Shivaratri
In der Nacht von Sonntag auf Montag ist die Heilige Nacht des Shiva. – In dieser Nacht wandelt Shiva auf unserer Erde und nimmt die Sünden aller Verehrer von sich und bringt ihnen Glück. Es wird auch die Hochzeit mit seiner Frau, der göttlichen Mutter, Parvati gefeiert. Den ganzen Tag über wird gefastet und in der Nacht wird gewacht, gebetet und es finden Pujas ihm zu Ehren statt. Wo sonst eine Hochzeit ausgelassen und mit Völlerei gefeiert wird, ist diese, zu Ehren Shivas und Parvatis gezeichnet von Stille, Fasten und Andacht.
Das Leben ist voller Gegensätze und die Götter sind es auch. Shiva ist bekannt als der Zerstörer. Als DER Teil der heiligen hinduistischen Trinität, welche neben Brahma (Schöpfung) und Vishnu (Erhaltung), für die Transformation steht. Zuerst denkt man oft an die negative Eigenschaft der Zerstörung, weil es so offensichtlich ist. – Allerdings gibt es ohne, dass etwas "Altes" stirbt, sich auflöst, sich verändert, auch nichts Neues.
Die Erde auf welcher wir leben, unser ganzes Sonnensystem, unser Universum, ALLE Universen, sind nur entstanden, als etwas sich veränderte, was vorher da war. Die Erde unter unseren Füßen, von welcher sich die Pflanzen und somit auch wir uns nähren, ist organisch und war früher selbst Tier, Mensch und Pflanze. Dadurch das wir alle irgendwann zu Erde werden, geben wir zukünftigem Leben die Möglichkeit zu entstehen.
Transformation ist ein schönerer Begriff als Zerstörung, aber dennoch das gleiche. Alles verändert sich, nur dafür muss sich immer irgendetwas auflösen oder auch sterben.
Sterben ist nichts Negatives, sondern einfach der Übergang zu etwas Neuem. Das kann man nicht nur spirituell erklären, sondern auch wissenschaftlich. – WAS das Neue dann ist, befindet sich nur außerhalb unseres erklärbaren und wahrnehmbaren Spektrums. Es gibt nur Gefühle und Theorien. Das ein Übergang von Materie zu etwas Neuem stattfindet und das ständig und nie endend, ist Fakt. Warum dann auch nicht vielleicht des Geistes und des Bewusstseins?
Trotz das Shiva für Zerstörung und Transformation steht, heißt er eigentlich wortwörtlich "Der Gutmütige / Der Liebevolle".
Ein Gegensatz? Ja, aber warum auch nicht! Veränderungen sind meist schmerzhaft und unerwünscht. Aber immer notwendig. Nichts ist von Dauer! Wir dürfen lernen mit Veränderungen gut umzugehen und auch liebevoll uns selbst gegenüber zu sein. Wir dürfen Veränderungen begrüßen und auch aktiv herbeiführen, so dass etwas Neues und auch vielleicht viel Schöneres daraus hervorgehen kann. Selbstverständlich gilt es auch das Schöne und Gute zu bewahren und zu kultivieren (Vishnu), aber auch die Veränderung (Shiva) gut zu heißen, damit etwas Neues (Brahma) daraus entstehen darf.
ॐॐॐ
Oṃ Namaḥ Śivāya
ॐॐॐ
Kommentare