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Om Namo Narayanaya


Im Yoga wünschen wir immer wieder Frieden. Wir beginnen jede Yogastunde mit dem Mantra „Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.“ Wir schließen sie ab mit „Shanti, Shanti, Shanti.“ Wir singen im Satsang verschiedenste Friedensmantras. Satsang ist das, was wir jetzt gerade hier machen, Meditation, Mantrasingen, Vortrag, Lesung, Tryambakam, Arati. Das Tryambakam, ein Mantra für den Frieden. Anschließend „Sarvesham – möge es allen Menschen gutgehen“. Arati, wir schwenken symbolisch das Licht, wir wollen Lichtgedanken überall hinbringen. Im Yoga spielt also Frieden eine wichtige Rolle.

Das Wort Yoga selbst heißt ja auch Einheit, Verbindung, Harmonie. Wir wollen in Frieden leben mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen, mit der ganzen Welt. Und wenn wir so häufig immer wieder „Frieden“ sagen und Friedensgedanken schicken, hat das verschiedenste Wirkungen. Zum einen, schon in dem Moment, wo wir anderen Frieden wünschen, fühlen wir uns selbst auch friedvoller. Umgekehrt, im Yoga machen wir so viel, um mehr in Frieden mit uns selbst zu kommen. Alle Sachen, die wir im Yoga machen, helfen ja auch, mehr in Frieden mit uns zu kommen, helfen, Verspannungen aufzulösen, helfen, loszulassen, helfen, mehr uns selbst zu fühlen, wie wir sind, helfen, uns selbst anzunehmen, so wie wir sind. Wir sind ja in einer Welt, wo wir ständig wissen, was wir sein sollten und wie wir sein sollten und was wir tun sollten.

Und im Yoga merken wir mehr, wie jetzt wir sind. Auch auf einer relativen Ebene. Wir lernen auch, hohe Ideale zu haben, aber auch zufrieden zu sein, mit dem, was wir können. Schon in der Yogastunde gibt es eine Asana und die Asana gibt es in der Perfektion. Und so haben wir das vor Augen. Jetzt könnte man sich dort unter Druck setzen: „Ich will die unbedingt erreichen und schaue, ob andere besser sind als ich.“ Das wäre kein Yoga. Wir können aber sagen: „Ja, das ist so die Richtung. Jetzt schaue ich, was kann ich in diesem Moment tun. Dann mache ich es so gut, wie ich es kann, und ich lasse los. Und ich bin dann im Frieden damit. Ich spüre, wenn ich das, was ich tun kann, mache, so gut, wie ich es kann, dann bin ich in Frieden mit mir selbst.“

Und wenn wir uns so selbst annehmen, wie wir jetzt sind, und dabei Entwicklungspotenzial sehen, so können wir auch andere Menschen annehmen, wie sie jetzt sind und Entwicklungspotenzial sehen. Wenn wir im Frieden mit uns selbst leben, können wir also im Frieden mit anderen leben. Wenn wir im Frieden mit anderen leben, können wir auch eine Kraft des Friedens in die ganze Welt schicken. Zum einen geschieht das also automatisch, wenn wir Yoga üben und wenn wir Friedenswünsche schicken. Zum anderen ist es aber auch immer wieder eine bewusste Bemühung, dass wir sagen, wir wollen in Frieden leben. Und dazu gilt es manchmal, von dem vielen „so sollte es sein“, „so müsste es sein“ usw., Abstand zu gewinnen.

Denn Menschen sind nun mal nicht so, wie wir denken, dass sie sein sollten. Die Welt ist nicht so, wie wir denken, dass sie sein sollte. Wir selbst sind nicht so, wie wir denken, dass wir sein sollten usw. Auf der einen Seite, Ideale zu haben, ist gut, auf der anderen Seite ist es aber umso wichtiger, zu erkennen, was jetzt ist, friedvoll damit umzugehen und zu erkennen, was jetzt ist, ist so wie es jetzt ist die beste Gelegenheit, sich zu entwickeln und in diesem Moment friedvoll zu sein. Es gibt darüber hinaus noch einen weiteren Aspekt. Yogis sagen auch, Gedanken sind geistige Kräfte. Nicht nur, wenn wir Frieden wünschen, entsteht eine friedvolle Schwingung und in unserem Gehirn werden bestimmte Gehirnareale aktiviert. Und man hat sogar festgestellt, wenn man anderen Menschen Gutes wünscht, dann fühlt man sich gut und das Belohnungssystem des Hirns wird irgendwie aktiviert, wenn diese Wünsche stark sind.

Also, es geschieht einiges auf der inneren Ebene. Aber Yogis gehen davon aus, es geschieht nicht nur etwas im Hirn und unserem eigenen Geist, sondern friedvolle Gedanken schaffen friedvolle Schwingungen. Und diese friedvollen Schwingungen sind dann in einer Gedankenatmosphäre. Und wenn viele Menschen friedvolle Gedanken haben, bilden sich Gedankenwolken des Friedens und die regnen dann auch als Frieden in der Welt, als friedvolle Ereignisse, zum Teil als kleine Wunder, die wir auch immer wieder erleben, dass plötzlich in bestimmten Weltregionen oder unter bestimmten Menschen Frieden ausbricht, was man vorher nicht für möglich gehalten hat. Friedensgedanken können dazu einen Beitrag leisten. Und so machen wir das im Rahmen der Yogastunden, der Meditation, des Satsangs und jeder einzelne kann das auch für sich machen.

Wann immer ihr morgens aufsteht, könnt ihr auch Friedensgedanken schicken. Wann immer ihr abends einschlaft, könnt ihr Friedensgedanken schicken. Wann immer ihr euch hinsetzt zur Meditation oder Yoga übt, könnt ihr Friedensgedanken schicken. In alle Richtungen, zu den Menschen, mit denen ihr zu tun habt und vielleicht auch insbesondere zu den Menschen, mit denen ihr gerne etwas friedvoller leben wollt.

 

Hari Om Tat Sat

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Friedensgebete, Friedensgebete für die Welt, Sukadev, Welt, tägliche inspiration

Kommentar von Mantras am 31. März 2014 um 3:52pm

Sarvesham Svasti Bhavatu - Mögen alle Wesen glücklich sein. Mantra für Wohlergehen, Heilung und Frieden. Diese Mantras stammen aus den Veden und Upanishaden. Sie werden regelmäßig in vielen Ashrams rezitiert, vor allem in Ashrams der Sivananda Tradition sowie bei Yoga Vidya. Ausschnitt aus einem Live Satsang bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

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