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Wir schließen im Yoga meistens die Yogastunden, Meditation und vieles andere, indem wir dreimal gemeinsam singen „Shanti, Shanti, Shanti“. Shanti heißt Frieden. Und wir wünschen Frieden, wir sagen es dreimal, wir können sagen, wir wünschen Frieden uns selbst, wir wünschen Frieden allen Wesen, mit denen wir es zu tun haben und wir wünschen Frieden allen Wesen, mit denen wir es nicht zu tun haben. Dann wünschen wir Frieden der physischen Ebene, der Astralebene und der Kausalebene. Wir können auch sagen, wir wünschen Frieden auf allen verschiedenen Ebenen unseres Seins. Menschen kommen aus verschiedenen Gründen zum Yoga. Swatmarama, ein bekannter Autor eines bekannten Yogawerkes, der Hatha Yoga Pradipika, sagt, dass es drei Ursachen von Leiden gibt, drei Tapa. Und die kann man auch wieder auf verschiedene Weisen interpretieren und wir können eben auch so sagen, Menschen kommen aus drei Gründen zu Yoga. Manche haben körperliche Probleme, Nackenprobleme, Rückenprobleme, sind gestresst. Manche Menschen haben irgendwo emotionelle Probleme oder geistige Probleme oder irgendwo eine Unruhe, die sie nicht ganz verstehen. Und manche Menschen kommen zum Yoga wegen spirituellen Fragen. Sie haben vielleicht alles, was sie so brauchen. Sie haben einen guten Beruf, gute Familie, sie haben ein schönes Haus, schönes Auto, schönen iPod, schönes Telefon, schöne Frisur. Was können Menschen noch so wollen? Vielleicht noch einen schönen Garten und eine schöne Garage. Gut, und sie merken, das kann es nicht gewesen sein, es muss mehr geben. Oder vielleicht hatten sie es eine Weile gehabt und eines Tages ist eines davon zusammengebrochen und dann überlegen sie: „Jetzt habe ich so viele Jahre damit verbracht, z.B. meine Familie groß zu ziehen und plötzlich sind meine Kinder außer Haus und wollen mit mir gar nicht mehr so viel zu tun haben. Das passiert irgendwann. Nicht immer, aber manchmal.“ Oder: „Jetzt habe ich dreißig Jahre in ein Unternehmen investiert und jetzt werde ich weg rationalisiert usw.“ So Dinge können geschehen. Und dann stellt sich die Frage: Wozu das Ganze? Man kann sie sich so stellen: „Was habe ich falsch gemacht?“ Man kann sie sich so stellen: „Warum ist die Welt so böse?“ Das ist praktisch die zweite Ebene, in der Yoga uns auch helfen kann. Yoga kann uns auch helfen, eben Kraft zu sammeln, Dinge neu in die Hand zu nehmen, vielleicht mit fünfzig oder sechzig eine neue Existenz sich aufzubauen, vielleicht neue Kraft zu sammeln für was auch immer wir wollen. Aber wir können auch eben feststellen: „Gibt es vielleicht einen tieferen Sinn im Leben, etwas, was mir nicht weggenommen werden kann?“ Und für alle diese Dinge kann uns Yoga helfen und das eine schließt auch nicht das andere aus. So wie ja viele Menschen eben zum Yoga kommen aus körperlichen Gründen oder um mehr Energie zu haben oder aus irgendeiner Verzweiflung. Und sie üben Yoga, sie bekommen wieder Gesundheit, sie bekommen mehr Energie, sie bekommen Entspannung, sie bekommen ein anderes Körpergefühl und sie bekommen aber auch Enthusiasmus, um Dinge wirklich gut zu bewegen und sie machen tiefe Erfahrungen, wo sie überlegen: „Was ist der tiefere Sinn im Leben? Wo will ich hinkommen?“ Und das ist eben auch das Schöne im Yoga, dass es alle unsere Ebenen des Seins berührt und uns auf allen Ebenen zu Shanti führen kann und will. Und eben auch nicht nur uns selbst, sondern Yoga will eben auch Frieden schaffen auf der ganzen Welt, im Kleinen wie auch im Großen. Einige von euch haben ja gestern einen längeren Aufenthalt hier im Haus Yoga Vidya begonnen, sei es in einer Ausbildung, sei es auf eine andere Weise, und manchmal denken dann Menschen: „Ist das überhaupt richtig, dass ich das mache? Zu Hause wartet meine Mutter oder mein Kind oder mein Partner oder mein Geschäft oder mein Nachbar oder was auch immer sonst wartet. Ist es gut, dass ich dort eine Weile mich zurückziehe?“ Und da ist es gut, wenn ihr euch bewusst macht – gut, ich behaupte natürlich, es ist gut, aber dass ihr euch bewusst macht: „Ja, es ist für etwas gut.“ Denn wenn ihr euch aufladet, wenn ihr Kraft sammelt, wenn ihr Frieden für euch selbst bekommt, von diesem Frieden haben nachher auch eure Mitmenschen etwas. Und die Kraft und das Prana, was ihr hier ansammelt, das kriegen auch nachher andere. Manche kommen dann ja auch zu einem Weiterbildungsseminar und sagen: „Ja, ich habe jetzt viel praktiziert, ich bin fast schwebend nach Hause gekommen und mir ging es so toll. Und dann irgendwo nach ein paar Wochen habe ich festgestellt, mir geht es gar nicht mehr so gut wie vorher, aber dafür geht es den Menschen in meiner Umgebung besser.“ Und manche werden dann geizig und sagen: „Wie kann ich es verhindern, dass andere mir das Prana wegnehmen, die Lebensenergie, die Kraft wegnehmen?“ So mein beliebtester Ratschlag ist, seid nicht geizig, und alles, was man freiwillig gibt, kann einem nicht genommen werden. Und dann gibt es ein weiteres Gesetz: Was man freiwillig gibt, kann einem auch wieder zurückgegeben werden, wenn wir uns auch dafür öffnen. Und es ist ja auch was Schönes, wenn die Energie, die man bekommt, man mit anderen teilt. Und ihr lernt natürlich, ihr bekommt nicht nur einfach Prana aufgeladen, also Lebensenergie, sondern ihr bekommt auch die Techniken, mit denen ihr dann auch zu Hause weiter üben könnt. Und so schafft ihr diesen machtvollen Frieden nicht nur für euch selbst, sondern auch für alle, die mit euch in Kontakt kommen. Und nicht nur das, diese friedvolle Kraft, die ihr ausstrahlt, und je mehr ihr praktiziert, umso mehr strahlt ihr dort aus, die schafft auch eine Atmosphäre des Friedens. Rupert Sheldrake hat es das morphogenetische Feld genannt, man kann es auch als die Akarsha nennen, die Gedankenenergie, die Gedankenkraft. Wenn viele Menschen friedvolle Gedanken aussenden, dann kann die ganze Welt ein friedvollerer Ort werden. Und alle Menschen, die Verantwortung haben, werden auch beeinflusst werden von diesen Gedanken des Friedens.


Hari Om Tat Sat

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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