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Es gibt so viele verschiedene Definitionen von Yoga. Einer der ältesten Texte über Yoga ist ja die Bhagavad GitaKrishna gebraucht dort in jedem Kapitel eine andere Definition für Yoga, im zweiten Kapitel sogar mehrere. Eine der vielen Definitionen von Yoga heißt, Yoga heißt Einheit, Yoga heißt Verbundenheit. Vom Wortstamm „Yug“, so ähnlich wie das Lateinische „jugare“ und jugare heißt dort verbinden. Das ist eine der vielen Bedeutungen. Und Yoga will uns verbinden, mit allem Möglichen verbinden. Zum einen, Yoga will uns verbinden mit der Tiefe unseres Wesens. Yoga – Verbinden bis Einheit. Und das Yoga hat das optimistischste aller Weltenbilder und sagt, im Inneren ist jeder Mensch göttlich, im Inneren ist unsere Freude, im Inneren ist Satchidananda. Sat als Verbundenheit mit allen Wesen, Chid als reine BewusstheitAnanda als Freude. Und Yoga will uns Techniken geben, dass wir immer wieder uns verbinden können mit den Tiefen unserer Seele, mit unserer wahren Natur, mit dem, was wir wirklich sind. Und das ist etwas, was dann auch alltagstauglich ist.

 

Im Grunde genommen können wir sagen, wann immer wir froh sein wollen, es ist relativ einfach. Wie nämlich? Mindestens in der Theorie ist es einfach. Wir verbinden uns mit den Tiefen unseres Wesens und in dem Moment ist Freude da. Das ist ein wichtiger Aspekt, Verbindung mit der Tiefe unserer Seele. Dann auch Verbindung mit einer höheren Wirklichkeit. Und höhere Wirklichkeit, es gibt so viele verschiedene Definitionen. Ein anderer wichtiger Grundlagentext im Yoga ist das Raja Yoga Sutra und dort verzichtet Patanjali auf eine genaue Definition, was ist überhaupt Gott. Er spricht zwar von Ishwara – Ishwara, das Göttliche, wie auch immer man es ausdrücken will – und sagt, Hingabe an Gott führt zu zügigen Fortschritten auf dem spirituellen Weg. Aber was jetzt dieser Gott sein soll, das beschreibt er dort nicht. Yoga kann uns eben helfen, eine Verbindung aufzunehmen zu diesem Göttlichen. Es ist weniger eine Theologie, mindestens in der Ausprägung des Raja Yogas, weniger eine Philosophie, sondern Yoga sagt, es ist möglich, Gott zu spüren und zu erfahren. Karmisch gesehen ist es vielleicht nicht in jedem Moment möglich, aber doch immer häufiger. Yoga, in diesem Sinne, Verbindung auch mit einer höheren Wirklichkeit. Höhere Wirklichkeit - können wir immer wieder Kontakt aufnehmen.

 

In diesem Moment können wir ihn aufnehmen. In Momenten zwischen Worten oder auch während der Worte. Oder auch, man muss ja nicht unbedingt Worte auf sich wirken lassen, man kann eine höhere Wirklichkeit spüren. Die Yogatechniken sind darauf ausgerichtet, sie erhöhen unser Prana, unseren Energiezustand, sie aktivieren die höheren Chakras. All das hilft, dass unser Bewusstsein es leichter hat, sich zu öffnen, leichter hat, etwas zu spüren, etwas zu erfahren, eine Verbundenheit mit etwas Höherem. Yoga als Verbundenheit verbindet uns aber auch konkret mit auch unseren Mitgeschöpfen. Yoga will uns auch helfen, Herz-zu-Herz-Verbindung mit Menschen zu spüren. Wenn wir mit jemandem reden, es ist nicht nur, dass es darum geht, Worte auszutauschen, es geht nicht nur darum, jemand anderes zu überzeugen oder irgendjemanden zu haben, dem man seine positiven und negativen Gedanken mitteilen kann, sondern im Grunde genommen, wann immer wir mit einem Menschen zusammen sind, geht es auch darum, eine Herz-zu-Herz-Verbindung zu öffnen.

 

Egal, worüber wir sprechen. Das kann ein Verkaufsgespräch sein, das kann sogar ein Beschwerdegespräch sein, es kann mit einem Finanzbeamten sein, mit egal wem. Wir können jedes Gespräch mit einem Menschen auch nutzen, um Verbindung herzustellen, Yoga. Auch wenn man im Supermarkt – Naturkostsupermarkt natürlich – an der Kasse wartet, vielleicht gibt es da ein paar andere Menschen, die auch an der Kasse warten, man kann Herz-zu-Herz-Verbindung spüren. Und je nach Temperament, der eine macht es, indem er dann gleich drauflos redet und Kontakt knüpft und der andere sagt nichts und spürt nur einfach Herz-zu-Herz-Verbindung. Oder auch mit der Kassiererin oder wem auch immer. Oder auch abstrakte Menschenmassen. Das fällt manchmal dort sogar am leichtesten. Wenn man in einer großen Stadt ist und mal einfach auf der Fußgängerzone so alle Menschen gleichzeitig irgendwo spürt und verbunden spürt. Das kann Erfahrung des Göttlichen sein, irgendwo Herz kann geöffnet sein. Yoga, Verbundenheit.

