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Jadabharatas Leben hat aber noch eine zweite Hälfte. Da gab es einen König, und dieser König wollte zu seinem Meister gehen. Er wollte über die Weisheit des Selbst erfahren. Aber ein König geht nicht einfach so, sondern er wurde in einer Sänfte zu seinem Meister transportiert. Da gab es vier Träger. Der eine Träger stolperte und verrenkte sich den Fuß. Nur drei Träger konnten aber die Sänfte nicht tragen. Es gab zwar noch einen vierten, den Hauptmann, der vorneweg lief, aber der war nicht dazu bestimmt, die Sänfte zu tragen, sondern um dafür zu sorgen, dass der Weg frei ist. Der Hauptmann schaute sich also um, und wie es sich so ergab, sah der Hauptmann Jadabharata, den Weisen, der nie sprach, aber immer in einem wonnevollem Zustand war. Er sah ihn und sagte: „Komme her, du, du wirst jetzt rekrutiert und bist jetzt Sänftenträger.“ Jadabharata ging hin, wurde Sänftenträger, und sie gingen weiter. Während sie gingen, sah Jadabharata plötzlich eine Schnecke auf dem Boden, gerade als er kurz davor war, den Fuß drauf zu setzen. Er wollte natürlich keine Schnecke umbringen und hüpfte, was dazu führte, dass die Sänfte durchgeschüttelt wurde und der König eine Beule bekam. Der König schimpfte und der Hauptmann entschuldigte sich, dass dies doch der neue Sänftenträger gewesen sei. Der König sagte: „Nicht noch einmal.“ Sie gingen weiter und während Jadabharata auf den Boden blickte, um kein Insekt zu töten, war er wieder kurz davor, auf einen kleinen Ameisenhaufen zu treten, und wieder sprang er darüber. Der König bekam seine zweite Beule. Er schimpfte und sagte: „Noch einmal, und ich haue dir den Kopf ab.“ Sie gingen weiter und während sie weitergingen, sah Jadabharata einen Käfer auf dem Boden liegen, der sich tot stellte, aber nicht tot war. Und da er ihn wieder so spät sah, musste er wieder hüpfen und der König bekam seine dritte Beule. Er sprang aus der Sänfte, zog sein Schwert und sagte: „Weißt du nicht, wer ich bin? Dass ich der Herr bin über Leben und Tod?“ Zum ersten Mal in seinem Leben öffnete Jadabharata seinen Mund und sagte: „Du bist Herr über Leben und Tod? Du kannst Leben schaffen? Du kannst Leben auslöschen? Du meinst, du kannst das Selbst vernichten? Du meinst, du kannst das Selbst schaffen? Oh König, du gehst, um die Weisheit des Selbst bei deinem Guru zu lernen, und drei Beulen lassen dich jeden Gleichmut vergessen? Angeblich willst du dich in Demut deinem Lehrer nähern, und du sagst hier, du bist der Herr über Leben und Tod. Oh König, es gibt nur ein Selbst und das ist das gleiche Selbst in einer Ameise, in einem Käfer, in dir und in mir, in deinen Dienern und in deinem Guru.“ Und er ging von dannen. Der König war erschüttert bis aufs Mark. Er erkannte all seine Arroganz, er stieg von der Sänfte und ging zu Fuß zu seinem Lehrer. Er ging nachher wieder zurück, regierte weiter das Königreich, erzählte diese Geschichte und lies sie aufschreiben. Daher kennen wir heute die Geschichte von Jadabharata.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: 2, Bhakti, Geschichte, Gleichmut, Inspiration, Jadabharata, König, Sukadev, Teil, Yoga, Mehr...tägliche

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