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© 2016 Bhajan Noam – Nach der Tantrischen Philosophie besteht der Kosmos aus dem Zusammenspiel von männlicher und weiblicher Energie. Beide werden repräsentiert durch Shiva und seine ewige Gefährtin Shakti. Diese Polarität, sagt die Tantralehre, ist aber nicht die letzte und höchste Wirklichkeit, sie entspringt lediglich dem menschlichen Geist, der nur in Gegensatzpaaren zu denken vermag. Deshalb lehrt Tantra eine harmonische Vereinigung von scheinbaren Gegensatzpaaren, die letztlich eine Transformation in uns bewirkt. Gehen wir mit allen Sinnen ganz auf in diesem Moment – mit Hilfe eine Methode oder einfach unserer Natürlichkeit folgend –, kehren wir unweigerlich zurück in den ursprünglichen Seinszustand von Harmonie und Glückseligkeit.

 

Im Tantra, wie im Yoga, geht es um die Aufhebung jeglicher Trennungen und die Erfahrung der Einheit. Yoga heißt Verbindung und Tantra bedeutet Gewebe. Beide Lehren fordern dazu auf, sich wieder einzufügen in das dynamische Fließen aller innerer wie äußerer Lebensprozesse. Trennung bewirkt Unglück und Krankheit, Rückbesinnung bewirkt Heilung. Was uns auf diesem Weg wie ein beständiges und oft anstrengendes Lernen vorkommt, ist in Wahrheit nur ein Loslassen von ererbtem Ballast. Der Schmerz ist unsere Anspannung beim Festhalten an den überholten Denkmustern. Die Angst erzeugt der vermeintlich freie Fall ins Bodenlose. Die Freude aber entquillt uns mehr und mehr beim Flug ins lichtvolle ewige Sein.

 

Im vergangenen Sommer hatte ich ein tiefes Samadhi-Erlebnis, während ich eine Seminargruppe in meine Elemente-Meditation einführte. Wir waren am Meer und alle Elemente umgaben uns mit großer Kraft, der warme Sand unter unseren Körpern, die rauschenden Wogen, die Sonnenglut, die salz- und jodhaltige Luft und der blaue Äther über uns. Es fiel mir sehr schwer weiterzusprechen, doch irgendwie gelang es. Mein stets wiederholtes Motto ist schließlich: Erwachen im Alltag. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich die Elemente-Meditation hier gerne weitergeben. Ist unser Körper, unser Denken und Fühlen im Einklang mit den kosmischen Energien, kehrt tiefe Zufriedenheit in unser Herz und in unseren Geist zurück und wir überlassen uns wieder wie Kinder dem Schöpfer dieser Welt.

 

 

SHIVA SHAKTI - Elemente Meditation

Lockere und dehne dich zunächst gut. Du kannst zur Einstimmung einige Minuten Kapalabhati und anschließend Wechselatmung machen. Sitze dann für etwa 25 Minuten entspannt aufgerichtet im Meditationssitz oder auf einem Stuhl. Atme einige Male tief in deinen Bauch. Zentriere dich dabei und lasse deine Gedanken allmählich stiller werden.

 

 

ERDE

Das erste Element ist das Element Erde. Atme während dieser Zeit leicht vertieft durch die Nase ein und durch die Nase aus. Das Erdelement gibt deinem Körper Stabilität und deiner Psyche Urvertrauen, Mut und Zuversicht. Es wirkt in deinen Knochen, in deinen Bändern, Muskeln, Sehnen und im Bindegewebe wie im Gleichgewichtsorgan. Energetisch wird es durch Muladhara genährt, deinem Wurzelchakra. Verbinde dich, während du bewusst atmest, mit diesen Anteilen in dir. Lasse deinen Knochen, insbesondere deiner Wirbelsäule, den Bändern, Sehnen, Muskeln, dem Bindegewebe und deinem Gleichgewichtssinn Kraft und Stabilität zuströmen über deinen Atem und den durch ihn entfachten Pranastrom. Spüre auch die Lebendigkeit und Vielfalt von Mutter Erde in dir mit ihren Bergen und Tälern, Wäldern, Wiesen und Feldern und allem, was auf ihr lebt. Sei wieder ein Teil von ihr, lasse dich von ihr tragen und liebevoll umsorgen. Übe dies etwa fünf Minuten oder solange, wie du dich damit wohl fühlst.

