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© 2019 Text: Bhajan Noam – Shambavi Mudra ist eine Übung, die dich in eine tiefe Meditation fallen lässt, die das Öffnen des Dritten Auges fördert und damit die Intuition, das klare innere Sehen anregt. In der Hatha Yoga Pradipika wird Shambavi Mudra als eine sehr wertvolle und wichtige Übung besonders hervorgehoben. Sie ist eine der ältesten Meditationstechniken.

Etymologie: Shambhavi Mudra kann man als „die wohltuende“ oder „die glücksverheißende Mudra“ übersetzen. Shambhavi hat viele Bedeutungen, unter anderem bezeichnet es die Öffnung im Schädel, durch welche die Seele den Körper verlässt. Die Wurzel ist „sham“ oder „shama“ und bedeutet innere Stille, innerer Frieden, Gleichmut. „Sham“ heißt im Persischen die Sonne (deren Wärme uns wohltut, die Leben spendet). Der „Sham“ane ist der Wohltäter, der Heiler, der das kosmische Licht (die Sonne) herunterholt und zur Heilung in den Heilsuchenden strömen lässt. Im Hebräischen ist das Wort für Himmel „shamayim“. Eines der Bija-Mantras für das Dritte Auge ist „Ksham“, wobei der vorangestellte Konsonant „K“ ein Anklinger ist, ein Öffner für „sham“ (das helle Licht, die kosmische Sonne).

Ausführung (es gibt mehrere Varianten, ich beschreibe hier meine Methode): Sitze bequem und gerade aufgerichtet im Meditationssitz oder auf einem Stuhl (es geht auch im Liegen). Massiere zunächst den Bereich um deine Augen herum und dann ganz sanft deine Augenlider. Wenn sich die Augen entspannt anfühlen, beginne mit der Meditation. Lege deine Hände nach oben geöffnet auf die Oberschenkel, Zeigfinger und Daumen berühren sich sanft und bilden die Jnana Mudra (einen Kreis). Schließe deine Augen und schiele mit ihnen ohne Anstrengung unter den geschlossenen Lidern zu deinem Dritten Auge zwischen den Augenbrauen. Atme nun sanft und leicht vertieft naseaufwärts in Richtung Drittes Auge. Drei Kräfte, der Atem, dein Blick und deine bewusste innere Hinwendung senden jetzt Prana zu diesem Zentrum und regen sein Öffnen an.

Anfangs kann es sein, dass du nicht viel spürst. Mit der Zeit und mit häufigerem Üben kann sich ein Kribbeln, ein Druckgefühl oder auch eine Pochen im Bereich des Dritten Auges oder der Stirn insgesamt bemerkbar machen. Übertreibe das Üben nicht, das ist noch der Öffnungsprozess, der nicht forciert werden sollte. Irgendwann wirst du beginnen Farben zu sehen. Und später wird ein helles Licht aufleuchten, in das du eintauchen kannst und das dich ganz erfüllt. Jetzt ist dein Drittes Auge offen und du hast den direkten Kontakt zum göttlichen Licht, das auch Paramatman-Licht genannt wird. Deine Meditation wird dir nun nach und nach alles offenbaren, was du immer gesucht hast.

Lasse dir nach dem Meditieren Zeit, wieder in der Alltagswelt anzukommen. Bevor du dich in den Straßenverkehr begibst, mache dich durch Bewegung und einige tiefe Atemzüge wach. Du bist in einer Trance, die dir selbst vielleicht nicht bewusst ist, die aber dein Reaktionsvermögen vermindert. Am besten meditierst du auf diese Weise abends, wenn du keine Termine mehr hast und es entspannt nachklingen lassen kannst. OM Shanti. © 2019 Text: Bhajan Noam

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Auge, Bhajan_Noam, Drittes, Meditation, Shambavi, mudra

Kommentiert von Ruud am Mittwoch

Namasté Bhajan Noam,

Drei Fragen.
Wie lange darf man als Anfänger sich auf das Dritte Auge konzentrieren?
Und wie lange darf man das als Fortgeschrittener?
Ich habe leider nur eine Auge, wird diese Übung auch für mich gelten?
Danke für Antworten.
Grüße, Ruud

Kommentiert von Bhajan Noam am Mittwoch

Lieber Ruud, im Prinzip gilt dasgleiche wie bei allen Übungen, mit Wenig beginnen und allmählich steigern. Das Wichtigste ist immer, sich dabei zu spüren, wie es einem damit geht. Jedoch sollte man bei Meditatonen oder Übungen für das Dritte Auge zuvor gut geerdet sein. Das können erdende Übungen sein, die man vorweg macht oder man kann sich mental mit den Füßen und dem Beckenboden mit der Erde verbinden. Und wie bei allem gilt es, nicht zu übertreiben, in einem gesunden Maß zu bleiben. Auch mit einem Auge kannst du diese Übung durchführen. Energetisch sind beide vorhanden und es geht ja mehr um die innere Sammlung, die das Schielen unterstützt. Der aufwärts gelenkte Atem kommt noch mit hinzu. Und du kannst zusätzlich noch deine Zungenspitze sanft gegen den mittleren Gaumenbereich drücken, was auch eine Anregung für Ajna und Sahasrara ist. Liebe Grüße, Bhajan ***

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