1. Vers: „Um diese beiden Wege wissend – oh Arjuna – geht kein Yogi in die Irre. Daher sei zu jeder Zeit fest im Yoga.“

Öfters stehst Du vor einer Entscheidung, wie ja auch Arjuna eigentlich vor einer Entscheidung steht, das ist ja der Beginn der Bhagavad Gita. Und da kannst Du dann überlegen: welcher Weg führt mich in die Freiheit, in die Gottverwirklichung, in die Reine Liebe? Und welcher Weg führt mich in die Begrenzung, in die Verhaftung und in die Dunkelheit? Oft ist es der Weg in die in die Dunkelheit, in die Verhaftung, in die Wunscherfüllung, der bequemer ist, der angenehmer ist. Gehe diesen nicht. Gehe den Weg, der ins Licht führt, und der ist nicht so einfach, mindestens nicht dauerhaft.

Wenn Du zwischendurch gestrauchelt und gestolpert bist gehe wieder den Weg zum Licht.

Nicht immer ist es einfach, sonst könnte die Bhagavad Gita ja hier aufhören. Krishna spricht 10 Kapitel weiter: „nicht immer ist es einfach zu erkennen – welcher Weg ist denn der Licht-Weg? Aber mindestens sei Dir bewusst, in jedem Moment wo Du entscheiden kannst, kannst Du entscheiden: Weg des Lichts oder Weg der Dunkelheit. Gehe den Weg des Lichtes.

  1. Vers: „Über jede Frucht, jeden Ertrag, die, wie es in den Schriften heißt, das Studium der Veden bringen soll, das Ausführen von Opfern, das Üben von Askese und Geschenke, geht der Yogi hinaus da er dies weiß und er gelangt zur höchsten ursprünglichen Wohnstatt die ohne Anfang und ohne Ende ist.“

Wenn Du in der relativen Welt bleibst dann gibt es ein Kommen und ein Gehen, mal ist es schön, mal weniger schön. Angenommen, Du tust gute Werke um belohnt zu werden, damit andere Dich anerkennen, Dir einen Gefallen zurücktun oder Du gutes Karma bekommst – magst Du das bekommen. Dann hast Du Vergnügen und danach kommt wieder Schmerz. Und wenn Du nur Deine spirituellen Praktiken übst oder Yoga-Praktiken übst oder Askese-Praktiken übst um gesund zu werden oder um Anerkennung zu bekommen und vor anderen zu prahlen wie gut Du bist, dann magst Du gesund werden und Du magst auch Anerkennung bekommen.  Aber, was gesund ist wird auch krank, wo Anerkennung ist kommt auch wieder Tadel, es ist nicht dauerhaft. Und wenn Du spirituelle Schriften liest und wenn Du Schriften studierst, um nachher gute Vorträge geben zu können, tolle Artikel zu schreiben, bewundert zu werden, dann magst Du bewundert werden. Aber aus Bewunderung kommt irgendwann etwas anderes.

Sei Dir immer bewusst, es gibt den Shukla Marga, den hellen Weg, und es gibt den dunklen Weg. Gehe den hellen Weg zum Licht in jedem Moment.

Und auch wenn Du spirituell praktizierst – reinige Deine Motive.

Swami Sivananda hat immer wieder gesagt: „Scrutinize your motives.“– immer wieder, analysiere Deine Motive. Überlege: praktiziere ich aus der Reinheit heraus? Praktiziere ich um Gott zu verwirklichen? Praktiziere ich um Gutes zu tun? Praktiziere ich ohne Verhaftung zu sein?

Und so sagt Er ja: „hafte nicht an den Früchten, hafte nicht am Erfolg. Hafte nicht an irgendetwas, gelange zur höchsten Wohnstatt indem Du Dich Gott hingibst.“

Hari Om Tat Sat

Vor dem Abschlussvers des 8. Kapitels nochmal der Hinweis: Du findest die Bhagavad Gita auch vollständig in dem Buch „Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita für Menschen von heute“. Dort findest Du auch alle Verse einzeln erläutert, Du findest Wort – für – Wort - Übersetzung, so dass Du selbst noch überlegen kannst was diese Verse für DICH bedeuten.

 

Hari Om tatsaditi shriimad bhagavadgiitaasuupanishhatsu

brahmavidyaayaan yogashaastre shriikrishhnaarjunasanvaade

aksharabrahmayogo naamaashtamo dhyaayaha

 

So endet in den Upanishaden, der glorreichen Bhagavad Gita, der Wissenschaft vom Ewigen, der Schrift über Yoga, des Dialogs zwischen Krishna und Arjuna, das 8. Kapitel mit dem Namen „Der Yoga des unvergänglichen Brahman“.

„Strebe nach Brahman, gehe den hellen Weg zu Brahman, verhafte Dich an nichts. Richte Dich auf Gott aus, praktiziere und gib alles Gott hin. So wirst Du Brahman erfahren.“

HARI OM TAT SAT

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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