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Erwachen im Alltag

(über Meditation)

 

Meditation geschieht immer jetzt. Trenne Meditation nicht vom Alltag. Tue es zu Beginn, solange du noch den Rückzug in die Stille brauchst; behalte auch täglich eine Zeit bei, die nur der Meditation vorbehalten ist. Aber nimm sie schon bald aus diesem Freiraum mit hinaus ins „normale“ Leben.

 

Meditiere und lebe bewusst. Dann wird es nichts mehr geben, was sich nicht ändern wird. Wer ernsthaft zu meditieren beginnt, beginnt damit auch, sein Leben auf den Kopf zu stellen, bis kein Glaubenssatz, keine Vorstellung mehr übrig bleiben.

 

Was du in deinem äußeren Leben auch immer tust, bist und denkst, werde dir dessen bewusst und du hast eine Schlüsselposition zu deinem Erwachen inne. Tauche tief hinab in deine jetzige Existenz, wie auch immer sie aussehen mag, bis du sie in allen ihren Bezügen als dein eigenes Spiegelbild erkennst. Dann schaue hinter diesen Spiegel und sieh, dass dort nichts ist. Alle Anschauungen, alle Bewertungen, alle Begriffe, alle Bilder sind Spiegelungen deiner selbst, Tausend bunte Irrlichter.

 

Im Erkennen des Nichts hinter dem Spiegel entflammt plötzlich ein Feuer in dir, in das du lachend all den Unsinn hineinwerfen kannst, mit dem du dich belastet und gebunden hast. Der letzte Gedanke geht. Dann ist nichts mehr als Stille, die hell und warm und göttlich ist.

Meditation ist ja nicht eine andere Form des Kirchgangs: hier hörst du dir das Wort Gottes an und dort lebst du dein unbewusstes und von Begierden gelenktes Dasein weiter. Meditation fordert Bewusstwerdung. Meditation ist deshalb wirkliche Arbeit auf allen Ebenen, denn sie fordert auch Konsequenzen. Sie ist jedoch eine Arbeit, bei der du dich innerlich immer mehr entspannst.

 

Der Weg ist sehr schlicht und doch so reich: Licht ist überall. Beginne es mit deinem inneren Auge zu sehen. Atme es ein, nimm es auf durch alle Poren, denn du bist ja von Licht umgeben. Bade darin. Denke es. Träume es. Du kannst es sogar essen. Lasse dich von Licht durchströmen in der Meditation, fülle dich ganz damit an. Werde selbst zu Licht. Der Siddha-Weg besagt: Es ist nur eine kleine innere Bewegung von der Dunkelheit, von den Nebeln zum Erwachen. - Gehe den Weg achtsam Schritt für Schritt. Du kannst auch keine zwei Atemzüge gleichzeitig tun. Koste ihn aus. Gehe ihn bewusst und verantwortlich.

 

Das neue Leben wird langsamer und stiller sein, wie auch der Fluss zum Meer hin breit und ruhig verläuft. Wie die Liebe in dir wächst, ändern sich allmählich auch deine Beziehungen, erlangen eine andere Tiefe oder lösen sich auf. Liebe ist auch innere Klarheit, an der sich vieles scheidet. Vielleicht stellen bisher fremde Menschen dir Fragen nach dem Sinn des Lebens, weil sie bei dir Lösungen sehen. Du selbst aber glaubst immer weniger zu wissen. Du wirst vorsichtiger mit schnellen Antworten umgehen, wirst öfter nein als ja sagen. Dieses geschieht ganz natürlich – es ist dein Weg zu dem einen heiligen Ja, das keine Antwort mehr auf eine Frage, keine Zustimmung ist, sondern eine Einstimmung, eine Melodie, die dir plötzlich und sanft aus grundloser Freude entspringt.

 

Alles Grundlose, alles unergründbare, unvermutete Geschehen, das dich trifft, deutet immer auf das Reifen der kostbarsten Früchte deines Herzens hin.

 

- Bhajan Noam -

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Alltag, Bhajan_Noam, Erwachen, Klarheit, Leben, Licht, Liebe, Meditation, Spiegel, Weg

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