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Depression – Teil 3 Depression – Ratschläge aus den sechs Yogawegen

Namaste und herzlich willkommen zum Vortrag „Depression, Ratschläge zu Depression aus den sechs Yogawegen“. Mein Name ist Sukadev von www.yoga-vidya.de und ich möchte dir heute einige Tipps geben zum Umgang mit Depression, insbesondere mit den Vorstufen zur Depression. Depression kommt ja vom Lateinischen, primere heißt drücken, de heißt herunter, nieder, Depression heißt niedergedrückt sein, Niedergeschlagenheit. Also, Depression ist eigentlich ursprünglich nicht etwas Klinisches, sondern es heißt, eine niedergedrückte Stimmung. Und du kannst lernen, mit niedergedrückten Stimmungen umzugehen. Und die sechs Yogawege geben dort einiges an Tipps. Natürlich, es sollte jetzt nur kurz sein, nur kurz ein paar Tipps, Umgang mit Depression aus dem Standpunkt der sechs Yogawege.
Zunächst Jnana Yoga. Jnana Yoga, der Yoga des Wissens und der Weisheit, der psychologischen Selbstbefragung, der Frage: „Wer bin ich?“ Jnana Yoga sagt: Frage, wer bin ich, erkenne dein Selbst und sei frei. Wenn du merkst, du bist niedergeschlagen, kannst du dir bewusst sein: „Wer bin ich, der Niedergeschlagenheit empfindet?“ Nicht, „ich bin niedergeschlagen, ich bin deprimiert“, sondern „ich beobachte die Niedergeschlagenheit, ich beobachte die Depression, ich bin und bleibe, war, werde immer sein das unsterbliche Selbst, der Atman.“ Wenn du jenseits dieses Gefühls von Depression, Niedergeschlagenheit gehst, entdeckst du etwas in dir, du entdeckst Satchidananda, unendliches Sein, unendliches Wissen, unendliche Glückseligkeit. Du spürst, in dir ist die Kraft. Das geht selbst, wenn du sehr niedergeschlagen bist. Gehe zu dem Punkt tief in dir, der dir hilft, zu erfahren: „Ja, da ist etwas.“ Und dann kommt von innen heraus wieder die Kraft, dann kannst du dich aufrichten, dann weißt du wieder: „Ja, ich kann vieles tun.“
Zweiter Yogaweg, Bhakti Yoga. Bhakti Yoga, der Yoga der Hingabe. Bhakti Yoga, der Yoga des Gottesvertrauens, der Yoga der Hingabe zu Gott. Im Bhakti Yoga sagen wir: Gott ist hinter allem. Gott macht alles. Gott gibt dir die Aufgaben, die du brauchst, um zu wachsen. Gott gibt dir die Erfahrungen, die nötig sind. Hinter allem ist ein Sinn, auch wenn du ihn nicht selbst ergründen kannst. Im Bhakti Yoga lernst du, dich ganz Gott hinzugeben. Und wenn du mal merkst, du bist niedergeschlagen, weil irgendwas nicht richtig gegangen ist, oder du bist niedergeschlagen, du weißt gar nicht, warum, du fühlst dich ausgenützt, ausgebrannt, ausgepowert, dann kannst du dir vorstellen, du liegst in den Armen Gottes. So ähnlich wie ein Kind, wenn es einen schwierigen Tag hatte, rennt zur Mutter, die Mutter umarmt das Kind und das Kind schläft in den Armen der Mutter oder bei der Mutter. So ähnlich kannst du dich ganz an Gott wenden und du kannst in den Armen Gottes schlafen. Du kannst dich Gott ganz zuwenden. Du kannst wissen: „Ich bin das unsterbliche Selbst, ich wende mich Gott ganz hin.“ Frage, wer bin ich, erkenne dein Selbst im Jnana Yoga, vertraue Gott ganz im Bhakti Yoga. Dann ist es auch ok, wenn du mal vorrübergehend niedergedrückt bist, du brauchst dir kein schlechtes Gewissen zu machen. Es ist auch ok, wenn du mal nicht alles so machen kannst, wie du meinst, dass du es machen müsstest. Gott gibt dir die Aufgabe, für die du gewachsen bist. Und Gott gibt dir die Erfahrung, die du brauchst, um zu wachsen. Und da ist es ok, wenn du Misserfolge hast, wenn es mal nicht so klappt. Es ist ok, mal müde zu sein. Lasse dich ganz von Gott tragen.
Raja Yoga, der dritte der Yogawege. Raja Yoga, der psychologische Yogaweg. Er ist so umfassend, dass es mir jetzt schwerfällt, zu überlegen, was nehme ich denn jetzt aus dem großen Gebiet des Raja Yoga heraus. Aber eines kann man sagen, Raja Yoga sagt: Deine wahre Natur ist jenseits der Gedanken und du kannst deine Gedanken beeinflussen, du kannst deine Stimmung beeinflussen. Im Grunde genommen, du musst einfach ein paar deiner Gedanken positiv machen und schon bist du aus der Niedergeschlagenheit heraus. Vom Raja Yoga könntest du auch überlegen: „Was müsste ich tun, um Freude zu empfinden? Was müsste ich tun, um Energie zu haben? Wie kann ich Zugang finden zu meiner Energie? Wie kann ich Zugang finden zu meiner Freude?“ Du kannst auch überlegen: „Angenommen, ich hätte jetzt Freude, wie wäre ich jetzt? Angenommen, ich hätte jetzt Energie, wie wäre ich jetzt? Irgendwann war ich doch schon mal in diesem Zustand. Was hat mir geholfen, dort herauszukommen? Was hat mir das letzte Mal geholfen, aus einem niedergeschlagenen Gemütszustand herauszukommen? Könnte ich das nicht auch machen? Das wäre doch etwas. Wenn ich das letzte Mal herausgekommen bin, kann ich es doch auch dieses Mal. Lasse mich das tun, was mir hilft, herauszukommen.“ So kommt wieder Energie. Wenn du ein paar Gedanken hast, kommt das Gefühl, aus dem Gefühl kommt wieder die Energie.
