil Um Samadhi zu erlangen, ist auch immer wieder Erinnerung notwendig, Smriti. Du weißt inzwischen sehr viel über Yoga, du weißt viel über den spirituellen Weg. Du weißt viel, was du tun solltest. Es ist wichtig, dass du dich immer wieder daran erinnerst, und es auch tust. Es reicht nicht aus, zu wissen, was theoretisch sinnvoll wäre, sondern es gilt, daß du dich daran erinnerst, und daß du es machst. Nächster Teil ist klare Bewusstheit, Samadhi-Prajna, schreibt Patanjali. Klare Bewusstheit, scharfer Intellekt, all das ist wichtig für den spirituellen Weg. Ein Aspekt ist Bewusstheit im Alltag. Ich sprach davon schon die letzten Tage: das, was du tust, mache es mit Energie. Mache es mit Vertrauen. Erinnere dich an das, was du dir vorgenommen hast, habe ein klares Bewusstsein. Sei aber auch zwischendurch offen, auch dies ist ein Teil von Bewusstheit. Das Schicksal spricht zu dir, Gott spricht über Menschen zu dir, Ereignisse sprechen zu dir, ein Baum kann manchmal ein Bote Gottes sein. Das Rauschen eines Blattes, das Zwitschern eines Vogels, der Klang deines Atems, der Klang des Lüfters deines Computers, ein Autogeräusch, alles kann wie eine Botschaft Gottes sein. Es gilt, bewusst zu sein und das anzunehmen. Auch wenn Menschen mal nicht freundlich zu dir sind, auch das kann eine Lektion sein. Nimm es an, habe klare Bewusstheit. Mache es auch zu einer Übung, mit großer Bewusstheit durch den Alltag zu gehen. Das ist durchaus auch eine Praxis. Viele Menschen gehen halbbewusst durch die Gegend, und können sich nachher an nichts erinnern. Was du machst, mache es mit großer Bewusstheit. Erlebe alles intensiv. Der Himmel kann so schön sein, Blumen sind wunderbar, Bäume sind schön, die Gesichter von Menschen sind schön. So viel Schönes gibt es in dieser Welt, man braucht nicht so weit wegzurennen. Klare Bewusstheit macht den Alltag wunderschön. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Manche erlangen A-Samadhi, also den höchsten Bewusstseinszustand der Einheit,
durch Glauben, Energie, Erinnerung und klares Bewusstsein.
A-Samadhi, der höchste Samadhi, die Erfahrung der vollkommenen Einheit. Das ist das Ziel, wo wir hinstreben. Das ist ein Zustand ohne Gedanken, ein Zustand vollkommener Bewusstheit und reiner Wonne. Man kommt dorthin zum einen durch Radha, durch Glauben.
Im Raja-Yoga wird normalerweise kein Glaube vorausgesetzt,
Raja-Yoga ist mehr eine Erfahrungssache, ein Praxissystem.
Man übt, anschließend macht man Erfahrungen,
man weiß, was diese Erfahrungen zu bedeuten haben, übt weiter
und kommt so zu immer tieferer Inspiration.

Es gibt aber auch Menschen, die den Weg des Glaubens gehen,
als religiöser Glaube, als spiritueller Glaube.

Und auch im Raja-Yoga hat irgendwann auch Glaube eine Funktion.
Nachdem man einiges probiert hat, einiges erfahren hat, kann man Vertrauen entwickeln,
dass die weiteren Aussagen der Schriften auch stimmen werden.

Zweifel und Skeptizismus hat auch seinen Platz.
Es ist gut, seinen Intellekt zu nutzen.
Es ist gut, nicht alles zu glauben.
Aber dann, wenn du mal eine Entscheidung getroffen hast, dann folge ihr.
Bringe deine Entscheidung nicht immer wieder in Selbstzweifel,
sondern wofür du dich entschieden hast, tue es.

Nach einer Weile kannst du wieder überlegen.
Menschen, die ständig an allem zweifeln, was sie tun, kommen nicht sehr weit.
Es ist wichtig, Selbstbewusstsein zu bekommen, Vertrauen zu haben und dann voranzuscheiten.


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Erkenne dein Selbst

Yoga-Sutra, 1. Kapitel, 16. Vers Der höchste Zustand von Vairagya, Verhaftungslosigkeit, stammt vom Bewusstsein des Purusha, dem höchsten Selbst her. Er entsagt sogar den drei Eigenschaften der Natur. Höchste Verhaftungslosigkeit kommt, wenn du dein wahres Selbst erfährst. Wenn du dein wahres Selbst erfährst, dann weißt du, du brauchst nichts mehr, um glücklich zu sein. Das Selbst, Purusha, die Seele, ist Ananda, reine Wonne. Vor dem Bewusstsein dieser Wonne ist alles andere nur ein kleines Spiegelbild. Dieser Vers ist auch etwas, was uns helfen kann, zur Entspannung zu kommen. Solange wir noch nicht Purusha verwirklicht haben, solange werden verschiedene Verhaftungen durchaus da sein. Wir werden aber die Verhaftungen irgendwann überwinden. Es wird wie ein Engelskreislauf. In dem Maße, in dem wir uns um Vairagya bemühen, wird unser Geist ruhiger, und wir bekommen Zugang zum Selbst. In dem Maße, in dem wir Zugang zum Selbst finden, verlieren die Wünsche ihre Stärke. Und immer mehr können wir so die Wünsche sehen als das, was sie eigentlich sind : instinktive Informationen und Vorschläge zu handeln auf der Basis von instinktiver Intelligenz oder auf der Basis von Erfahrungsintelligenz. Dann kann man Wünschen nachgehen, man kann sie aber auch nicht erfüllen. Wir wissen, um glücklich zu sein, brauchen wir keine Wünsche zu erfüllen. Um glücklich zu sein, brauchen wir nur immer wieder in das höchste Bewusstsein hineinzugehen, zum Purusha, unserer wahrer Natur. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Was ist Vairagya

