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Angela Merkels Flüchtlingspolitik finde ich gut. Sie hat das Bild Deutschlands in der Welt verändert. Insofern war die Willkommenskultur und der Satz "Wir schaffen das!" eine wichtige Tat. Jetzt muss natürlich der Flüchtlingsstrom etwas begrenzt werden, damit es Deutschland nicht überfordert. Grundsätzlich denke ich global. Mein Ziel ist eine Welt der Liebe, des Friedens und der Spiritualität. Es gibt kaum noch Glauben in Deutschland. Höchstens 20 % folgen konsequent einem Glauben. Die Mehrheit betet den Konsumgott an. Und es ist sehr schwer sie davon abzubringen, weil das Fernsehen sehr stark die Konsumideologie unterstützt und die Wissenschaft eher auf den Atheismus orientiert. Das Wissen vom inneren Glück und von der Erleuchtung wird weitgehend verdrängt. Die wissenschaftliche Forschung sagt eindeutig, dass etwa 90 % des Glücks eines Menschen aus seinem Inneren und seiner Psyche kommen. Insofern leben die meisten Menschen in der Unwahrheit und Unweisheit. Sie entwickeln nicht das Glück in sich selbst, sondern versuchen durch äußere Dinge (Beruf, Beziehungen, Konsum) glücklich zu werden. Aber es gibt gleichzeitig auch einen spirituellen Aufbruch in der Welt. Mögen wir ein Teil davon sein.

Video https://www.youtube.com/watch?v=7X3Zu8_mOfE

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Kommentar von Hannelore/Wuschel am 1. Februar 2016 um 4:26pm

Kommentar von Bhajan Noam am 1. Februar 2016 um 4:52pm

Zu den ersten drei Sätzen Deines Artikels: Der Ruf Angela Merkels und Deutschlands sieht im Ausland etwas anders aus, als man es sich vielleicht wünschen würde. Hier einige Kommentare dazu:

Wirtschaftswoche

So schnell wie Angela Merkel hat sich noch kein deutscher Regierungschef selbst demontiert. Vor zwei Monaten erreichte die Bundeskanzlerin in Umfragen noch die besten Zustimmungswerte ihrer gesamten Amtszeit. Jetzt wünscht sich jeder dritte Bundesbürger angesichts der Flüchtlingspolitik ihren Rücktritt. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von „Focus Online“ vom Meinungsforschungsinstitut Insa durchgeführten Umfrage.

Sieben Wochen nach der historischen Entscheidung die deutschen Grenzen zu öffnen wird klar, dass Merkel entgegen ihrer eigenen Aussage keinen Plan hat für die Flüchtlingskrise. Noch schlimmer: Merkel hat die Flüchtlingskrise zur europäischen Chefsache erklärt und muss nun selbst damit fertig werden. Vorläufige Bilanz: Deutschland ist isoliert und steht vor dem Scherbenhaufen der europäischen Solidarität.

Kritik an Berlin ist in Italien populär

Aus Rom berichtet Julius Müller- Meinigen.

"Vaffanmerkel" titelte die nicht zimperliche Zeitung "Libero" und verband den gängigsten italienischen Fluch mit dem Namen der Regierungschefin. Es waren die deutlichsten Ausprägungen einer öffentlichen Abneigung, die der Kanzlerin stellvertretend für ihr Land in diesen Monaten aus Italien entgegen schlägt.

"Merkel hält das eigene Wirtschaftsmodell für das einzig gültige", urteilte die linksgerichtete Zeitung La Repubblica. Deutschlandkritik ist derzeit populär und eines der wenigen Themen, über das man sich in allen politischen Lagern einig ist, von rechts bis links.

"Mörkel" erinnert Briten an Maggie Thatcher

Aus London berichtet Jasmin Fischer.

