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Ist es sinnvoll, sich an frühere Leben zu erinnern?

Herzlich willkommen zu den Yoga-Vidya-täglichen-Inspirationen. Heute mit der Yoga Sutra, 3. Kapitel, Vers 18: Durch die direkte Erfahrung von Samskaras, Eindrücke im Unterbewusstsein, entsteht das Wissen um das vorige Leben.
Gestern ging es hier um die Technik, die uns hilft, uns an frühere Leben zu erinnern. Jetzt stellt sich allerdings die Frage, ob das überhaupt sinnvoll ist. Swami Vishnudevananda hielt diese Rückschau nicht für übermäßig sinnvoll. Er sagte, normalerweise sei es ausreichend, das jetzige Leben zu kennen.

Angenommen, wir könnten uns an alle Erlebnisse aus früheren Leben erinnern. Das wäre äußerst kompliziert, denn die Yogis gehen davon aus, dass wir fast alle schon Millionen von Inkarnationen hinter uns haben. Shankaracharya sagt in einem seiner Lehrgedichte, dass jeder Mensch, den man auf der Straße trifft, schon mal sein Vater oder seine Mutter war. Es ist wenig hilfreich, zu wissen, dass unser jetziger Vermieter in einem früheren Leben unser Vater, vor zehn Leben unsere Mutter und vor zwanzig Leben ein Großgrundbesitzer war, der uns geärgert und ausgenutzt hat. Wie soll man noch vorurteilsfrei mit anderen umgehen, wenn man sich an alle bisherigen Inkarnationen und Begegnungen erinnert?

Wenn du aber einen Menschen triffst, mit dem dich sofort ein unerklärliches Gefühl verbindet, dann kann es helfen, dich daran zu erinnern, dass du schon andere Leben gelebt hast. Vielleicht kommen hier Samskaras zum Ausdruck: Eindrücke aus dem Unterbewusstsein und aus früheren Leben. Dann ist es in diesem Leben deine Aufgabe, zu diesem Menschen eine freundlichere und mitfühlende Beziehung zu entwickeln.

Es heißt, solange es Menschen gibt, zu denen wir ein angespanntes Verhältnis haben, werden wir wiedergeboren und diesem Menschen im nächsten Leben noch einmal begegnen. Darum ist es so sinnvoll, angespannte Beziehungen zu klären und mit jedem Menschen gut zurechtzukommen. Wir können uns das immer wieder sagen und vorstellen: „Mögen wir miteinander gut zurechtkommen.“ Wenn wir das ernsthaft tun, spielt es keine Rolle, ob wir uns an die Erlebnisse aus früheren Leben erinnern können, oder ob wir nur etwas davon ahnen.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Fähigkeiten, Intuition, Kraft, Patanjali, Sukadev, Sutra, Yoga, geistige, inspiration

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