Pantanjali, Yoga-Sutra, Kapitel 1, 15. Vers Vairagya, Verhaftungslosigkeit, ist der Bewusstseinszustand, in dem das Verlangen nach sichtbaren und unsichtbaren Objekten durch Meisterung des Willens kontrolliert ist. Vairagya ist die Fähigkeit, loszulassen. Raga heißt mögen, Vairagya ist der Zustand jenseits des Mögens. Patanjali hat ein paar Verse vorher gesagt, dass durch Abhyasa, Übung, und Vairagya, Verhaftungslosigkeit, die Citta-Vrittis kontrolliert werden können, also die Gedanken im Geist, und so der Mensch zu seinem wahren Wesen kommen kann. So ist Vairagya etwas Wichtiges. Vairagya ist die Fähigkeit, Wünsche zu beherrschen, und zwar sowohl Wünsche nach sichtbaren, also Haus, Garten, besseren mp3-Player, schönere Wohnung, schönere Möbel, usw. unsichtbare: Ruhm, Ansehen, geliebt werden von anderen usw. Wir haben viele Wünsche. Vairagya ist die Fähigkeit, von diesen Wünschen sich zu befreien. Wünsche haben natürlich auch einen Sinn. Wünsche sind eine Intelligenz auf der Instinktebene. Wir mögen das, was uns in der Vergangenheit Freude bereitet hat. Wir mögen das, was irgendwo ein instinktives Vergnügen gibt, oder was wir uns einbilden, was damit verbunden ist. So haben Mögen und Nichtmögen durchaus eine Funktion. Es ist aber wichtig, Wünsche und Abneigungen zu begreifen als Informationen, und nicht als etwas, dessen Sklave wir sind. Wir werden nicht glücklich, indem wir jedem Wunsch hinterher rennen. Wir werden auch nicht gesund, indem wir alles essen, was wir mögen. Es ist gut, eine Ernährung zu haben, die einem schmeckt, aber eine, die gesund ist. So ist es eine gute Übung, sich öfters mal vorzunehmen, etwas nicht zu tun, was man mag. Überlege dir am heutigen Tag ab und zu mal, wenn ein Wunsch in deinen Geist kommt: Wäre das jetzt nicht eine Gelegenheit, meinem Wunsch nicht zu folgen, Freiheit zu gewinnen? Yoga ist auch Freiheit. Die Fähigkeit, einem Wunsch nicht nachzugehen und sich dabei glücklich zu fühlen, macht dich frei. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Yoga-Sutra 1-14-2

Patanjali, Yoga-Sutra, 1. Kapitel, 14. Vers – Fortsetzung Übung wird fest begründet, wenn sie über lange Zeit hinweg ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger Hingabe fortgesetzt wird. Mit aufrichtiger Hingabe, satkara, mit Ernsthaftigkeit. Alles, was du praktizierst, praktiziere es mit Ernsthaftigkeit. Auch ein Spannungsfeld des spirituellen Weges. Wir wollen uns nicht identifizieren und nicht daran hängen: dennoch, was du tust, mache es mit Ernsthaftigkeit, mit Hingabe. Wenn du meditierst, sei dir bewusst: jetzt ist Zeit für die Meditation. Wenn du Yoga-Asanas übst, sei dir bewusst: jetzt ist Zeit für Asanas. Und wenn du im Alltag bist: jetzt ist Zeit für den Alltag. Was auch immer du machst, mache es mit ganzem Herzen, mache es mit Ernsthaftigkeit. Mache nichts schlampig. Es mag sein dass das heutige Leben kompliziert ist und komplex und du nicht alles in der Vollendung ausführen kannst. Aber mit deiner Hingabe und mit deiner Ernsthaftigkeit und mit deiner Energie, die du hineinsteckst, da kannst du vollständig sein. Es ist nicht nötig, dass das, was du machst, ein perfektes Ergebnis bringt, aber es ist sehr hilfreich, wenn du das, was du machst, von ganzem Herzen machst. Wenn du es mit deiner ganzen geistigen Fähigkeit machst, wenn du Kraft, Energie hineinsteckst, dann macht es auch Spaß, dann ist alles, was du tust, Yoga. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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Patanjali Yoga-Sutra 14. Vers, 1. Kapitel

