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Yoga Sutra, 2. Kapitel, 18. Vers
Das ist ein etwas komplexerer Vers. Ich will nur Teile davon interpretieren. Mehr findest du ja in meinem Buch „Die Yogaweisheit des Patanjali“.
Letzter Vers:
„Das Gesehene, also das Universum, das aus den Eigenschaften der Natur, Sattwa, Rajas und Tamas besteht, wird erfahren durch die Wechselwirkung zwischen den Elementen und den Sinnesorganen. Es existiert zum Zweck der Erfahrung und der Befreiung.“
Wozu gibt es überhaupt dieses Universum, und was ist überhaupt das Universum? Was wir sehen, ist ein Zusammenspiel zwischen den Elementen und den Sinnesorganen. Hier sagt also Patanjali, dass es zum einen ein Universum gibt, welches aus Elementen besteht und letztlich aus den Eigenschaften der Natur, Sattwa, Rajas, Tamas. Aber erfahren tun wir es über die Wechselwirkung zwischen Elementen und Sinnesorganen. Wegen unseren Sinnesorganen nehmen wir die Welt wahr als Bilder, als Klänge, als Gerüche, als etwas Fühlbares und als etwas Schmeckbares. Nicht dass die Welt aus diesen fünf Dingen besteht, aber wir nehmen es so wahr. Und unsere Wahrnehmung der Welt hängt auch sehr von unserem eigenen Geist ab.
Es ist eines der faszinierendsten Dinge zu versuchen, die Welt durch die Augen von jemand anderem anzuschauen. Wenn du eine Katze oder einen Hund hast, überlege mal, wie Katze oder Hund diese Welt wahrnehmen. Wenn du ein kleines Kind hast, versuche zu schauen, wie dein Kind die Welt wahrnimmt. Wenn du einen Partner hast, ist es vielleicht gar nicht so einfach, sich in ihn ganz hineinzuversetzen. Versuche mit den Menschen, mit denen du zu tun hast, besser zurechtzukommen, indem du die Welt mal durch ihre Augen siehst. Sei dir aber immer gewiss: Ganz wird dir das nicht gelingen. Etwas zu schauen, wie andere Menschen die Welt sehen, hilft dir, tolerant zu sein, hilft dir, Liebe zu haben, hilft dir, heitere Gelassenheit zu üben. Du weißt, die Art, wie du die Welt siehst, ist nicht die einzige und es ist nicht unbedingt wahrer als die Welt, die andere sehen. Sieh die Relativität deiner Erfahrung. So kommst du zu Gelassenheit. So kommst du zu Liebe und Verständnis.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Disziplin, Inspirationen, Selbststudium, Sukadev, Vidya, Yoga

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