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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen!
Ich lese heute etwas aus dem Buch von Swami Sivananda, aus dem Kapitel „Meditation“. Swami Sivananda schreibt im Unterkapitel „Was ist Meditation?“:
„Meditation ist das Aufrechterhalten eines unaufhörlichen Flusses von Gottbewusstsein. Alle weltlichen Gedanken sind aus dem Geist verschwunden. Der Geist ist gefüllt und gesättigt mit göttlichen Gedanken, göttlichem Ruhm und göttlicher Gegenwart. Meditation ist die siebte Stufe, die siebte Sprosse auf der Yogaleiter. Yogis nennen es Dhyana. Jnanis nenen es Nididhyasana. Bhaktas bezeichnen es als Bhajana.“


Es gibt verschiedene Definitionen von Meditation. Swami Sivananda bezieht sich hier auf eine bestimmte Stufe. Viele von euch kennen das System der sieben Stufen von Patanjali. Da ist die sechste Stufe Dharana, das Bemühen um Konzentration. Wenn das Bemühen um Konzentration im Sitzen tiefer wird, dann ist es Dhyana. Und Dhyana wird oft übersetzt als die eigentliche Meditation.


Dann, wenn die Konzentration so tief wird, dass kein anderer Gedanke kommt, führt das dazu, dass das Bewusstsein sich erweitert und dass das Bewusstsein sich in den Meditationsgedanken spiegelt. Und das wird als ein Zustand von Freude erfahren, als ein Zustand von Liebe und Ausdehnung. Swami Sivananda beschreibt das hier mit: „Ein unaufhörlicher Fluss von Gottesbewusstsein“. Diese Stufe wird sich erweitern zu Samadhi, wo man nicht mehr sagt: „Ich habe ein Gottesbewusstsein“, sondern wo man mit dem reinen Bewusstsein verschmilzt. Dann gibt es nur noch Bewusstsein.


Swami Sivananda schreibt weiter:
„Vergiss den Körper, vergiss die Umgebung, Vergessen ist höchstes Sadhana, höchste Praxis.“


Im Alltag ist es schon gut, konzentriert und bewusst zu sein, aber in der Meditation kann man lernen, den Körper nicht mehr zu spüren, die Umgebung nicht mehr zu spüren, man kann seine Vergangenheit vergessen und die Zukunftspläne. Dann ist man in der Meditation.


Jesus sagte: „Mache dich leer, ich werde dich erfüllen.“ Das entspricht der Lehre von Patanjali: „Yoga ist das Zur-Ruhe-bringen der Gedanken im Geist, dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen.“ Ist der Geist ruhig, sind die Gedanken ruhig, dann scheint das, was da ist, durch. Wir können es theologisch ausdrücken, wie es Jesus macht: „Ich werde dich erfüllen als Manifestation Gottes“, oder wie Patanjali eben sagt: „Das wahre Selbst ist dann spürbar“.
Wenn der Geist ruhig ist, dann manifestiert sich das Selbst. Wir können den Geist auch mit positiven Gedanken füllen. Diese positiven Gedanken werden tiefer, werden zu Meditation und reflektieren das göttliche Selbst. Dann verschmelzen sich diese Gedanken mit dem Unendlichen.


Man könnte sich also hinsetzen und sagen: „Ich will alle Gedanken zur Ruhe haben und dann beobachten, was hinter den Gedanken ist“. Eine Abwandlung davon wäre: Schaue den Raum zwischen zwei Gedanken an. Typischerweise produziert der Geist einen Gedanken, der Gedanke vergeht, ein neuer kommt, usw. Aber zwischen zwei Gedanken gibt es einen Moment Gedankenstille. Und wenn man dort mit großer Bewusstheit hineingeht, werden diese Momente der Gedankenstille länger. Dann hat man ein paar Momente Chitta Vritti Nirodah, Ruhe des Geistes, und dann kann einen Moment lang dieses höchste Selbst aufblitzen. Das ist die eine Methode.
Die andere wäre, den Geist mit etwas Positivem zu füllen und ihn darin aufgehen zu lassen. So reflektiert sich das höhere Selbst als Wonne, als Freude, als Ausdehnung, und dann verschmelzen diese Gedanken mit dem Unendlichen. auch hier erfahren wir unser höheres Selbst, was man auch als Gotteserfahrung ausdrücken kann.


Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bewusstsein, erfahrung, erwachen, geschichte, höheres, meditation, spiritualität, sukadev, transzendenz

Kommentar von Synapsia am 13. März 2011 um 1:19pm
Gedanken sind Energiepartikel welche durch Emotionen entstehen und diese sind die Reaktion des Körpers auf den Geist. Desto mehr Gedanken, desto mehr Störung zwischen der Einheit von Körper und Geist, fühlen und denken.

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