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„Wunsch nach dem Höchsten – Bhagavad Gita 11.3“

Ich lese aus der Bhagavad Gita, Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, Inkarnation, Manifestation Gottes und Arjuna, dem Schüler. Wir sind im 11. Kapitel und Arjuna hat Krishna gebeten: „Nun, O erhabener Gott, da Du Dich so beschrieben hast, O höchstes Wesen, ist es mein Wunsch, Deine göttliche Form zu sehen. Wenn Du, O Herr, der Ansicht bist, dass es für mich möglich ist, es zu sehen, zeige mir Dein unvergängliches Selbst.“
Krishna hatte in den vorigen Versen, in den vorigen Kapiteln erklärt, dass das Selbst unendlich ist, ewig, im Inneren aller Wesen, das sich auf verschiedenste Weisen manifestiert. Dass wir uns erinnern können an dieses Göttliche in allem und dass wir uns immer wieder ausrichten können. Und Arjuna sagt: „Ich habe es im Wesentlichen verstanden, aber jetzt würde ich es gerne erfahren, wenn es irgendwie möglich ist.“ So sollen auch wir uns sagen: „Ja, ich möchte dieses Höchste erfahren.“ Immer wieder sollen wir Gott bitten: „Bitte zeige mir Deine höchste, Deine unendliche, Deine ewige Natur.“
Wir müssen auch verstehen, als Arjuna diese Frage hier stellt, ist er kein junger Aspirant. Er hat schon einen erwachsenen Sohn, er hat also schon viele Jahre spirituelles Praktikum hinter sich. Und er hatte auch schon die verschiedensten spirituellen Erfahrungen. Er hatte auch schon längere Zeit Pranayama geübt. Er hatte gewisse Gotteserfahrungen gehabt. Das wird in der Mahabharata beschrieben.
Auch wir machen irgendwann eine Erfahrung und danach geht sie wieder. Wir müssen das in den Alltag bringen, etwas von dieser Erfahrung bleibt als Wissen und dann arbeiten wir weiter unser Karma aus, werden vielleicht auch unser Dharma, unsere Aufgaben, weiter erfüllen. Wir intensivieren unser Sadhana wieder, nachdem wir es vielleicht eine Weile vernachlässigt hatten und dann sagen wir wieder: „O Gott, bitte, wenn es möglich ist, zeige mir Deine höhere Natur. Lass mich Dich erfahren.“ So geht der spirituelle Weg immer ein bisschen wellenförmig, man kann auch sagen, man schraubt sich spiralenförmig in die Höhe.
Weiter sagt Krishna 5. Vers: “Sieh, O Arjuna, Hunderte und Tausende meiner Formen von unterschiedlicher Art, göttlich und mannigfaltig in Farbe und Gestalt.“
Und schließlich eröffnet ihm Krishna: „Ja, jetzt zeige ich Dir mein höheres Selbst. Jetzt kannst Du diese Erfahrung machen.“
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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Tags: Indische, Inspiration, Lesung, Schriften, Spiritualität, Sukadev, Vidya, Yoga, tägliche

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