Mrs. Mörkel ist trotz all ihrer Jahre an der Macht für Briten noch immer ein Mysterium. Gut, sie ist klug, vernünftig, total pragmatisch und damit irgendwie typisch deutsch. Doch soll das schon genug gewesen sein, um Europas stärkste Wirtschaft aus der Rezession zu steuern? Wohl kaum, meinen die Briten, die hinter der "08/15-Fassade" der Kanzlerin eine "kaltblütige, effiziente Machtpolitikerin" (Daily Telegraph) wittern. In Großbritannien ist der Respekt für "Frau Europa" groß. Ganz in der Tradition ihrer Eisernen Lady, Margaret Thatcher, meinen die Briten auch in Merkel eine taffe Lady zu erkennen, die "keine Angst hat, sich auf den Gleisen dem fahrenden Zug entgegenzustellen." Thatcher einst gegen den Zug der Euro-Optimisten, Merkel heute gegen den Zug der Euro-Pessimisten. Dass sie sich - als Frau - in ihrer Karriere nicht hat überrollen lassen, bringt ihr zusätzliche Achtung ein: "Politikerinnen aller Länder stoßen ja schnell mit dem Kopf an die Glasdecke. In Deutschland ist die Glasdecke dreifach verstärkt", lobt selbst der linksliberale Guardian ihren Aufstieg.

Auch bei Merkels Mode-Signalen heißt es: What you see is what you get. Sie spielt nicht das Spiel britischer Politikergattinen, die irgendwelche Stilepochen mit ironischem Pfiff zitieren und so subtile Botschaften an weibliche Wähler senden.

In Frankreich wächst das Misstrauen

Aus Paris berichtet Birgit Holzer.

Die Satire-Sendung "Les Guignols de l`info", die "Marionetten der Info-Nachrichten", gilt als Gradmesser für die Stimmung in Frankreich. Zeitweise tritt dort auch eine Angela Merkel-Puppe auf. "An die Arrrbeit!", rief diese mit der Attitüde einer gestrengen Zuchtmeisterin.

Zwar bringt man der eisernen deutschen Dame Respekt entgegen und schätzt ihre unaufgeregte Art. Doch das Misstrauen wächst: Gerade das linke Lager empfindet ihren Sparkurs als zu rigoros. Der Sozialist Arnaud Montebourg, inzwischen Industrieminister, warf ihr sogar "Politik à la Bismarck" vor, die aus dem Ruin anderer Länder Profit ziehe.

Obwohl seine Wirtschaft schwächelt, will sich Frankreich weiter als Partner auf Augenhöhe sehen. Denn die Stimmung gegenüber den Nachbarn im Osten ist grundsätzlich positiv - so lange man sich nicht überfahren fühlt.

In den USA ist das Interesse überschaubar

Aus Washington berichtet Dirk Hautkapp.

"Miss Mörkel", fragte der Nachbar (Hochschulabschluss) in Washington neulich über den Gartenzaun hinweg, "ist Miss Mörkel eigentlich noch euer Präsident?" Nun ja. Auch innerhalb des Politik-Speckgürtels der Hauptstadt interessieren sich Amerikaner nun mal nicht wirklich für ausländische Regierungschefinnen. Auch nicht für solche, die das Forbes-Magazin gerade zur "mächtigsten Frau der Welt" ernannt hat. Golda Meir und Maggie Thatcher dürften die einzigen Namen sein, die bei Joe Average, wie hier der Otto Normalverbraucher genannt wird, etwas zum Klingen bringen. Tatsache ist: Die Bundeskanzlerin ist, wie fast alles, was vom VW Jetta bis zum Münchner Oktoberfest "Made in Germany" ist, in den Vereinigten Staaten wohl beleumundet, respektiert und manchmal sogar gefürchtet. Aber den meisten Amerikanern dann doch ziemlich fremd. Dabei bemühen sich die großen Zeitungen, die Ostdeutsche ihren Lesern inzwischen turnusmäßig als "Kaiserin Europas" anzudienen. Im September porträtierte das konservative "Wall Street Journal" Merkel als "Eiserne Kanzlerin". Für Präsident Obama ist und bleibt Merkel die einzige Politikerin mit gesamteuropäischer Autorität. Nur richtig warm geworden ist er mit ihr nie. Umgekehrt dito.

Alemania und la Merkel sind schuld

Aus Madrid berichtet Ralph Schulze.

An den spanischen Stammtischen weiß man schon länger, wer an der immer schlimmeren Euro-Krise schuld ist: "Alemania" und "la Merkel". Weil die deutsche Regierung mit ihrem "radikalen Spardiktat", das sie in der EU durchsetze, den Aufschwung abwürge. Weil Berlin sich weigere, den klammen Krisenländern mit Euro-Bonds zu helfen, auch immer neue Reformbedingungen stelle. Und zudem die Not der Schuldenländer ausnutze, um sich am Geldmarkt zu Dumpingzinsen zu finanzieren.

