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© 2016 Text und Foto: Bhajan Noam - Seit Albert Einstein wissen wir, wenn der Mensch sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit bewegen würde, wäre die Zeit aufgehoben. Darüber hinaus liefe sie sogar rückwärts. Das heißt für uns, Zeit ist Bewegung, ohne Bewegung gibt es keine Zeit.

 

Deshalb sitzen wir in der Meditation ganz still und versuchen ebenso unseren Geist zur Ruhe zu bringen. Die Erfahrung, die wir dabei im Idealfall machen können ist, dass wir in einer Zeitlosigkeit ankommen, in etwas wie einem heiligen Tempel. Würden wir nicht vor und nach der Meditation auf die Uhr schauen, wüssten wir oft nicht, wie lange wir meditiert haben. Um diese Zeitlosigkeit geht es eigentlich bei der Meditation. Denn das Göttliche, mit dem wir uns verbinden möchten, ist jenseits von Zeit, ist jenseits von Raum, ist jenseits von bekannten Begriffen.

 

Wir sind in unserem Alltagsleben spätestens ab der Schule so an Uhren und an vorgegebene Zeitrhythmen gewöhnt, dass wir uns außer vielleicht am Wochenende und im Urlaub ein Leben ohne diesen Taktgeber nicht mehr vorstellen können. Zeit aber gehört zur materiellen Welt, in der spirituellen Welt existiert sie nicht. Bewegen wir uns in der Zeit, sind wir, wenn wir nicht sehr bewusst, sehr wach bleiben, im gewissen Sinn abgeschnitten vom Göttlichen. Die Zeit ist eine Traumebene, eine unwirkliche schiefe Ebene, von der wir zwangsläufig immer wieder herunterpurzeln. In der Zeit können wir uns nie aufgehoben und sicher fühlen. Deswegen werden Menschen, je mehr sie sich Terminen aussetzen, so unruhig, unsicher und nervös. Ein regelmäßig Meditierender kennt das nicht.

 

Wir sehen jetzt vielleicht, dass es eigentlich mehr um die geistige Unruhe, die lärmenden Gedanken, die Überforderung, die chaotischen Bewegungen im Verstand geht. Sie sind es, die uns der Stille berauben. Durch Meditation, durch das Heraustreten in einen zeitfreien Bereich, kommen wir zurück in unsere Kraft, in unsere Wirklichkeit, verlassen wir den Traum, der uns immer wieder so real zu sein scheint, aber der uns tatsächlich kraftlos und müde macht. Im Schlaf sind wir zeitlos und tief verbunden mit der Quelle. Beim langsamen Erwachen können wir es oft noch spüren. Doch dann stürzen wir uns in den Alltag und zerreißen dabei dieses zarte Band. Durch regelmäßige Meditation lernen wir allmählich, dauerhaft in Verbindung zu bleiben. Es wird Rückfälle geben. Doch ebenso wird die Erinnerung schneller zurückkehren. Dann ist irgendwann kein stilles Sitzen mehr notwendig, auch in körperlicher Aktivität lernt der Geist ruhig zu bleiben.

 

Körperliche Stille und ein ruhiger Atem fördern zu Beginn ein Stillwerden unseres Verstandes. Mit fortschreitender Übung erfahren wir auch in Aktivität Ruhe und Gleichmut und spüren immer mehr, was an äußerem Tun tatsächlich zu uns gehört und mit was wir uns Schaden zufügen. So werden wir bald selbstbewusster und liebevoller mit uns umgehen, was fast automatisch einen respektvolleren und mitfühlenderen Umgang mit unseren Nächsten mit sich bringt. Meditation ist zugleich Selbst- und Nächstenliebe – und aus der Tiefe kann nun wie ein zarter Keim auch die Gottesliebe in uns hervortreten. OM Shanti.

 

- Bhajan Noam -

 

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Tags: Atem, Bhajan_Noam, Geist, Gottesliebe, Meditation, Mensch, Nächstenliebe, Ruhe, Selbstliebe, Stille, Mehr...Tempel, Zeit, Zeitlosigkeit

Kommentar von Hannelore/Wuschel am 20. Januar 2016 um 5:35pm

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