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Hatha Yoga Pradipika, 2. Kapitel, 5. Vers: „Nur wenn alle Nadis, die jetzt voll von Unreinheiten sind, gereinigt werden, kann der Yogi erfolgreich Pranayama üben.“


Natürlich, Pranayama, die Atemübungen selbst, reinigen die Nadis. Das heißt auch, zu Anfang wird Pranayama mehr reinigend wirken. Viele Menschen, die mit Pranayama beginnen, beschweren sich, dass sie nicht so viel Energie erfahren, wie es so in den Schriften steht oder wie sie hören. Pranayama heißt ja Herrschaft über das Prana, mehr Prana. Es gibt manche Menschen, die wirklich mit Beginn der Pranayama-Praxis gleich mehr Prana spüren. Aber bei gar nicht mal so wenigen Menschen führt Pranayama oft erstmal dazu, dass sie sich müde fühlen oder dass der Geist unruhig wird oder dass der Körper schwer wird usw. Das sind alles Zeichen, Pranayama reinigt die Nadis. Unreinheiten, die in den Nadis waren, kommen jetzt an die Oberfläche des Bewusstseins. Da gibt es Unreinheiten, die dann tamasig wirken, das führt dann zu Müdigkeit und Trägheit. Und es gibt Unreinheiten, die rajasig sind, diese führen dann eben zu Unruhe und vermehrten Gedanken und Nervosität und Spannungen usw.

Es ist gut, dass diese Unreinheiten hervorgebracht werden. Ich empfehle daher auch immer, täglich zwanzig Minuten Wechselatmung zu üben und weiterzumachen, gerade dann, wenn du keine Lust mehr hast. Gerade dann, wenn du Wechselatmung übst und am allerwenigsten Lust hast, weiterzumachen, gerade dann bist du an Unreinheiten herangekommen. Wenn du dann weiterübst, dann hören die Unreinheiten plötzlich auf, die Unreinheit verschwindet, natürlich nicht alle, aber doch ausreichend Unreinheiten verschwinden, und dann ist da ein so großartiges Gefühl von Leichtigkeit, von Weite, von Öffnung da. Es rentiert sich, weiterzumachen. Sei dir also bewusst, gerade beim Pranayama, aber auch bei anderen Praktiken, gibt es Phasen, wo die Übungen mehr reinigend wirken. Du übst und praktizierst und du hast nicht nur positive Erfahrungen, schöne Erfahrungen, erhebende Erfahrungen, sondern du scheinst im Gegenteil eher müde machende, unruhig machende Erfahrungen zu bekommen oder auch Gedanken in den Geist zu bekommen, die du gar nicht haben willst. Nimm das als gutes Zeichen. Nimm das als Zeichen der Reinigung. Genauso auch hatte ich dir ja die Empfehlung gegeben das letzte Mal, sei besonders rein in deinen Gedanken, schicke Wohlwollen zu allen Wesen, zu allen, mit denen du zu tun hast, schicke Licht und Liebe.

Manchmal, wenn du das machst, merkst du, dass plötzlich andere Emotionen in dir hochkommen. Du willst jemand anderem Licht schicken und Liebe schicken und plötzlich ärgerst du dich über ihn. Du schickst jemand anderem Freude und plötzlich kommt das Gegenteil in dir hoch. Wenn dem so ist, dann sei dir bewusst, das ist ein gutes Zeichen, es ist ein positives Zeichen. Es zeigt nämlich, Unreinheiten kommen hoch. Identifiziere dich nicht mit den Unreinheiten, lächle ihnen zu und lasse sie los, dann verschwinden sie. Sei dir also bewusst, in dir ist noch alles Mögliche, was bearbeitet werden will und das kommt hoch. Nicht umsonst sagt ja auch Dante, dass zwischen zwei Himmeln ein Fegefeuer kommt. Fegefeuer ist etwas, was reinigt. Auf diese Weise reinigen auch deine Yogapraktiken.

Fortschreiten im Yoga heißt nicht, dass es dir jeden Tag ein Prozent besser geht, sondern es heißt, dass du immer wieder an neue Unreinheiten kommst, an neue Schattenseiten, die bearbeitet werden wollen oder die du loslassen kannst. Aber durch Reinigung bekommst du immer mehr Zugang zur inneren Energie. Immer mehr werden die Nadis geöffnet sein. Immer mehr öffnen sich die Chakras. Immer öfters spürst du die Gegenwart Gottes. Immer öfters spürst du Freude in deinem Herzen. Immer öfters spürst du Herzensverbindung zu deinen Mitmenschen. Immer mehr spürst du die Schönheit in der Natur. Immer mehr genießt du die Freude des Hier und Jetzt.


Mehr Informationen auch über verschiedenste Reinigungserfahrungen, die kommen können, findest du auf unseren Internetseiten unter www.yoga-vidya.de. Oben rechts findest du ein Suchfeld, da kannst du z.B. eingeben „Reinigung“ oder „Reinigungserfahrungen“ und dann kannst du eine Menge Informationen bekommen über Reinigungserfahrungen, die spirituelle Aspiranten auf dem Weg haben können, in der Meditation, im Pranayama, im Alltag. Wenn du das weißt, hilft dir das, etwas besser damit umzugehen. Und natürlich, wenn du bei Yoga Vidya einen Meditationskurs machst, dort lernst du auch eine ganze Menge. Oder mache mal eine Meditationskursleiterausbildung, wenn du selbst auch anderen raten willst, wenn sie verschiedene Reinigungen bekommen. Denn die Reinigungserfahrungen kann man zwar typisieren in bestimmte Kategorien, aber sie sind doch für jeden Menschen unterschiedlich. Und es hilft, gerade wenn du Yoga unterrichtest, auch Meditation unterrichtest oder ernsthafte Aspiranten unterrichtest, etwas mehr darüber zu wissen, durch welche Erfahrungen Menschen hindurchgehen. Dazu empfehle ich dir eben die Meditationskursleiterausbildung oder die Yogalehrerausbildung. Alle Informationen darüber bei www.yoga-vidya.de.

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

 

 

 

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Tags: Hatha Yoga Pradipika, Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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