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Das Auflösen aller Gedanken durch die Verwirklichung - HYP IV.7

Hatha Yoga Pradipika, 4. Kapitel, 7. Vers: „Tat samam cha dvayor aikyam jivatma paramatmanoh pranashta sarva sankalpah samadhih so’bhidhiyate.“ - „So kommt die Vereinigung der individuellen Seele, Jivatma, und der kosmischen Seele, Paramatma. Dies wird Erleuchtung, Samadhi, genannt. Dann sind alle Sankalpas, alle geistigen Konstruktionen, aufgelöst.“

Hallo und herzlich willkommen zum Hatha Yoga Pradipika Podcast, zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen, präsentiert von www.yoga-vidya.de. Heute spreche ich weiter über Samadhi, wieder über das vierte Kapitel der Hatha Yoga Pradipika. 

Swatmarama spricht darüber, worum geht es im Yoga. Es geht darum, die Einheit zu erfahren. Es geht darum, zu erfahren, du bist das Unendliche und das Ewige. Deine individuelle Seele, du selbst bist gar nicht so individuell. Du bist unendlich und du bist ewig. Sogar auf physischer und geistiger Ebene bist du gar nicht so individuell, wie das oft scheint. Auf einer physischen Ebene bist du verbunden. Du brauchst die Erde, um darauf zu stehen oder zu sitzen oder zu gehen. Du bist verbunden mit der Erde. Du brauchst die Luft, um zu atmen. Mit jedem Atemzug kannst du die Verbindung spüren. Du bist verbunden über die Nahrung, die du zu dir nimmst, die flüssige, wie auch die feste. Du bist verbunden durch das, was du wieder ausscheidest. Du bist verbunden über das Hören und das Sehen und alle anderen Sinne. Du kannst dir immer wieder bewusst machen, du bist verbunden. Du kannst sagen: „Ich bin verbunden.“ Und diese Verbundenheit ist nicht nur eine materielle, du kannst sie auch spüren. Du kannst spüren: „Ich bin verbunden mit der Erde.“ Du kannst spüren: „Ich bin verbunden mit meiner Umgebung.“ Du kannst, wenn du einen Baum siehst, fühlen: „Ich bin verbunden mit dem Baum.“ Wenn du einen Menschen siehst, kannst du dir bewusst machen: „Ich bin verbunden mit dem Menschen.“ Wenn du atmest, kannst du dir bewusst machen: „Ich bin verbunden mit dem Atem.“

Es gibt einen wunderschöne Upanishade: Dort fragt ein Schüler einen Meister: „Wie erkenne ich Brahman?“ Und der Meister sagt: „Erkenne Brahman in der Nahrung. Wahrlich, in der Nahrung erkenne Brahman.“ Und wie erkennst du Brahman in der Nahrung? Indem du dir bewusst bist, dass du über das Essen verbunden bist mit dem physischen Universum. Der Schüler fragt weiter: „Meister, erzähle mir mehr von Brahman. Wie erfahre ich Brahman?“ Daraufhin sagt der Meister: „Im Atem, erkenne im Atem Brahman.“ Wie erkennt man Brahman im Atem? Indem du dir bewusst bist, über den Atem bist du verbunden, über den Atem bist du verbunden mit dieser Welt. Mit dem Atem bist du verbunden mit der gesamten Atmosphäre und mit dem Himmel und mit allen Lebewesen, denn jedes Molekül, das du ein- und ausatmest, war schon in den Lungen von so vielen anderen Lebewesen, war schon in den Adern von so vielen anderen Lebewesen, war schon in so vielen Pflanzen. Mit jedem Atemzug bist du verbunden mit allen Lebewesen. Der Schüler fragt: „Meister, sage mir weiter, wie erkenne ich Brahman?“ „Durch die Sinne, erkenne Brahman durch die Sinne.“ Und wie erkennst du Brahman durch die Sinne? Über die Sinne bist du verbunden mit dem ganzen Universum. Über die Sinne bist du verbunden mit allem außerhalb von dem scheinbaren Körper. Der Schüler fragt weiter: „Meister, erzähle mir, wie erfahre ich Brahman?“ Der Meister antwortet weiter: „Über die Emotionen. Sei dir bewusst, über die Emotionen bist du mit Brahman verbunden.“ Wie erfährst du über die Emotionen Brahman? Die Emotionen sind Gefühl. Gefühl richtet sich auf die Suche nach Liebe, nach Erfüllung. Die Sehnsucht nach Liebe, die Sehnsucht nach Glück, ist die Sehnsucht nach Brahman. Spüre diese Sehnsucht, aber spüre, dass die Sehnsucht nicht nur nach einen Menschen geht und nach einer Sache und nach irgendeiner äußeren Erfüllung, spüre, die Sehnsucht geht nach Brahman. Emotionen und auch Gedanken sind nicht nur deine eigenen. Damit bist du verbunden mit anderen Wesen. Mache dir bewusst: „Das, was ich erfahre, erfahren auch andere. Die Emotion, durch die ich gehe, durch diese Emotion gehen auch andere.“ Daher, erfahre dich selbst als Manifestation des Unendlichen und des Ewigen. Und letztlich sei dir bewusst: „Ich bin das reine Bewusstsein.“

Unbearbeitete Niederschrift eines Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

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Tags: Hatha Yoga Pradipika, Hatha Yoga Pradipika Audio-Vortrag, Samadhi, Sukadev, tägliche inspiration

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