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Yoga Sutra, 2. Kapitel, 17. Vers
„Die zu vermeidende Ursache des Leidens ist die Identifikation des Sehers mit dem Gesehenen.“
In diesem Vers hebt Patanjali das im 16. Vers Gesagte auf eine andere Ebene. Dort hieß es ja, künftiges Leid sollte vermieden werden. Die Ursache von jedem Leiden ist die Identifikation des Sehers mit dem Gesehenen. Bewusstsein, Purusha, Drashtri – das ist unsere wahre Natur. Deine wahre Natur ist Sat-Chid-Ananda, Sein, Wissen und Glückseligkeit und dort ist Freude. Aber wenn du dich identifizierst mit dem Gesehenen, dann gibt es Leiden.
Es gibt verschiedene Grade der Identifikation. Du kannst dich identifizieren mit deinem Auto oder deinem Fahrrad und sagen: „Das ist mein Auto, mein Fahrrad.“ Wenn du dich identifizierst und du findest Kratzspuren an deinem Auto oder dein Fahrrad hat einen Platten, dann bist du traurig und leidhaft. Wenn du dich damit nicht identifizierst, dann siehst du, dass das Auto einen Kratzer hat. Jetzt muss ich nur überlegen, rentiert es sich, diesen zu beseitigen, und das Auto lackieren zu lassen, oder wenn mein Fahrrad einen Platten hat, okay, dann pumpe ich den Reifen auf oder schaffe mir einen neuen Reifen an.
Identifikation führt zu Leiden. Wenn du dich identifizierst mit deiner Arbeit, mit deiner Arbeitsstelle, daraus dein ganzes Selbstwertgefühl bekommst, und dann geht deine Firma pleite, dann bist du in großem Leiden. Wenn du dich nicht damit identifizierst und du verlierst deine Arbeitsstelle, dann freust du dich, dass ein neuer Aspekt deines Lebens beginnt. Vielleicht gibt es eine Weile der Jobsuche. Vielleicht gibt es die demütigende Erfahrung, dass du nicht so gleich angenommen wirst. Vielleicht musst du eine Weile auf Stütze angewiesen sein. Auch das ist dann eine karmische Lektion, die du annehmen kannst. Dann engagiere dich weiter. Vielleicht ist das die neue Herausforderung, deinem Leben eine neue Wende zu geben. Und dann beginne etwas Neues mit neuem Elan.
Die zu vermeidende Ursache des Leidens ist die Identifikation des Sehers mit dem Gesehenen. Wenn du gerade heute merkst, dass du dich mit irgendetwas identifizierst, dann versuche, dich davon zu lösen. Bemerke, wie sehr du dich mit Kleidung, mit Besitz, mit deinem MP3-Player oder mit deinem Computer identifizierst. Wie sehr du dich identifizierst mit deiner Wohnungseinrichtung, mit deinem Job, mit deinem Schreibinstrument oder was auch immer es ist und lerne zu erkennen, „Ich bin das unsterbliche Selbst. Ich bin nicht das Gesehene.“

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Disziplin, Inspirationen, Selbststudium, Sukadev, Vidya, Yoga

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