Karma Yoga. Karma Yoga, der Yoga der Tat. Karma Yoga würde sagen: Tue etwas, bleibe nicht einfach hängen. Es mag mal gut sein, ein, zwei Tage Ruhe zu geben, aber es nutzt nichts, in Selbstzweifeln zu sein: „Kann ich das? Kann ich das nicht? Bin ich gut genug? Bin ich nicht gut genug?“ Karma Yoga würde sagen: Tue etwas. Und ich war ja bei einem Meister, einem Yogameister, in der Lehre, Swami Vishnu-devananda, und der war ein Meister darin, Menschen zum Karma Yoga zu bringen. Angenommen, jemand kam zu Swami Vishnudevananda mit einer Depression, Swami Vishnu hat ihn sofort aktiviert, dann musste er irgendwas machen. Natürlich hat er etwas Einfaches zu tun bekommen, etwas, wo man schnell Erfolg hatte. Das konnte schlicht und ergreifend sein, Geschirr zu spülen, das konnte sein, Gartenarbeit, das konnte sein, wenn er Handwerker war, irgendetwas zu handwerken, das konnte sein, irgendetwas zu ordnen, es konnte alles Mögliche sein. Oder auch, wenn es der eigene Mitarbeiter war, dann wurde er sofort versetzt. Versetzung heißt, was Neues zu machen. Und wenn man was Neues macht, kommt das Adrenalin wieder in Gang, da hat man irgendwie die Kraft, wieder etwas Neues anzugehen. Und schnell war die alte Depression vergessen. Erinnere dich daran, wenn ich jetzt von Depression spreche, spreche ich nicht von der klinischen Depression, das ist vielleicht etwas komplexer. Ich spreche jetzt, was der Volksmund unter Depression versteht, eben einen Zustand der Niedergeschlagenheit, Niedergedrücktheit, etwas, was schon noch einfach oft zu verändern ist.
Nächster Aspekt, Kundalini Yoga. Kundalini Yoga, der Yoga der Energie. Kundalini Yoga sieht alles als Energie. Depression heißt Energiemangel und du kannst etwas tun, um den Energiemangel zu überwinden. Du kannst etwas tun, um neue Kraft zu empfinden. Du kannst etwas tun, um die Energien wieder zum Fließen zu bringen. Kundalini Yoga hat so viele Techniken und sagt: Es ist ok, wenn du niedergedrückt bist, tue einfach etwas, um mehr Energie zu haben. Hast du mehr Energie, ist die Niedergeschlagenheit vergessen. Und so ist vom Kundalini Yoga Standpunkt aus besonders wichtig, du überlegst: „Ja, was kann ich denn tun.“ Denn es nutzt nichts, wenn dir jemand sagt, du musst joggen gehen und du hast keine Kraft dafür, aus dem Bett zu kommen. Du kannst überlegen: „Was von den vielen Dingen, die es gibt, um Energie zu erzeugen, was könnte ich tun?“ Auch ohne Kundalini Yoga zu kennen, kannst du jetzt überlegen: „Was hat mir in meinem Leben bisher Energie gegeben? Was gibt mir Energie? Wozu könnte ich mich jetzt aufraffen? Was könnte ich tatsächlich tun?“ Und dann tue das, was dir Energie gibt.
Hatha Yoga ist ja ein Unteraspekt vom Kundalini Yoga. Hatha Yoga nutzt den Körper, um mehr Energie zu erzeugen. Kommt mehr Energie, dann ist auch die Depression vorbei. Du kannst nicht deprimiert sein und viel Energie haben. Hatha Yoga hilft außerdem, über Körperveränderung die Psyche zu verändern. Wenn du so eingesackt bist, ist Depression kein Wunder. Wenn du eine Weile so bist, dann ist die Depression weniger. Du kannst auch die Hände so nach oben geben, du kannst den Brustkorb wölben, die Schultern nach hinten geben und du kannst so dich öffnen. Du könntest das z.B. jetzt gleich mal probieren. Wenn keiner da ist, gib einfach mal die Hände so nach oben, Brustkorb nach vorne und warte einfach darauf, dass Energie in dich hineinströmt. Es passiert. Du kannst Bauchatem üben, du kannst Kapalabhati üben, du kannst verschiedenste Atemübungen üben. Hatha Yoga hilft dir, neue Kraft und Energie zu bekommen.
Und auf den Yoga Vidya Internetseiten kriegst du ja viele Informationen darüber. Du kannst auf www.yoga-vidya.de gehen, oben rechts findest du ein Suchfeld, dort gibst du „Depression“ ein, du findest viele Möglichkeiten, damit umzugehen. Du findest Yogastunden bei Depression, du findest MP3-Hörsendungen über Depression, du findest die Seiten der psychologischen Yogatherapie, du findest Seminare zum Thema und du kannst natürlich auch Einzelberatung bekommen oder auch eine Yogatherapie-Kur mitmachen, um dort wirklich neue Energie zu bekommen.
Bis zum nächsten Mal, alles Gute!

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Tags: Depression, podcast, yogawege

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