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Yoga Sutra, 2. Kapitel, 10. Vers
„Die subtilen Formen der Kleshas können durch das Zurückführen auf ihren Ursprung vermieden werden.“
Die Kleshas, die Patanjali in den vorigen Versen behandelt hat, also Avidya, Asmita, Raga, Dwesha und Abhiniwesha, sind Ursachen des Leidens. Es gilt, diese Ursachen zu überwinden, und eine Technik dabei ist es, sie auf ihren Ursprung zurückzuführen. Wenn du z.B. Angst hast, kannst du feststellen, „Ja, woher kommt die Angst?“ und du wirst sehen, da ist irgendein Raga und Dwesha dahinter. Und diese stammen aus Asmita, aus dem Ego und dieses aus der Unwissenheit. Letztlich kommt jedes Leid daher, dass wir nicht wissen: „Ich bin das unsterbliche Selbst. Ich bin reines Bewusstsein, jenseits von Körper, Denken und Gefühlen.“ Dann kommt Asmita, Identifikation. Wir identifizieren uns mit Körper, Emotionen, Gedanken, unserer Persönlichkeit und unseren Wünschen. Daraus entsteht Mögen und Nicht-Mögen. Wir wollen, dass das, womit wir uns identifizieren, irgendwo anerkannt wird. Du willst, dass deine Wünsche erfüllt werden, und du hast Angst, dass sie nicht erfüllt werden, oder dass das, was du nicht magst, geschieht. So kommen alle Arten von Leiden. Und manchmal hilft es, wenn du erkennst, „Ja, meine Angst kommt aus einem Mögen. Dieses Mögen oder diese Verhaftung kommt aus einer Identifikation. Die Identifikation kommt aus Unwissenheit.“ Und dann kannst du dich von allem lösen, denn du weißt, „Eigentlich bin ich das Selbst.“ Daher hat diese Identifikation keine wahre Bedeutung, und das daraus resultierende, verhaftende und ablehnende Verhalten sowie die daraus resultierende Angst haben keine wirkliche Grundlage, und daher kannst du loslassen.
Eine weitere Form, wie du Kleshas überwinden kannst, ist auch folgende: Ihr Ursprung ist ja oft auch ein evolutionsmäßiger Überlebensinstinkt. Also ist Angst vor dem Tod ja etwas, was dir hilft, dich klug zu verhalten und schnell zu reagieren. Mögen und Nicht-Mögen sind ursprünglich Weisen der Natur, wie du gesunde und gute Verhaltensweisen entwickelst und in der Mehrheit der Fälle ist das ja durchaus auch richtig. Und eine gewisse Verhaftung an den physischen Körper und an die Persönlichkeit hilft dir, eine kongruente Persönlichkeit zu sein und zu handeln, um Erfahrungen zu machen und deine Mission zu erfüllen. Wenn du also erkennst, dass dein Mögen, dein Nicht-Mögen, deine Ängste, deine Identifikation eigentlich auch auf einer Ebene sinnvoll sind, dann kannst du leichter davon loskommen. Wenn du ein Selbstbild hast, wo du denkst, dass alles, was du tust nur schlecht ist, dann hilft dir das nicht wirklich, frei zu werden. Sieh daher auch in deinen Begrenzungen das Gute und dann lerne, über diese Begrenzungen hinauszuwachsen.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Disziplin, Inspirationen, Selbststudium, Sukadev, Vidya, Yoga

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