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Hatha Yoga Pradipika, 2. Kapitel, 74. Vers
„Na tasya durlabham kinchit trishu lokeshu vidyate shaktah kevala kumbhena yatheshtam vayu dharanat.“
„Wer Kevala Kumbhaka, das natürliche Anhalten beherrscht, für den gibt es nichts, was er in diesen drei Welten schwer zu erreichen hätte.“
Dieser Vers heißt Verschiedenes. Zum einen gibt es ja diese große Aussage, dass der Siddha, der Vollkommene, alles Mögliche erreichen kann. Er hat Siddhis, außergewöhnliche Kräfte, außergewöhnliche Fähigkeiten. Wenn du Siddhis hast, außergewöhnliche Kräfte, außergewöhnliche Fähigkeiten, kannst du mit der Kraft deines Geistes alles Mögliche erreichen. Es gibt aber auch etwas anderes, was darin steckt. Das heißt, wenn du in der Lage bist, Einheit zu erfahren – und dafür steht Kevala Kumbhaka – wenn du dir bewusst bist, dass hinter allem das Göttliche steckt, dann bist du nicht mehr getrieben von irgendwelchen Wünschen. Du brauchst nicht dieses zu erreichen und jenes zu erreichen. Wenn du glaubst, dass dein Glück davon abhängt, dass du Dinge erreichst, dann beschränkst du dein Glück. Aber das Glück hängt nicht ab von äußeren Umständen, es hängt nicht davon ab, ob du das und das bekommst, es hängt nicht davon ab, ob dein Partner freundlich ist, es hängt nicht davon ab, wie deine Kinder sind, es hängt nicht davon ab, wie deine Eltern sind, es hängt nicht von der Gesundheit deines Körpers ab, es hängt nicht ab von irgendetwas. Es ist nichts, was wirklich schwer ist, zu erreichen, wenn du Kevala Kumbhaka beherrscht, weil du durch Kevala Kumbhaka die natürliche Einheit, die natürliche Verbundenheit spürst, hinter allem ist das Göttliche.

Es geht also nicht darum, dieses zu erreichen oder jenes zu bekommen, dieses zu bewirken oder jenes zu erfahren, sondern es geht darum, im Hier und Jetzt zu sein. Natürlich hast du karmische Aufgaben. Und da gilt es, im übertragenen Sinn einzuatmen. Das heißt, Dinge zu lernen, Dinge zu erfahren. Natürlich gilt es, auszuatmen, im Sinne von, Dinge zu bewirken, aber auch das ein oder andere loszulassen. Und manchmal gilt es auch, bewusst dich darum zu kümmern, dass du das und das bekommst. Und manchmal geht es darum, dass du das und das gibst. Und manchmal geht es darum, mal die Erfahrung festzuhalten und zu erfahren. Aber in Wahrheit, das Wichtigste ist Kevala Kumbhaka, das natürliche in der Gegenwart sein, jenseits der Dualitäten, im Hier und Jetzt. Daher sei dir zum einen bewusst: „Mein Glück hängt nicht von der und der Sache ab.“ Also, wenn du dich irgendwo erwischst, wo du sagst, „ich wäre ja glücklich, wenn nur…“ oder „wie kann der nur“ oder „ich war jetzt gerade so glücklich, was hat der gemacht“ usw. Lächle darüber, nimm das heiter an und sage: „Aha, mein Geist hat sich wieder eine Vorstellung gebastelt, aber mein Glück hängt nicht von irgendetwas ab, mein Glück ist im Hier und Jetzt. In jedem Moment, wann immer ich will, kann ich probieren, in Kevala Kumbhaka zu gehen, ganz ins Hier und Jetzt. Und im Hier und Jetzt ist Sat, Verbundenheit, Chid, gesteigertes Bewusstsein, AnandaFreude und Liebe.“ Genieße immer wieder die Freude und Liebe der Gegenwart und mache dir immer wieder bewusst, dein Glück hängt von nichts Äußerem ab, dein Glück hängt nicht ab von irgendwelchen Dualitäten, es hängt von nichts ab, was du bekommst, von nichts, was du bewirken musst. Entspanne, genieße die Gegenwart, immer wieder erfahre die Freude des Hier und Jetzt.

Unbearbeitete Niederschrift eines Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

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Tags: Hatha Yoga Pradipika, Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

Kommentar von D.Jahnke am 17. Mai 2014 um 12:19pm

Die natürliche Einheit, ist, wenn - es wahr ist, dass das Universum aus einem Urknall entstanden ist, so ergibt sich die logische Notwendige Konsequenz, das alles aus ein und der gleichen Energie entstanden ist und angehört, und somit, eine natürliche Einheit in der Vielheit bildet. Wie der Baum, Same, Wurzel, Stamm, Rinde, Äste, Zweige, Blätter, Knospen, Blüte, Frucht, S a m e n !
N a t ü r l i c h Einheit in der Vielheit

Kommentar von D.Jahnke am 17. Mai 2014 um 12:24pm

Wer diese Erfahrung des kosmischen Baum als ganzes erlebend - wahrnimmt, der ist ein Erwachter das ist die Universelle natürliche Einheit mit dem Göttlichen.

Kommentar

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