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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga-Vidya-täglichen-Inspirationen. Heute wieder ein Vers aus dem Yoga Sutra von Patanjali (Yoga Sutra, 3.12) einem der größten Yoga Meister aller Zeiten, Yoga Psychologe und vor allen Dingen, derjenige, der uns zeigt, wie wir unseren Geist optimal nutzen und zum Höchsten, zur Selbstverwirklichung kommen können.

Patanjali hatte im 2. Kapitel verschiedene – man kann sagen - spirituelle Zwecke des Lebens genannt. Er sagte zum einen, wir sind Purusha, unsterbliche Seele. Wir sind reines, unendliches Bewusstsein. Dieses unendliche, ewige Bewusstsein manifestiert sich in der Prakriti, identifiziert sich letztlich mit dem Instrument der Wahrnehmung, also dem Geist, dem Denken, der Psyche usw. Und dieses Hineingehen in die Schöpfung und damit in das Ego, Ahamkara, hinein, hat auch, laut Patanjali, einen Sinn. Und zwar mehrere Sinne. Zum einen ist der Sinn, dass wir die Welt erfahren, dass wir Erfahrungen machen, Bhoga nennt es Patanjali. Es geht also darum, wenn wir in der Welt sind, wollen wir Erfahrungen machen. Und es geht darum, diese Erfahrungen auch intensiv zu machen, bewusst zu machen. Zum zweiten ist der Sinn, dass der Purusha, also die Seele, die Kräfte erkennt, die in ihm und in der Welt liegen. Und so geht es auch darum, dass es wichtig ist, seine Kräfte zu entfalten und zu entwickeln. Letztlich, sich lebendig zu spüren und Dinge zu tun. So gehört zum Raja Yoga auch dazu, seine Kräfte wirklich bewusst einzusetzen. Der nächste Sinn ist natürlich, dass wir eine Mission im Leben haben. Darüber spricht Patanjali nicht so direkt. Er spricht mehr über Maitri. Maitri heißt liebevolle Freundlichkeit, Mitra heißt ja Freund. Maitri wird auch oft als Güte übersetzt, Mitgefühl. Im Buddhismus wurde das ja zu Meta, also Pali. Ausdruck für Maitri ist Meta, also Freundlichkeit, Güte. Also, der nächste Sinn ist, anderen Gutes zu tun und da letztlich auch seine Mission im Leben zu erfüllen. Und natürlich der höchste Sinn im Leben ist, wieder zurückzukehren zum höchsten Ursprung.

Im 12. Vers des 3. Kapitels schreibt Patanjali Folgendes:
Wenn die auf- und absteigenden Geistesinhalte genau gleich sind, entwickelt sich vollkommene Konzentration.
Da muss ich erst noch mal ein paar Mal durchatmen, denn, wenn ich darüber nachdenke, dann will ich einfach nur meditieren. Wenn die auf- und absteigenden Geistesinhalte genau gleich sind, dann ist Konzentration. Das ist der Ausdruck Ekagrata, höchste Konzentration, höchste Sammlung. Und aus diesem Ekagrata, dort kommt man zum Höchsten. Und zwar, Ekagrata, Einpünktigkeit dient dann für alle diese Zwecke. Wer einpünktige Konzentration hat, kann im Leben sehr viel mehr bewirken, ist sehr viel effektiver in allem, was er tut. Wer Ekagrata hat, kann aber auch seinen Geist in der Meditation auf das Höchste richten, kann letztlich dann zu Nirodha, zur Selbstverwirklichung kommen. Wenn die auf- und absteigenden Geistesinhalte gleich sind und vollkommene Konzentration da ist, dann kann man alle seine Kräfte entfalten und man kann die Mission seines Lebens erfüllen. Deshalb ist Konzentration etwas sehr, sehr Wichtiges.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Bewusstsein, Ego, Inspirationen, Konzentration, Patanjali, Sukadev, Vidya, Yoga

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