Übung wird fest begründet, wenn sie über lange Zeit hinweg ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger Hingabe fortgesetzt wird. Ohne Unterbrechung – nairantarya – ist ein wichtiger Aspekt. Es gilt, jeden Tag zu praktizieren. Meditiere jeden Tag mindestens ein paar Minuten lang. Nimm dir vor, jeden Tag etwas zu tun, um deine Gedanken zur Ruhe zu bringen. Jeden Tag übe etwas, das deine Gedankenkraft stärkt und dir dann hilft, dich von den Gedanken zu lösen. Ohne Unterbrechung heißt auch, dass das ganze Leben Yoga ist. Teile dein Leben nicht zu sehr in Teile ein, dies ist meine Arbeit, dies ist meine Familie, das ist mein Hobby, das ist meine Freude, das ist meine kleine Aufgabe, große Aufgabe, und zusätzlich übe ich etwas Spirituelles. Nein, verwandle alles was du tust, in Spiritualität. Wenn du arbeitest, kannst du lernen, verschiedene geistige Kräfte zu nutzen. Und auch in gewinnziel-orientierten Unternehmen kannst du liebevoll mit deinen Mitmenschen umgehen. Du kannst dir bewusst sein, dass alles, was ist, irgendwie eine Manifestation des Göttlichen ist. Wenn du mit deiner Partnerin, deinem Partner, deinen Kindern, deinen Bekannten, Verwandten umgehst, sei dir immer wieder bewusst, im Inneren von jedem ist das Göttliche. Und alles, was Menschen dir sagen, sind Manifestationen des Göttlichen. Manchmal musst du widersprechen, manchmal musst du dich durchsetzen. Manchmal gilt es, Auseinandersetzungen zu pflegen. Aber selbst darin ist der spirituelle Weg, auch das ist Übung. Daher – ohne Unterbrechung heißt, nicht nur täglich zu meditieren, täglich Yoga zu üben, sondern dir auch bewusst zu werden, dass der Alltag Yoga ist. Wenn du das Leben als Schule siehst, jede Aufgabe bewusst annimmst, dann kannst du wirklich ohne Unterbrechung üben. Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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“Überwinde negative Gedanken”

Ich möchte etwas lesen aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Gedanke“, aus dem Unterkapitel „Überwindung von negativen Gedanken“. Swami Sivananda schreibt hier: „Zuerst kommt ein negativer Gedanke in den Geist. Dann hat man eine feste Vorstellung. Man erfreut sich daran, diesem negativen Gedanken nachzuhängen. Man lässt ihn ihm Geist verweilen. Allmählich fasst der negative Gedanke, wenn er keinen Widerstand erfährt, im Geist festen Fuß. Dann wird es sehr schwierig, ihn wieder zu vertreiben. Gedanken werden durch Wiederholung stärker. Und wenn man einen negativen oder auch einen positiven Gedanken einmal fester verwurzelt hat, hat dieser Gedanke die Tendenz, wieder aufzutauchen.“ Ständig bekommen wir irgendwelche Gedanken. Sei es, dass dieser irgendwie selbst in uns auftaucht, sei es, dass jemand anderes uns etwas sagt, sei es, dass wir etwas lesen, etwas hören. Wenn der Gedanke sehr schwach ist, dann haben wir noch relativ gute Möglichkeiten, auf ihn einzuwirken. Wenn es einfach einer dieser vielen Gedanken ist, dann können wir ihn loslassen und können zum nächsten gehen. Aber wenn ein Gedanke erstmal Fuß gefasst hat, dann zieht er ähnliche Gedanken nach sich, dann wird er stärker, dann holt er Kraft heraus aus dem Unterbewusstsein, Prana fließt hinein. Andere Gedanken sammeln sich dazu und letztlich ziehen wir mit unserer eigenen geistigen Schwingung auch ähnliche Gedanken von anderen Menschen an. Selbst dann können wir uns noch entscheiden, nein, diesen Gedanken will ich nicht haben. Diese Wissenschaft der Gedankenveränderung zu entwickeln, das ist letztlich Raja Yoga. Viele Menschen hängen zu sehr von äußeren Dingen ab. Wir alle wissen, Stimmung kann von einem Moment auf den anderen kippen. Wir sind schlechter Laune und plötzlich gibt einem jemand ein richtig ernst gemeintes Kompliment. Plötzlich ist die schlechte Laune wie weggepustet. Oder man ist schlechter Laune und liest etwas ganz Schönes. Oder vielleicht gibt es irgendeinen schönen Film oder es geschieht sonst irgendetwas Äußerliches. Der Raja Yogi sagt: „Warum sollte es von äußeren Umständen abhängen, dass es mir besser geht? Ich kann lernen, meinen Geist zu schulen.“ „Gedanken derselben Art rotten sich zusammen, so wie sich Vögel derselben Art zusammenfinden. Wenn du einen negativen Gedanken hast, kommen alle möglichen negativen Gedanken dazu und ziehen dich nach unten. Wenn du aber einen guten Gedanken hast, kommen auch alle möglichen guten Gedanken zusammen und erheben dich. Lerne, deine Gedanken zu steuern! So wie man nur die guten Früchte aus dem Korb nimmt und die faulen wegwirft, so bewahre auch die guten Gedanken im Geist und weise die negativen zurück. Überwinde so Gier, Habgier und Egoismus. Entwickle reine, erhebende Gedanken. Diese Aufgabe mag am Anfang schwierig erscheinen. Übe sie dennoch!“ Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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„Erfahre Einheit und Verbundenheit“

