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WO KOMME ICH HER, WO GEHE ICH HIN?

Ein Mann saß nachts in der Wüste an seinem kleinen Feuer.
Plötzlich stupste ihn von hinten ein Schakal mit seiner Schnauze an.
Der Mann erschrak etwas, aber nicht besonders. Er war das eigenartige
Leben in der Wüste gewohnt. „Ich beobachte dich schon einige Jahre“,
sprach der Schakal, „Du kommst hier her, sitzt einige Tage an deinem
Feuer, summst manchmal einige Melodien, aber die meiste Zeit
schweigst du wie wir. Dann gehst du wieder und bleibst für lange
Monde verschwunden, bis du wieder erscheinst und das gleiche
Ritual praktizierst. Und ich denke immer, was macht er hier und
wo kommt er her und wo geht er hin. Kannst du mir beides heute erklären?“
Der Mann blieb lange stumm und schien tief nachzudenken über die Frage.
Dann antwortete er: „Wenn ich an diesem Feuer sitze und in die
Flammen schaue, dann entstehen Lieder in mir, Lieder ohne Worte.
Und wenn ich sie singe, wird das Licht der Flammen heller und heller,
bis ich ganz von Licht eingehüllt bin. Und dann erinnere ich mich,
dass es das ist, wo ich herkam und wohin ich gehen werde.“
Da ließ sich der Schakal ganz zahm neben dem Mann nieder und sagte:
„Ich will dich ab jetzt begleiten. Meine Mutter hatte einst ein
leuchtend weißes Fell gehabt, und sie erzählte uns einmal, bevor
sie unsere Sippe verließ und in den Busch ging, dass auch die große Mutter
aller Schakale leuchtend weiß und sehr freundlich sei und wir alle ihr am Ende
unseres mühsamen Erdendaseins tief im Busch begegnen würden.“
Der Mann kraulte liebevoll das Fell des Schakals und begann leise,
eine seiner Melodien zu summen. Und während er das tat, wurde das Fell,
das er kraulte, heller und heller, bis es vollkommen weiß erglänzte.
Und auch mit den Haaren und dem Bart des Mannes geschah allmählich das gleiche.
Die Melodie erfüllte bald die ganze Wüste, an deren Rändern die Schakalsippen hausten.
Die standen in dieser Nacht mit gespitzten Ohren unterm vollen Mond
und stimmten alsbald laut mit ein in den heiligen Gesang.
Als die Nacht sich neigte und die Sonne den Horizont erklomm, beschien sie einen Platz,
wo ein paar verkohlte Äste in der Asche glimmten. Und daneben,
auf einem schneeweißen Schakalfell liegend, strampelte ein nacktes Baby
und lachte schallend in die Wüste hinein.

~ Bhajan Noam ~


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Tags: Bhajan_Noam, Licht, Woher, Wohin

Kommentar von Florian am 28. Oktober 2011 um 1:39pm
Ich kann nur sagen: einfach wunderbare geschichte.
Georg

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