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o und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Ich lese heute etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Meditation“, dem Unterkapitel „Was ist Meditation?“
Swami Sivananda schreibt hier: „Meditation ist das Aufrechterhalten eines unaufhörlichen Flusses von Gottesbewusstsein.“
Das ist eine Definition, die wir sonst nicht so oft hören. „Das Aufrechterhalten eines unaufhörlichen Flusses von Gottesbewusstsein.“ Bewusstsein, reines Bewusstsein, ist letztlich immer Gottesbewusstsein, denn es gibt nur ein unendliches, allumfassendes Bewusstsein, und dieses allumfassende Bewusstsein ist in jedem Menschen drin. Nicht nur in jedem Menschen, es ist hinter der gesamten Schöpfung. Wenn wir einen unaufhörlichen Strom reinen Bewusstseins haben, dann ist dies das Bewusstsein der Einheit. Das kann man eben auch Gottesbewusstsein nennen.


„Alle weltlichen Gedanken sind aus dem Geist verbannt, der Geist ist erfüllt und gesättigt mit göttlichem Gedanken, göttlichem Ruhm und göttlicher Gegenwart.“
„Weltliche Gedanken sind aus dem Geist verbannt.“ Was heißt weltliche Gedanken? Weltliche Gedanken sind Gedanken, die beschränkt sind in Zeit, in Raum, in Kausalität, in Dualität, in Mögen und Nicht-Mögen, in du und ich usw. Das sind weltliche Gedanken. Auch alle weltlichen Gedanken ruhen letztlich in dem einen kosmischen Gedanken, denn hinter allem bleibt stets die eine allumfassende kosmische Wirklichkeit. Es gibt nicht zwei in Wahrheit. Nur, dieses eine Unendliche können wir dann wahrnehmen als Verschiedenes. Wenn wir das als Getrenntes und Verschiedenes wahrnehmen, dann ist das die Welt und dann sind das weltliche Gedanken. Meditation im engeren Sinne ist die siebte Stufe oder Sprosse auf der Yogaleiter. Yogis nennen es Dhyana, Jnanas nennen es Nidrasana, Bhaktas bezeichnen es als Bhajana. Also, es gibt verschiedene Ausdrücke für die Meditation. Im Alltag kann man auch sagen, wenn wir von Meditation sprechen, sind das verschiedene Stufen der Meditation. Wir sitzen, wir atmen, wir bringen den Geist in einen meditativen Gemütszustand. Wir üben eine Technik. Wenn wir in dieser Technik ganz absorbiert sind, dann ist das Dhyana oder Meditation im engeren Sinne. Diese schließlich mündet in Samadhi, dem überbewussten Zustand.


„Vergiss den Körper, vergiss die Umgebung, Vergessen ist eine wichtige spirituelle Praxis.“
Swami Sivananda schreibt hier jetzt etwas Unkonventionelles, contra Intuitives. Natürlich, Meditation hilft langfristig, ein besseres Gedächtnis zu haben. Zahllose Studien haben gezeigt, dass Menschen, die meditieren, ihre geistige Leistungsfähigkeit auch langfristig erhalten. Man kann sogar messen, dass, wer regelmäßig meditiert, im Alter ab sechzig oder siebzig eine höhere Gehirnmasse hat als andere. Also, Meditation hilft auch, nicht zu vergessen. Aber Meditation hilft einem auch, loszulassen. Auf Deutsch sagen wir dazu abzuschalten. Eigentlich ein eigenartiger Ausdruck. Wir drücken auf einen Knopf und haben dann abgeschaltet, so wie beim Computer. Bei modernen Computern nutzt es auch nichts, auf den Knopf zu drücken, dann wollen sie sich erst langsam herunterfahren und zwischendurch stellen sie einem noch zehn Fragen. Auch der Geist ist vielleicht nicht so einfach abzuschalten, manchmal dauert das etwas. Aber dennoch, was Swami Sivananda hier sagt: „Vergiss den Körper, vergiss die Umgebung, vergiss deine Identifikation“, ist die Essenz der Meditation. Nachher können wir uns wieder früh genug daran erinnern. In der Meditation probieren wir, uns zu lösen von dem Körper, der vielleicht atmet, der die und jene Empfindung hat, von unseren Emotionen, unseren Gedanken, unseren Identifikationen, von unseren Plänen und was wir alles so haben. Wenn wir alles loslassen können, mit dem wir uns identifizieren, dann wird das erfahrbar, was man als Göttliches bezeichnen kann.


„Jesus sagte, mache dich leer und ich werde dich erfüllen. So sagt es auch Patanjali: „Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist, dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen. Dieser Prozess des Leermachens und des Lösens der Gedanken im Geist ist zweifellos ein schwieriges Unterfangen, aber fortgesetztes intensives Üben bringt Erfolg. Darüber besteht kein Zweifel.“


Wenn wir unseren Geist zur Ruhe bringen, erfahren wir das, was wir wirklich sind. Und das, was wir wirklich sind, ist Bewusstsein an sich. In diesem Bewusstsein sind wir eins mit dem Unendlichen. Wir können es erreichen durch regelmäßige Praxis mit Herz und Verstand.


Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortragesvon Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditationim Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bedeutung, bewusstsein, erkenntnis, geist, göttliche, inspirationen, meditation, ruhe, stille, sukadev, Mehr...tägliche

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