Die wachsende feindliche Stimmung gegenüber Deutschland spiegelt sich in einer Umfrage der konservativen Tageszeitung "El Mundo", die ihre Leser fragte: "Glauben Sie, dass Merkel eine verkleinerte Euro-Zone ohne Spanien will?" 70 Prozent sagten "Ja". Und: Hat Deutschland die Schuld, dass die Europäische Zentralbank den Spaniern nicht hilft? 90 Prozent antworteten mit "Si".

Die sozialdemokratische Zeitung "El Pais" macht Stimmung mit Überschriften wie "Deutschland bereichert sich an der Krise". Und das bürgerliche Blatt "ABC" titelt: "Alemania, einer der Schuldigen an der spanischen Immobilienblase". Die deutsche Regierung ist derzeit der beliebteste Prügelknabe.

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Kommentar von Webu am 1. Februar 2016 um 5:05pm

Zwischen "Gutes wollen" und "Gutes tun" liegen oft Welten. Mein Weltbild war zu Merkel bis letztes Jahr ziemlich eindeutig und klar, aber mit diesem Tun, das in keiner Weise mehr von Weisheit und Weitblick geprägt war, habe ich sie nicht mehr verstanden.

Den (echten) Flüchtlingen hilft es überhaupt nicht, dass jetzt geschieht, was geschieht. Dass Deutschland sich mit sich selbst und mit der EU in die Haare bekommt, statt wirkungsvoll gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das alles war für eine Politikerin, die ihr "Geschäft" versteht, leicht vorhersehbar!

Kommentar von Nils Horn am 1. Februar 2016 um 5:56pm

Ja, das ist ein schwieriges und umstrittenes Thema. Wenn wir als Yogis eine Welt des Friedens und der Liebe anstreben, müssen wir uns mit solchen Fragen beschäftigen. Aus meiner Sicht hat Angela Merkel richtig gehandelt. Sie hätte die Flüchtlinge zurückschicken und verhungern lassen können. Das ist die Konsequenz der rechten Positionen. Aus der Position der Liebe sollten wir helfen wo wir können. Wenn Menschen vor Krieg flüchten, muss die Weltgemeinschaft sie aufnehmen und versorgen. Deutschland muss seinen Teil dazu beitragen. Jetzt ist es die Aufgabe die Flüchtlinge zu integrieren. Und einen weiteren Zustrom zu verhindern Möglichst durch eine europäische Außengrenze. Wenn wir überall in Europa wieder Grenzen mit Schießbefehl errichten, zerfällt Europa. Desweiteren sollte der Krieg in Syien so schnell wie möglich beendet werden.

Kommentar von Webu am 1. Februar 2016 um 6:13pm
Aus meiner Sicht hat Angela Merkel richtig gehandelt. Sie hätte die Flüchtlinge zurückschicken und verhungern lassen können.
Ein bischen differenzierter mag es schon sein. Ein paar nicht zurückzuschicken, ist das eine. Aber praktisch hat sie die halbe Welt aufgefordert, zu kommen(!!) und genau diese, die halbe afrikanische Welt, hat sich dann auch in Richtung Deutschland auf den Weg gemacht, ob verfolgt oder nicht.

Und sie tat dies ohne jegliches Konzept, wie wir das schaffen und mit wem wir das schaffen und wie viele Flüchtlinge wir schaffen (Unterbringung, Verwaltung, Schule, Integration). Diese Fragen lies sie völlig offen. Damit befeuerte sie einen Rechtsradikalismus erster Güte, mit dem wir jetzt zu kämpfen haben.

Kommentar von Cornelia am 2. Februar 2016 um 12:55pm

Liebe Mit-Yogis,

ich möchte darum bitten, dass gerade hier in diesem Forum bei diesem Thema mit großer Achtsamkeit um Sprache und Haltungen kommuniziert wird. In den sogenannten "Sozialen Medien" gibt es genug Unklarheiten, Meinungen, die mit Wissen verwechselt werden bis hin zu Lüge und offener Hetze. Das sollte hier nicht passieren.

Nach meiner Ansicht gilt es hier (wie sonst auch, wo wir uns in Kommunikation befinden) zu unterscheiden zwischen erstens tatsächlichen Fakten, d.h. dem was man verlässlich wissen kann, am besten aus der eigenen Erfahrung, zweitens der Haltung, die man sich zugelegt hat, indem man Erfahrungen gesammelt und gelesen und gehört hat und drittens den Gefühlen, meist unbewussten, die dieses Thema auslösen.