Ich lese etwas aus dem kleinen, wunderschönen Büchlein von Swami Sivananda: „Licht, Kraft und Weisheit“. Es hat aufgeschlagen auf dem Unterkapitel „Unsterblichkeit ist dein Geburtsrecht“. „Tapferkeit, Kraft und Stärke, Weisheit und Freude sind dein Geburtsrecht, dein Erbe. Das göttliche Erbe des Absoluten. Du bist das Zentrum des Denkens, der Einflüsse und der Kraft. Vergiss es nicht. In der äußeren Welt herrscht Sterblichkeit. Tage und Nächte fliegen dahin wie Pfeile. Ist ein Tag vergangen, so denke daran, ein Teil deines physischen Lebens ist mit ihm vergangen. Widme dich fleißig dem Yoga. Gedenke der Weisen und der Heiligen, die das Höchste erreicht haben. Sei aufrichtig! Lasse Barmherzigkeit, Liebe und das Gefühl der Brüderlichkeit und Geschwisterlichkeit in dir lebendig werden. So wirst du dich mit allem eins fühlen und Gott in jedem Antlitz erschauen. Du wirst dich der lauteren Seligkeit erfreuen.“ Das ist ein Absatz mit sehr viel Tiefe. Zunächst mal die Aussage: „Die Verwirklichung dieser Unsterblichkeit, das ist unser Erbe, das können wir alle erreichen.“ Es ist uns angelegt. Eigentlich gehört es uns schon. Im Unterschied zu anderen Dingen, die wir wirklich erreichen müssen, sind wir in Wahrheit schon unsterblich. Oder wie er es hier sagt: „Wir sind das Zentrum von allem.“ Wir sind diese Freude. Wir sind dieses Absolute. Wir sind die höchste Weisheit. Das ist in uns angelegt, oder das ist schon da. Die anderen Dinge, die äußeren Dinge, um die wir uns so bemühen müssen, die gehen wieder. Egal, was wir äußerlich erreichen, es wird auch wieder gehen. Das Äußere ist zwar auch etwas, um uns zu helfen, nach innen zu kommen, weil die ganze Welt ein Ausdruck Gottes ist. Nur das Äußere an sich geht durch Anfang, Mitte und Ende. Alles was einen Anfang hat, hat ein Ende. Die Erfahrungen, die die verschiedenen Dinge uns bringen, können uns helfen, das Höchste in uns zu verwirklichen. Da sind zwei Grundlagen. Die eine ist, zu erkennen, in mir ist das Höchste, das zu erreichen ist mein Erbe, das ich eigentlich schon bekommen habe. Die zweite Grundlage ist, die äußeren Dinge kommen und gehen. Die Erfahrung ist das was bleibt, nicht die Dinge an sich. Und schließlich, wie kommen wir zum Höchsten? Er sagt: „Gedenke der Weisen und Heiligen.“ Wenn wir überlegen, ich will gerne reich werden, können wir uns die Reichen anschauen. Sind sie glücklicher? Ist es wirklich wert, das zu erreichen? Wenn wir denken, ein Künstler zu sein, großer Musiker, als Endziel des Lebens. Wäre das wünschenswert? Schauen wir uns die Musiker an und überlegen, einfach nur Musiker zu sein, ist das wirklich erstrebenswert? Und dann schauen wir uns die Heiligen und Weisen an. Manche sind arm, manche sind reich, manche sind Musiker, manche sind Handwerker, manche sind Schuster. Aber eines was sie sind, sie sind heilig, sie haben das Höchste erreicht. Und dann können wir überlegen, will ich das erreichen? Ich glaube jeder, der das Leben der Heiligen anschaut, wird denken, ja, so will ich letztlich auch sein. Diese Wonne möchte ich auch haben. Diese Liebe möchte ich auch haben. Diese große Verbundenheit und das Einheitsgefühl, das möchte ich auch haben. So können wir dann danach streben, das zu verwirklichen, was wir jetzt schon sind, unser Erbe anzutreten, die Erkenntnis der Unsterblichkeit, das reine Wissen und die Seligkeit. Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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“Erwirb geistigen Reichtum”

