Wie unterrichten wir bei Yoga Vidya? Was sind Grundlagen des Yogaunterrichts? Was gilt es zu beachten? Wie sehen wir überhaupt das Unterrichten einer Yogastunde?

Dies ist ein Vortrag, der erstellt worden ist, als Teil des Begleitmaterials der Yogalehrer-Ausbildung.

Ich halte mich dabei etwas an unser Yoga - Vidya Lehrer/-Lehrerinnen Handbuch. In Kapitel 11 werden die Hatha - Yoga-Unterrichtstechniken beschrieben und darauf möchte ich etwas eingehen.

Grundlagen des Yoga

Im Yoga / in einer Yogastunde unterrichtet man natürlich erstmal Hatha - Yoga. Hatha - Yoga hat fünf Hauptpraktiken, die wir in einer Yogastunde einfließen lassen. Diese fünf Hauptpraktiken sind:

  1. Körperübungen
  2. Atemübungen
  3. Tiefenentspannung
  4. Ernährung
  5. Meditation / Positives Denken

Es war mein Lehrer, der so den Yogaunterricht und den Hatha - Yogaunterricht praktisch in diese fünf Punkte zusammengefasst hat. Das Wort Yoga, wie du inzwischen sicherlich weißt, bedeutet Einheit und Harmonie; und im Yoga wollen wir unseren Teilnehmenden eine Erfahrung von Harmonie, von Verbindung, von Einheit vermitteln. Diese fünf Punkte:

  1. Richtige Körperübungen. Im Yoga sind das natürlich insbesondere Surya Namaskar (Sonnengruß), Asanas (statisch gehaltene Stellungen), Karanas (Zwischenübungen, Aufwärm-/Auflockerungsübungen) usw.
  2. Richtige Atmung. Es gibt natürlich erstmal die Bauchatmung und die vollständige Yogaatmung, aber vor allem gibt es die Pranayamas, die Atemübungen.
  3. Richtige Entspannung. Savasana werden bei Yoga - Vidya die Anfangsentspannung und eine längere Endentspannung, die wir als Tiefenentspannung bezeichnen und zwischendurch Zwischenentspannung durchgeführt. In der gesamten Yogastunde gibt es eine Grundhaltung von Entspannung.
  4. Richtige Ernährung. Während einer Yogastunde essen wir natürlich nicht. Aber in den Yogakursen erwähnen wir auch manchmal die Notwendigkeit einer gesunden Ernährung. Das Interessante ist auch, dass Menschen die regelmäßig Hatha - Yoga üben, ganz von selbst auch zu einer gesünderen Ernährung hingeführt werden. Aber es ist auch eine gute Sache, wenn ein Yogalehrer oder eine Yogalehrerin das öfter mal anspricht. Wenn wir gesund sein wollen, uns gut fühlen wollen, ist es auch notwendig auf alkoholische Getränke und auf Rauchen zu verzichten. Wenn wir Gutes in der Welt bewirken wollen und harmonisch sein wollen, sollten wir auch keine anderen Wesen leiden lassen und auch niemanden töten, nur um zu essen. Insbesondere in einer Gegend der Welt, wo man sehr gut vegetarisch und vegan leben kann. Da brauchen wir nicht Leid für Tiere zu verursachen.
  5. Positives Denken und Meditation. In Yogastunden können wir auch Meditation gut einbauen. Zum einen gibt es meditative Momente während einer Yogastunde und man kann auch nach der Tiefenentspannung kurz meditieren. In der ganzen Yogastunde wollen wir positiv denken, positiv sprechen und unsere Teilnehmenden in einen positiven Gemütszustand bringen.

Wenn du also Yoga in der Yoga – Vidya - Tradition bzw. im Yoga – Vidya - Stil unterrichtest, dann behalte es irgendwo im Hinterkopf, dass du diese fünf Grundpraktiken oder diese fünf Techniken immer wieder einfließen lässt. Wenn dich Teilnehmende um Rat fragen, dann überlege auch, welche Körperübungen du empfehlen könntest, welche Atemübungen, welche Entspannung, welche Ratschläge zur Ernährung vielleicht hilfreich sind und ob es vielleicht auch einen Tipp gibt, wie Menschen etwas mehr ins Positive denken hineinkommen oder vielleicht auch Meditation integrieren.

In einer Yogastunde geht es dann eben ganz praktisch zu. Ich habe auch schon einmal über die Yoga - Vidya Grundreihe gesprochen, die mit einer Anfangsentspannung beginnt. Eventuell kann vorher noch eine Begrüßung stattfinden. Dann Om und Mantra, dann die Atemübungen, die Aufwärmübungen, Surya Namaskar und andere Karanas, die 12 Asanas, dann Om und Mantra und eventuell Meditation. Das ist so die Grundlage unseres Unterrichtens, die Yoga - Vidya Grundreihe, und über diese können wir variieren. Wir führen Anfänger dort schrittweise hin. Wir variieren, wenn Menschen körperliche oder psychische Besonderheiten haben. Wir können je nach Zielsetzung und Zielgruppe stark oder weniger stark modifizieren.

Aber wir haben eine Grundreihe, von der wir wissen, dass sie optimale Wirkungen für Körper, Energien, Psyche, geistige Fähigkeiten und auch spirituelle Erfahrungen gibt. (Fortsetzung folgt)

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

 

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