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Na Mitra
Gurur Naiva Shishyah

Mitra heißt Freund. In gewisser Weise ist es gut, Mitra von allen Wesen zu sein. Patanjali erwähnt Maitri in mehreren Kapiteln. Bekannter ist Ahimsa. Ahimsa heißt ja Nichtverletzen und irgendwie wird davon sehr viel häufiger gesprochen als von Maitri. Die meisten von euch haben vermutlich noch nie von Maitri gehört. Aber Patanjali gebraucht Maitri häufiger. Nichtverletzen, Ahimsa, ist ein negierender Ausdruck. Maitri heißt Freundlichkeit, Liebe, Mitgefühl. Und interessanterweise gebraucht Patanjali diesen Begriff in allen vier Kapiteln. Ahimsa nur im zweiten Kapitel. Mitgefühl, Liebe ist da viel wichtiger.

Wir bemühen uns, alle Menschen zu mögen. Wir sollten uns nicht so sehr Gedanken machen, ob alle uns mögen. Manche mögen uns, und manche mögen uns nicht. Wir können natürlich schauen, dass wir freundlich und verständnisvoll sind; und vielleicht gelingt es uns dann auch, dass viele Menschen uns ebenso mögen. Aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Unser Glück sollte nicht davon abhängen, dass alle Menschen uns mögen. Wenn selbst Jesus von vielen nicht gemocht wurde, wenn selbst Gandhi von vielen nicht gemocht wurde, und beide sogar umgebracht wurden – wie viel weniger können wir erwarten? Man könnte vielleicht sagen, die beiden waren ja auch ein bisschen radikal. Ich bin nicht so radikal. Ich mache mehr Kompromisse. Aber wir wissen es nicht. Wilhelm Busch sagte einmal: „Man kann nicht glücklich sein, wenn es dem lieben Nachbarn nicht gefällt.“ Andererseits sagt er aber auch: „Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert.“ Auf Englisch sind das solche common sense Weisheiten. Wir sollten nicht davon abhängen, ob andere unsere Freunde sind oder nicht. Wir können versuchen, alle Menschen zu mögen. Es mag da zwei Schritte geben. Jesus macht ja diese zwei Schritte. Er sagt: „Liebet eure Feinde.“ Ich habe immer Probleme mit diesem Ausdruck gehabt. Denn um Feinde lieben zu können, braucht man Feinde. Was ist, wenn man keine Feinde hat? Wenn man nicht das Gefühl hat, dass irgendjemand feindselig ist? Dann tritt das ein, was die höhere Stufe ist und wie Jesus auch sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Auch wenn er dann sagt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Er sagt nicht: „vergib meinen Feinden“, sondern er hat Mitgefühl. Das sind seine Freunde, die ihm da etwas Schlechtes antun, aber deshalb keine Feinde. Für viele kann der Schritt gut sein, die Feinde lieben zu lernen. Dann liebt man erst seine Feinde und irgendwann sind es keine Feinde mehr, und dann ist nur noch Maitri da. Wir sollten uns aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen. Manchmal gelingt es nicht, alle Menschen zu lieben. Davon hängt jetzt auch unsere Seligkeit nicht ab.

Wir sind, egal was wir tun: Chidananda Rupah Shivoham Shivoham.
Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: 5, Erläuterung, Inspiration, Jnana, Kommentar, Mantra, Nirvanashatakam, Strophe, Sukadev, Yoga, Mehr...tägliche

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