Ich lese aus dem Buch „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda. Und es hat aufgeschlagen auf einem Kapitel mit der Überschrift „Erwirb geistigen Reichtum“. Swami Sivananda schreibt: „Eine noch so große Zahl von Nullen hat keinen eigentlichen Wert, es sei denn, die Zahl Eins werde ihnen vorangestellt. Ebenso ist der Reichtum in dieser Welt gleich Null, wenn du dich nicht um spirituellen Reichtum bemühst und nicht nach Selbstverwirklichung strebst. Lebe darum inwendig in der Seele, im göttlichen Selbst. Füge diesem Leben das Bewusstsein von Atman, dem höchsten Selbst hinzu.“ So wie Jesus auch gesagt hat: „Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere auch zufallen.“ „Wie das Licht brennt, so brennt seit undenklichen Zeiten die göttliche Flamme in der Lampe deines Herzens. Tauche tief hinab in die Gemächer deines Herzens. Meditiere über diese göttliche Flamme und werde eins mit ihr.“ Menschen haben die verschiedensten Bestrebungen auf verschiedensten Ebenen. Wir wollen alles Mögliche erreichen, aber es gibt ein Streben, welches das höchste Streben ist und das ist die Erfahrung des kosmischen Bewusstseins, des höchsten Bewusstseins. Und im Grunde genommen gehen alle menschlichen Bestrebungen irgendwie in diese Richtung. Wir wollen alle glücklich sein. Wirkliches Glück ist zu erfahren in der Vereinigung mit dem Höchsten und auch jedes scheinbar temporäre Glück ist letztlich ein Ausdruck dieses Höchsten. Also, auch das kleine Glück ist letztlich ein Aufflackern des Lichtes unserer Seele. Und die Befriedigung, die wir bekommen über kleine Erkenntnisse, ist auch ein Aufflackern dieser höchsten inneren Erkenntnis. Wir streben alle nach Erkenntnis. Wir wollen wissen. Wissen: „Wer bin ich?“, „Was ist die Welt?“ „Gibt es eine höhere Wirklichkeit?“, „Gibt es einen höheren Sinn im Leben?“ Bewusst oder unbewusst streben wir alle danach. Das findet seine Erfüllung in der Selbstverwirklichung. Wir streben auch nach Freiheit. Wir streben nach Unbegrenztheit. Wir mögen es nicht, dass wir so begrenzt sind. Wobei wir wissen, auf der physischen Ebene sind wir begrenzt. Auch wenn wir gerne sagen, alles ist möglich. Auf der physischen Ebene ist nicht alles möglich. Es fängt schon damit an, wenn wir sagen: „Versuch mal 50 cm größer zu sein!“ Das ist physisch, mindestens in dieser Inkarnation, nicht möglich. Es sei denn, wir sind erst 1 Jahr alt. So gibt es auf der physischen Ebene Grenzen. Aber wir streben nach Grenzenlosigkeit, weil wir intuitiv wissen, eigentlich bin ich grenzenlos. Jedes Mal wenn wir erfahren, dass wir über die Grenzen von Körper und Denken hinauswachsen, so ist das eine wunderschöne, erhabene Erfahrung. Wenn wir nach diesem Höchsten streben, dann haben auch die kleinen Dinge im Leben eine Bedeutung. Denn das Streben nach dem Höchsten gibt auch dem Kleinen seinen eigenen Sinn. Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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„Überwache deine Gedanken“

Ich lese etwas aus dem kleinen Büchlein: „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda. Es hat aufgeschlagen auf einem Kapitel, das nennt sich: „Überwache deine Gedanken“. „Führe alle Praktiken aus, die deinen Geist ansprechen. Befolge sie mit Vertrauen und Aufmerksamkeit. Du wirst deine Entwicklung beschleunigen und das Reich der unendlichen Wonne erreichen.“ Wir wollen jenseits der Identifikation mit dem Körper, den Emotionen, den Energien, dem Intellekt, der Persönlichkeit usw. kommen. Und wie kommen wir dort hin? Indem wir Praktiken üben, die uns natürlich entsprechen. Wir wählen eine Meditationstechnik, die uns geeignet erscheint. Wir üben Asanas auf eine Weise, die uns geeignet erscheint. Wir üben Pranayama, auf eine Weise, die uns geeignet erscheint. „Befolge sie mit Vertrauen und Aufmerksamkeit.“ Das ist wichtig denn mechanisch ausgeführte Praktiken bewirken erheblich weniger, als wenn unser Geist und unser Herz dabei sind. Wir können uns zwar einfach hinsetzen zur Meditation und hoffen, dass sie irgendwann vorbei ist, denn selbst das reine Sitzen hat ja schon Wirkung. - Es gab mal so eine vergleichende Studie verschiedener Meditationstechniken. Die einen haben Mantrameditation geübt, die nächste Zen-Meditation und die nächste die Achtsamkeitsmeditation und die letzte Gruppe wurde nur gebeten, einfach ruhig sitzen, ohne sich zu bewegen und ansonsten könnten sie machen was sie wollen. Das ist natürlich schon sehr eingeschränkt, was man dort machen kann, wenn man bewegungslos sitzt. Vom Standpunkt der entspannungsmäßig messbaren Sachen waren alle Gruppen gleich. Alle haben sich entspannt, allen ging es nachher besser, alle waren nachher regenerierter, alle sind im Hirn irgendwo zum leichten Alpha-Zustand gekommen und Stresshormone wurden abgebaut usw. Also, schon sich mechanisch hinzusetzen für die Meditation bringt einiges. Nun, wir wollen ja mehr, als nur zu entspannen und nur besser mit Stress umgehen zu können. In der Meditation spielt es sehr wohl eine Rolle, dass wir mit großem Vertrauen und Achtsamkeit sitzen. „Lerne, weise zu werden. Unterscheide. Überwache die Gedanken und Wünsche. Überwache deine Gedanken genau. Erlaube keinem ungeschickten Gedanken durch die Tore deiner geistigen Werkstatt einzudringen.“ Wir haben eine gewisse Kontrolle über unsere Gedanken. Wenn ein Gedanke kommt, können wir sagen, nein, ich mag dich nicht. Wir können stattdessen einen anderen Gedanken hervorrufen. Das geht insbesondere, wenn die Gedanken beginnen. Natürlich, wenn schon Emotionen da sind und Wogen usw. gut, dann kann man nur warten, bis die Welle irgendwann verklungen ist. Oder muss vielleicht einfach mit Pranayama, Sonnengebet, schnellen Spaziergängen, Mantrasingen oder sonst etwas arbeiten, um den Geist in eine andere Schwingungsebene zu bekommen. Aber wenn ein kleiner Gedanke beginnt, können wir sagen, den will ich weiter verfolgen oder auch nicht. Das klappt natürlich besonders dann, wenn wir mit großer Achtsamkeit beobachten was geschieht. „Begeistere dich für die Selbstverwirklichung und du wirst das Ziel des Lebens erreichen.“ Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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“Aussenden von positiven Gedanken”