Frau Merkel hat niemanden "eingeladen". Diese Worte sind nie gefallen. Ihre Entscheidungen und Handlungen im Sommer 2015 sind von Menschen, die mit dem Thema vielleicht sogar berechtigte Probleme haben, so interpretiert worden, ich möchte denken mit einer verneinenden und konträren Haltung. Es ist eine gezielte Fehlinterpretation zu behaupten "Frau Merkel hat die Armen der Welt nach Deutschland eingeladen".

Fakt ist, dass Frau Merkel die Grenzkontrollen aufgehoben hat als es klar war, dass sie sowieso durch den Ansturm der Flüchtlinge außer Kraft gesetzt wurden. Damit hat sie meiner Meinung nach pragmatisch und menschlich auf den Umstand reagiert, dass all diese Menschen, die dann für viele offenbar überraschend seit dem Sommer nach Deutschland gekommen sind, sowieso schon auf dem Weg waren. Damit hat sie Druck und Leid von der Balkanroute genommen und vermutlich viele Menschenleben gerettet, die sich statt über das gefährliche Meer zu kommen für die Balkanroute entschieden haben, die nicht viel weniger gefährlich und Menschen verschleißend ist.

Ich möchte daran erinnern, dass sich dieser große Flüchtlingsstrom erst dann auf den Weg gemacht hat, also Frühjahr 2015, als dem UNHCR das Geld ausgegangen ist, die Flüchtlinge in den Massenlagern im Libanon, in der Türkei und in Jordanien zu ernähren. Die Zuwendungen des UNHCR pro Kopf sind Anfang 2015 um die Hälfte gekürzt worden, was nicht mehr zur Mindesternährung gereicht hat. Und das ist geschehen, weil auch Deutschland den UNHCR nicht ausreichend finanziert hat. Hätte Europam und die Weltgemeinschaft den UNHCR großzügig ausgestattet, hätte es den Flüchtlingssommer/-herbst/-winter 2015/2016 nicht gegeben. Die meisten Gefüchteten wollten nämlich lieber in der Nähre ihres Heimatlandes bleiben.

Ich möchte daran erinnern, dass wir in Europa nun ernten, was wir seit der ersten Expansion europäischer Mächte im 14. und 15. Jahrhundert nach Übersee gesät und dann in der Kolonialzeit noch einmal heftig gedüngt haben: Die Verlierer der ungleichen Macht- und Wirtschaftsverhältnisse auf dieser Welt kommen zu uns, auf deren Kosten unser Wohlstand zu großen Teilen gebaut ist.

Weiterhin kommen zu uns die Opfer der Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt, die "der Westen" über Jahrzehnte in geopolitischen Würgegriff im Kalten Krieg und später im Wirtschaftskrieg um schwindende Ressourcen (Öl) dominiert und destabilsiert hat.

Zu uns kommen alle die Brüder und Schwestern im großen Haus der Globalisierung, die nicht dumm sind und im Internet sehen können, dass es sich bei uns besser leben lässt als in den meisten anderen Teilen des Planeten. Wäre ich arm und lebte im Senegal, ich täte das gleiche!

Ich will nicht bestreiten, dass die große Zahl der Menschen, die zu uns kommen, eine große organisatorische und menschliche Herausforderung sind. Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass die Behörden und Politik oft überfordet ist und man sich fragen muss, wieso diese von unseren Steuergeldern alimentierten Staatsbedienstetenn so wenig kreativ und improvisationsfähig sind. Aber ich richte meinen Blick lieber auf all die vielen, vielen schönen Beispiele, von denen ich in meinem Umfeld viele persönlich kenne, die zeigen, dass Mitmenschlichkeit, Empathie und Hilfsbreitschaft lebendig sind. Es gibt zudem zahllose Beispiele, wo Behörden und Ehrenamtliche gut zusammenarbeiten.

Und mir ist gerade bei diesem Thema immer wieder wichtig zu fragen: Was weiß ich wirklich und was hat sich per Medien und Facebook in meinen Kopf geschlichen und lebt dort ein unkontrolliertes Geisterleben? Ich weigere mich, den Angstphantasien aufzusitzen, die vor allem Herr Seehofer und seine Parteigenossen sowie die AfD schüren.