 

Verbundenheit können wir auch spüren mit der Natur, Verbundenheit können wir spüren mit jedem Baum, mit jeder Wolke, mit jedem Himmel, mit jedem Stern, mit jedem Mond. Wir können irgendwo Verbundenheit spüren. Die Welt ist nicht so getrennt, wie man das manchmal denkt. Schon rein physikalisch hängt alles mit allem zusammen. Rein biologisch können wir keinen Moment existieren ohne Verbundenheit. Auf einer physischen Ebene, wenn wir jetzt atmen – manche werden den Gedanken nicht ganz so schön finden. Ihr habt in diesen Moment Moleküle in euren Lungen, die in jedem anderen Körper schon mal im Blut und damit in jedem Organ waren. Wisst ihr das? Nach den Gesetzen der Physik, Moleküle mischen sich sehr stark. Wir haben die ganze Zeit geatmet und wir atmen auch Kohlendioxid aus, die gehen in die Lunge und das Kohlendioxid war vorher in dem Blut von anderen. Oder ihr habt in diesem Moment Moleküle in eurem Blut, die schon in jeder anderen Lunge von Menschen hier im Raum waren. Manche erstarren jetzt bei diesem Gedanken. Aber zusammen mit der Luft ist auch Prana verbunden, dann wird es vielleicht noch schöner. Also, nicht nur Angst vor Bakterien, euer Immunsystem braucht so was, damit es lernt, aber Prana ist auch verbunden.

 

So ist in unserem Prana das Prana der anderen drin. In jedem von uns ist etwas, was in jedem anderen war. Wir haben in diesem Moment auch Moleküle in den Lungen, die schon in Millionen von anderen Wesen drin waren. So sind wir verbunden auf einer physischen Ebene. Wir sind verbunden auf einer Pranaebene. Wir können uns verbinden auf einer Gefühlsebene. Wir können diese Verbundenheit genießen auf einer Ebene von Ananda als Freude. Verbundenheit ist ein Schritt. Yoga im höheren Sinn heißt ja nicht nur Verbundenheit, sondern heißt Einheit. Und irgendwann spüren wir, dass wir nicht nur verbunden sind, sondern dass wir letztlich alle eins sind. So wie ich jetzt hier fünf Finger habe und alle fünf Finger sind Teil der gleichen Hand. Ich habe zwei Hände, die sind alle Teile des gleichen Körpers.

 

Oder wir können auch kleiner anfangen. Hier habe ich zwei Zellen und die sind alle Teile des ersten Fingergliedes. Hier habe ich drei Fingerglieder, die sind alle Teile des gleichen Fingers. Hier sind fünf Finger, alle Teile der gleichen Hand. Hier sind alle möglichen Knochen, Teil des gleichen Armes. Und hier sind alle möglichen Körperteile, Teil des gleichen Körpers. Und hier sind so viele Körper, alle Teil des Ökosystems der Erde. Und hier sind so viele Planeten, alle Teil des Sonnensystems. So viele Sonnensysteme, Teil der Galaxie. So viele Galaxien, Teil des gesamten Kosmos. Und letztlich sind wir alle eins. Eins, im Sinne von, ein Organismus, eins, im Sinne von, ein Bewusstsein hinter dem gesamten Organismus der Welt. Und das ist erfahrbar, nicht nur eine Theorie.

 

 

 

Hari Om Tat Sat

 

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

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Tags: Bhagavad Gita, Bhagavad Gita Audio-Vortrag, Sukadev, Yoga will uns verbinden, tägliche inspiration

Kommentar von haripriya-rāmani हरिप्रिय रामनी am 24. Oktober 2013 um 1:25pm

Hari om lieber Dhanyawadi,

habe auch schön öfter gehört, dass das Wort "Yoga" von Joch, anjochen kommt. Das bezieht sich jedoch eher darauf, dass man seinen Geist "anjocht", anbindet, an das Göttliche.
Trotzdem kannst du es auch so sehen, dass Yoga ein harter, steiniger Weg ist. Zum einen, weil Anstrengung nötig ist, zum anderen, weil man ständig an sich arbeiten muss und nicht zuletzt, weil oftmals viele Hindernisse auf dem Weg auftauchen, die es zu überwinden gilt.
Aber trotz aller Bemühungen ist es letztendlich die Gnade Gottes, ob wir das höchste Ziel erreichen oder nicht. Wir müssen uns also ständig bemühen, unser Bestes geben, und dann loslassen.....
Wie auch ein großer Meister einst sagte: "Du kannst nichts tun, um das Höchste zu erreichen, aber wenn du nichts tust, erreichst du es auch nicht"

Om shanti und liebe Grüße von râmanî

Kommentar von haripriya-rāmani हरिप्रिय रामनी am 24. Oktober 2013 um 5:29pm

Hari Om lieber Dhanyawadi,

ja, es ist auch die Sichtweise, die mein Herz mir sagt :-)

Licht&Liebe, om shanti,
râmanî

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