Woher weiß ich was mein Dharma ist?

Woher weiß ich was mein Dharma ist? Dharma heißt Aufgabe. Dharma heißt Pflicht. Dharma heißt Verantwortung. Und ein spiritueller Aspirant will das tun, was seine Aufgabe ist. Als spritueller Aspirant/Aspirantin willst Du nicht tun, was Dir in den Kopf kommt, Du willst nicht tun, was die Gesellschaft erwartet, nicht was Deine Eltern erwarten, nicht das was einfach ist, sondern Du willst herausfinden, was ist mein Dharma, was ist meine Aufgabe.

Und das herauszufinden ist nicht ganz so einfach. Es gab einen alten Schüler namens Arjuna, der einen Lehrer hatte namens Krishna und er hat Krishna gefragt: Was ist mein Dharma? Was ist meine Aufgabe? Woher weiß ich was mein Dharma ist? Und Krishna hat mit der Bhagavad Gita geantwortet. Also man könnte sagen, die Bhagavad Gita ist ein Lehrgespräch zwischen einem Lehrer namens Krishna und einem Schüler namens Arjuna, wo Krishna dem Arjuna Tipps gibt, wie er sein Dharma herausfinden kann. Und so will ich das jetzt nicht in einem stundenlangen Vortrag machen, ich möchte Dir empfehlen, lies einfach die Bhagavad Gita durch. Und auf unseren Internetseiten www.yoga-vidya.de findest Du die ganze Bhagavad Gita oder Du kannst dort auch nachschauen unter dem Begriff Dharma.
Ich möchte Dich aber nicht nur vertrösten. Zunächst einmal möchte ich es so machen, wie Krishna es dem Arjuna gesagt hat. Zunächst hat Krishna dem Arjuna geantwortet, als dieser gefragt hat: Woher weiß ich was mein Dharma ist?

Sei Dir bewusst, die Seele ist unsterblich. Und Du bist das unsterbliche Selbst. Letztlich, sei Dir zunächst einmal bewusst: Du bist jetzt schon das unsterbliche Selbst und mache Dir nicht zu viel Gewissensbisse, was Dein Dharma ist. Als zweites sagt Krishna dem Arjuna: Lerne es, verhaftungslos zu handeln. Das, was Du tust, tue es von ganzem Herzen, tue es richtig, tue es gut, tue es mit Geschick, mit Energie und Begeisterung. Aber tue es als Opfer für Gott. Tue es um anderen zu helfen, anderen zu dienen, tue es als Dienst Gottes. Wenn Du nicht überlegst, was will ich, was brauche ich, wie kann ich meinen Wünschen gerecht werden, sondern mehr überlegst: Tatsächlich, was ist mein Dharma? Wenn Du das, was Du tust, Gott darbringst und das als Instrument Gottes tust, erwacht Deine Intuition. Als nächstes lehrt Krishna dem Arjuna Bhakti, Hingabe zu Gott. Er sagt ihm, verehre Gott, erkenne Gott überall und er sagt ihm wenn Du zu Gott betest und wenn Du eine Beziehung zu Gott aufbaust und wenn Du alles was Du tust, Gott widmest, dann erwacht Deine Intuition. Dann wird Gott zu Dir sprechen und du wirst erfahren, was Du tun sollst. Dann spricht Krishna (ich überspringe jetzt natürlich einiges) mit Arjuna über Dharma und Adharma im Sinne von Sura und Asura und er sagt, es gibt ethisches und unethisches. Tue das ethische, tue nicht das unethische. Wenn Du wissen willst was Dein Dharma ist, dann ist es wichtig, dass Du das, was Du tust, an hohen ethischen Idealen misst.

Also, sei Dir bewußt, Ahimsa (nicht verletzen), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (nicht stehlen), Aparigraha (Unbestechlichkeit), Brahmacharya (Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens), das sind die Grundlagen der Ethik. Was auch immer Du tust, verstoße nicht gegen diese Ethik. Dann spricht Krishna über Sattwa, Raja und Tamas. Vermeide Tamas. Handele nicht aus Bequemlichkeit, handele nicht aus Faulheit und Trägheit. Mache nicht das, was am Einfachsten ist. Mache nicht das, was sowieso von selbst geschieht, das wäre tamassig. Aber handele auch nicht aus Rajas heraus, aus Gier, aus Getriebenheit, aus Zorn, aus Ego heraus, um wichtig zu sein. Handele sattwig, aus reinen Motiven heraus. Wenn Du Dir bewusst bist, dass unethische zu vermeiden, das Tamassige und das Rajassige zu vermeiden, dann wird das Gebet erfolgreich sein. Und dann sagt noch Krishna, nutze Deine besonderen Fähigkeiten. Deine Prakreti, Deine Swarupa, Deine Swapawa. Deine besonderen Fähigkeiten, diese setze ein. Und dann sagt er, aber dann schaue auch die karmische Situation an. Letztlich kann man sagen, Swarupa plus Karma ergibt Dharma. Deine Wesensnatur mit Deinen besonderen Fähigkeiten, Deinem besonderen Temperament plus die karmische Situation, in der Du bist, das ergibt Swadharma, Deine Aufgabe.
Vermeide also unethisches, tamassiges und rajassiges. Bete zu Gott, bitte um Führung, dann analysiere, in welcher karmischen Situation bin ich und dann überlege, welche besonderen Fähigkeiten habe ich und dann entscheide Dich.

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Kommentare

  • Vielen Dank 

     

  • Vielen Dank 🙏Ganz einfach und verständlich erklärt 

  • Ganz herzlichen Dank für die knappe aber gehaltvolle Darbietung.  Sehr hilfreich.  Namaste

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