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Na Me Mrutyukshanka

Ich bin jenseits der Sterblichkeit. – Das ist natürlich eine große Behauptung, die ich euch jetzt so nicht beweisen kann. Man kann es aber in der Meditation erahnen, wenn man plötzlich merkt: Ich bin nicht der Körper. Wenn man merkt: Zeitlosigkeit ist erfahrbar. Letztlich wissen wir es auch, wenn wir überlegen: Wie bin ich heute, wie war ich vor 20 Jahren? Das Ich ist gleich, das Selbst ist gleich. Der Charakter hat sich entwickelt – hoffentlich. Weisheit hat sich entwickelt – hoffentlich. Mögen und Nichtmögen haben sich entwickelt. Beziehungen haben sich entwickelt und verändert. – Ich bleibe gleich. Ich bin jenseits aller Veränderungen.

Na Me Jatibhedah

Das nächste Wichtige: andere Verhaftungen – Jati – ich bin jenseits von Jati: soziale Schichtzugehörigkeit. Bhedah – das ist Nation.
Menschen identifizieren sich. Ihr habt damit vielleicht etwas weniger Probleme. Jedoch gibt es viele Menschen mit diesem Standesdünkel: Man verkehrt nur mit Menschen des gleichen Standes. Das ist in Deutschland sehr viel stärker, als man denkt. In Deutschland wird sehr viel mehr in der gleichen sozialen Schicht geheiratet, als es in anderen Ländern üblich ist. Die soziale Schichtzugehörigkeit in Deutschland bestimmt heute sehr viel mehr als früher, welche Schulen die Kinder besuchen und wieviel Geld sie später verdienen. Und so viel mehr als man das denken würde und als das offiziell Menschen bekennen würden, sorgen Eltern dafür, dass die Kinder nur mit solchen Kindern spielen, die einer ähnliche Schicht zugehören. Wir sollten nicht solche Dünkel haben, sondern erkennen, dass alle Menschen eine Familie sind.
Das gilt natürlich noch mehr für Nationalismus. Vom übersteigerten Nationalismus sind die Deutschen ja mit schmerzlicher Erfahrung etwas geheilt worden. Es gilt dort immer wieder aufzupassen. Es ist vielleicht eine schöne Entwicklung unserer Zeit, dass dieser Nationalismus, den es früher gab, etwas aus der Mode gekommen ist und vielleicht eher spielerisch in Fußball-Europameisterschaften oder -Weltmeisterschaften wieder auftaucht.

Pita Naiva Me Naiva
Mata Cha Janmah
Na Bandhur

Vater und Mutter, Verwandte und Geschwister bin ich auch nicht. Daran bin ich auch nicht verhaftet, auch nicht an das Vater- und Muttersein. Letztlich sind wir alle Kinder eines Unendlichen, wir sind alle Kinder Gottes. Das darf man jetzt nicht missverstehen. Selbstverständlich ist die Beziehung von Eltern zu Kindern eine besondere. Gestern habe ich mit Leela Mata zu Abend gegessen, und sie hat über einen Heiligen gesprochen, der ihrer Meinung nach dieses „alle gleich behandeln“ übertrieben hat, so dass sein Sohn auf die schiefe Bahn gekommen ist. Weil der Vater zu sehr gezeigt hat, dass er alle Kinder gleich liebt und seinen Sohn nicht mehr als andere. Das kann auch eine Falle sein.
Wir haben mit unserem Karma bestimmte Aufgaben. Da ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, zwischen Ehemann und Ehefrau sowie zwischen Geschwistern natürlich eine besondere. Nur sollten wir uns darauf nicht beschränken und uns nur als Vater, Mutter oder als Kind definieren. Denn Kinder gehen irgendwann ihre eigenen Wege, Kinder können auch vor den Eltern sterben, der Partner kann auch sterben. Das wird schmerzhaft sein. Aber wenn wir wissen, das Selbst ist unsterblich und auch der physische Tod ändert daran nichts, dann ist das sehr hilfreich. Shankaracharya hat das auch an einer anderen Stelle so gesagt: „So oft bist du schon geboren worden, so viele Mütter, so viele Väter hattest du schon. Jeder Mensch, den du triffst, war schon einmal deine Mutter. Jeder Mensch, den du triffst war schon einmal dein Vater. Jeder Mensch, den du triffst, war schon einmal dein Kind, dein Bruder, deine Schwester.“ Was er dann in einem anderen Gedicht weiter sagt, ist vielleicht etwas radikaler als das, was ich bisher gesprochen habe: „Genug! Wann willst du zur höchsten Beziehung kommen, mit deinem höchsten Wesen?“


Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.Hari Om Tat Sat

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Tags: 5, Erläuterung, Inspiration, Jnana, Kommentar, Mantra, Nirvanashatakam, Strophe, Sukadev, Yoga, Mehr...tägliche

Kommentar von Pachciarek Aida am 14. Oktober 2009 um 10:01pm
das ist so schön geschrieben,danke fuf so schöne Beitrage.Für mich ist das immer wieder besondere Zeit zu lesen und nach zu denken,sehr heilsam für meine Sele.
Danke...

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