Im Yoga sagen wir sehr oft “Shanti”. Shanti heißt Frieden. Wir beginnen jede Yogastunde, indem wir Shanti wiederholen. Wie schließen sie, indem wir Shanti wiederholen. Wir beginnen die Meditation mit Wünschen für den Frieden. Wir schließen die Meditation mit Wünschen für den Frieden. Am Ende eines Satsangs kommen Friedensmantras. Das Arati ist ein Mantra um Licht in die Welt zu schicken. Und dafür gibt es eine Menge von sehr guten Gründen. Zum einen ist es gut für jeden einzelnen Menschen. Wir haben in uns alles drin. Wir haben Gedanken der Liebe, Gedanken des Verständnisses, Gedanken der Toleranz. Wir haben auch Gedanken des Neides und Gedanken der Gegnerschaft. Wir haben alles in uns drin. Und mittels bestimmter bewusster Gedanken können wir das, was in uns drinsteckt, letztlich aktivieren. Angenommen wir schicken einen Gedanken von Frieden aus, dann aktivieren wir Frieden und Liebe in uns. Es heißt, Gleich und Gleich gesellt sich gern. Wenn wir Gedanken von Frieden und Licht in uns aktivieren, dann gesellen sich von anderen Menschen ebenfalls Gedanken des Friedens und des Lichts dazu, und wir können liebevoller miteinander umzugehen. Auch in jedem anderen Menschen steckt ja Liebe drin, es stecken Gedanken der Friedfertigkeit drin. In jedem anderen steckt aber auch Neid und Verletztheit und Traurigkeit drin. Je nachdem, wie wir auf andere zugehen, können wir in dem anderen das bestärken, was in ihm ist. Wenn wir anderen Menschen mit Friedfertigkeit, mit Liebe, mit Verständnis begegnen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Gedanken im anderen aktiviert werden Angenommen, wir schauen ständig danach, ist der andere irgendwo bösartig oder ist er gierig oder ist er arrogant, man wird all das in dem anderen zu finden sein Und wenn wir lange genug suchen, finden wir, mindestens in fast jedem Menschen, alles Gute wie auch alles Schlechte. Und indem wir einem anderen Menschen mit Güte, mit friedvollen Gedanken begegnen, können wir dieses Gütige und dieses Friedvolle im anderen Menschen aktivieren. Darüber hinaus sind unsere eigenen Gedanken auch etwas, was die gesamte Gedankenkraft im Universum beeinflusst. Man kann sagen, die ganze Gedankenatmosphäre. Yogis gehen davon aus, Gedanken finden nicht nur statt als Aktivierung von Aktionspotenzialen irgendwo in den Nervenzellen, im Hirn werden nicht nur irgendwelche Neuronen abgefeuert und irgendwelche Botenstoffe rausgeschickt, sondern Gedanken sind auch Kräfte, die sich in einer feinstofflichen Ebene ausbreiten, in einer Gedankenwelt oder Akasha-Chronik, wie auch immer man es ausdrücken will. Und wenn viele Menschen friedvolle Gedanken haben, dann verstärkt das die gesamte friedvolle Gedankenwelt, wovon wieder jeder einzelne auch beeinflusst wird. So ist es eine gute Gewohnheit, immer wieder Gedanken des Wohlwollens, des Friedens und des Lichtes auszuschicken. Im Einzelnen, im Kleinen, wenn man aufwacht morgens, wenn man abends schlafen geht, bevor wir Yogaübungen machen, wenn wir Yogaübungen abschließen, bevor wir essen, nachdem wir gegessen haben, bevor wir uns auf eine Reise begeben. Man kann sich alles Mögliche einfallen lassen. Man kann es sich praktisch zur Gewohnheit machen, vom Herzen her Lichtgedanken zu schicken. Und so wollen wir jetzt 3x gemeinsam das Om Tryambakam wiederholen, wie wir es jeden Morgen und Abend machen, die Nr. 800 und mit diesem Mantra Gedanken von Licht, Liebe und Verständnis in alle Richtungen schicken. Ich lese die Übersetzung dieser Friedensmantras: “Om. Wohlergehen sei mit allen, Friede sei mit allen, Erfüllung sei mit allen. Alles Segensreiche, Mangalam, sei mit allen. Mögen alle glücklich sein. Mögen alle frei von Krankheiten sein. Mögen sich alle um das Wohlergehen anderer kümmern. Möge niemand an Sorge leiden. Om. Führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen, von der Dunkelheit zum Licht, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit.” Om Bolo Sadguru Sivananda Maharaj Ji Ki Om Bolo Shri Guru Vishnudevananda Maharaj Ji Ki Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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„Pflege gute Gewohnheiten“