Wann bist Du einem Flüchtling begegnet? Wo in deinem Alltag triffst Du auf Flüchtlinge? Hat sich Dein Alltag und Leben durch die Flüchtlinge verändert? Hat es das zum Schlechteren? - Viele, die unbestimmte Ängste haben, können auf diese Fragen mit keiner konkreten Aussage antworten.

Daher: Ja, wir schaffen das. Mit gutem Willen und Engagement. Unter Beachtung unserer Gesetze, aber auch mit Empathie und Toleranz für traumatiesiert und entwurzelte Menschen, seien sie "echte" oder Wirtschaftsflüchtlinge. Ja, wir schaffen das, weil es GENUUUUG Geld in Deutschland gibt, für eine positive Integrationspolitik. Leider sind unserer Regierung echte Menschen weniger Wert als die Banken in Griechenland (und letztendlich unsere Banken), denn bislang ist nur ein Bruchteil des Geldes, das in die Bankenrettung gegangen ist, für Flüctlinge ausgegeben worden. Der aktuelle Asylpakt II bombt das Asylgesetz in die Steinzeit zurück.

Und daher: Ja, wir schaffen das, weil es um Menschen geht, manchmal auch um Idioten, Kriminelle und Integrationsunwillige oder -unfähige, aber um Menschen. Wenn wir nicht so viel Energie in unsere Angstphantasien geben würden, sondern mehr in unsere positive Visionen für diese Chance zu interkultureller Solidarität, dann, ja dann, würden wir das schaffen.

Let your love light shine!!!

Und @Bhajan: In diesem Kontext ist es sche..egal, was die Welt von Frau Merkel denkt!

Om namah shivaya!
Cornelia

Kommentar von Webu am 2. Februar 2016 um 2:22pm

Ein Hinweis, sie hätte niemand "eingeladen" greift hier nicht, Cornelia, denn was Merkel sagte und tat, bedeutete eine Einladung an alle!

Du hast absolut recht mit den Flucht-Gründen, die du ansprichst, daher ist die Lösung "Bitte alle nach Deutschland, Tür ist auf!" eben keine! Die Lösung ist es, die Flüchtlinge so nah wie möglich an ihrem Heimatland in Sicherheit zu bringen, dass sie nach Ende eines Krieges möglichst schnell wieder zurück gehen und sich am Weideraufbau beteiligen. D. h., sofort die UNHCR wieder mit dem Geld auszustatten, das sie braucht, um die Flüchtlinge ordentlich vor Ort(!) zu versorgen.

Wenn sich jetzt halb Afrika bei uns in Europaintegriert, (und niemand glaubt ernsthaft, dass das gelingt) dann würde niemand mehr zurückgehen, um sein Heimatland wieder aufzubauen. Jeder, der jetzt bei uns einreist, bleibt bei uns, machen wir uns keine Illusionen. Wer hier einen Job bekommt, seine Kinder eine gute Ausbildung, kehrt nie mehr wieder in sein zerstörtes Land zurück. Das hat nichts mit Prophetie zu tun, sondern mit gemachter Erfahrung.

Also muss vor einer Einreise überlegt werden, ob es Alternativen gibt, ob Kriege doch in den Heimatländer eingedämmt werden kann, ob in grenznahen Lagern nicht doch wieder menschenwürdige Zustände geschafft werden.

Ich bin sehr dagegen, diese Lösungen aus den Augen zu verlieren und stattdessen Afrika in die westlichen Länder zu evakuieren. Solange wir in Europa, besser in Deutschland, nicht so viele festen Gebäude haben, dass wir weitere 1 bis 10 Millionen Afrikaner sofort unterbringen können, werden diese Flüchtlinge nur verlagert, was bedeutet, dass sie aus grenznahen Lagern mit noch akzeptablen klimatischen Verhältnissen in kalte deutsche Zeltlager wechseln! Dort dürfen sie irgendwann, früher oder später, nicht mehr raus. Entweder muss man sie vor rechtsradikalen Deutschen schützen oder Deutsche vor Flüchtlingen, die wegen Respektlosigkeit unserer Kultur gegenüber oder aus Verzweiflung wegen Perspektivlosigkeit einen Weg in den kriminellen Untergrund wählen.

Nicht alles, was romantisch schön und und menschlich notwendig oder geboten erscheint, ist es bei näherem Hinsehen auch und oft entstehen loos-loose-Situationen, das später angeblich "keiner hätte ahnen können".

