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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute lese ich wieder etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda. Diesmal aus dem Kapitel „Schüler“:
„Ein Schüler ist jemand, der den Anweisungen des Lehrers folgt und der bis zum Ende seines Lebens die Lehren an Seelen weitergibt, die am Weg weniger fortgeschritten sind.“

Der Ausdruck „Schüler“ kommt von dem Wort „schulen“. Auf Englisch heißt es „disciple“, von „discipline“. Swami Vishnu hat gerne gesagt, dass es einen Unterschied zwischen Schülern und Anhängern gibt. Die Schüler sind bereit, sich zu schulen, an sich selbst zu arbeiten. Sie sind bereit, sich bestimmten Disziplinen zu unterwerfen. Ein Anhänger hängt einfach nur irgendwie an. Er verehrt vielleicht irgendetwas und ist theoretisch von irgendetwas überzeugt, aber er arbeitet nicht an sich selbst, er schult sich nicht wirklich und er unterwirft sich keinen Disziplinen.

Allerdings klingt der deutsche Ausdruck „Disziplin“ erheblich krasser, als das amerikanische „discipline“. Disziplin in diesem Sinne heißt eher so viel wie „Schulung“. Es bedeutet, bereit zu sein, Dinge zu praktizieren, um den eigenen Geist zu schulen. Natürlich bedeutet es auch, einen Lehrer anzuerkennen. In der Yogatradition ist die Weitergabe spirituellen Wissens nicht nur eine Frage der Technikvermittlung. Dort gibt es die so genannte Guru Sampradaya, durch die die Guru Parampara Shakti hindurch fließt.
Wenn Yoga unterrichtet wird, dann geschieht dabei mehr als nur eine Technikweitervermittlung und theoretische Unterrichtsvermittlung. Es fließt Energie durch den Lehrenden hindurch. In gewissem Sinne ist Gott selbst der Lehrer. Die Lehre fließt durch die verschiedenen menschlichen Lehrer hindurch. In dem Maße, wie die Lehrenden sich selbst geöffnet haben, in dem Maße, wie sie sich selbst gereinigt haben, kann diese Energie durch sie hindurchfließen. Je mehr der Schüler sich öffnet, desto stärker kann er diese Kraft erfahren.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bewusstsein, erfahrung, erkenntnis, gedanken, guru, göttliche, inspirationen, lehrer, lernen, meditation, Mehr...schüler, sivananda, sukadev, tägliche, wahrheit

Kommentar von haripriya-rāmani हरिप्रिय रामनी am 24. September 2010 um 6:01pm
Om namah shivaya,
ja, das stimmt tatsächlich. Ich hätte es früher nicht geglaubt, aber immer wenn ich eine
Yogastunde gebe, kann ich diese Energie stark spüren.
Ich kann es kaum beschreiben. Es ist einfach toll.
Om shanti und liebe Grüße von Haripriya
Kommentar von Mahashakti Maria am 24. September 2010 um 8:58pm
Namasté lieber Sukadev,

Du schreibst hier über die Verbindung zwischen Schüler und Lehrer. Mir stellt sich da manchmal die Frage, wie ich als Schüler meinen Lehrer (Guru) finde, oder er eben mich. Ich habe dazu gelesen, was Swami Sivananda in "Göttliche Erkenntnis" über die Notwendigkeit eines Gurus schreibt. Gerade für einen Anfänger scheint es leichter zu sein von einem "menschlichen" Lehrer zu lernen, er sieht und erlebt mich, kann mir Tipps geben, mich korregieren ect..

Auch von der besonderen Übertragung der Kraft und Energie zwischen Aspirant und Guru ist die Rede. Was ist nun aber, wenn ich keinen Guru an meiner Seite habe, mich vielleicht nur über ein Foto o.ä., mit diesem Meister verbinden kann, entgeht mir da nicht entscheidenes? Du warst ja selbst jahrelanger Schüler von Swami Vishnu-Devananda, Du hast ihn direkt erlebt und er Dich, wäre Deine Verbindung zu ihm und seinen Lehren von gleicher Intensität wenn Du ihn nie persönlich kennen gelernt hättest?

Und dann noch die Frage, woher weiß ich, ob mich ein Guru überhaupt als Schüler möchte? Vielleicht hält er mich für nicht geeignet, hat schon etliche Schüler oder es stimmt einfach die "Chemie" nicht. Wahrscheinlich denke ich da jetzt wieder ZU menschlich? ;)

Wahrscheinlich bleibt mir eh nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, dass der Satz "ist der Schüler bereit, ist der Lehrer nicht weit" wahr wird. Oder wie schreibt es Swami Sivananda so schön:" Möge jeder Mensch seinen Weg gemäß seinen Fähigkeiten, seinem Temperament und seinem Verständnis gehen. Sein wirklicher Guru wird ihn auf diesem Weg finden."

In diesem Sinne
Om Shanti
Herzlich Grüße
Maria

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