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Hatha Yoga Pradipika, 1. Kapitel, 61. Vers, was sollte vermieden werden.
Swatmarama spricht: „Goraksha sagt, dass am Anfang folgendes vermieden werden sollte: schlechte Gesellschaft, sich während des Winters nahe am Feuer zu wärmen, geschlechtliche Beziehungen, lange Reisen, Baden früh am Morgen, Fasten und harte körperliche Arbeit.“

 

Das sind jetzt Dinge, die du vermeiden solltest, wenn du eine intensive Hatha Yoga Praxis beginnst. Vieles davon musst du eben nicht vermeiden, wenn du jeden Tag vielleicht ein oder zwei Stunden Yoga übst. Aber angenommen, du willst eine gewisse Weile besonders viel üben. Z.B. angenommen, du kommst zu einem zweiwöchigen Sadhana intensiv, das wir bei Yoga Vidya typischerweise in der zweiten Junihälfte haben, wo du viermal am Tag Hatha Yoga praktizierst, viermal am Tag Pranayama, zweimal am Tag Asanas, zweimal am Tag Satsang und noch zusätzlich meditierst.

Angenommen, du willst so eine intensive Praxis machen, dann gilt es, dass du auch sonst den Tag daran anpasst. Und da heißt es, dass du in sattviger Umgebung bist, dass du tatsächlich Sauna meidest, dass du auch kalte Bäder meidest, dass du geschlechtliche Beziehung meidest, dass du es meidest, zu harte körperliche Arbeit zu machen, dass du es meidest, Sport zu treiben usw. Auch Fasten gilt es, zu vermeiden, wenn du intensiv mit Hatha Yoga beginnst. Er sagt hier bewusst, zu Anfang. Wenn du eine intensive Praxis übst, also mindestens zwei- oder drei- oder viermal am Tag mindestens eins bis drei Stunden Hatha Yoga übst, Pranayama, Asanas usw., dann achte darauf, dass ansonsten du nichts machst, was deinen Körper fordert und was deine Schwingung herabzieht. Dann achte darauf, mit wem du sprichst, wie du sprichst, mit wem du zusammen bist. Achte darauf, dass du deinen Körper nicht durch weitere Temperaturreize reizt. Achte darauf, dass du nicht mit Sport deinen Körper beanspruchst und auch nicht mit Fasten und langen Reisen, zu viel Wandern und auch nicht mit geschlechtlichen Beziehungen. Das ist jetzt natürlich anders in deinem normalen Alltag.

In deinem normalen Alltag, wo du vielleicht eine halbe, ein oder zwei Stunden am Tag deine spirituellen Praktiken machst, dann hast du natürlich deine normale Umgebung. Dann bist du natürlich in Arbeit, Familie usw. ganz normal. Und es ist gut, Sauna zu nehmen, es ist gut, eiskalt zu duschen, kneippsche Anwendungen sind gut und für die meisten Menschen gehören auch sexuelle Beziehungen zu ihrem Leben dazu. Und es ist gut, ein- oder zweimal im Jahr eine Woche zu fasten und es ist sogar gut, einmal die Woche entweder ganz zu fasten oder einen Obsttag einzulegen. Und es ist auch gut, Sport zu treiben. So gilt es, dass du überlegst, dass das, was du tust, angemessen ist und miteinander verträglich ist.

Die meisten von euch werden jetzt diesen Podcast hören, werden ihn jetzt nicht hören zu Beginn einer intensiven spirituellen Praxis. Ich möchte dich trotzdem dazu animieren, zu überlegen, wann könntest du denn mal wieder intensiv praktizieren. Vielleicht wieder in einen Ashram zu gehen, vielleicht nicht nur ein Wochenende, sondern eine oder zwei Wochen. Vielleicht nicht nur, um eine Ausbildung zu machen, vielleicht nicht eine Ferienwoche, sondern Intensivpraxis. Es ist gut, einmal im Jahr ein oder zwei Wochen lang oder sogar bis zu vier Wochen lang, intensiv zu praktizieren, wirklich zu sagen: „Ja, ich will diese Woche oder diese zwei Wochen oder diese vier Wochen intensiver spiritueller Praxis widmen.“

Überlege jetzt schon, wann willst du es das nächste Mal machen. Und du kannst auch überlegen, ob du vielleicht langfristig mal einen ganzen Monat intensiv praktizieren willst. Also nicht nur vier Wochen lang intensiv Ausbildung machen, nicht nur mal sagen, „ich gehe mal vier Wochen in den Ashram und mache dabei Mithilfe, das kostet ja auch nichts“, sondern dass du sagst: „Ja, ich gehe vier Wochen lang, um intensiv zu praktizieren.“ Wenn du so mal vier Wochen intensiv praktiziert hast, kannst du vielleicht auch mal drei Monate praktizieren und dann sechs Monate. Aber meine Empfehlung diesbezüglich ist auch, erst mal eine Woche Intensivpraxis. Wenn das gut für dich ist, dann nach einer Weile mal einen Monat Intensivpraxis. Wenn du merkst, das tut dir gut, dann auch mal drei Monate oder sechs Monate Intensivpraxis. Wenn du aber merkst, du bist noch nicht bereit für diese intensive Praxis, gut, dann reicht es auch, fünf Tage oder eine Woche Intensivpraxis und das ein- oder zweimal im Jahr. Es wird dir gut tun, du wirst neue Energie bekommen, du wirst neue Inspiration bekommen. Nach einer Woche Intensivpraxis wird auch deine normale spirituelle Praxis wieder intensiver sein. Selbst wenn du dann zurückkehrst zu einer einstündigen täglichen Praxis, du wirst merken, sie wird intensiver sein, sie wird dir mehr geben, du wirst mehr Inspiration daraus schöpfen. Nimm das zum Anlass, nochmal zu überlegen, übst du in deiner täglichen Praxis ausreichend? Ist deine tägliche Praxis, also deine Praxis heute, morgen, übermorgen, ist diese ausreichend? Und dann überlege, wann willst du das nächste Mal intensiver praktizieren.

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

 

 

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Tags: Hatha Yoga Pradipika, Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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