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© 2015 Text und Foto: Bhajan Noam; Yogini: Aditi

Diese Meditation hat eine ganz besondere Heilkraft. Lasse dir wenigstens 15 bis 20 Minuten Zeit dafür. Dieser Text wird dich von Stufe zu Stufe führen.

 

Sitze entspannt aufgerichtet und atme zunächst einige Male tief in den Bauch. Zentriere dich und komme in die Stille. Lasse dann den Atem ganz natürlich kommen und gehen.

 

Nimm jetzt nach und nach alle Ereignisse innerhalb deines Körpers wahr: deinen Atem, deinen Herzschlag, deinen Puls, das Blut, das durch die Adern strömt, deinen Magen und Darm, die vielleicht gerade verdauen,  innere Wärme oder Kühle, Wohlgefühl oder Unwohlsein, auch deine Gedanken und momentanen Emotionen. Lasse aber nichts davon in den Vordergrund treten, keines der Ereignisse erhält einen besonderen Stellenwert. Nimm sie als gleichzeitig sich ereignend und gleichwertig wahr.

 

Nimm nun alles, was du unmittelbar an deinem Körper, an deiner Haut und Muskulatur spürst, hinzu: die Wärme und eventuell den Druck deiner Kleidung, den Kontakt mit deinem Gesäß und Beckenboden zum Boden oder Kissen, vielleicht ein Zwicken in der Muskulatur, ein sanfter Lufthauch, der über dein Gesicht oder deine Hände streicht. Nimm alles wahr, was sich in deinem Körper und unmittelbar außerhalb deines Köpers ereignet und lasse alle diese Ereignisse gleichwertig sein. Lasse keines in den Vordergrund deiner Wahrnehmung treten.

 

Weite das Feld deiner Wahrnehmung aus, indem du alle Ereignisse hinzunimmst, die in deinem Raum geschehen: vielleicht das Ticken einer Uhr oder der Atem einer anderen Person, die mit dir meditiert, irgendwelche kleinen Geräusche, die dir sonst nicht auffallen. Nimm hinzu, was außerhalb deines Raums geschieht: Autogeräusche und Stimmen, die durch dein Fenster dringen, vielleicht auch Regen oder Sturm. Lasse alles, was in deinem Körper, unmittelbar an deinem Körper, in deinem Raum und außerhalb des Raumes sich ereignet wie Wellen, die kommen und gehen, dahinplätschern. Gib keiner dieser Wellen eine besondere Bedeutung.

 

Dehne dein Bewusstsein noch weiter aus. Erlausche ferne Dinge, die deine bekannten Sinne normal nicht wahrnehmen. Ereignisse in weiter Ferne, in fremden Ländern auf anderen Kontinenten, das ewige Kreisen der Sterne im endlosen Kosmos. Sitze gelassen inmitten eines weiten Meeres voller Ereignisse, einem Plätschern von Millionen Wellen. Ewiges Kommen und Gehen. Keine der Wellen trägt einen Namen oder ist Inhaber einer Eigenschaft, eines besonderen Charakters. Werde selbst Teil dieses Meeres und genieße den Zustand.

 

Stelle nun im Geist ein Problem, das dich gerade betrifft, eine Krankheit, einen körperlichen oder seelischen Schmerz, belastende Gedanken, aktuelle Gefühle oder was auch immer dich gerade besonders beschäftigt, vor dich hin und schenke ihm alle deine Aufmerksamkeit. Blende alles andere aus. Es gibt nur dieses Eine, auf das du dich fokussierst und dem du alle Energie gibst. Tue dies etwa eine Minute lang.

 

Dann versenke es willkürlich wieder in das weite Meer der Ereignisse und vergiss es. Sitze wieder inmitten des Wellengeplätschers egalitärer Ereignisse. Sei ein Teil davon und genieße diesen Zustand in gelassener Stimmung. – Beende die Meditation zu deiner Zeit. Ruhe dich danach weiterhin sitzend oder liegend etwas aus.

- Bhajan Noam -

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Atem, Ausdehnung, Bewusstsein, Bhajan_Noam, Heilkraft, Körper, Meditation, Raum, Wahrnehmung

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