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Zuflucht nehmen bei Mir bedeutet, du lässt die Verstellung des Handelnden los – BhG XVIII.66

Bhagavad Gita, 18. Kapitel, 66. Vers
„Sarva-dharman parityajya mam ekam saranam vraja aham tva sarva-papebhyo moksayisyami ma sucah.“

Wer schon mal in einem der Yoga Vidya Ashrams oder in einem Satsang in den Yoga Vidya Zentren war oder auch in den Sivananda Yoga Zentren, der kennt diesen Vers. Wir rezitieren diesen Vers am Ende des Arati. Das ist der letzte Vers, bevor wir uns verneigen im Rahmen des Satsangs. Dies ist ein so wichtiger Vers und deshalb hat uns Swami Vishnu Devananda dazu inspiriert, diesen Vers jedes Mal nach dem Arati zu sagen. Und im Ashram heißt das, wir sagen diesen Vers jeden Morgen und jeden Abend.

Krishna sagt dort:
„Gib alle Vorstellungen von richtig oder falsch auf. Suche Zuflucht bei Gott alleine. Gott wird dich von allen Sünden befreien, sorge dich nicht.“

In vorigen Versen und eigentlich in den letzten achtzehn Kapiteln hat Krishna dem Arjuna viele Kriterien gegeben, wie er sich entscheiden soll. Nachdem man alles abgewogen hat, dann sollte man sagen: „Ja, ich weiß es nicht genau, Hundertprozent sicher bin ich mir nicht.“ Die Fanatiker wissen immer, was zu tun ist, aber mit einer fanatischen Einstellung kommst du nicht zur Gotteserfahrung. Du kommst zur Gotteserfahrung mit Demut. Und so, nachdem du dich entschieden hast, verneige dich vor Gott innerlich und sage: „Ich bringe Dir alles dar. Hundertprozent sicher bin ich nicht. Ich nehme Zuflucht bei Dir, Oh Gott. Ich will das alles für Dich tun und ich will Dich durch mich wirken lassen. Und ich weiß, Du bist hinter allem.“ Und dann sagt Krishna, dass Gott dich von allen Papas befreien wird, von aller Schuld, von aller Sünde. Sorge dich nicht. In diesem Sinne lasse ganz los. Swami Sivananda sagt auch: „Lasse die selbstgemachte Last auf deinen Schultern geringer werden, indem du sie Gott darbringst.“ Überlege schon nach bestem Wissen und Gewissen, dann bringe alles Gott dar, im Bewusstsein, du weißt manchmal nicht, was das Richtige ist, was nicht das Richtige ist. Sei schon konsequent, was Ethik betrifft. Sei konsequent, was Sattwa betrifft. Sei konsequent in persönlicher Disziplin. Aber dann bringe alles Gott dar, lasse alles los.

In diesem Sinne, wenn du voller Liebe zu Gott alles tust und du alles Gott darbringst, wenn du vorher Gott um Führung gebeten hast, dann machst du nichts Falsches. Und selbst wenn nachher dabei herauskommt, dass alles schiefgeht, selbst wenn nachher andere Menschen sich beschweren bei dir, selbst wenn du negatives Feedback bekommst, selbst wenn sogar ein Mensch dabei verletzt wird, ohne dass du das beabsichtigt hast, bei all dem brauchst du dir wegen Schuld keine Sorgen zu machen. Krishna sagt: „Sorge dich nicht, Ich werde dich von allem Negativen befreien.“ Du schaffst kein negatives Karma, du brauchst auch keine Schuldgefühle zu haben. Wenn du Gott alles darbringst, alles für Gott machst, das im Bewusstsein tust, dass du Gottes Instrument sein willst, brauchst du dich nicht zu sorgen, du kannst ganz frei sein. Dieser Vers ist eben etwas für morgens und für abends. Du kannst morgens sagen: „Oh Gott, was auch immer ich tue, ich bringe es Dir dar. Was auch immer ich tue, ich mache es als Instrument von Dir. Was auch immer ich tue, bitte wirke Du durch mich hindurch.“ Und abends kannst du immer sagen: „Oh Gott, was auch immer ich heute getan habe, ich bringe es Dir dar. Was auch immer ich heute getan habe, habe nicht ich getan, Du hast es durch mich getan. Was auch immer ich heute getan habe, mögest Du dadurch wirken.“

Beginne so den Tag, schließe so den Tag, so wirst du Gott erfahren. Immer mehr, jeden Tag mehr, bis du schließlich dauerhaft im Gottesbewusstsein sein wirst. Das ist möglich. Es ist wirklich möglich, dir der Gegenwart Gottes jederzeit bewusst zu sein.

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Bhagavad Gita Audio-Vortrags mit Sukadev Bretz. Mehr Infos:

 

 

 

 

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, tägliche inspiration

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