 

 

WASSER

Das zweite Element ist das Element Wasser. Atme während der nächsten Zeit leicht vertieft durch die Nase ein und durch den Mund aus. Das Wasserelement herrscht in allem, was in dir eine fließende Eigenschaft hat und was dein Denken und Reagieren geschmeidig und den Situationen angepasst sein lässt. Seine Eigenschaften sind nährend, reinigend und Beweglichkeit verleihend. Es wirkt im Blut, in der Lymphflüssigkeit, in der Zellflüssigkeit, in den Sekreten wie Verdauungssäfte, Gallflüssigkeit, Speichel, Samenflüssigkeit, in der Gelenkschmiere und in vielem mehr. Energetisch wird es durch Svadhisthana-Chakra genährt. Lasse allen Flüssigkeiten deines Körpers und der Geschmeidigkeit deines Geistes die Eigenschaften des Wasserelements zukommen. Beziehe sie in dein bewusstes Atmen mit ein und versorge sie mit lebendigem Prana. Spüre in dir die Kraft und Ruhe der großen Flüsse und die Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer der wilden Gebirgsbäche. Fühle dich umspült von Wassern wie ein Baby in seiner Fruchtblase. Gib dich in Gedanken eine Weile dem gewaltigen Rauschen und Wogen der Meere hin. Übe dies etwa fünf Minuten oder solange, wie du dich damit wohl fühlst.

 

 

FEUER

Das dritte Element ist das Element Feuer. Atme während der nächsten Zeit leicht vertieft durch den Mund ein und durch die Nase aus. Das Feuerelement bestimmt dein Nervensystem und dein Energiesystem. Es herrscht überall dort, wo Energie und Elektrizität im Spiel sind. Es ist wirksam in deinen Nervenbahnen mit ihren unterschiedlichen Rezeptoren, in den Nervengeflechten oder Plexen, im Rückenmark und in deinem Gehirn, verbunden mit den Sinnesorganen; ebenso in deinen Energiebahnen, den Meridianen oder Nadis, in deinen Chakren und den drei zentralen Energiekanälen Sushumna, Ida und Pingala. Energetisch wird es durch Manipura, das Sonnenchakra, versorgt. Lasse deinem Nerven- und Energiesystem durch ein bewusstes und spürsames Atmen wohltuendes Prana zukommen. Fühle eine wohlige Wärme in dir aufsteigen oder ein energetisches Prickeln wie Champagner deinen Körper durchströmen. Übe dies etwa fünf Minuten oder solange, wie du dich damit wohl fühlst.

 

 

LUFT

Das vierte Element ist das Element Luft. Atme während der nächsten Zeit leicht vertieft durch den etwas geöffneten Mund ein und ebenfalls aus, die Zunge berührt dabei sanft die unteren Schneidzähne. Das Luftelement bewirkt Leichtigkeit in dir. Es spricht deinen Atem, deine Stimme und Stimmung an. Es kann wirksam werden in deinem Denken, in deinen Empfindungen, in deinem Herzen und in deinem ganzen Sein. Es schenkt dir Weite, Sorglosigkeit, Freiheit, es bietet deiner Phantasie einen großen Spielraum und öffnet deinen Blick für neue Dimensionen. Das Luftelement korrespondiert mit Anahata, deinem Herz-Chakra. Lasse dich von deinem Herzen leiten, höre mehr und mehr auf seine sanfte Stimme, lasse dir alle Anspannung und alle Schwere nehmen und gib einem beschwingten Tanzen wieder inneren und äußeren Raum. Nimm jetzt deinen Atem wahr, wie leichter, freier und weiter ein- und ausströmt. Übe dies etwa fünf Minuten oder solange, wie du dich damit wohl fühlst.

