YVS537 Gunas und Ernährung - BhG XVII 7

Welche Nahrung sollte man zu sich nehmen? Welche Nahrung sollte man sich nicht zu sich nehmen? Wann ist die Ernährung rein, unruhig machend oder dumpf machend? Was sagt Krishna und die Bhagavad Gita zur Ernährung?

Kapitel 17 Vers 7: Krishna:

„Auch die Nahrung, die jeder schätzt, ist von dreierlei Art. Ebenso auch Jaknia, das Opfer, die Rituale. Tapas, die Askese und spirituellen Praktiken und Dhana, die mildtätigen Gaben und das uneigennützige Dienen. Höre über die Unterschiede zwischen diesen. Speisen, die Leben, Reinheit, Stärke, Gesundheit, und Freude und Heiterkeit steigern. Die schmackhaft, wohlriechend, kräftig und angenehm sind. Sie schmecken den sattwigen Menschen.“

Wenn du sattwig bist, dann magst du das, was gesund ist, das, was deinem Körper Stärke gibt und das, was gut ist für deinen Geist, was deinem Geist Freude und Heiterkeit schenkt. Die sattwige Nahrung ist außerdem schmackhaft, wohlriechend und angenehm.

Sattwig ist also das, was deinem Körper Stärke gibt, was gesund ist, deinem Geist Freude und Heiterkeit bring und auch gut schmeckt.

Kapitel 17 Vers 9: Krishna:

„Speisen, die bitter, sauer, salzig, zu stark gewürzt, scharf, trocken, oder brennend werden von rajasigen Menschen bevorzugt und bringen Schmerz, Kummer und Krankheit.“

Hier geht es um rajasige Speisen und Krishna macht keine Aufzählung, welche Nahrungsmittel rajasig sind, sondern das, was bitter, sauer, salzig, stark gewürzt, zu scharf, trocken und brennend ist, ist rajasig. Man muss noch dazu sagen, dass es Ayurveda gibt und die von verschiedenen Geschmacksrichtungen spricht und dass ein gutes Essen verschiedene Geschmacksrichtungen haben muss. Aber wenn jemand nur Saures, Salziges, scharf Gewürztes isst, dann ist das rajasig.

Zu Krishnas Zeiten gab es noch keinen Industriezucker oder den isolierten Zucker und so hat er gesagt, dass das Süße eher sattwig ist. Und das andere ist eher rajasig. Das, was rajasig ist, was sehr scharf und brennend ist, bring Kummer, Schmerz und Krankheit.

Kapitel 17 Vers 10: Krishna:

„Das abgestandene, geschmacklose, faulige, über Nacht übrig gebliebene und unreine, ist die bevorzugte Nahrung tamasiger Menschen.“

Zuerst klingt es schräg, denn man würde auf den ersten Blick denken, dass niemand faulige Sachen essen will. Aber bevor du zu schnell sagst, dass das keiner macht, musst du zweimal nachdenken. Ist Alkohol nicht letztlich etwas, was vergoren und letztlich gefault ist? Alle alkoholischen Getränke sind tamasig. Und Fleisch hat keine Lebensenergie mehr, denn das Tier ist getötet worden und damit ist da kein Prana mehr drin. Milchprodukte sind auch tamasig, denn sie sind durch die Quälerei der Tiere entstanden. In unserer heutigen Zeit ist Milch das, was übrig bleibt, nachdem man ein Kalb von der Mutter getrennt hat und nachdem man die männlichen Kälber umgebracht hat.

Das ist alles tamasig und es gibt Menschen, die das bevorzugen. Man sollte nichts zu sich nehmen, was tamasig ist und man sollte auch nichts zu sich nehmen, was rajasig ist. Sattwig ist erstens das, was gesund ist; zweitens, was deinen Geist erhebt; drittens, was dir hilf zum Meditieren und viertens, was dich glücklich macht. Es ist: gesund, zuträglich, damit du dich gut und glücklich fühlst, das, was den Geist erhebt, wobei man so wenig Leid, wie möglich verursacht und was ökologisch ist. Das ist Sattwig.

Und das essen, was man zu sich nimmt, ohne die ethischen Hintergründe der Produktion zu wissen, aber auch ohne die Absicht jemandem zu schaden. Und das, was einen in geistige Unruhe versetzt und langfristig ungesund ist, ist rajasig.

Wenn etwas ungesund ist, den Geist in eine Depression stürzt, durch Leid und Quälerei entstanden ist und schlecht für unsere Ökologie ist, dann sind das tamasig.

Sattwige Nahrung erhebt, rajasige macht unruhig und tamasig ist das, was eine träge macht und in die Niedergeschlagenheit bringt. Alles muss miteinander abgewogen werden und damit haben wir Kriterien, an denen wir uns orientieren können.

Überprüfe deine Ernährung: Isst du wirklich das, was für dich gesund ist? Isst du wirklich das, was dich erhebt? Isst du wirklich das, was durch ethische Mittel hergestellt wurde? Isst du wirklich das, was so wenig Leid, wie möglich verursacht hat? Und isst du das, was ökologisch verantwortbar ist?

Wenn du noch nicht so weit bis, dann fasse den Vorsatz, dich Schritt für Schritt mehr umzustellen.

 

 

______

Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

E-Mail an mich, wenn Personen einen Kommentar hinterlassen –

Sie müssen Mitglied von Yoga Vidya Community - Forum für Yoga, Meditation und Ayurveda sein, um Kommentare hinzuzufügen.

Bei Yoga Vidya Community - Forum für Yoga, Meditation und Ayurveda dabei sein