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© 2015 Text und Foto: Bhajan Noam

Es ist sicher manchmal hilfreich und gut für die innere Entwicklung, wenn einem eine Krankheit widerfährt oder irgendein äußerer Schicksalsschlag, der einem zeigt, wie klein man ist, wie hilflos, wie unfähig ohne die Gnade der lebendigen Kraft der Existenz, die alles bewirkt, die weise lenkt, ohne die kein Regentropfen vom Himmel fällt, kein Sandkorn, vom Wind erfasst, sich tanzend über die Wolken erhebt, ohne die kein Mond und keine Sterne uns kühl bescheinen und ohne deren Fürsorge keine Sonne unsere Herzen erwärmt.

Ein schicksalhaftes Ereignis, dem wir uns ergeben müssen, rückt schnell die Dimensionen wieder zurecht in unserem Bewusstsein. Wir sind ein Staubkörnchen, wir sind ein Tropfen im Unendlichen der Ozeane und Wüsten. Unsere geglaubte Wichtigkeit, unsere Unersetzbarkeit und all die Überheblichkeiten sind plötzlich in ihrer ganzen Blöße den Elementen ausgesetzt, die nichts Unechtes, keine Unwahrheiten, keine Selbsttäuschungen dulden. Wenn wir den Mut aufbringen, uns dieser Nacktheit total zu stellen, kann, vielleicht zum ersten Mal, eine Ahnung in uns entstehen von der ungeheuren Größe, von der unfassbaren Schönheit göttlicher Natur, die in uns keimt, von der tiefen Liebe, die wir zu verwirklichen fähig sind, von einer ganz neuen Menschlichkeit, in die hinein zu erblühen unser Werk all der vielen Leben ist.

Unser Herz ist oft verschlossen aus Angst, aus Enttäuschung, aus Scham. Doch so geht es den Herzen aller Menschen. Wir leiden alle an der gleichen Krankheit. Wir sind Gefangene in der Dunkelheit der Höhle unseres eigenen Herzens. Und die richtige Richtung, sich hieraus zu befreien, liegt nicht irgendwo draußen, sondern sie zeigt noch tiefer, durch die Dunkelheit hindurch, zum göttlichen Licht in uns selbst. Nicht in der Ferne, ganz nah in uns - und nur dort - ist das Licht der Freiheit, ist der Glanz der Menschlichkeit, ist das Feuer der Liebe verborgen. Und der Weg ist die Verletzlichkeit, die Zartheit, das Sichberührenlassen und das Mitgefühl. Der Weg sind gemeinsame Tränen und gemeinsames Lachen. Der Weg ist der Strom unserer Lebensfreude, und unser Boot darauf ist ein Herz voll Sehnsucht, voll Heimweh und voll Vertrauen.

(Aus meinem Buch "Du bist diese Liebe")

- Bhajan Noam -

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Bhajan_Noam, Entwicklung, Gnade, Herz, Kraft, Liebe, Menschlichkeit, Natur, Sehnsucht, Sonne

Kommentar von Satyavan am 21. Juli 2015 um 11:28am

wenn wir soviel über die liebe zu wissen glauben, warum suchen wir?

wenn wir soviele mystische gedanken zur liebe haben, welche im grunde nichts beschreibend durch unsere köpfe fliegen und uns so für kurze zeit befriedigt, warum versuchen wir die liebe?

gibt es menschliche weisen ohne eigendünkel.....liebt ihr wirklich ohne zweck oder absicht? könnte ein mensch handeln ohne an sich selbst zu denken?

ist die suche nach liebe die ursache für den hass?

Kommentar von Bhajan Noam am 21. Juli 2015 um 3:54pm

Wäsche waschen, die Stube ausfegen, ein Feuer anzünden, Essen kochen, die Liebste einladen und lieben.

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