Im 16. Vers beginnt er mit etwas, was er im zehnten Kapitel weiter ausbauen will, nämlich, dass wir Gott in den besonders großartigen Dingen sehen können. So sagt er:

Ich bin Kratu, das ist das vedische Opfer. Gott ist also in besonderen Ritualen erfahrbar. Ich bin Yajna. In jedem Ritual erfahrbar. Ich bin das Opfer für die Manen, die Vorfahren. Im alten Indien gab es verschiedene Arten von Opfer. Es gab Kratu, es gab Yajna, und Svadha. Man kann Gott zum einen verehren in einem vedischen Opfer, man kann Gott verehren in formellen Ritualen, und man kann Gott auch verehren in Ritualen zu Hause. Dies machte man typischerweise für die eigenen Vorfahren. In jeder Art von Ritual ist Gott erfahrbar, deshalb, egal in welchem Ritual du bist, spüre dort Gott.

Zum Beispiel, wenn du Arati machst, oder in einem Satsang bist, Puja oder Homa machst, oder einem christlichen Gottesdienst beiwohnst. Hier ist Gott erfahrbar.

Oder bei deinem eigenen persönlichen Gottesritual. Im Rahmen der Bhakti - Yoga Vorträge, die ich auch gegeben habe, habe ich einige Rituale vorgestellt, die du selbst machen kannst. Gott ist also zum einen erfahrbar im Opfer. Gott ist auch das Heilkraut und alle Pflanzen. Man könnte auch sagen, wenn du in der Natur bist, kannst du Gott sehen. Oder in der Arznei kannst du Gott sehen, oder auch in den Gaben, die du ins Feuer gibst bei einem Feuerritual.

Gott ist auch Ajya, also im Öl, welches du ins Feuer gibst. Gott ist auch das Feuer und Gott ist auch die Opfergabe. Und Gott ist auch das Mantra. Wann immer du ein Mantra sprichst, spüre dort auch Gott. Und wenn du in einer Opferzeremonie bist, spüre auch dort Gott. Wenn du in einer Opferzeremonie bist, spüre auch dort Gott.

  1. Vers: „Ich bin der Vater dieser Welt und auch die Mutter. Ich bin der Verwalter der Früchte der Handlungen und auch der Großvater. Das eine Ding, das erkannt werden muss, die Läuterung, die heilige Silbe Om, wie auch Rig-, Sama- und Yajur - Veda.“
  2. Vers: „Ich bin das Ziel, der Erhalter, der Herrscher, der Beobachter, die Wohnstatt. Die Zuflucht, der Freund, der Ursprung, die Auflösung, die Grundlage, die Schatzkammer. Und der unvergängliche Same.“
  3. Vers: Als Sonne spende ich Wärme, ich halte den Regen zurück und lasse ihn fallen. Ich bin unsterblich und auch der Tod, das Sein und auch das Nicht-Sein.“

Hier beschreibt Krishna wie er erkannt werden kann und, was er damit auch ausdrückt ist, man kann Gott auf so vielfältige Weisen sehen. Und wichtig ist, das wir Gott verehren, wir können ihn auf so viele verschiedene Weisen verehren. Wir können ihn als den Vater dieser Welt verehren, wir können Gott auch als die Mutter dieser Welt verehren. Oder sogar als Großvater. Man kann Gott überall verehren. Wir können Gott auch als den Verwalter dieser Welt verehren, der uns alles schenkt. Auch so können wir Gott verehren.

Wir können Gott aber auch verehren als den, den wir zu erkennen wünschen. Aber Gott ist auch die Läuterung, man kann sagen „Gott, bitte hilf mir, bitte hilf du mir, dass ich mich reinige, dass ich mich vom Ego befreie, und Gott ist auch im Mantra gegenwärtig, und Gott ist auch in den Schriften. Wenn du eine Schrift liest, lies sie als Manifestation Gottes. Und so können wir Gott auf verschiedene Weisen verehren, es ist nur wichtig, dass wir Gott verehren. Und mal verehren wir Gott auf die eine, mal auf die andere Weise. Wir können Gott verehren in der Natur als Sonne, oder auch als Regen, oder auch als Nicht-Regen.

 

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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