Ich lese aus dem Buch: „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda. Es hat aufgeschlagen auf dem Kapitel: „Pflege gute Gewohnheiten“. „Ein großer Teil deines Unterbewusstseins besteht aus untergetauchten Erfahrungen und Erinnerungen, die aber wiedergewonnen werden können. Du kannst im unterbewussten Geist neue Gewohnheiten, neue Ideen, neue Begriffe, neue Ideale, neue Tendenzen und letztlich einen neuen Charakter schaffen, indem du die alten wandelst. Denke nach, sinne und überlege. Pflege Umgang mit Weisen. Übe dich im selbstlosen Dienen – Nishkamya Yoga. Gebrauche die vier Mittel zur Entwicklung deiner Fähigkeiten. Verspotte niemanden und blicke niemanden finster an. Beherrsche deine Sinne. Sei freudig. Blicke nicht zurück. Entsage allem Begehren, allem Zorn und allen eingebildetem Stolz. Wende deinen Blick nach innen, übe dich in der Betrachtung, Kontemplation.“ Wir haben bestimmte Neigungen, wir haben bestimmte Tendenzen und die haben sich irgendwann entwickelt. Vielleicht in der Kindheit, vielleicht in der Jugend, vielleicht vor ein paar Jahren, vielleicht im letzten Leben, vielleicht im vorletzten Leben, mindestens ist das so eine Annahme. Aber der Mensch hat auch die Fähigkeit, unabhängig davon, was er bisher gemacht hat und was er in der Vergangenheit in früheren Leben gemacht hat, Dinge in sich anzulegen und zu entwickeln. Denn dazu hat der Mensch seine Unterscheidungskraft, Buddhi genannt oder Viveka. So sagt Swami Sivananda: „Denke nach, sinne und überlege.“ Wir können überlegen, welchen Teil meines Charakters will ich stärker werden lassen. Und wir entwickeln uns, indem wir uns bewusst dafür entscheiden, diese gewisse Eigenschaft zu pflegen und sie immer wieder zu üben. Unser Geist folgt Pfaden und die Pfade, die er schon öfter gegangen ist, die läuft er dann von selbst. Ihr habt einen bestimmten Weg, den ihr geht zur Arbeitsstelle. Den geht ihr jeden Tag, ohne nachzudenken. Man kann sich aber mal überlegen, ich will heute einen anderen gehen. Wenn man regelmäßig einen anderen Weg geht, dann wird einem schließlich dieser zur Gewohnheit werden. Man braucht gar nicht mehr nachzudenken, es geschieht einfach. Wir können es uns zur Gewohnheit machen, dass, wir unser Herz öffnen, sobald wir einen Menschen sehen, und dass wir ihm Wohlwollen entgegenbringen. Wir können es uns zur Gewohnheit machen, dass wir einem Menschen vom Herzen her Gutes wünschen, sobald wir ihn sehen. Wir können es uns zur Gewohnheit machen, wenn jemand anderes uns etwas erzählt, dass wir überlegen, gibt es da etwas was ich lernen kann. Das ist eine gewisse Erziehung des Geistes. Wir können es uns zur Gewohnheit machen, wenn Dinge schief gehen, dass wir als erstes sagen, welche Lektion steckt da drin. Also, wir haben bestimmte Neigungen aus diesem Leben, aus früheren Leben oder wie auch immer. Wir können neue entwickeln, neue Gewohnheiten entwickeln und so das Leben letztlich schöner gestalten. Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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„Stimme dich ein auf das Göttliche“