Kommentar von Nils Horn am 2. Februar 2016 um 3:03pm

Liebe Cornelia, vielen Dank für deinen sehr gut durchdachten Beitrag. Es ist ein wichtiges Thema auch für Yogis und wir sollten sehr genau darüber nachdenken. Und wir sollten kein Opfer der rechten Hetze werden. Dort versuchen sich einige Parteien auf Kosten der Menschen zu profilieren. Angela Merkel hat die Menschen aus Afrika nicht eingeladen nach Deutschland zu kommen. Sie hat die Grenze für kurze Zeit geöffnet, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Und sie bemüht sich den Flüchtlingsstrom einzudämmen, was nicht einfach ist. Richtig ist, dass die Menschen in Afrika grundsätzlich in Afrika bleiben und dort für bessere Lebensverhältnisse sorgen sollten. Wir sollten sie dabei unterstützen. Im Moment geschieht eher das Gegenteil. Die deutschen Unternehmer zerstören durch ihre brutale Expasionspolitik die lokalen Märkte. Wir liefern Waffen nach Afrika und verstärken dadurch die Konflikte. Entwicklungshilfe versickert in der Korruption und dient vorwiegend deutschen kapitalistischen Interessen. Die USA haben Nordafrika durch ihre Kriege destabilisiert, den islamistischen Terrorismus stark gemacht und sind der Hauptschuldige für die gegenwärtige Situation. Das sollten wir nicht vergessen. Wichtig ist es zu überlegen, was getan werden muss. Und da sind die Ziele klar. Die in Deutschland lebenden Flüchtlinge müssen gut integriert werden, damit wir kein Islamismusproblem kriegen. Die europäischen Außengrenzen müssen besser geschützt werden. Kriminelle Ausländer müssen schnell abgeschoben werden. Eine Grenze um Deutschland mit Schießbefehl wie in der DDR ist der falsche Weg. Es würde Europa zerstören und der deutschen Wirtschaft sehr schaden. Im schlimmsten Fall kriegen wir dann wieder Kriege innerhalb Europas. Yogis sollten sich an den Werten Frieden, Liebe und Weisheit orientieren.

Kommentar von Cornelia am 2. Februar 2016 um 3:46pm

Lieber Nils,
Liebe/r Webu,

ich möchte gerne weiter differenzieren: Aus Afrika kommen vor allem Eritreer (Diktatur), Somalis (Bürgerkrieg), Kongolesen (Bürger- und Rohstoffkrieg) sowie Nigerianer (Biko Haram im Norden und insgesamt große Armut) zu uns. Viele Länder Afrikas "funktionieren", haben eine mehr oder weniger funktionierende Wirtschaft, Bildung usw.

Durch mein Studium und früheren Beruf bin ich vor allem mit Westafrika vertraut und haben viele Freunde, die aus verschiedenen Ländern Afrikas kommen.

Fakt ist: Ganz Afrika will gar nicht nach Europa. das ist eine weitere Angstphantasie.Und sie zeigt, dass die meisten Europäer und Amerikaner gar keine Ahnung von Afrika und der Modernität dieses Kontinentes haben. Afrika ist nicht nur ein Kontinent der Kriege und Dürren, sondern auch ein Kontinent positiver Entwicklungen.

Die meisten der Wissenschaftler vom afrikanischen Kontinent, die ich kenne, wollen wieder Heim und in ihren Heimatländern leben. Sie sind in ihren Aussagen zu unserem Flüchtlingsproblem oft viel härter in den Aussagen als ich es mich trauen würde. Sie sagen, dass vor allem die ökonomischen Verlierer aus den afrikanischen Ländern fliehen, also diejenigen, die zuhause keine Chance haben.Zum einen kann ich das aus eigener Erfahrung bestätigen, weil ich mich um vier junge Senegalesen gekümmert habe, von denen drei Analphabeten sind. Drei von ihnen sind unterdessen in bildungsvorbereitenden Maßnahmen der Berufschule und Handwerkskammer untergekommen. Ich habe Hoffnung für sie. Der vierte ist schon über 30 und tut sich mit dem Lernen schwer. Deutsch hat er nach knapp einem Jahr hier kaum aufgeschnappt. Es hat lange gedauert, bis er mir erzählt hat, dass er zuhause Frau und zwei Kinder hat, die bei seinem Vater leben. Von den unter 200 €, die er monatlich bekommt, schickt er einen Teil nach Hause. Zuhause weiß niemand, dass er nur bis zum wohl negativern Entscheid seines Asylantrages geduldet ist. Er will wohl das Gesicht nicht verlieren. Wenn ich ihn frage, was er hier will und warum er angesichts der nicht vorhandenen Chancen auf Asyl trotzdem hier bleibt, weicht er aus und wird fahrig. Er scheint sich und seine Familie wohl gleichzeitig in die Tasche zu lügen. Das ist aber ein menschlich nachvollziehbares Verhalten. So bekommt der Flüchtlingsstrom aus Afrika ein Gesicht und eine unbequeme Geschichte, für die es keine einfache Lösung gibt.

