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Die Bhagavad Gita ist eine uralte Yoga-Schrift, sie datiert tausende von Jahren zurück. Der genaue Zeitpunkt der Entstehung ist unbekannt, da die indischen heiligen Schriften und Weisheiten in der Vergangenheit von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurden, und sie erst recht spät angefangen haben diese niederzuschreiben. Die Bhagavadgita ist wie viele andere Schriften in Vers Form geschrieben sodass sie gesungen werden kann, was ihre mündliche Weitergabe erleichtert und wodurch sie sich gut auswendig lernen lässt. Das Werk umfasst insgesamt 18 Kapitel.

In der Bhagavad Gita wird der ganzheitliche Yoga-weg beschrieben, der zur spirituellen Einheit führt.
Im ersten Kapitel `` Der Yoga der Verzweiflung´´ ist die Rede von Arjuna, einem Heerführer der vor die Entscheidung gestellt wird einen Kampf zu führen oder nicht. Arjuna weiß nicht was er tun soll und in seiner Verzweiflung wendet er sich an seinen Wagenlenker und Freund Krishna, einem Avatar des Gottes Vishnu, und fragt ihn nach Rat. Somit ist das verzweifelt sein, und sich seiner Verzweiflung stellen einer der Yogas der Bhagavad Gita dargestellt. Arjuna wendet sich also an Krishna und bittet ihn um Führung, womit der zweite Aspekt des Yoga der Bhagavad Gita auftaucht, die Bitte um Führung. Es geht darum zu erkennen dass man selbst nicht weiter weiß, und sich an eine höhere Wirklichkeit zu wenden, in dem man einen Spirituellen Lehrer zu Hilfe bittet.

Im zweiten Kapitel der Bhagavad Gita geht es um die Unsterblichkeit der Seele.
Krishna sagt zu Arjuna: ``Deine Seele ist unsterblich, somit kannst du nicht sterben auch wenn dein Körper getötet wird, und du selbst tötest auch niemanden´´. Dann erklärt Krishna Arjuna dass über die Kontakte der Sinne mit den Sinnesobjekten Erfahrungen wie Vergnügen oder Schmerz entstehen. Krishna sagt Arjuna er soll alles mit Tapferkeit ertragen und sich von diesen Erfahrungen nicht bestimmen lassen. Arjuna soll lernen Kama (Gier Wunsch) und Krodha (Zorn) zu überwinden und das zu tun was nötig ist, im Bewusstsein das die Seele unsterblich ist.
Zusammengefasst kann man sagen das Zweite Kapitel ist ein Appell an Arjuna einerseits zu erkennen was er in Wahrheit ist, und zwar unsterbliche Seele, und andererseits sich nicht bestimmen oder verführen zu lassen durch Reiz-Reaktions-Ketten, insbesondere durch Gier und Zorn. Arjuna soll das tun was vom Herzen her richtig ist, und loszulassen.
Im zweiten Kapitel beschreibt Krishna den Yoga als Samatva (Gelassenheit) und als Karma Sukau Shallam (Geschick und Engagement im rechten Handeln).

In den nächsten Kapiteln beschreibt die Bhagavad Gita den Karma-Yoga.
Es wird gesagt: ``Tue das, was zu tun ist, so gut wie du kannst, aber sei nicht verhaftet an deinen Handlungen´´. Es geht darum das nötige zu tun ohne sich damit zu identifizieren, ohne am Ergebnis seiner Taten zu hängen gleichmütig in Erfolg und Misserfolg, und den Früchten seiner Handlung zu entsagen. Also tue das Gute um des guten Willens und lass dich nicht beirren wenn du nicht das bekommst was du gerne hättest, und wenn du nicht belohnt wirst für die Gute Handlung.
Der Yoga der Bhagavad Gita ist ein Yoga der Tat bzw. der Tätigkeit und des Engagements, auch des Enthusiasmus aber vor allem der Verhaftungslosigkeit und der Entsagung.

In den Kapiteln 7-12 geht es um Bhakti (Hingabe).
Dort sagt Krishna ``Gib dich ganz Gott hin, tue alles um Gottes Willen, siehe überall Gott, verehre Gott. Wenn du Gott verehrst und dich ganz an Gott wendest, dann wirst du die Führung Gottes erfahren. Und wenn du weißt, dass du nur ein Instrument in den Händen des göttlichen bist, dann wird Gott durch dich wirken, vertraue darauf´´.

Ab Kapitel 13 geht es um Jnana Yoga, den Yoga der Erkenntnis.
Hier geht es in vielerlei Hinsicht um Viveka (Unterscheidungskraft), Krishna spricht über die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas. Er sagt man solle nicht aus Verblendung und Trägheit, also Tamas, handeln. Man soll auch nicht aus Gier, Unruhe, Getriebenheit oder Gekränktheit handeln, also Rajas.
Er rät dazu das Sattvige zu tun, das reine von Gott inspirierte, das was dich nach oben führt und in einer höheren Wahrheit ruht. Im weiteren Verlauf spricht Krishna von Daiva und Asura, was man als ethisch und unethisch bezeichnen könnte. Wenn man darüber nachdenkt was zu tun ist, soll man immer auf das Ethische achten, nach Patanjali währen es die Yamas: Ahimsa (nicht verletzen), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (nicht stehlen), Brahmacharya (Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens), Aparigra (unbestechlichkeit). Man soll also überlegen was die ethisch richtige Handlung ist.

Als nächstes spricht Krishna über Prakriti (Urmaterie, Urzustand) und Svabhava (Eigene Natur).
Man soll seine eigene Natur und seine Talente erkennen, welche einem von Gott gegeben worden um die kommenden Aufgaben zu meistern, aus dem zu lernen was kommt und seiner Lebensmission zu folgen. Man soll seine Fähigkeiten gut einsetzten aber ohne Raga (Ego) und Dvesha (Wunsch), mögen und nicht mögen, Gier und Ablehnung zum Opfer zu fallen. Dann sagt Krishna dabei soll man sich bewusst sein das man unsterbliche Selbst ist, und Gott alles macht, man selbst macht nichts.

Die Essenz des Yogas der Bhagavad Gita lässt sich folgendermaßen zusammenfassen.
``Wenn du gut überlegt und alles durchdacht hast, dann entscheide dich, handle mit Engagement, Gelassenheit und entsage den Früchten der Handlung. Bringe alles Gott dar, dann ist alles gut´´.

Ganz zum Schluss spricht Krishna darüber dass das Weitergeben von spirituellen Weisheiten an andere Menschen, der größte Dienst ist den für Gott und die Menschheit tun kann. Wer spirituelle Weisheit nach bestem Wissen und Gewissen, in Bewusstsein darüber ein Instrument Gottes zu sein, weitergibt wird inspiriert werden von Gott und Gott erfahren. Somit ist letztendlich auch das Lehren, ein Yoga Weg gemäß der Bhagavad Gita.

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Tags: Bhagavad Gita, Yoga, Yoga der Bhagavad Gita, sukadev

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