Ich möchte ein paar Worte sprechen über Einschwingung, auf Englisch „tuning“. Ein Instrument kann gestimmt sein, oder auch nicht gestimmt sein. Ist ein Instrument schlecht gestimmt, dann ist klingt es unharmonisch. Auch einen Sender auf dem Radio stimmt man ein, man „tunt“ deshalb die Bezeichnung Tuner. Unser Geist ist irgendwie auch so ein Radio und wir können ihn einstimmen auf verschiedene Frequenzen. So wie in diesem Raum gleichzeitig alle möglichen Radiosender zu hören sind, können wir auch unser Bewusstsein auf Verschiedenes einstimmen. Manche Menschen, die in diesen Raum kommen, sehen vielleicht die Teppiche und die Architektur. Sie sind darauf eingestimmt. Der Nächste sieht vielleicht die Pflanzen und ist darauf eingestimmt. Der Nächste riecht vielleicht die Gerüche von vielen Menschen und ist darauf eingestimmt. Der Nächste spürt die besondere Schwingung, die in diesem Raum ist und diese besondere Kraft, und ist darauf eingestimmt. Und der Nächste spürt Gott in diesem Raum. Jetzt die große Frage: Wer hat Recht? Was ist in diesem Raum? Eine ehemalige Schwimmhalle, deren Architektur noch besteht? Das Zuhause von wunderbaren Pflanzen? Eine hohe spirituelle Schwingung? Gerüche von Menschen? Oder Gott? Was ist in diesem Raum? Alles zusammen. Letztlich, da alles Gott ist, ist alles Gott. Aber unsere Aufmerksamkeit kann auf das eine oder das andere gerichtet sein. So ähnlich ist es auch beim Zusammensein mit einem Meister, z.B. Swami Vishnu. Manche haben seine orangen Gewänder faszinierend gefunden. Die anderen seine dunkle Hautfarbe. Die anderen haben überlegt, dieser indische Akzent. Die nächsten haben seine große Herzlichkeit gespürt. Die nächsten haben in seiner Gegenwart Gott gespürt. Wer hatte Recht? Auch wieder alle. Natürlich ist die Frage, was führt einen als spirituellen Aspiranten weiter? Wenn man sich auf die orange Kleidung besonders konzentriert? Vermutlich nicht ganz so. Und so können wir unseren Geist einstimmen. Oder auch, jeder Mensch, man kann in jedem Menschen auch Gott sehen. Natürlich in manchen Menschen vielleicht mehrr als in anderen. Aber im Grunde genommen, alles ist da. Genauso, man spürt eine negative Schwingung irgendwo. Jetzt können wir uns darauf einstimmen, indem wir uns voll darüber aufregen oder Futter geben und dann sind wir ganz darauf eingeschwungen. Oder wir können unseren Geist erheben auf eine höhere Ebene und spüren dort das Höhere. Wie können wir unseren Geist einstimmen auf höhere Ebenen? Natürlich zum einen über Asanas, Pranayama und Mantrasingen. Das sind praktisch unsere Tuning-Instrumente. Vor kurzem hat jemand das Klavier neu gestimmt. Der brachte einen ganzen Werkzeugkasten mit. So gibt es bestimmte Praktiken, die stimmen unseren Geist höher. Und so, indem wir Asanas, Pranayama, Meditation üben, indem wir Mantras singen und natürlich, je mehr wir unseren Geist darauf einstelen, umso mehr kann diese Kraft auch, die Kraft dieser Praktiken, unseren Geist erheben. Eine weitere Technik ist Dienen. Indem wir Gott dienen, stimmen wir uns auf Gott ein. Das Dienen ist die schönste Weise um sich auf einen Menschen einzustimmen. Letztlich, warum mag eine Mutter ihr Kind? Paradoxe Frage. Man könnte natürlich evolutionsbiologisch sagen, die Natur hat das irgendwo eingerichtet. Aber ich glaube, es ist etwas anderes. Schon bis das Kind geboren wird, hat die Mutter ja schon 9 Monate für das Kind gesorgt. Sie hat dem Kind gedient. Sie ist darauf eingestimmt und spürt ihr Kind, versteht ihr Kind und dient dem Kind und deshalb ist diese Beziehung dann da. So ist es aber nicht nur mit dem leiblichen Kind. Es gab ja auch Fälle, wo Kinder verwechselt worden sind. Und die Mutter liebte das Kind genauso. Wenn man jemandem dient, dann kommt die Einstimmung. Was ja auch so ein Grund ist, warum bei unseren Ausbildungen 45 Minuten Karma Yoga dabei ist. Man dient dem spirituellen Werk, man dient den Meistern und dabei stimmt man sich ein. Respekt ist eine weitere Weise. Man kann jemandem mit Respekt begegnen und in dem Moment kann man sich auf das Höhere einstimmen. Man kann jemandem mit einer anderen Einstellung begegnen und dann wird etwas anderes dabei herauskommen. Wir können Hingabe zu Gott üben. Dazu dienen die ganzen Bhakti-Praktiken. Puja, Homa, Arati. All das sind Weisen, wie wir unseren Geist einstimmen auf das Höhere. Manches geschieht automatisch, manches können wir mit Unterscheidungskraft machen. Wenn wir feststellen, dass unser Geist jetzt gerade nicht auf die höhere Wirklichkeit eingestimmt ist und nicht eingestimmt ist auf die höheren Aspekte, dann können wir schauen, was habe ich gemacht, dass ich mich auf andere Aspekte eingestimmt habe. Und was könnte ich machen, damit mein Geist wieder auf Höheres eingestimmt wird. Und dann brauchen wir es nur noch zu tun und können Gott erfahren wo wir vorher etwas Physisches gesehen haben. Das Physische bleibt weiter, alles bleibt weiter, aber das Göttliche ist auch da. Indem wir uns darauf einstimmen, wird es zur lebendigen Wirklichkeit. Hari Om Tat Sat Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.
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