Eine nigerianische Freundin kann von Schlepperbanden erzählen, die lokal gut etablierte kleine Handwerker mit dem Versprechen auf einen Superjob in Europa und große Gewinne ködern und dann durch die Sahara und über das Mittelmeer schleusen. Viele geben dazu funktionierende Kleinbetriebe auf und lassen ihre Familien zurück, um sie später nachzuholen. Viele gehen unterwegs in der Sahara oder auf dem Mittelmeer verloren. Einige kehren rechtzeitig um, andere landen desillusioniert in unseren Erstaufnahmen, wieder andere werden dann kriminell, andere kehren dann erst zurück. Homo homini lupus. Auch darauf gibt es keine einfachen Lösungen.

Auffanglager in Afrika, funktionieren nicht. Wer soll die bauen, unterhalten, verwalten und dort juristische Entscheidungen treffen? Wo doch schon die Versorgung der Flüchtlinge in existierenden Lagern durch die Weltgemeinschaft nicht funktioniert. Gerade gab es einen Bericht über sexuellen Mißbrauch und Ausbeutung durch afrikanische Blauhelmsoldaten auf ihren Friedensmissionen in anderen afrikanischen Ländern. Die Politik wird und kann es nicht regeln. Es gibt keine einfachen Antworten.

Ich denke, wenn wir unsere Betreuungs- und Integrationsbemühungen mit einem deutlichen politischen Willen untermauern und mit Geld ausstatten würden, dann könnte hier ein ganzer Wirtschaftszweig entstehen, der zum Bruttosozialprodukt beiträgt, weil er Jobs schafft.

Und das ganz zu schweigen von positiven Gesetzen, die Migranten die Arbeitsaufnahme, Wohnortwahl und sonstige Selbstbestimmung erlauben. Aber das ist auf der Welle der "Besorgnis", die alle vor sich her spült, politisch nicht gewollt.

Und, bitte, schmeist nicht alle, die migrieren / flüchten / unterwegs zu einem besseren Leben sind, in einen Topf!

OmOmOm
Cornelia

Kommentar von Webu am 2. Februar 2016 um 4:08pm
Sie hat die Grenze für kurze Zeit geöffnet, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.
Nils, das stimmt eben so nicht ganz. Sie hat nach der Grenzöffnung sehr schnell sehr deutlich gemacht, dass sie auch weiterhin keine Einreisebeschränkung will, die Grenzen nach D weiterhin offen bleiben, was dann dazu führte, dass mit diesem Signal sehr viele im Ausland ihr "Heil in der Flucht" (ausschließlich in Richtung Deutschland) sahen und sich überhaupt erst aufmachten. Logischerweise auch solche, die überhaupt nicht bedroht waren.

Vor allem die, die sich bisher davor scheuten, normalerweise in Deutschland illegal einreisen zu müssen, sahen jetzt ihre Chance und nutzten sie. Das alles sind Fakten, die mit unserer Hilfsbereitschaft nichts zu tun haben.

Wir können, wollen und sollen nach wie vor Hilfe für Bedrohte(!) leisten, aber dazu muss man wenigstens mal wieder das Heft des Handelns in die Hand bekommen, um an der Grenze die Streu vom Weizen zu trennen. Alle anderen Länder haben das getan und lehnen ja nicht grundsätzlich Hilfe ab, aber überlegen eben, was, wieviel und mit wem sie etwas leisten können. Das fehlte bei uns völlig, daher diese entstehende Polarisierung in der Bevölkerung und letztlich diese Überlastung. Diese führt aus schierer Verzweiflung, weil es an Gebäuden fehlt, zu solchen Auswüchsen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/anmietung-von-hotels-18-000-e...

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