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„Zeige mir das Höchste Selbst – Bhagavad Gita 11. Kapitel“

Ich lese etwas aus der Bhagavad Gita, dem Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, Inkarnation Gottes auf Erden und Arjuna, dem Schüler.
Arjuna bat im 11. Kapitel zu Anfang den Krishna, er möge ihm bitte die kosmische Gestalt zeigen. Er möge ihm das erfahren lassen, wovon er bisher nur gehört hatte. Er hat damit im 4. Vers gesagt: „Wenn Du, O Herr, der Ansicht bist, dass es für mich möglich ist, es zu sehen, zeige mir, O Herr der Yogis, Dein unvergängliches Selbst.“
Etwas, was wir immer im Kopf und im Herzen behalten sollten – die höchste Erfahrung, darum geht es, die wollen wir erreichen. Wir sollten uns nicht mit weniger zufrieden geben. Yoga hat zwar viele wunderschöne Wirkungen auf die Gesundheit, gibt mehr Energie und Heilung, man entwickelt mehr Talente, Durchsetzungskraft und auch Intuition. Das ist auch alles ganz gut, aber es geht um mehr. Letztlich geht es darum, zum höchsten Selbst zu kommen.
Diese Frage sollen wir immer wieder an Gott richten, oder uns bewusst machen, da will ich hinkommen.
Krishna antwortet Arjuna: „Sieh, Oh Arjuna, Hunderte und Tausende meiner Formen von unterschiedlicher Art, göttlich und mannigfaltig in Farbe und Gestalt. Nun sieh, Oh Arjuna, in meinem Körper das gesamte Universum zu einem einzigen zusammengefasst. Einschließlich des Beweglichen und des Unbeweglichen. Und alles, was du außerdem noch zu sehen wünscht. Jedoch vermagst du mich nicht mit deinen physischen Augen so wahrzunehmen. Ich gebe dir das göttliche Auge. Siehe meinen edlen Yoga.“

Arjuna ist ja zu dem Zeitpunkt kein neuer Aspirant, er hat vermutlich schon 40 Jahre lang praktiziert und vermutlich wird er eine solche Bitte immer wieder gestellt haben an Gott. „Bitte zeige mir Deine höhere Natur. Lass mich das Höchste sehen.“ Und vielleicht hat er immer wieder Ahnungen gehabt. Und dann hat er festgestellt, soweit ist er noch nicht. Er muss wieder neu praktizieren. Und jetzt fragt er das wieder und jetzt sagt Krishna: „Ja, jetzt werde ich dir meine höchste Natur zeigen. Du wirst sehen, meine Natur ist das ganze Universum.“ Das gesamte Universum ist wie der physische Körper von Gott. Das ganze geistige Universum ist wie der geistige Körper Gottes. Das Selbst aller Wesen, das ist eins. Überall. Und Krishna verspricht dem Arjuna: „Jetzt wirst du es gleich wahrnehmen. Wahrnehmen wirst du es nicht mit physischen Augen.“
Mit den physischen Augen sehen wir die physische Welt. Dafür sind sie geschaffen. Die physische Netzhaut wird jetzt nicht höhere Welten wahrnehmen können. Aber wir können sie wahrnehmen. Die Erfahrung der höchsten Wirklichkeit ist nicht einfach nur eine Theorie, es ist nicht eine Glaubenssache, nicht etwas, was uns vielleicht irgendwann mal, nach dem physischen Tod, überkommen wird oder auch nicht. Sondern es ist etwas, was erfahrbar ist. Und wenn es erfahren wird, ist es wirklicher als was wir jetzt wahrnehmen.
Als der spätere Yoga Meister Vivekananda noch der Student Narendra war, ging er zu einem Vortrag von Rama Krishna. „Du sprichst so viel von Gott. Wer ist Gott? Hast du Gott gesehen?“ fragte Narendra. Rama Krishna lächelte und sagte: „Ich sehe Gott, so wie ich dich sehe, nur deutlicher.“ Darauf Narendra mutig und kühn: „Kann ich Gott auch sehen?“ Und Rama Krishna: „Willst du?“ „Ja“, sagte Narendra. Da streckte Rama Krishna seinen Fuß aus, berührte Narendra und dieser fiel in Samadhi und hatte eine Gotteserfahrung.
So schnell kann es gehen, wie bei Narendra. So lange kann es gehen wie bei Arjuna, der 40 Jahre warten musste. Zu welcher Kategorie wir gehören, werden wir sehen.
Jetzt wollen wir in die Meditation gehen.
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

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