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Wie du dich aus der Dualität befreien kannst

Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute spreche ich über Patanjalis
Yoga Sutra, Kapitel 2, Vers 48: Durch die Meisterung der Asana wird man frei von den Angriffen der Gegensatzpaare.

Das ist ein etwas radikaler Ausdruck: „Angriffe der Gegensatzpaare“. Aber obgleich ich normalerweise kein Freund von kriegerischen Analogien bin, finde ich diesen Ausdruck relativ schön. Mit seiner Hilfe können wir uns von Identifikationen lösen. Normalerweise würden wir Hitze oder Kälte nicht als Angriff von Gegensatzpaaren empfinden. Wir denken eher: „Jetzt muss ich was tun, um mich abzukühlen.“ Wenn es kalt ist, würde man normalerweise sagen: „Jetzt muss ich irgendwie dafür sorgen, dass es wärmer wird.“
Patanjali spricht an einigen Stellen über die Dvandvas, Gegensatzpaaren. Auch Krishna spricht in der Bhagavad Gita sehr häufig von Dvandvas. Beide gehen davon aus, dass wir immer wieder „angegriffen“ werden von diesen Gegensatzpaaren. Mal ist es uns zu heiß, mal ist es uns zu kalt, mal ist uns die Arbeit zu anstrengend, mal ist sie zu langweilig, mal erzählt ein Mensch zu viel, mal erzählt er uns zu wenig, mal gibt es zu viele Leute, die mit einem reden wollen, dann wieder gibt es niemanden, der mit einem reden will.
Essen ist zu salzig oder zu wenig salzig, es schmeckt toll oder es schmeckt schlecht, Wasser ist zu heiß, zu kalt, zu fade oder besonders gut. So teilen wir Menschen den ganzen Tag unsere Erfahrungen in Dvandvas ein.

Wir können uns aber auch ab und an davon lösen und uns sagen: Das sind Gegensatzpaare, die uns irgendwie an greifen. Davon können wir uns lösen. Nicht, indem wir uns darüber ärgern: „Oh, wie grässlich, dass ich mich schon wieder über etwas ärgere.“ Oder: „Wie schlimm, dass es mir schon wieder zu kalt ist.“ Oder: „Jetzt bin ich wieder in die Falle getappt“. Wenn wir uns ärgern, erhöht den Frieden nicht. Durch Asanas können wir aber lernen, friedvoller durchs Leben zu gehen, indem wir frei werden von den Dvandvas.

Wenn du dich für die Meditation hinsetzt, dann und meditiere, ohne dich ablenken zu lassen. Selbst wenn du nicht meditieren kannst, dann lerne, ruhig zu sitzen, ein angenehmes Gefühl zu haben, egal was passiert. Lerne, deine Spannungen zu lösen und dich mit dem Unendlichen zu verbinden. Es mag sein, dass du plötzlich einen Luftzug spürst. Bleibe trotzdem ruhig sitzen. Es mag sein, dass du merkst, dass du die Fenster hättest aufmachen sollen, weil es Sommer ist und heiß wird. Aber du bleibst ruhig sitzen und entspannst dich, verbindest dich mit dem Unendlichen. Es mag sein, dass du hörst, dass es irgendwo laut ist und denkst: „Ach, hätte ich doch vorher die Waschmaschine abgestellt.“ oder „Muss jetzt ausgerechnet mein Nachbar den Fernseher so laut stellen.“ Bleib einfach ruhig sitzen. Lasse die Spannungen los und meditiere über das Unendliche. Wenn dir das in der Meditation gelingt, dich zu befreien von diesen Dvandvas, dann wird das eine Grundeinstellung, die dir auch am Tag hilft. Vielleicht sogar jetzt, in diesem Moment. Vielleicht merkst du jetzt, wie du getrieben bist von irgendeiner Manifestation von Dvandvas.

Lerne es, Spannungen loszulassen und auf das Unendliche zu meditieren. Auch wenn es nicht die tiefe Meditation ist, lerne, Ruhe zu bewahren und in Sthira und Sukha, Heiterkeit zu sein.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: asana, dvandva, haltung, inspiration, konzentration, meditation, patanjali, ruhe, sukadev, sutra, Mehr...täglich, yoga

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