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Ich will etwas lesen aus der „Bhagavad Gita“, dem Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer und Arjuna, dem Schüler.
Krishna sagt:

"Wenn der Sehende keinen anderen Handelnden sieht als die Gunas, und das erkennt, was höher ist als sie, kommt er zu meinem Wesen. Der Verkörperte, der die drei Gunas transzendiert hat, aus dem sich der Körper entwickelt hat, ist frei von Geburt, Tod, Verfall und Schmerz und erreicht die Unsterblichkeit".

Krishna spricht hier von den Gunas. Gunas sind die Eigenschaften der Natur, nämlich Sattwa, Rajas, Tamas. Es sind die Grundkräfte im Universum. Er führt aus, dass es etwas gibt, was jenseits der Gunas ist, etwas was jenseits dieser Grundkräfte ist, nämlich das unsterbliche Selbst, das unsterbliche Bewusstsein.
Und es gilt, dass wir lernen, mit den Gunas gut umzugehen, dass wir lernen, unsere Rolle im Universum zu spielen, dass wir lernen, mindestens in einem kleinen Universum unsere Rolle geschickt zu spielen, aber dabei wissen: „Ich bin nicht die verschiedenen Rollen, die ich annehme.“ Wir sind mal Freund, Freundin, mal Mutter, Vater, Sohn, Tochter, Bruder, Schwester. Wir sind mal Yogalehrer, Yogalehrerin, Vortragender, Zuhörer, mal Schüler, mal Lehrer, mal Hauseigentümer, mal Mieter, mal Hausaufräumer, mal Einkaufender, mal Kunde, mal usw. Das sind alles verschiedene Rollen, die wir spielen, die wir so gut wie möglich spielen sollen. Schwierig wird es, wenn wir uns mit diesen Rollen identifizieren, was wir ja ständig machen. Wir sind so etwas Ähnliches wie ein Schauspieler in Kleinkunstbühnen oder in früheren Theatern, der verschiedene Rollen annimmt. So eine Kleinkunstbühne, insbesondere eine, die Vollzeitschauspieler beschäftigt, kann nicht 20 oder 30 Schauspieler bezahlen. Also gibt es da in manchen zwei, drei oder vier Schauspieler d die rennen dann immer hinter die Bühne, tauschen die Gewänder und die Kostüme und kommt in einer neuen Rolle wieder auf die Bühne heraus. Sie müssen ihren Part gut spielen, aber gleichzeitig sich bewusst sein, dass sie ihn nur spielen und nicht diese Rolle sind. Wenn wir reflektieren stellen wir fest, wie viele Rollen wir tagaus, tagein spielen. Wir sollten uns aber gleichzeitig immer bewusst sein, dass wir keine dieser Rollen wirklich sind. Und wenn wir das erkennen, dann ist das sicherlich ein wichtiger Aspekt, um zum einen spirituell zu handeln, um zu wissen, wer wir wirklich sind, um unsere Pflicht auch gut machen zu können, ohne Ego, ohne Identifikation, es ist sicher auch eine gute Vorbeugung gegen Burnout, und es ist zum anderen etwas, womit wir das Leben etwas spielerischer gestalten können. Und, Arjuna stellt nochmals eine genaue Frage im 21. Vers:
"Was sind die Kennzeichen des Menschen, der die 3 Gunas transzendiert hat. Wie verhält er sich und wie geht er über die 3 Eigenschaften hinaus?"
Arjuna will es genauer wissen. Wie verhält sich denn jetzt dieser Mensch, dem es gelingt, jenseits aller Rollen, aller Gunas zu gehen, und wie kommt man da überhaupt hin. Und darüber erzähl ich euch ein anderes Mal.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Inspiration, Lesung, Schrift, Spiritualität, Sukadev, Tägliche, Vidya, Yoga, indische

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