 

 

ÄTHER

Das fünfte Element ist das Element Äther. Lasse während der nächsten Zeit deinen Atem ganz unmerklich kommen und gehen, eher so, als würdest du nicht durch die Nase, sondern durch deine Chakren hindurch atmen. Es ist ein sehr feinstoffliches Geschehen. Tue dabei nichts, lasse nur zu. Das Element Äther ist den oberen drei Energiezentren zugeordnet. Durch sie empfängst du eine unsichtbare, fast unfühlbare, jedoch sehr wahrhaftige Kraft, ein neues lichtvolles Lebendigsein. Du wirst dich weniger auf körperlicher Ebene, aber immer mehr als Seelenwesen erleben, das unbegrenzt ist und deiner ursprünglichen Natur entspricht. Stille und Zufriedenheit wird einkehren und dich mit Freude und Seligkeit erfüllen. Genieße das Wunder des zuhause Angekommenseins. Fühle dich wohl, es gibt keinen Grund, diesen weiten Raum der Verbundenheit wieder zu verlassen.

 

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REIS-CONGEE

Eine diese Elemente Meditation unterstützende Morgendiät

 

Ein Basisrezept, das dein Leben verändern wird! Im Reis-Congee sind einerseits von Natur aus und durch den besonderen Kochvorgang bedingt alle Elemente in einer vitalen Ausgewogenheit.

 

Millionen Chinesen essen diesen Brei jeden Morgen. Er nährt, wärmt, entgiftet, reinigt den Darm, stärkt das Immunsystem, öffnet die Energiebahnen, macht ausgeglichen und kraftvoll. Für den europäischen Geschmack wirkt er anfangs fade, das ändert sich jedoch rasch, sobald die Geschmacksknospen durch den Entschlackungsprozess wieder neu sensibilisiert  sind.

 

Ökologischen weißen Rundkornreis ganz leicht unter umrühren antrocknen (nicht rösten), dann im Verhältnis 1:10 ungesalzen mit Wasser aufkochen und anschließend vier Stunden auf kleinster Flamme köcheln lassen. Durch diesen Kochvorgang entwickelt der Reis eine enorme Energie, die dem Menschen auf allen Ebenen zugutekommt. Reis-Congee kann in einem großen Topf für vier Tage vorgekocht werden und wird im Kühlschrank aufbewahrt. Zum Verzehr wird dann die entsprechende Portion wieder kräftig unter Rühren aufgekocht, was erneut Energie erzeugt.

 

Die Mahlzeit sollte in ruhiger Atmosphäre gegessen werden. Im Anschluss empfehle ich, eine halbe Stunde zu meditieren (zum Beispiel mit der oben beschriebenen Elemente Meditation). Dabei kann sich die Kraft des Congee voll entfalten und eine belebende Wärme breitet sich spürbar im Körper aus.

 

Reis-Congee kann eine vorübergehende Diät sein oder zu einem festen Bestandteil des täglichen Ernährungsplans werden, der für die allgemeine Gesundheit am günstigsten vegan sein sollte. So empfahl es auch der Buddha schon vor 2500 Jahren. Die Mahlzeiten eines arbeitsfreien Wochentages können auch nur aus Reis-Congee bestehen. Da sie sehr intensiv im Körper wirken, empfiehlt es sich, zwischen Congee-Mahlzeiten und dem Üben von Yoga-Asanas etwa zwei Stunden vergehen zu lassen.

 

Reis-Congee kann anfangs etwas stopfend wirken, deshalb sollte man ausgleichend zu den übrigen Mahlzeiten genügend Obst essen. 

 

 

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© 2016 Bhajan Noam

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Bhajan_Noam, Elemente, Freude, Liebe, Meditation, Reis-Congee, Shakti, Shiva, Tantra, Wunder, Mehr...Yoga

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